Ohne Führerschein unterwegs – Polizei vollstreckt drei Haftbefehle

Ohne Führerschein unterwegs – Polizei vollstreckt drei Haftbefehle

Rosenheim – Bei einer Verkehrskontrolle in der Rechenauerstraße in Rosenheim hat die Polizei am Mittwoch (26. August) einen 33-Jährigen ohne Fahrerlaubnis erwischt. Bei der anschließenden Überprüfung stellten die Beamten nach eigenen Angaben außerdem fest, dass gegen den Mann drei Haftbefehle vorlagen.

Die Beamten stoppten den Fahrer eines Kleinkraftrads gegen 12.30 Uhr. Einen Führerschein konnte der 33-Jährige nach Angaben der Polizei nicht vorzeigen. Nach längerem Zögern habe er eingeräumt, nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis zu sein.
Eine Abfrage im Polizeisystem bestätigte dies. Die Fahrerlaubnis war dem Mann nach Angaben der Polizei bereits vor rund zehn Jahren entzogen worden. Die Polizei leitete deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein.

Bei der Überprüfung stießen die Beamten laut Polizei noch auf weitere Erkenntnisse: Gegen den 33-Jährigen, der nach Angaben der Polizei ohne festen Wohnsitz ist, lagen demnach drei offene Haftbefehle vor. Diese standen laut Polizei im Zusammenhang mit Eigentumsdelikten und dem Fahren ohne Fahrerlaubnis. Der Mann wurde aufgrund der offenen Haftbefehle in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
(Quelle: Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto Polizeipräsidium Oberbayern Süd)

Straßennamen in Rosenheim: Alte Landstraße

Straßennamen in Rosenheim: Alte Landstraße

Rosenheim – Wer heute durch die Alte Landstraße in Pang fährt, dürfte kaum vermuten, dass ihr Name an eine Zeit erinnert, in der Straßen noch echte Lebensadern waren. Heute ist es dort ruhig, Tempo 30 bestimmt das Tempo. Früher dagegen waren auf den Landstraßen Pferdefuhrwerke, Händler, Reisende und Postkutschen unterwegs. Und 56 Kilometer bis München konnten damals schon einmal sieben Stunden dauern.

Über 500 Straßen gibt es inzwischen im Rosenheimer Stadtgebiet. Manche erinnern mit ihrem Namen an bedeutende Persönlichkeiten, andere an Orte oder Ereignisse. Und dann gibt es Namen, die auf den ersten Blick so unspektakulär wirken, dass man sich kaum Gedanken darüber macht. „Alte Landstraße“ gehört eindeutig dazu. Dabei steckt in diesen drei Wörtern eine kleine Zeitreise durch die Rosenheimer Verkehrsgeschichte.

Heute liegt die Straße am südwestlichen Rand des Ortsteils Schwaig im Stadtteil Pang. Wohnhäuser und Anliegerverkehr prägen das Bild, Tempo 30 sorgt dafür, dass es gemütlich bleibt. Vom großen Verkehrsweg, den man bei einer „Landstraße“ vielleicht erwartet, ist hier nicht mehr viel zu sehen. Der Name allerdings ist geblieben – und erzählt davon, dass sich die Wege durch unsere Region im Laufe der Jahrhunderte gewaltig verändert haben.

Als eine Landstraße noch über das Land führte

Eine Landstraße war früher tatsächlich das, was der Name vermuten lässt: ein Verkehrsweg, der über das Land führte und Orte miteinander verband. Asphalt, Leitplanken und Straßenmarkierungen gab es nicht. Je nach Wetter wurde aus einem staubigen Weg schnell eine schlammige Strecke, und wer mit einem beladenen Wagen unterwegs war, wusste ziemlich genau, warum Pferdestärken damals noch wörtlich gemeint waren.

Pang lag dabei keineswegs abseits des Geschehens. Eine heimatkundliche Untersuchung beschreibt eine historische Verkehrsroute, die von Aibling über Pang und Aising weiter über Hochstraß, Redenfelden und Kirchdorf bis nach Brannenburg führte. Solche Wege waren wichtige Verbindungen durch das Rosenheimer Becken und weiter in Richtung Inntal und Tirol.

Unterwegs waren Bauern, Händler und Fuhrleute, die Waren transportierten, ebenso wie Reisende und Boten. Was heute eine kurze Autofahrt ist, bedeutete damals eine Reise, die sorgfältig geplant werden musste. Pferde mussten versorgt und gewechselt werden, Wagen konnten beschädigt werden und schlechtes Wetter machte aus einer ohnehin langsamen Fahrt schnell eine noch längere. Und dann war da natürlich noch die Post.

Als ein Brief noch wirklich auf Reisen ging

Heute schreibt man eine Nachricht und erwartet die Antwort möglichst sofort. Anfang des 19. Jahrhunderts war eine Nachricht dagegen tatsächlich unterwegs. Sie wurde einem Boten oder der Post übergeben und machte sich auf den Weg – mit Pferd und Kutsche.

Wie viel Zeit das bedeuten konnte, lässt sich an einer Strecke festmachen, die Rosenheim bis heute eng mit München verbindet. 1812 wurde die Straße von München über Rosenheim nach Salzburg zur Poststraße erhoben. Rosenheim erhielt in diesem Zusammenhang eine eigene Postexpedition, und die Postverbindungen nach München, Salzburg und Innsbruck wurden regelmäßig organisiert.

Die Entfernung zwischen Rosenheim und München betrug damals rund 56 Kilometer. Für diese Strecke brauchte eine Postkutsche ungefähr sieben Stunden. Sieben Stunden für 56 Kilometer – heute würde man bei dieser Entfernung vermutlich eher darüber nachdenken, wo man unterwegs einen Kaffee holt, als ob man überhaupt noch am selben Tag ankommt. Für die Menschen damals war eine solche Fahrt dagegen ein erheblicher Teil des Tages.

Man kann sich die Szene leicht vorstellen: Das Knarren der Kutsche, Pferdehufe auf dem Weg, das Rumpeln über Unebenheiten und vielleicht ein Reisender, der froh war, wenn die nächste Station erreicht war. Von Navi und Handy ganz zu schweigen. Wer einen Brief nach München schickte, konnte nicht einfach nachsehen, ob er schon angekommen war. Die Nachricht war unterwegs – und irgendwann würde sie schon ihr Ziel erreichen.

Zwölf Pferde für die Post

Dass der Postverkehr für Rosenheim durchaus bedeutend war, zeigt ein weiteres Detail. Der Posthalter musste nicht nur Briefe und Pakete verwalten, sondern auch die nötigen Pferde und Fahrzeuge bereitstellen.
Im Sommer mussten dafür zwölf Pferde und drei Postchaisen vorgehalten werden. Die Post war damals also nicht nur ein Briefkasten mit Öffnungszeiten, sondern ein kleines Logistikunternehmen mit lebendigem Personal auf vier Beinen.

1812 fuhren die Postkutschen zunächst zweimal pro Woche nach München und Salzburg und einmal wöchentlich nach Innsbruck. Mit der Zeit wurden die Verbindungen weiter ausgebaut. 1839 gab es beispielsweise Eilwagenverbindungen zwischen München und Salzburg über Rosenheim.
Schnell war allerdings auch damals ein dehnbarer Begriff: Für die Strecke München–Rosenheim mussten Reisende weiterhin viele Stunden einplanen.

Dann kam die Eisenbahn

Was Pferde und Kutschen in vielen Stunden bewältigten, sollte bald auf ganz andere Weise möglich werden. 1857 erreichte die Eisenbahn Rosenheim – und damit begann eine neue Ära.

Plötzlich konnten Menschen und Waren wesentlich schneller und zuverlässiger transportiert werden. Die Bedeutung der alten Verkehrswege veränderte sich. Der Postverkehr verlagerte sich zunehmend auf die Schiene, der Rosenheimer Poststall wurde zunächst aufgelöst und später in anderer Form weitergeführt. Mit der Einführung der Kraftpost und Postomnibussen war schließlich auch das Ende der Pferde im Postbetrieb besiegelt. 1923 wurde der Rosenheimer Poststall endgültig eingestellt.

Für alte Landstraßen bedeutete diese Entwicklung einen tiefen Einschnitt. Wo zuvor Wagenkolonnen, Händler und Reisende unterwegs gewesen waren, wurde es vielerorts ruhiger. Neue Verkehrswege übernahmen die Aufgaben der alten. Und genau hier bekommt das kleine Wort „Alte“ im Straßennamen seine Bedeutung.

Wenn aus der wichtigen Straße eine alte Straße wird

Straßennetze sind nichts Starres. Wenn eine neue Verbindung schneller, gerader oder besser ausgebaut ist, wandert der Verkehr dorthin. Der alte Weg bleibt bestehen, wird aber irgendwann zur Nebenstrecke.
Auch rund um Pang lässt sich diese Entwicklung nachvollziehen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderte sich der Verkehr immer stärker, und neue Straßen übernahmen Aufgaben, die früher über die alten Ortsverbindungen liefen. Ein markantes Beispiel ist die Panorama-Schwaig-Verbindung, die 2007 eröffnet wurde und unter anderem dazu diente, Pang vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Was früher eine wichtige Verbindung durch die Region war, kann heute also ganz unspektakulär zwischen Wohnhäusern liegen. Und so passt der Name der Alten Landstraße eigentlich erstaunlich gut. Er erzählt nicht nur, dass die Straße alt ist. Er erinnert daran, dass sie zu einem Verkehrsnetz gehört, dessen Bedeutung sich mit der Zeit verändert hat.

Heute ruhig – früher mittendrin

Wer heute durch die Alte Landstraße fährt, muss keine sieben Stunden für 56 Kilometer einplanen. Genau genommen muss er überhaupt nicht weit fahren. Tempo 30, Anliegerverkehr und Wohnhäuser bestimmen inzwischen das Bild. Aber vielleicht lohnt sich beim nächsten Vorbeifahren ein kurzer Gedanke daran, was ein solcher Straßenname alles bewahren kann.

Denn unter „Alte Landstraße“ kann man sich eben auch eine andere Szene vorstellen: Pferde, die vor einem schweren Wagen stehen. Einen Fuhrmann, der seine Tiere antreibt. Einen Händler mit Waren für den nächsten Markt. Einen Boten, der einen Brief bei sich trägt. Und irgendwo vielleicht eine Postkutsche, die sich langsam ihren Weg durch die Landschaft bahnt. Damals waren Straßen nicht einfach die Strecke zwischen zwei Punkten. Sie waren Orte, an denen Menschen, Waren und Nachrichten unterwegs waren – und damit ein Stück weit die Lebensadern einer Region.

Die Alte Landstraße – wer hätte gedacht, dass in drei so unscheinbaren Wörtern so viel Rosenheimer Verkehrsgeschichte steckt?
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: KI generiert)

Ludwigsplatz, Rosenheim, um 1890

Ludwigsplatz, Rosenheim, um 1890

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1890. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Rosenheimer Ludwigsplatz mit Mittertor.

Das Mittertor erkennen wir auch heute sofort wieder. Rundherum aber zeigt sich Rosenheim in einer längst vergangenen Zeit. Menschen in langen Kleidern und mit Hüten sind auf dem Platz unterwegs, 

Ein besonders interessantes Detail befindet sich auf dem Dach des Hauses unmittelbar neben dem Mittertor: Dort ist eine auffällige Konstruktion mit Stangen zu sehen. Sie erinnert an die damaligen Dachständer, die für die Verlegung von Telegrafen- und Telefonleitungen genutzt wurden. Drähte wurden damals vielfach noch oberirdisch über die Dächer geführt. An den Konstruktionen mit Querträgern und Isolatoren konnten die Leitungen befestigt und zu anderen Gebäuden oder zur Poststation weitergeführt werden.

Auch in Rosenheim begann in dieser Zeit das Zeitalter der modernen Kommunikation. Telegrafie gab es bereits, in den 1890er-Jahren wurde auch das Telefonnetz ausgebaut. Die erste handbediente Telefonzentrale im Rosenheimer Stadtpostamt nahm 1893 ihren Betrieb auf.

Doch nicht nur der Dachaufbau erzählt von der technischen Entwicklung jener Zeit. Auch die Fassade des Hauses darunter ist bemerkenswert. Sie ist reich bemalt und deutlich aufwendiger gestaltet als heute. An der Seite ist „Bazar“ zu lesen, an der Front wird für ein „Zigarren Spezialgeschäft Mittertor“ geworben.
Das Haus steht noch heute. Die historische Fassadenmalerei ist allerdings verschwunden. Auch das Zigarrengeschäft hat seinen Standort inzwischen gewechselt: Das Zigarrenhaus am Mittertor zog 2017 auf die andere Seite des Mittertors.

Das Mittertor selbst hat die Zeiten überdauert. Es ist das letzte erhaltene der einst sechs Stadttore Rosenheims. Der Kern und der untere Torbogen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Heute gehört das Tor zu den markantesten historischen Bauwerken der Rosenheimer Innenstadt.

So zeigt die Aufnahme nicht nur einen alten Blick auf den Ludwigsplatz. Sie hält auch einen Moment fest, in dem Rosenheim zwischen Pferdefuhrwerk und moderner Kommunikation stand – und sich technisch wie auch im Stadtbild langsam eine neue Zeit ankündigte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Wenn der Chiemsee noch schläft

Wenn der Chiemsee noch schläft

Fraueninsel / Landkreis Rosenheim – Der Chiemsee liegt still unter dem frühen Morgenhimmel. Über dem Wasser steht noch der Mond, während sich am Horizont bereits das erste goldene Licht des Tages zeigt. Es ist ein Moment von beinahe unwirklicher Ruhe – und gleichzeitig der Beginn eines ganz normalen Arbeitstages für die Fischerfamilie Lex von der Fraueninsel.

Noch vor Sonnenaufgang fahren Thomas Lex und sein Sohn Tassilo hinaus auf den See. Gemeinsam holen sie die Fischernetze ein und setzen sie anschließend wieder neu. Fotograf H. Reiter begleitete die beiden an diesem Morgen und hielt dabei einen Moment fest, der fast zu schön für einen Arbeitstag scheint.
Denn was auf dem Foto wie ein stilles Idyll wirkt, ist für die Fischer körperliche Arbeit. Früh am Morgen, bei Wind und oft auch bei kalten Temperaturen, sind sie auf dem Chiemsee unterwegs. Der Rhythmus ihrer Arbeit richtet sich dabei nicht nach Bürozeiten, sondern nach dem See und den Fischen.

Fischerei seit 1857

Die Chiemseefischerei Lex wird seit 1857 in ununterbrochener Folge geführt. Heute arbeitet die Familie bereits in der sechsten Generation als Fischer am Chiemsee.
Während Thomas und Tassilo auf dem Wasser unterwegs sind, beginnt auf der Fraueninsel bereits der nächste Teil des Arbeitstages. Sohn Florian heizt den traditionellen Räucherofen an. Die frisch gefangenen Fische werden anschließend verarbeitet und geräuchert.

So treffen auf diesem Morgenbild zwei Seiten des Chiemsees aufeinander: die stille, fast mystische Schönheit des „Bayerischen Meeres“ und die Arbeit der Menschen, die seit Generationen von und mit diesem See leben.
(Quelle: Pressemitteilung Touristinfo Aschau im Chiemgau / Beitragsbild: Copyright H. Reiter)

Hundstage vorbei? Pedro sieht das anders

Hundstage vorbei? Pedro sieht das anders

Aschau / Landkreis Rosenheim – Die Hundstage sind vorbei – Pedro hat davon offenbar nichts gehört. Während der Hochsommer in der Region Rosenheim noch einmal nachlegt, präsentiert der fünf Monate alte Lockenkopf auf dem Beifahrersitz seinen ganz persönlichen „Löwen-Tag“. Mit weit aufgerissenem Maul sieht sein ausgiebiges Gähnen tatsächlich fast wie ein majestätischer Brüller aus.

Die Hundstage sind zwar kalendarisch vorbei, doch der Sommer gibt noch einmal Gas. Für Donnerstag (27. August) werden in der Region Rosenheim bis zu 31 Grad erwartet, auch am Freitag soll es zunächst noch einmal warm werden. Pedro lässt sich davon offenbar nicht aus der Ruhe bringen.
Der kleine Lockenkopf stammt ursprünglich aus Gut Aiderbichl und hat inzwischen bei seiner neuen Besitzerin in Aschau im Chiemgau sein persönliches Paradies gefunden. Dort wird nicht gebrüllt – höchstens, wenn das Abendessen ein paar Sekunden zu spät serviert wird.

Ansonsten gehört zum Hundeleben offenbar vor allem eines: genießen. Leckerlis einsammeln, Streicheleinheiten abholen und die Menschen mit Charme um die Pfote wickeln. Das kann schließlich müde machen. Und so wird aus einem ganz gewöhnlichen Gähnen plötzlich ein großer Auftritt. Mit seiner „Löwenmähne“ und dem weit geöffneten Maul könnte Pedro glatt als kleiner König der Savanne durchgehen. Zumindest für diesen einen Moment.

Urlaub mit Hund in Aschau

Wer mit seinem Vierbeiner in Aschau im Chiemgau oder im Bergsteigerdorf Sachrang unterwegs ist, findet bei der Tourist Info ein kostenloses Faltblatt mit Informationen rund um den Urlaub mit Hund. Darin geht es unter anderem um Hundetoiletten, Verhaltens- und Reisetipps sowie hundefreundliche Ausflugsziele und Einkehrmöglichkeiten. Das Faltblatt ist bei der Tourist Info Aschau im Chiemgau erhältlich und kann auch telefonisch unter 08052/90490 angefordert werden.

Für Pedro sind die offiziellen Hundstage ohnehin noch lange nicht vorbei. Wer so charmant die Blicke auf sich zieht und offenbar regelmäßig im Mittelpunkt steht, braucht dafür schließlich keinen offiziellen Kalendertermin. Für ihn ist vermutlich jeder Tag ein Hundstag.😉🐶
(Quelle: Pressemitteilung Touristinfo Aschau im Chiemgau / Beitragsbild: Copyright H. Reiter)

CSU startet mobile Bürgersprechstunde im Landkreis Rosenheim

CSU startet mobile Bürgersprechstunde im Landkreis Rosenheim

Rosenheim – Der CSU-Kreisverband Rosenheim plant künftig mobile Bürgersprechstunden an wechselnden Orten im Landkreis. Bürger sollen dabei die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen und persönliche Anliegen direkt mit politischen Ansprechpartnern zu besprechen. Der erste Termin findet am Freitag (28. August) in Prien am Chiemsee statt.

Die CSU will die Bürgersprechstunden regelmäßig in verschiedenen Regionen des Landkreises anbieten. Nach Angaben des Kreisverbands sollen dabei unterschiedliche Ansprechpartner aus der CSU für Gespräche zur Verfügung stehen. Ziel sei es, möglichst viele Orte und Regionen einzubeziehen.

Erster Termin in Prien

Die erste mobile Bürgersprechstunde findet am Freitag (28. August) in Prien am Chiemsee statt. Weitere Termine an anderen Orten im Landkreis sollen folgen. Mit dem neuen Angebot erweitert der CSU-Kreisverband nach eigenen Angaben seine bisherigen Gesprächsangebote. Bürger können dabei Fragen zu politischen Themen stellen oder persönliche Anliegen an die jeweiligen Ansprechpartner herantragen.
(Quelle: Pressemitteilung CSU Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

90 Jahre Demeter – und der „7er BMW“ im Kuhstall

90 Jahre Demeter – und der „7er BMW“ im Kuhstall

Unterreit / Landkreis Mühldorf am Inn – Ein Hof, der seit 631 Jahren besteht, seit 90 Jahren biologisch-dynamisch bewirtschaftet wird und Kühe als „coole Viecher“ bezeichnet: Hof Kasten in Unterreit bei Gars am Inn hat eine ungewöhnliche Geschichte zu erzählen. Rund 250 Gäste kamen am Sonntag (23. August) zum Jubiläum. Und mittendrin fiel auch ein Vergleich mit einem 7er BMW.

Wenn ein Hof erzählen könnte, hätte Hof Kasten einiges zu berichten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er 1395. Damals gehörte er zum Augustinerchorherrenstift Kloster Gars, später zum Bistum Salzburg. Nach der Säkularisation 1803 ging der Lehenshof in Privatbesitz über.
Seine besondere landwirtschaftliche Geschichte begann in den 1920er-Jahren. Gertrud und Adolf Stickforth, die Großeltern des heutigen Hofbesitzers Michael Ackermann, erwarben den Hof. Über die Verbindung zu Graf Keyserlingk, auf dessen Gut im schlesischen Koberwitz Rudolf Steiner seinen Landwirtschaftlichen Kurs zur biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise gehalten hatte, kam dieser Gedanke nach Kasten.

Seit 1936 wird der Hof nach den biologisch-dynamischen Richtlinien bewirtschaftet. Über drei Generationen hinweg wurde dieser Weg fortgesetzt – durch Kriegs- und Nachkriegszeit, wirtschaftliche Veränderungen und den Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Heute führen Michael und Annette Ackermann den Hof. Für Michael Ackermann bedeutet das vor allem eines: Verantwortung für das, was die Generationen vor ihm aufgebaut haben – und für jene, die nach ihm kommen. „Wir haben einzig und allein die Verantwortung, den Hof so zu erhalten, dass er weiterhin lebensfähig ist. Nichts anderes ist unsere Aufgabe“, betonte Ackermann bei der Begrüßung.

Kühe, Kreisläufe und ein 7er BMW

Was auf Hof Kasten unter biologisch-dynamischer Landwirtschaft verstanden wird, lässt sich am besten direkt vor Ort erklären: Grünland, Kühe, Milch, Acker und Wald gehören zusammen. Die Kühe fressen Gras und Klee, ihr Mist liefert Nährstoffe für den Boden, die Beweidung trägt zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.

„Kühe sind coole Viecher“, sagt Michael Ackermann gerne. Auch Ute Rönnebeck, Vorständin des Demeter e.V., griff diesen Gedanken auf. Kühe würden Boden, Pflanzen, Tiere und Menschen miteinander verbinden und dem Hof einen Rhythmus geben, der sich nicht beliebig beschleunigen lasse.

Rönnebeck würdigte Hof Kasten als den ältesten durchgehend biologisch-dynamisch bewirtschafteten Betrieb Bayerns. „90 Jahre von insgesamt gut 100 Jahren biologisch-dynamischer Geschichte – das ist eine kaum vorstellbare Kontinuität“, sagte sie. Für sie ist die lange Geschichte aber nicht nur ein Grund zum Zurückblicken. „Tradition bedeutet: Zu wissen, aus welchem Impuls man kommt – und aus diesem Impuls heraus immer wieder neu zu entscheiden, was jetzt notwendig ist.“, so Rönnebeck.

Und dann kam der 7er BMW ins Spiel. Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Molkereigenossenschaft Berchtesgadener Land, gratulierte der Familie und erinnerte an die lange Verbindung des Hofes zur Biomilchverarbeitung. „Bio ist unser 7er BMW, wir verkaufen zwar mengenmäßig mehr Dreier und Fünfer, imageprägend ist aber der 7er – auf den wir sehr stolz sind.“

Die Geschichte dieser Verbindung reicht bis ins Jahr 1973 zurück. Damals wurden in der Chiemgau-Molkerei in Truchtlaching erstmals 200 Liter Biomilch verarbeitet. Drei Betriebe lieferten sie – darunter der Hof von Lilly und Reinhard Ackermann. Heute wird mehr als ein Drittel der Milch der Molkerei in Demeter- und Naturland-Qualität verarbeitet. Pointner sieht dabei Gemeinsamkeiten zwischen Landwirtschaft und Genossenschaft: „Nicht auf Verschleiß fahren, sondern Substanz bewahren und in Generationen denken.“

Eine Hofgeschichte über Generationen

Die Geschichte von Hof Kasten ist dabei längst nicht nur eine Geschichte über Landwirtschaft. Die Familie Ackermann engagiert sich seit Jahrzehnten auch in der biologisch-dynamischen Bewegung.
Michael Ackermann ist unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft Chiemgau, im Erzeugerring, in der Biodynamischen Vereinigung und im Landesverband Bayern aktiv. Sein Bruder Jochen engagierte sich ebenfalls in verschiedenen Demeter-Gremien sowie im Vorstand und Aufsichtsrat der Molkerei. Er kam 2009 bei einem tragischen Bergunglück am Hochkalter gemeinsam mit dem Demeterberater Andreas Amberger ums Leben.

Auch Annette Ackermann, die als Quereinsteigerin in die Landwirtschaft kam, trägt heute Verantwortung auf dem Hof. Rönnebeck würdigte beide als Menschen, die den Hof gemeinsam weiterführen. „Deshalb gilt der Dank heute ausdrücklich Euch beiden“, sagte sie.

Geschichte zum Anfassen

Beim Jubiläumsfest konnten die rund 250 Gäste die Geschichte des Hofes schließlich nicht nur hören, sondern auch anschauen. Sie besichtigten die Stallungen, die Kühe auf der Weide und das Hofgelände.
In der historischen Tenne präsentierte Prof. Dr. Clemens Albrecht eine Ausstellung mit Bildern und Informationen zur Hofgeschichte. Michael Ackermann erzählte an der hofeigenen Urnenkapelle weitere Anekdoten aus der Familiengeschichte.

631 Jahre Hofgeschichte, 90 Jahre biologisch-dynamische Landwirtschaft und drei Generationen, die diesen Weg weitergeführt haben: Auf Hof Kasten ging es beim Jubiläum deshalb um weit mehr als eine Jahreszahl. Es ging um die Frage, was bleibt, wenn ein Hof nicht für eine Generation, sondern für viele Generationen gedacht wird.
(Quelle: Pressemitteilung Molkerei Berchtesgadener Land / Beitragsbild: Fotomontage Copyright Molkerei Berchtesgadener Land)

Lagerbrand auf landwirtschaftlichem Hof in Pfaffing

Lagerbrand auf landwirtschaftlichem Hof in Pfaffing

Pfaffing / Landkreis Rosenheim – Ein Brand an einem Lager auf einem landwirtschaftlichen Hof im Weiler Giglberg in der Gemeinde Pfaffing (Landkreis Rosenheim) hat am Dienstagabend (25. August) einen Schaden von rund 5.000 Euro verursacht. Die Feuerwehr konnte die Flammen schnell löschen und dadurch größeren Schaden verhindern.

Gegen 19 Uhr wurde der Brand an der Hauswand des Lagers gemeldet. Rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Tulling, Steinhöring, Pfaffing, Ebersberg, Babensham, Albaching, Grafing und Rosenheim-Land rückten vorsorglich aus. Auch Rettungsdienst und Polizei waren vor Ort.
Die Brandursache ist nach Angaben der Polizeiinspektion Wasserburg bislang unbekannt.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Wasserburg / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Panorama-Einkaufzentrum, Rosenheim, 1970

Panorama-Einkaufzentrum, Rosenheim, 1970

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1970. Zu sehen ist das Panorama-Einkaufszentrum in Rosenheim kurz nach seiner feierlichen Eröffnung.

Am 27. August 1970 öffnete das Einkaufszentrum an der Kufsteiner Straße 124 erstmals seine Türen. Auf dem historischen Foto ist vor allem der großzügige Parkplatz vor dem Gebäude zu sehen. Auch die Autos verraten, aus welcher Zeit die Aufnahme stammt: Modelle und Marken, die heute längst Klassiker sind, prägten damals das Bild auf Rosenheims Straßen.
Das Konzept des Panorama-Einkaufszentrums war für die damalige Zeit neu. Ein großes SB-Warenhaus, weitere Geschäfte, Gastronomie und viele kostenlose Parkplätze sollten den Einkauf möglichst bequem machen. Der Standort am damaligen Stadtrand bot zudem einen freien Blick auf die Berge – daher der Name „Panorama“.

Der Name ist bis heute im Rosenheimer Sprachgebrauch erhalten geblieben. Die nahegelegene Kreuzung wird weiterhin als „Panorama-Kreuzung“ bezeichnet, obwohl das Einkaufszentrum selbst längst anders heißt.
Seit der Eröffnung hat sich an der Kufsteiner Straße einiges verändert. Auf das Panorama-Einkaufszentrum folgten unter anderem Interspar, Walmart und Real. Seit 2022 befindet sich dort Kaufland.
(Quelle:. Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin  Wunsam)

Rosenheimer Senioren besuchen Römerausstellung im Lokschuppen

Rosenheimer Senioren besuchen Römerausstellung im Lokschuppen

Rosenheim – 22 Rosenheimer Senioren konnten auf Einladung mehrerer Rosenheimer Stiftungen die aktuelle Römerausstellung im Lokschuppen kostenlos besuchen. Organisiert wurde der Ausflug vom Rosenheimer Seniorenbeirat.

Durch die Ausstellung führte Reinhard Mertel und gab den Teilnehmern anschauliche Einblicke in die Lebenswelt und Geschichte der Römer. Er erläuterte die Exponate und Hintergründe und nahm die Gruppe mit auf eine Reise in die Zeit des Römischen Reiches.
Für die Senioren gab es dabei viel zu entdecken. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Ausstellung und der Führung. Der gemeinsame Besuch bot ihnen die Gelegenheit, Kultur zu erleben und gleichzeitig mehr über die Geschichte der Römer zu erfahren.

Am Ende waren sich die Senioren einig: Auf einen nächsten Besuch im Lokschuppen freuen sie sich bereits.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

Rosenheim startet kommunale Wärmeplanung

Rosenheim startet kommunale Wärmeplanung

Rosenheim – Die Stadt Rosenheim und die Stadtwerke Rosenheim haben mit der kommunalen Wärmeplanung begonnen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung der Stadt langfristig sicher, klimafreundlich und bezahlbar gestaltet werden kann. Für Bürger entstehen daraus zunächst keine Verpflichtungen. Die Planung soll vielmehr Orientierung geben, etwa bei künftigen Entscheidungen über einen Heizungstausch oder energetische Sanierungen.

„Mit der kommunalen Wärmeplanung schaffen wir eine wichtige Grundlage für die Wärmeversorgung der Zukunft. Sie soll Versorgungssicherheit geben und gleichzeitig Perspektiven aufzeigen, welche Möglichkeiten für Rosenheim bestehen“, sagt Oberbürgermeister Abuzar Erdogan.

Wärmebedarf und Infrastruktur werden erfasst

Im ersten Schritt werden der aktuelle Wärmebedarf und die bestehende Infrastruktur erfasst. Anschließend wird untersucht, welche erneuerbaren Wärmequellen und Abwärmepotenziale in Rosenheim genutzt werden können.
Auf dieser Grundlage soll die Stadt in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt werden. Für diese werden geeignete Versorgungsoptionen entwickelt. Dabei werden unter anderem Wärmegestehungskosten, Versorgungssicherheit, Treibhausgasemissionen und das jeweilige Realisierungsrisiko berücksichtigt.

Die Stadtwerke Rosenheim bringen ihre fachliche Expertise sowie Daten zur bestehenden Wärmeversorgung in den Prozess ein.

Bürgerveranstaltung im Herbst geplant

Die Stadt will die Wärmeplanung transparent gestalten und die Öffentlichkeit frühzeitig informieren. Ein Akteurs-Kick-off mit Partnern aus Energieversorgung, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft hat bereits stattgefunden. Eine Bürgerveranstaltung ist für den Herbst geplant.
Der Wärmeplan für Rosenheim soll bis Ende Juni 2028 fertiggestellt werden. Die Ergebnisse der einzelnen Planungsschritte sollen über die Medien und auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden. Dort sollen Bürger auch die Möglichkeit erhalten, sich zu den Ergebnissen zu äußern.

Rechtliche Grundlage ist das seit 2024 geltende Wärmeplanungsgesetz in Verbindung mit den bayerischen Regelungen.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Bayerischer Schweinebestand geht weiter zurück

Bayerischer Schweinebestand geht weiter zurück

Fürth / Bayern – In Bayern werden weniger Schweine gehalten. Zum Stichtag 3. Mai 2026 wurden rund 2,4 Millionen Schweine gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig gibt es rund 170 schweinehaltende Betriebe weniger. Das geht aus den endgültigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik hervor.

Insgesamt wurden 2.400.800 Schweine in 3.100 Betrieben gehalten. Damit entfallen durchschnittlich 775 Schweine auf einen Betrieb – 31 mehr als im Vorjahr und 151 mehr als 2016. Der Trend zu größeren Betrieben setzt sich damit fort.

Mehr Ferkel und Jungschweine, weniger Mastschweine

Bei den einzelnen Tiergruppen gibt es unterschiedliche Entwicklungen. Der Ferkelbestand stieg um 1 Prozent auf 688.100 Tiere. Die Zahl der Jungschweine bis 50 Kilogramm Lebendgewicht nahm um 16,4 Prozent auf 470.800 Tiere zu.
Deutlich zurückgegangen ist dagegen der Bestand an Mastschweinen. Er sank um 8,7 Prozent auf 1.084.800 Tiere. Besonders stark war der Rückgang bei Mastschweinen mit einem Gewicht von 80 bis unter 110 Kilogramm. Deren Bestand ging um 10,2 Prozent zurück.
Der Bestand an Mastschweinen mit 110 Kilogramm oder mehr stieg dagegen um 2,1 Prozent auf 113.600 Tiere.

Auch bei den Zuchtsauen mit mindestens 50 Kilogramm Lebendgewicht gab es einen Rückgang. Ihr Bestand sank um 1,4 Prozent auf 155.800 Tiere. Bei den trächtigen Sauen betrug der Rückgang 2,2 Prozent, während die Zahl der nicht trächtigen Sauen um 1,1 Prozent zunahm. Besonders stark ging der Bestand an Jungsauen zurück.

Größere Betriebe prägen die Schweinehaltung

Von den rund 3.100 schweinehaltenden Betrieben hatten etwa 970 Betriebe zwischen 1.000 und 5.000 Tiere. In diesen Betrieben wurden insgesamt 1.458.300 Schweine gehalten. Das entspricht 60,7 Prozent des gesamten bayerischen Schweinebestands.
Den stärksten prozentualen Rückgang gab es bei den kleinsten Betrieben mit bis zu 99 Schweinen. Ihre Zahl sank um 14,7 Prozent. Bei den Betrieben mit 500 bis 999 Schweinen betrug der Rückgang 9,1 Prozent.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)