Waldbrand bei Übersee: Rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz

Waldbrand bei Übersee: Rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz

Übersee / Landkreis Traunstein – Ein Waldbrand nahe der Ortschaft Damberg beschäftigt seit den Nachtstunden zum heutigen Montag (29.6.2026) zahlreiche Einsatzkräfte. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein sind derzeit rund 5,5 Hektar Wald-, Gestrüpp- und Moorfläche betroffen. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht aktuell nicht.

Seit den Nachtstunden zum heutigen Montag sind Einsatzkräfte im Gemeindebereich Übersee im Einsatz. In einem Waldstück nahe der Ortschaft Damberg brennen derzeit nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein rund 5,5 Hektar Wald-, Gestrüpp- und Moorfläche. Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Bergwacht, des Technischen Hilfswerks und der Polizei sind vor Ort.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste die Autobahn A8 zwischen den Anschlussstellen Grabenstätt und Bernau gesperrt werden. Zudem wurde über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Gefahreninformation veröffentlicht. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht derzeit nicht. Zur Brandursache liegen bislang keine Erkenntnisse vor.

Gegen 23.45 Uhr am Sonntagabend (28. Juni) war zunächst Alarm für die Feuerwehren Bernau und Umgebung ausgelöst worden. Bei der Erkundung stellte sich heraus, dass es sich um einen Waldbrand im Bereich Damberger Filz (Chiemseemoos) im Gemeindebereich Übersee handelt. Daraufhin wurde die Alarmierung angepasst. Aufgrund des erhöhten Koordinierungsbedarfs wurde Kreisbrandrat Christof Grundner zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt.

Brandausbreitung eingedämmt

In der ersten Einsatzphase wurden umfangreiche Riegelstellungen mit Strahlrohren aufgebaut und die direkte Brandbekämpfung eingeleitet. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung errichteten die Einsatzkräfte mehrere lange Schlauchleitungen. Zusätzlich wurde mithilfe von Kreisregnern eine Feuerwiderstandslinie eingerichtet. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands zeigen diese Maßnahmen Wirkung, sodass die Brandausbreitung innerhalb weniger Stunden eingedämmt werden konnte.

Zur Lagebeurteilung kommen Drohnen der Bergwacht und der Polizei zum Einsatz. Bereits in der Nacht verschaffte zudem ein Hubschrauber einen ersten Überblick aus der Luft. In den Morgenstunden sollen außerdem Hubschrauber der Bayerischen Polizei mit Außenlastbehältern Löschwasser über dem Brandgebiet abwerfen.
Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt.

Warnung wegen Rauchentwicklung

Wegen der starken Rauchentwicklung bleibt die Autobahn A8 zwischen den Anschlussstellen Grabenstätt und Bernau gesperrt. Eine Umleitung wurde eingerichtet. Nördlich und östlich des Chiemsees wurden zudem Messfahrten durchgeführt. In diesem Bereich kann es zu Geruchsbelästigungen durch Rauch kommen.

Für die betroffenen Gebiete wurde eine MoWaS-Gefahreninformation veröffentlicht. Die Bevölkerung wird gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Der Einsatz wird nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands voraussichtlich noch einige Zeit andauern. Die Bevölkerung wird gebeten, das betroffene Gebiet möglichst zu meiden, Einsatzkräfte nicht zu behindern und keine Drohnen im Umkreis des Einsatzortes starten zu lassen.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein-hob / Beitragsbild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein-Gasser)

Patrozinium und Johannifeier trotz Hitze gut besucht

Patrozinium und Johannifeier trotz Hitze gut besucht

Rosenheim – Trotz sommerlicher Hitze war die traditionelle Johannifeier der Plattlergruppe des Trachtenvereins „Kaltentaler“ Pang gut besucht. Zwar musste das Johannisfeuer aus Brandschutzgründen entfallen, die Besucher genossen dennoch das Fest vor der malerischen Alpenkulisse.

Patrozinium und Johannifeier in Westerndorf am Wasen 2026. Fotos: aez

Auftakt bildete der Festgottesdienst im barocken Wahrzeichen im Rosenheimer Süden. Fotos:aez

Zur traditionellen Johannifeier lud am Samstag (27.6.2026 2026) die Plattlergruppe des Trachtenvereins „Kaltentaler“ Pang. In der malerischen Kulisse mit Blick auf die Alpenkette zog es viele Besucher zum Anwesen Moar am Berg im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf am Wasen. Darunter waren Stadtpfarrer Thomas Schlichting, Stadtrat Georg Kaffl und die Vorstände befreundeter Vereine.

Für Musik sorgte die Wasner Musi unter der Leitung von Hans Rutz. Die Nachwuchstrachtler unter der Leitung von Martin Knobel zeigten ihr Können. Die fleißigen Helfer unter der Regie von Sebastian Grießer und Anna Schaffer versorgten die Gäste mit Speis und Trank.

Zwar war das große Johannisfeuer aus Brandschutzgründen abgesagt worden (wir berichteten), und einige Plätze blieben wohl hitzebedingt diesmal leer. Die Stimmung war dennoch ausgelassen, und das Fest war ein voller Erfolg.

Gottesdienst zum Patrozinium

Zuvor hatte Pfarrer Thomas Schlichting in der voll besetzten Rundkirche den Gottesdienst zum Patrozinium Sankt Johann Baptist und Heilig Kreuz zelebriert. Der Kirchenchor unter der Leitung von Andreas Penninger gestaltete die rund 50 Minuten lange Messe musikalisch. Zu hören war dabei sogar die deutsche Nationalhymne, in der ein Wechselspiel aus musikalischer Frage und Antwort als Merkmal der Wiener Klassik enthalten ist, ähnlich wie es im Johannes-Evangelium Fragen und Antworten gibt.

Patrozinium und Johannifeier in Westerndorf am Wasen 2026. Fotos: aez

Gute Stimmung bei Helfern und Gästen.

Festlicher Rahmen

Unter den Gästen war auch Dekanatsratsvorsitzender Paul Deutschenbaur mit Ehefrau Anna Maria. Neben der Musik sorgten Blumenschmuck und Ministranten für ein festliches Bild am Namenstag des barocken Wahrzeichens im Rosenheimer Süden.
(Quelle: Artikel: aez / Beitragsbild, Foto: aez)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Montag, 29. Juni – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass sich Metalle unter bestimmten Bedingungen langsam verformen können?
Selbst ohne sichtbare Belastung verändern sie über Zeit ihre Form.
Ein Effekt, der oft unterschätzt wird.

Vielleicht denkst Du heute daran, dass Veränderung auch unsichtbar beginnt.

Wir wünschen Dir einen beständigen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Copyright Josefa Staudhammer)

Münchener Straße, Rosenheim, 1975

Münchener Straße, Rosenheim, 1975

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1975. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Münchener Straße in Rosenheim. 

Aus dem Blickwinkel von oben zeigt sich gut, wie verkehrsreich und doch eher triste die Straße damals wirkte. Heute ist dieser Bereich Fußgängerzone – und das Bild damit ein ganz anderes. 
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Krämer / Bildtext: Karin Wunsam)

Hitzeschäden: Straßenbahnbetrieb in Nürnberg eingestellt

Hitzeschäden: Straßenbahnbetrieb in Nürnberg eingestellt

Nürnberg / Bayern – Die anhaltend hohen Temperaturen haben den Straßenbahnbetrieb in Nürnberg zum Erliegen gebracht. Die VAG hat den Betrieb am Samstagabend (27.6.2026)  komplett eingestellt. Grund sind Hitzeschäden an der Infrastruktur. Nach Angaben des Verkehrsunternehmens bleibt der Straßenbahnverkehr bis Betriebsschluss am heutigen Sonntag eingestellt.

Seit Samstag gegen 18 Uhr fahren die Straßenbahnlinien 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 11 nicht mehr. Für Fahrgäste wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die VAG empfiehlt, für Fahrten mehr Zeit einzuplanen.

Nach Auskunft der VAG ist der Straßenbelag an mehreren Stellen durch die hohen Temperaturen so weich geworden, dass ein sicherer Straßenbahnbetrieb nicht mehr gewährleistet werden kann. Aus Sicherheitsgründen sei deshalb die vollständige Einstellung des Betriebs erforderlich gewesen.

Bereits zuvor Einschränkungen

Schon in den Tagen zuvor hatte die Hitze Auswirkungen auf den Straßenbahnverkehr. Die VAG richtete auf mehreren Strecken Langsamfahrstellen ein. Dort durften die Bahnen aus Sicherheitsgründen nur noch mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Mit den weiter steigenden Temperaturen reichten diese Maßnahmen schließlich nicht mehr aus.
Wie lange die Einschränkungen andauern, hängt von der weiteren Entwicklung der Temperaturen und dem Zustand der Infrastruktur ab. Nach Angaben der VAG werden die betroffenen Strecken laufend überprüft. Bis auf Weiteres verkehren auf den betroffenen Linien Ersatzbusse.
(Quelle: Pressemitteilung VAG Nürnberg / Beitragsbild. re) .

90-jährige nach Sturz in Bachbett bei Riedering gerettet

90-jährige nach Sturz in Bachbett bei Riedering gerettet

Riedering / Landkreis Rosenheim – Eine 90-jährige Frau ist am Samstagabend (27.6.2026)  nach dem Schwimmen im Tinninger See (Landkreis Rosenheim)  in ein Bachbett gestürzt und musste von der Polizei gerettet werden. Sie wurde anschließend vom Rettungsdienst versorgt und ins Krankenhaus gebracht.

Die Frau war nach den Angaben der Polizei nach ihrem üblichen Schwimmen im Tinninger See nicht wie gewohnt nach Hause zurückgekehrt. Angehörige machten sich gegen 20 Uhr Sorgen, da sie normalerweise bereits gegen 18 Uhr wieder da ist.
Nachdem die Frau auch später nicht auftauchte, alarmierten die Verwandten die Polizei. Kurz zuvor war bereits ihre Badetasche in der Nähe des Sees gefunden worden.

Suche endet im Bachbett des Rothbachs

Im Zuge der eingeleiteten Suchmaßnahmen konnte die Frau schließlich im Bereich des Sportplatzes in einem Bachbett des Rothbachs entdeckt werden. Sie war dort gestürzt und konnte sich aus dem schlammigen Uferbereich nicht mehr selbst befreien.

Die Einsatzkräfte der Polizei retteten die Seniorin aus ihrer Lage. Der Rettungsdienst übernahm anschließend die medizinische Versorgung. Die Frau wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Stoppelfeld bei Törring fängt Feuer – Brand schnell unter Kontrolle

Stoppelfeld bei Törring fängt Feuer – Brand schnell unter Kontrolle

Törring / Landkreis Rosenheim – Bei Erntearbeiten nahe der Ortschaft Harmoning ist am Samstagabend (27.6.2026)  ein Stoppelfeld in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte die Flammen rasch löschen und einen größeren Schaden verhindern. Verletzt wurde niemand.

Das Feuer war gegen 18.30 Uhr auf einem bereits abgeernteten Getreidefeld ausgebrochen. Nach ersten Erkenntnissen könnte eine Funkenbildung an einer Ballenpresse durch einen Steinschlag den Brand ausgelöst haben. Die Fläche umfasste rund 20 Quadratmeter.
Der Landwirt reagierte sofort, brachte seine Maschinen in Sicherheit und leitete mit einem Feuerlöscher erste Löschmaßnahmen ein.

Schnelles Eingreifen verhindert Ausbreitung

Kurz darauf trafen die Feuerwehren Törring und Pietling mit mehreren Fahrzeugen und rund 35 Einsatzkräften am Einsatzort ein. Das Feuer konnte schnell mit Wasser aus den Löschfahrzeugen unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden.
Im Anschluss kontrollierten die Einsatzkräfte die Brandstelle mit Wärmebildkameras, um mögliche Glutnester auszuschließen. Bereits nach rund 45 Minuten war der Einsatz beendet.

Ein größerer Schaden konnte verhindert werden, auch an den landwirtschaftlichen Maschinen entstand nach bisherigen Erkenntnissen kein Schaden. Der Flurschaden fiel nach Auskunft des Kreisfeuerwehrverband Traunstein gering aus.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Feuerwehr Törring)

Rind stirbt bei Scheunenbrand in Eschenlohe – hoher Sachschaden

Rind stirbt bei Scheunenbrand in Eschenlohe – hoher Sachschaden

Eschenlohe / Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Bei einem Brand in einer Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens in Eschenlohe (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ist am Samstagnachmittag (27.6.2026)  ein Rind verendet. Vier Menschen wurden bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im hohen sechsstelligen Bereich.

Das Feuer war am Samstag (276.2026) gegen 16.50 Uhr in der Michael-Fischer-Straße ausgebrochen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Scheune bereits in Vollbrand. Die Feuerwehren konnten jedoch ein Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Wohnhaus verhindern und den Brand schließlich unter Kontrolle bringen und löschen.
Im Verlauf der Löscharbeiten wurden vier Personen leicht verletzt. Ein in der Scheune untergebrachtes Rind konnte nur noch tot geborgen werden. Sechs weitere Tiere wurden rechtzeitig aus dem Gebäude gerettet. Auch technische Anlagen sowie ein abgestelltes Fahrzeug wurden erheblich beschädigt oder zerstört.

Nach ersten Einschätzungen beläuft sich der Schaden auf einen Betrag im hohen sechsstelligen Eurobereich.
Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahm die Polizeiinspektion Murnau. Noch am Abend hat der Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Diese sind derzeit noch nicht abgeschlossen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragasbild: Symbolfoto re)

Tödlicher Bergunfall am Hohen Göll

Tödlicher Bergunfall am Hohen Göll

Schönau am Königssee / Landkreis Berchtesgadener Land –  Eine Klettertour am Hohen Göll (Landkreis Berchtesgadener Land) hat am Samstagmittag (27.6.2026)  tragisch geendet. Ein 59-jähriger Mann aus Österreich ist dabei tödlich verunglückt.

Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei wollte der Mann am 27. Juni 2026 allein die Kletterroute „Alte Westwand“ am Hohen Göll begehen. Nach dem Ausstieg aus der Route stürzte er aus bislang ungeklärter Ursache ab und zog sich tödliche Verletzungen zu.
Unbeteiligte Kletterer entdeckten den Verunglückten und setzten den Notruf ab. Beim Eintreffen der Bergwacht Berchtesgaden konnte nur noch der Tod des 59-Jährigen festgestellt werden.

Die Bergung erfolgte gemeinsam durch die Bergwacht Berchtesgaden, die Alpine Einsatzgruppe Ost der Grenzpolizeiinspektion Piding sowie einen Polizeihubschrauber.

Die Ermittlungen werden von einem Polizeibergführer der Alpine Einsatzgruppe Ost geführt. Nach Angaben der Polizei liegen derzeit keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Der 59-Jährige galt als erfahrener Bergsteiger.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Welthirntumor-Tag: RoMed Klinikum Rosenheim informiert über moderne Hirntumor-Therapien

Welthirntumor-Tag: RoMed Klinikum Rosenheim informiert über moderne Hirntumor-Therapien

Rosenheim – Anlässlich des Welthirntumor-Tages lädt das RoMed Klinikum Rosenheim am Donnerstag, 9. Juli, zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung ein. Experten der Neurochirurgie informieren über moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Hirntumoren sowie aktuelle technische Entwicklungen im Operationssaal.

Die Veranstaltung findet von 18 bis 20 Uhr im Konferenzraum Haus 5 (4. Obergeschoss) des RoMed Klinikums Rosenheim in der Ellmaierstraße 23 statt. Chefarzt Dr. Georgios Ntoulias und sein Team stellen moderne neurochirurgische Verfahren vor. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Einsatz von Augmented Reality (AR) während Hirnoperationen, hochauflösende Operationsmikroskope sowie aktuelle medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten.

Außerdem informiert das Klinikum über die psychoonkologische Begleitung von Patienten und Angehörigen. Die Deutsche Hirntumorhilfe stellt ihre Arbeit vor und gibt Einblicke in ihre Unterstützung von Betroffenen und der Forschung. Im Anschluss an die Vorträge besteht Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Experten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„Big Promises“ zeigt ghanaische Filmplakate als Kunst der Übertreibung

„Big Promises“ zeigt ghanaische Filmplakate als Kunst der Übertreibung

Rosenheim – Übertreibung gilt im Alltag oft als Störung des guten Maßes – in der Kunst kann sie jedoch genau das Gegenteil sein. Mit der neuen Ausstellung „Big Promises“ zeigt die Städtische Galerie Rosenheim handgemalte Filmplakate aus Ghana, in denen genau diese Überzeichnung zum zentralen Gestaltungsmittel geworden ist. Die Schau wurde am Samstagabend (27.6.2026) eröffnet.

Big Promises Ausstellung in der Städtischen Galerie eröffnet Juni 2026. Fotos: Hendrik Heuser

Auch Werbeplakate können Kunst sein. 

Mehr als 100 Werke aus der Sammlung des Rosenheimer Sammlers Wolfgang Stäbler sind nun in Rosenheim zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotografien aus dem ursprünglichen Umfeld der Plakate sowie ein Video, das ein Gespräch mit einem der beteiligten Künstler zeigt.

Filme, die die Maler nie gesehen haben

Das Besondere an den ghanaischen Filmplakaten liegt in ihrer Entstehungsgeschichte: Die Maler erhielten meist nur kurze Beschreibungen oder mündliche Vorgaben von Kinobetreibern. Den eigentlichen Film sahen sie oft nie.

Aus diesen fragmentarischen Informationen entwickelten sie eigenständige Bildwelten – frei, expressiv und bewusst überhöht. Action, Gewalt und Fantasie werden dabei drastisch zugespitzt dargestellt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Publikum für die mobilen Wanderkinos zu gewinnen. Hollywood-Stars sind auf den Plakaten häufig kaum wiederzuerkennen.

Big Promises Ausstellung in der Städtischen Galerie eröffnet Juni 2026. Fotos: Hendrik Heuser

Das Filmplakat für Stephen Kings Klassiker. 

Gemalt auf gebrauchten Mehlsäcken

Auch das Material erzählt eine eigene Geschichte: Da Leinwände zu teuer waren, nähten die Künstler gebrauchte Baumwoll-Mehlsäcke zusammen und bemalten diese weiter. Die unregelmäßige, grobe Oberfläche prägt den unverwechselbaren Charakter der Werke bis heute.

Die Blütezeit dieser sogenannten „Mobile Cinemas“ lag zwischen den späten 1980er-Jahren und den 2000er-Jahren. Mit der Verbreitung von Video, DVD und später digitalen Medien verloren die Wanderkinos zunehmend ihre Bedeutung – und damit auch die klassische Form der Plakatkunst.

Heute gelten die Werke als begehrte Sammlerstücke und erzielen international hohe Preise. Was einst reine Werbung für Dorfkinos war, ist längst Teil des globalen Kunstmarkts geworden.

Zwischen Werbung und individueller Handschrift

Jeder Maler entwickelte im Laufe der Zeit einen eigenen Stil, an dem seine Arbeiten bis heute erkennbar sind. Einer der bekanntesten Vertreter ist Mr. Brew, dessen Werke ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.

Big Promises Ausstellung in der Städtischen Galerie eröffnet Juni 2026. Fotos: Hendrik Heuser

Auch ganz schön gruselig. 

Er lernte das Malen bereits als Kind von seinem Vater Atta Brew, der zunächst Porträts fertigte, bevor er sich der Filmplakatkunst widmete. In einem in der Ausstellung zitierten Statement beschreibt Mr. Brew seinen Arbeitsprozess: Zunächst versuche er, sich anhand der Informationen ein Bild vom Film zu machen, dann entstehe vieles aus der eigenen Fantasie heraus.

Heute arbeitet er weiterhin als Künstler und verdient seinen Lebensunterhalt auch mit Schildermalerei und Bannern, da die klassische Filmplakatproduktion in Ghana weitgehend verschwunden ist.

Ein fast verschwundenes Handwerk

Mit der Verbreitung von Fernsehen, Videoverleih und später digitalen Medien verloren die Kinos in Ghana ab der Jahrtausendwende zunehmend an Bedeutung. Damit verschwand auch der Bedarf an handgemalten Filmplakaten weitgehend.

Der US-amerikanische Sammler Ernie Wolfe gilt als einer der ersten, der diese Werke bereits in den 1980er-Jahren als Kunstform erkannte. In Europa folgten später weitere Sammler – darunter auch der Rosenheimer Wolfgang Stäbler.

Ganz verschwunden ist die Tradition bis heute nicht: Einige Künstler fertigen weiterhin Plakate an – allerdings weniger als klassische Werbung, sondern zunehmend als eigenständige Kunstobjekte für Sammler.

Eröffnung zwischen Farbe und Kontrast

Die Eröffnung der Ausstellung war gut besucht. Bei hochsommerlichen Außentemperaturen boten die klimatisierten Räume der Städtischen Galerie Rosenheim einen ruhigen Gegenpol, um die intensiven Bildwelten in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Unter den Gästen war auch Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan, der ebenso wie viele Besucher die Gelegenheit nutzte, die ungewöhnlichen Werke aus nächster Nähe zu betrachten.
In die Ausstellung führte Sammler Wolfgang Stäbler selbst ein. Er erläuterte dabei, wie er auf diese besondere Kunstform aufmerksam wurde und warum sie ihn bis heute fasziniert.
Auch Monika Hauser-Mair ordnete die Arbeiten ein: „Wir sind es gewohnt, auf Kunst und Gestaltung durch eine westliche Brille zu schauen. Diese Ausstellung erinnert uns daran, dass Kreativität, Bildsprache und künstlerische Qualität nicht an europäischen Maßstäben gemessen werden dürfen.“

Übertreibung als künstlerisches Prinzip

Was die Werke verbindet, ist ihre konsequente Übertreibung: grelle Farben, übersteigerte Körper, dramatische Szenen, makabre und zugleich humorvolle Elemente. Genau das, was im Alltag oft als zu viel gilt, wird hier zum künstlerischen Prinzip.

„Big Promises“ zeigt damit nicht nur eine außergewöhnliche Bildwelt, sondern auch, wie aus funktionaler Kinowerbung eine eigenständige Kunstform wurde – entstanden aus Improvisation, Materialknappheit und großer erzählerischer Freiheit. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 16. August.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Fotos: Hendrik Heuser)

Ortsführungen in Prien am Chiemsee: Geschichte, Traditionen und spannende Geschichten erleben

Ortsführungen in Prien am Chiemsee: Geschichte, Traditionen und spannende Geschichten erleben

Prien / Landkreis Rosenheim – Bis Anfang Oktober laden die Orts- und Gästeführer in Prien am Chiemsee wieder zu abwechslungsreichen Führungen durch die Marktgemeinde und entlang des Chiemseeufers ein. Besucher erhalten Einblicke in die Geschichte, Traditionen und Besonderheiten der Region.

Beim rund 90-minütigen Ortsrundgang entdecken Teilnehmer jeden Montag bis 28. September ab 10 Uhr die Geschichte Priens, erfahren Wissenswertes über den Chiemsee, die bayerischen Könige und die Tradition des „Priener Hutes“. Treffpunkt ist am Tourismusbüro in der Alten Rathausstraße 11.

Jeden Freitag bis 2. Oktober finden zudem die etwa einstündigen „See-Insel-Königs G’schicht’n“ statt. Die barrierefreie Uferführung startet um 10.30 Uhr am Gleisende der Chiemsee-Bahn im Hafen Prien/Stock und erzählt unter anderem von König Ludwig II., den „Inselkönigen“ und weiteren Geschichten rund um den Chiemsee.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Erwachsene zahlen 7 Euro, mit Gästekarte sowie Einheimische 6 Euro, Kinder von sechs bis 15 Jahren 3 Euro. Beide Führungen finden bei jeder Witterung statt.
(Quelle: Pressemitteilung Markt Prien am Chiemsee / Beitragsbild: Copyright Markt Prien am Chiemsee)