Innpuls-Tagebuch: Zwischen Komfort und Verantwortung im eigenen Garten

Innpuls-Tagebuch: Zwischen Komfort und Verantwortung im eigenen Garten

Rosenheim – Seit der Diskussion um ein mögliches Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim schaue ich mit etwas anderen Augen auf meinen eigenen Garten. Denn die Debatte wirft eine spannende Frage auf: Warum fällt es uns eigentlich so schwer, einen Garten einfach einmal wachsen zu lassen?

Ich verstehe sehr gut, warum Mähroboter so beliebt sind. Ein kleiner technischer Helfer, der selbstständig seine Runden dreht, den Rasen kurz hält und uns Arbeit abnimmt, klingt schließlich verlockend. Gerade in einer Zeit, in der Freizeit für viele Menschen ein kostbares Gut geworden ist, scheint es naheliegend, möglichst viele lästige Aufgaben an Maschinen abzugeben.

Mähroboter sind längst in vielen deutschen Gärten angekommen. Aktuelle Statistiken zeigen, dass immer mehr Haushalte auf automatische Helfer setzen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sie sparen Zeit, erleichtern die Gartenarbeit und passen perfekt zu unserem Wunsch nach Komfort und Effizienz.

Vielleicht spielt aber noch etwas anderes eine Rolle: unsere besondere Beziehung zu Ordnung und Struktur. Ein gepflegter Garten, ein exakt geschnittener Rasen und ein ordentlicher Vorgarten gelten in unserer Gartenkultur traditionell als Zeichen dafür, dass ein Haus gut gepflegt wird. Der Mähroboter passt hervorragend zu diesem Bild. Er sorgt zuverlässig dafür, dass der Rasen immer gleichmäßig kurz bleibt – ohne dass wir selbst viel Zeit investieren müssen.

Dazu kommt unsere Begeisterung für Technik. Deutschland ist ein Land der Tüftler und Ingenieure. Geräte, die sich automatisch steuern lassen, die per App funktionieren und uns Arbeit abnehmen, faszinieren viele Menschen. Es hat zweifellos etwas Beeindruckendes, wenn ein kleiner Roboter selbstständig seine Bahnen zieht und man ihm beinahe entspannt bei seiner Arbeit zuschauen kann.

Und trotzdem hat mich die Diskussion über den Mähroboter noch einmal über etwas anderes nachdenken lassen: Nicht jede Arbeit, die uns Technik abnehmen kann, müssen wir auch tatsächlich abgeben.

Was uns Technik abnimmt – und was wir vielleicht gewinnen, wenn wir darauf verzichten

Ich bin weit davon entfernt, Technik grundsätzlich kritisch zu sehen. Im Gegenteil: Viele technische Errungenschaften möchte ich im Alltag nicht mehr missen. Kaum jemand möchte heute noch seine Wäsche wie früher mühsam von Hand waschen und schrubben, bis die Finger wund sind. Aber manchmal lohnt es sich trotzdem, innezuhalten und sich zu fragen: Brauche ich diese Erleichterung wirklich?

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mir irgendwann unbedingt einen Wäschetrockner anschaffen wollte. Natürlich hat ein solches Gerät viele Vorteile. Gerade für Menschen mit wenig Platz oder einem vollen Familienalltag kann es eine große Hilfe sein. Es spart Zeit und erleichtert die Arbeit.
Am Ende habe ich mich trotzdem bewusst dagegen entschieden. Und ehrlich gesagt: Ich vermisse ihn nicht. Im Gegenteil. Heute genieße ich es manchmal sogar, nach langem Sitzen am Schreibtisch eine Pause einzulegen, die Wäsche auf die Terrasse zu bringen und sie draußen aufzuhängen. Dabei höre ich die Vögel zwitschern, bekomme ein bisschen Bewegung und habe einen Moment, in dem ich nicht auf einen Bildschirm schaue.

Vielleicht ist genau das der Punkt, der mich auch über den Mähroboter nachdenken lässt. Nicht jede eingesparte Minute ist automatisch ein Gewinn. Manchmal liegt der Wert einer Tätigkeit auch darin, dass sie uns mit unserer Umgebung verbindet.

Vor einigen Jahren haben wir uns deshalb entschieden, in unserem Garten etwas mehr Mut zur Wildnis zu haben. Gemäht wird inzwischen tatsächlich nur noch zweimal im Jahr. Dabei greifen wir inzwischen sogar wieder zu einer ganz alten Technik: der Sense. Das klingt vielleicht zunächst etwas romantisch, ist aber vor allem pragmatisch. Unser Gras ist inzwischen so hoch und vielfältig, dass ein klassischer Rasenmäher dafür gar nicht mehr geeignet wäre. Also haben wir wieder gelernt, mit der Sense umzugehen. Und ich muss sagen: Es hat etwas sehr Beruhigendes. Man arbeitet langsam, hört die Geräusche der Natur und greift gleichzeitig deutlich schonender in den Lebensraum ein als mit einem lauten Motorgerät. 

Ich gebe zu: Am Anfang war unser „wilder Garten“ für mich eine echte Umstellung. Denn für Menschen, die einen perfekt gepflegten Garten mit exakt geschnittenem Rasen verbinden, wirkt unser Garten heute vermutlich extrem ungepflegt.
Früher hat mich das ehrlich gesagt auch immer wieder einmal verunsichert. Wenn Besuch kam und jemand etwas irritiert auf das hohe Grün schaute, war mir das durchaus ein wenig unangenehm. Heute ist das anders.

Denn unser Mut wurde von der Natur belohnt. Der Garten hat sich nach und nach seinen eigenen Weg gesucht. Immer wieder entdecke ich neue Pflanzen, die plötzlich auftauchen. Thymian ist von alleine gewachsen, dazu viele andere Kräuter und Blumen, die inzwischen sogar in der Küche Verwendung finden.

Vor allem aber ist der Garten lebendig geworden. Kleine Wildbienen, verschiedene Schmetterlinge, eine Kreuzspinne und viele andere kleine Bewohner gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Und auch Igel kommen regelmäßig zu Besuch. Weniger ist halt manchmal tatsächlich mehr

Natürlich weiß ich: Nicht jeder Garten kann oder möchte so aussehen. Und natürlich hat ein Mähroboter für viele Menschen seine Berechtigung. Technik kann unser Leben leichter machen. Es geht deshalb nicht darum, technische Entwicklungen abzulehnen.
Vielleicht lohnt es sich aber, manchmal zu hinterfragen, was wir tatsächlich brauchen – und ob unsere Vorstellung von Ordnung immer auch die beste Lösung ist.

Denn gerade beim Garten zeigt sich ein spannender Widerspruch: Wir Menschen versuchen oft, die Natur möglichst genau nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Gleichzeitig wünschen wir uns mehr Lebensräume für Tiere und Pflanzen.
Vielleicht müssen wir deshalb unser Bild von einem schönen Garten ein Stück weit verändern. Ein Garten muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Manchmal entstehen die schönsten Dinge gerade dort, wo wir nicht ständig eingreifen.
Und auch der Verzicht auf häufiges Mähen ist letztlich eine ganz pragmatische Entscheidung. Ich spare mir Arbeit und Zeit. Diese gewonnene Zeit geht nicht verloren – ich nutze sie nur anders. Ich beobachte, was wächst, welche Tiere kommen und welche Überraschungen die Natur bereithält.

Wenn heute jemand beim Blick auf meinen Garten meint: „Einmal mähen wäre aber auch mal wieder nötig, oder?“, dann schmunzle ich nur noch. Denn inzwischen weiß ich: Ich habe nichts verloren, weil ich weniger mähe. Ich habe etwas gewonnen.

Vielleicht ist das die eigentliche Frage hinter der Diskussion um Mähroboter: Nicht, ob Technik gut oder schlecht ist. Sondern ob wir manchmal bewusst auf eine Erleichterung verzichten können, wenn wir dafür etwas anderes zurückbekommen.
Vielleicht ist der größte Komfort am Ende nicht der Roboter, der die Arbeit übernimmt. Vielleicht ist es der Garten, der weniger Arbeit macht, weil wir aufgehört haben, ihn ständig verändern zu wollen.

Liebe Grüße aus der Redaktion

Karin

Weiter kein Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim: Warum die Grünen diesmal dagegen stimmten

Weiter kein Nachtfahrverbot für Mähroboter in Rosenheim: Warum die Grünen diesmal dagegen stimmten

Rosenheim – Ausgerechnet Bündnis 90/Die Grünen stimmten diesmal gegen einen Antrag für ein Nachtfahrverbot von Mährobotern – obwohl sie selbst einen nahezu identischen Vorstoß im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem ÖDP-Stadtrat und der FDP-Stadträtin eingebracht hatten. Der Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz folgte mehrheitlich der Empfehlung der Stadtverwaltung und lehnte den Antrag der AfD-Stadtratsfraktion ab.

Rosenheim wird damit weiterhin kein Nachtfahrverbot für Mähroboter einführen. Der Antrag der AfD sah vor, den Betrieb von autark arbeitenden Rasenmähern im gesamten Stadtgebiet von der Dämmerung bis zum Morgengrauen zu untersagen. Verstöße sollten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Außerdem sollte die Stadt eine Informationskampagne starten, um Gartenbesitzer über die Gefahren nächtlicher Mähvorgänge für Igel und andere Wildtiere aufzuklären.
Zur Begründung verwies die AfD darauf, dass der Einsatz von Mährobotern in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe und insbesondere Igel durch die Geräte verletzt oder getötet werden könnten. Bei Gefahr flüchten die Stacheltiere nicht, sondern rollen sich zusammen. Dadurch können sie den rotierenden Messern der Geräte nicht ausweichen.

Neben der AfD stimmte auch die Fraktion Freie Wähler/UP gegen den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Die übrigen Ausschussmitglieder folgten der Empfehlung, auf eine Allgemeinverfügung zu verzichten.

Bereits 2025 Thema im Ausschuss

Die Forderung nach einem Nachtfahrverbot war in Rosenheim allerdings nicht neu. Bereits im Frühjahr 2025 hatten Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem ÖDP-Stadtrat und der FDP-Stadträtin einen nahezu inhaltsgleichen Antrag eingebracht. Auch damals ging es darum, zu prüfen, ob eine Allgemeinverfügung nach dem Vorbild anderer Kommunen zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren möglich ist.

Weiterer interessanter Lesestoff passend zum Thema: 

Die Stadtverwaltung hatte sich bereits damals gegen ein solches Verbot ausgesprochen. Als Gründe wurden unter anderem genannt, dass eine Kontrolle auf privaten Grundstücken praktisch nicht möglich sei und dafür auch das notwendige Personal fehle. Außerdem seien Betreiber von Mährobotern bereits heute verpflichtet, den Artenschutz zu beachten. Statt eines Verbots setzte die Stadt deshalb auf Information und Aufklärung. Der Ausschuss beschloss, die Bürger über Igelschutz, eine tierfreundliche Gartengestaltung und den verantwortungsvollen Einsatz von Mährobotern zu informieren. Nach Angaben der Verwaltung wurde diese Kampagne anschließend umgesetzt.

Auf die Frage der Kontrollierbarkeit verwiesen auch die Grünen in der aktuellen Debatte. Grünen-Stadtrat Peter Weigel sagte: „Eine Überwachung ist meiner Meinung nach nicht durchführbar.“ Deshalb sprach er sich dafür aus, es bei dem bereits gefundenen Kompromiss zu belassen.
Auch Zweiter Bürgermeister Daniel Artmann hält ein Nachtfahrverbot nicht für zielführend. Vielmehr müsse man die Bürger für das Thema Igelschutz sensibilisieren und an deren Eigenverantwortung appellieren.
Unterstützung für den Kurs der Verwaltung kam auch aus der CSU. Stadträtin Maria Bichler verwies darauf, dass sich die Technik bei Mährobotern weiterentwickelt habe. Ihrer Meinung nach gebe es inzwischen Geräte, die Igel und andere Tiere erkennen und umfahren könnten. Zudem seien die Roboter für viele Gartenbesitzer eine Zeitersparnis. „Man muss Privates bei den Leuten lassen“, gab sie zu bedenken.

Anders bewertete Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP die Situation. Sie sieht weiterhin eine erhebliche Gefahr für Igel und andere Tiere durch Mähroboter. Dabei gehe es nicht nur um die Nachtstunden. „Nicht nur in der Nacht. Auch am Tag werden Tiere durch Mähroboter getötet“, sagte sie.

Bundesweite Entwicklung hat sich seit 2025 verändert

Die Stadtverwaltung verwies in der aktuellen Sitzung erneut auf ihre bereits im Jahr 2025 vertretene Einschätzung. Damals hatte sie unter anderem ausgeführt, dass eine Allgemeinverfügung aus Sicht der Verwaltung im Vollzug nicht umsetzbar sei. Ein wirksamer Igelschutz lasse sich besser durch den Erhalt geeigneter Lebensräume sowie durch Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung erreichen.

Während die Stadt Rosenheim also weiterhin auf Aufklärung statt Verbot setzt, hat sich die Situation in anderen Kommunen inzwischen weiterentwickelt. Seit der ersten Debatte im Rosenheimer Ausschuss haben zahlreiche Städte und Landkreise Nachtfahrverbote oder zeitliche Einschränkungen für Mähroboter eingeführt. Dazu zählen unter anderem Köln, Mainz, Stuttgart, Oberhausen und Ulm. Auch der Deutsche Städtetag spricht sich mittlerweile für ein bundesweites Nachtfahrverbot zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren aus.
Rosenheim hält dennoch an seiner bisherigen Linie fest: Statt einer Allgemeinverfügung setzt die Stadt weiterhin auf Information, Aufklärung und die Eigenverantwortung der Gartenbesitzer.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Freier Eintritt mit Einser: Prienavera belohnt gute Zeugnisse

Freier Eintritt mit Einser: Prienavera belohnt gute Zeugnisse

Prien / Landkreis Rosenheim – Gute Noten zahlen sich aus: Das Prienavera Erlebnisbad in Prien am Chiemsee lädt auch in diesem Jahr Schüler mit mindestens einer Eins im Zeugnis zu einem kostenlosen Badbesuch ein.

Wer zwischen sechs und 17 Jahren alt ist und in seinem Jahreszeugnis mindestens einmal die Note 1 vorweisen kann, erhält am Montag, 3. August, freien Eintritt in das Prienavera Erlebnisbad.
Als Nachweis muss das aktuelle Zeugnis an der Kasse vorgelegt werden. Mit der Aktion möchte das Prienavera-Team die Leistungen der Schüler würdigen und ihnen einen gelungenen Start in die Sommerferien ermöglichen.
Weitere Informationen zur Zeugnisaktion gibt es auf der Internetseite des Prienavera. 
(Quelle: Pressemitteilung Prienavera / Beitragsbild: Copyright Chiemsee-Marina-GmbH, Wingmen Media)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Freitag, 17. Juli – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Samen lange inaktiv bleiben können?
Erst bei passenden Bedingungen beginnen sie zu wachsen.
Geduld ist Teil der Natur.

Vielleicht gibst Du heute Dingen die Zeit, die sie brauchen.

Wir wünschen Dir einen ruhigen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Kaufhaus Karstadt, Rosenheim, 1974

Kaufhaus Karstadt, Rosenheim, 1974

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1974. Auf der historischen Aufnahme sehen wir das Kaufhaus Karstadt in Rosenheim.

Das Bild zeigt eine Szene, die heute fast wie eine Reise in eine andere Zeit wirkt: Kunden fahren auf der offenen Rolltreppe durch das Kaufhaus, viele tragen die typische Mode der 1970er-Jahre. Gleichzeitig zeigt die Aufnahme, welche Bedeutung das Kaufhaus damals für Rosenheim und die gesamte Region hatte.

Die Rolltreppe war nicht nur ein praktisches Verkehrsmittel zwischen den Etagen. Sie stand für Modernität und Einkaufserlebnis. Im Hintergrund ist ein Schild mit der Aufschrift „Lebensmittel und Brotzeitecke“ zu erkennen. Denn große Warenhäuser boten damals weit mehr als Kleidung, Haushaltswaren oder Elektronik. Sie waren Einkaufsort, Treffpunkt und für viele Menschen ein Stück Großstadtgefühl.

Ein modernes Einkaufsparadies entsteht

Das Gebäude auf dem Foto war 1974 noch relativ neu. Erst am 16. April 1970 wurde das damalige Karstadt-Kaufhaus an der Ecke Münchener Straße/Gillitzerstraße eröffnet.
Dem Neubau waren umfangreiche Abrissarbeiten im historischen Gillitzerblock vorausgegangen. Mit dem neuen Kaufhaus entstand mitten in Rosenheim ein modernes Einkaufszentrum, das Kunden aus der gesamten Region anzog. Entworfen wurde das Gebäude vom Münchner Architekten Paolo Nestler. Die markante Waschbetonfassade entsprach dem Zeitgeschmack der 1970er-Jahre. Im Inneren setzte man auf Großzügigkeit, offene Verkaufsflächen und technische Neuerungen – darunter die weithin sichtbaren Rolltreppen.

Rolltreppen waren einst eine Attraktion

Was heute selbstverständlich erscheint, war damals noch etwas Besonderes. Eine Rolltreppe in einem Kaufhaus war in den 1960er- und 1970er-Jahren ein Symbol für Fortschritt und modernen Konsum.
Die erste Rolltreppe Rosenheims befand sich allerdings nicht bei Karstadt. Diese Premiere hatte bereits 1960 das Kaufhaus Juhasz der Gebrüder Albin und Vilmos Juhasz im damals neu errichteten ersten Hochhaus der Stadt an der Brixstraße.
Als Juhasz sein Geschäft auf den ersten Stock erweiterte, wurde die Rolltreppe schnell zur Attraktion. Viele Menschen kamen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um einmal mit der damals ungewöhnlichen Technik zu fahren.

Karstadt griff dieses Erlebnis später in deutlich größerem Maßstab auf. Beim Neubau von 1970 wurden die Rolltreppen zum prägenden Element des Hauses und vermittelten den Besuchern ein Gefühl von Modernität und Großstadt.

Karstadt als Besuchermagnet der Region

In den 1970er-Jahren befanden sich große Warenhäuser auf ihrem Höhepunkt. Karstadt bot ein Vollsortiment unter einem Dach: Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug, Unterhaltungselektronik und auch Lebensmittel gehörten zum Angebot.
Gerade die Lebensmittelabteilungen mit Frischetheken und kleinen Imbissbereichen waren damals typisch für große Warenhäuser. Die auf dem Foto erkennbare „Brotzeitecke“ zeigt diesen Wandel: Einkaufen wurde nicht nur als Erledigung verstanden, sondern als Erlebnis.
Viele Menschen aus dem Landkreis kamen damals gezielt nach Rosenheim, um bei Karstadt einzukaufen. Das Kaufhaus wurde zu einem festen Bestandteil des Stadtlebens.

Vom Karstadt zum Galeria-Gebäude

Das Gebäude, das auf dem Foto von 1974 zu sehen ist, blieb allerdings nicht unverändert. Ende der 1990er-Jahre wurde das Kaufhaus umfassend umgebaut und erweitert.
Am 9. Juli 1997 eröffnete das neue „Erlebniskaufhaus“ mit einer deutlich veränderten Architektur und der heute bekannten Glasfassade. Das Erscheinungsbild aus den 1970er-Jahren verschwand damit weitgehend.
Auch der Name Karstadt gehört inzwischen zur Geschichte des Hauses. Im Oktober 2024 wurde der bekannte Schriftzug abmontiert. Heute trägt das Gebäude den Namen Galeria.

Die historische Aufnahme aus dem Jahr 1974 erinnert damit an eine Zeit, in der ein Besuch im Kaufhaus noch ein besonderes Erlebnis war. Die Rolltreppe, die Kunden in die nächste Etage brachte, stand damals für Aufbruch, Fortschritt und eine neue Art des Einkaufens – und wurde selbst zu einem Teil der Rosenheimer Stadtgeschichte.

(Quelle: Beitragsbild: Herbert Borrmann – Foto Hafner / Artikel: Karin Wunsam)

Straßennamen in Rosenheim: Albrecht-Dürer-Straße

Straßennamen in Rosenheim: Albrecht-Dürer-Straße

Rosenheim – Albrecht Dürer war ein Künstler, der bereits vor 500 Jahren eine eigene „Marke“ hatte: Sein berühmtes AD-Monogramm machte seine Werke unverwechselbar. Heute erinnert auch in Rosenheim eine Straße an den Nürnberger Maler und Grafiker. Die Albrecht-Dürer-Straße im Happinger Malerviertel erzählt dabei nicht nur von Kunstgeschichte, sondern auch von der Entwicklung eines Rosenheimer Stadtteils.

In unserer Serie „Straßennamen in Rosenheim“ geht es jeden Donnerstag um die Namen hinter den Straßenschildern. Viele davon nimmt man im Alltag kaum bewusst wahr – doch sie erzählen Geschichten über Menschen, Orte und die Entwicklung der Stadt. Die Albrecht-Dürer-Straße ist eine von insgesamt 23 Straßen im Rosenheimer Stadtgebiet, die nach Künstlern benannt wurden. Die Spur führt diesmal in das Happinger Malerviertel – und zu einem Mann, der seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus war.

Ein Künstler, der seinen Namen zur Marke machte

Als Albrecht Dürer im Jahr 1471 in Nürnberg geboren wurde, war Kunst vor allem eines: Handwerk. Maler arbeiteten meist im Auftrag von Kirchen, Fürsten oder wohlhabenden Bürgern. Dürer veränderte dieses Bild grundlegend.
Er verstand sich nicht nur als ausführender Handwerker, sondern als schöpferischer Künstler, der Wissen, Wissenschaft und Gestaltung miteinander verband. Er beschäftigte sich mit Mathematik, Geometrie und der Frage, wie sich Schönheit und Proportionen berechnen lassen.

Vor allem aber wusste Dürer, wie wichtig ein eigener Wiedererkennungswert war. Er signierte seine Arbeiten konsequent mit seinem berühmten AD-Monogramm. Damit schuf er eines der frühesten Beispiele für eine Künstler-Marke: Wer dieses Zeichen sah, wusste, von wem das Werk stammte.

Vom Nürnberger Atelier in die ganze Welt

Dürer war Maler, Zeichner und Grafiker – doch seine größte Reichweite erzielte er nicht nur mit Gemälden, sondern mit seinen Druckgrafiken. Durch Holzschnitte und Kupferstiche konnten seine Arbeiten vervielfältigt und weit verbreitet werden. Bilder wie der „Feldhase“, die „Betenden Hände“ oder die Holzschnittfolge „Die Apokalypse“ machten ihn in ganz Europa bekannt.

Damit gelang Dürer etwas Außergewöhnliches: Seine Kunst war nicht mehr nur wenigen Menschen in Fürstenhöfen oder Kirchen zugänglich. Seine Werke konnten von vielen gesehen und gekauft werden. Schon zu Lebzeiten war sein Name weit über seine Heimatstadt Nürnberg hinaus bekannt.

Warum Dürer auf so vielen Straßenschildern steht

Wer durch deutsche Städte fährt, begegnet dem Namen Albrecht Dürer immer wieder. Neben der ausführlichen Form „Albrecht-Dürer-Straße“ gibt es auch zahlreiche „Dürerstraßen“.
Dass gerade dieser Künstler so häufig zum Namensgeber wurde, hat mehrere Gründe. Bereits im 19. Jahrhundert wurde Dürer zu einer wichtigen Figur der deutschen Kunstgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten viele Städte bei der Benennung neuer Wohngebiete nach Persönlichkeiten, die für Kultur und Bildung standen.
Dürer passte besonders gut in diese Zeit: Sein Name war bekannt, seine Bedeutung unbestritten und seine Biografie frei von politischen Belastungen. Für neue Stadtviertel war er damit ein idealer Namensgeber. Auch in Rosenheim wurde dieses Prinzip aufgegriffen.

Das Malerviertel in Happing entsteht

Die Albrecht-Dürer-Straße liegt im westlichen Stadtgebiet von Rosenheim im Stadtteil Happing. Sie ist Teil eines Viertels, in dem mehrere Straßen nach Künstlern benannt wurden.
Solche Themenviertel waren vor allem im 20. Jahrhundert beliebt. Statt Straßennamen ohne Zusammenhang zu vergeben, erhielten neue Wohngebiete eine gemeinsame Linie. Das erleichterte die Orientierung und gab den Quartieren eine eigene Identität.

Die Entstehung des Happinger Malerviertels hängt eng mit dem Wachstum Rosenheims nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen. Über Jahrhunderte war Happing ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf südlich der Stadt.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Zuzug vieler Menschen stieg der Bedarf an Wohnraum deutlich. Da innerhalb der Stadt kaum noch ausreichend Flächen vorhanden waren, rückten die Wiesen und Felder rund um Happing in den Fokus der Stadtplanung.
In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden dort neue Wohngebiete. Die Albrecht-Dürer-Straße wurde Teil dieser Entwicklung. Die Eingemeindung Happings am 1. Juli 1967 verband den früher eigenständigen Ort schließlich dauerhaft mit Rosenheim.

23 Künstlernamen im Rosenheimer Stadtgebiet

Die Albrecht-Dürer-Straße ist dabei nur eine von vielen Verbindungen zwischen Rosenheim und der Kunstgeschichte. Insgesamt 23 Straßen im Stadtgebiet tragen die Namen von Künstlern.
Dazu gehören unter anderem die nach der Malerin Maria Caspar-Filser (1878–1968) benannte Straße oder die nach Friedrich Wilhelm Doppelmayr (1776–1845) benannte Straße.

Besonders im Happinger Malerviertel zeigt sich, dass Straßennamen mehr sind als reine Orientierungshilfen. Sie können ein Viertel prägen und gleichzeitig Wissen über Menschen vermitteln, deren Leben viele Jahrhunderte zurückliegt.

Ein Straßenschild verbindet zwei Zeiten

Wer heute durch die Albrecht-Dürer-Straße fährt, sieht zunächst eine ganz normale Wohnstraße. Doch hinter dem Namen liegen zwei Geschichten: die des Künstlers Albrecht Dürer, der vor mehr als 500 Jahren die Kunstwelt veränderte, und die Geschichte eines Rosenheimer Stadtteils, der in einer Zeit großer Veränderungen neu entstand.
So erinnert die Albrecht-Dürer-Straße nicht nur an einen berühmten Maler der Renaissance. Sie erzählt auch davon, wie aus ehemaligen Dorfrändern neue Wohnviertel wurden – und wie ein einzelnes Straßenschild eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schaffen kann.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: ai generiert)

Flucht vor Kuhherde: Wanderer bei Sturz verletzt

Flucht vor Kuhherde: Wanderer bei Sturz verletzt

Kreuth / Landkreis Miesbach – Ein 63-jähriger Wanderer ist am Mittwoch (15.7.2026) bei der Flucht vor einer Kuhherde im Gemeindebereich Kreuth (Landkreis Miesbach) leicht verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Mann gemeinsam mit seiner Frau auf einer Bergtour unterwegs, als die Tiere den beiden aus bislang ungeklärter Ursache hinterherliefen.

Der Mann aus Mittelfranken war gegen 13.30 Uhr mit seiner Frau unterwegs, als es nach Angaben der Polizei zu der Begegnung mit der Kuhherde kam.
Auf der Flucht vor den Tieren stürzte der 63-Jährige und zog sich leichte Verletzungen zu. Seine Frau setzte einen Notruf ab. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kreuth versorgten den Verletzten vor Ort und begleiteten ihn anschließend ins Tal.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Bad Wiessee / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Änderung bei der Müllabfuhr wegen Bahnbaustelle

Änderung bei der Müllabfuhr wegen Bahnbaustelle

Rosenheim – Wegen Bauarbeiten der Deutschen Bahn an mehreren Bahnübergängen kann es in Teilen Rosenheims zu Verzögerungen bei der Abholung der Restmülltonnen kommen. Darauf weist die Stadt Rosenheim hin.

Betroffen sind die Bereiche der Bahnübergänge:

  • Waldfriedstraße
  • Prinzregentenstraße
  • Fasanenweg

Nach Angaben der Stadt gelten für alle drei Bereiche dieselben Zeiträume:

  • 29. Juli (Mittwoch) bis 2. August (Sonntag)
  • 8. August (Samstag) bis 10. August (Montag)
  • 10. August (Montag) bis 21. August (Freitag)

Die Stadtreinigung bittet Anwohner, ihre Restmülltonnen trotz möglicher Verzögerungen bis zur Leerung an der Straße stehen zu lassen. Die Abholung erfolgt nach Angaben der Stadt, sobald die Zufahrt für die Müllfahrzeuge wieder möglich ist.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Lieblingsbuch gesucht: Bücherei Prien startet kreative Mitmachaktion

Lieblingsbuch gesucht: Bücherei Prien startet kreative Mitmachaktion

Prien / Landkreis Rosenheim – Die Bücherei Prien sucht die Lieblingsbücher ihrer Leser. Bei der Mitmachaktion „Mein Lieblingsbuch & Ich“ sind große und kleine Buchfans eingeladen, ihr Lieblingsbuch mit einem kreativen Foto und einer kurzen Empfehlung vorzustellen.

Ob Roman, Kinderbuch oder Sachbuch – bei der Aktion „Mein Lieblingsbuch & Ich“ können Leser ihr persönliches Lieblingsbuch aus dem Bestand der Bücherei Prien präsentieren. Gesucht werden kreative Fotos, auf denen das Buch gut erkennbar ist. Ergänzt werden soll das Bild durch eine kurze Beschreibung in zwei bis drei Sätzen, warum der Titel besonders begeistert, ohne dabei zu viel von der Handlung zu verraten.

Einsendeschluss ist der 15. September

Beiträge können bis einschließlich 15. September per E-Mail (buecherei@tourismus.prien.de) oder persönlich während der Öffnungszeiten in der Bücherei abgegeben werden. Benötigt werden neben Foto und Kurzbeschreibung auch Name, Alter, Anschrift und Telefonnummer der Teilnehmer.

Voraussetzung ist, dass sich das vorgestellte Buch zum Zeitpunkt der Einsendung im Bestand der Bücherei Prien befindet. Wo das Foto aufgenommen wird, ob zu Hause, im Urlaub oder am persönlichen Lieblingsplatz, bleibt den Teilnehmern selbst überlassen.

Ausstellung und Verlosung

Alle eingereichten Beiträge werden ab dem 30. September in der Bücherei Prien ausgestellt. Besucher können sich dort von den Buchempfehlungen inspirieren lassen und neue Lesetipps entdecken.
Unter allen Einsendungen werden außerdem Preise verlost.
Mit der Teilnahme erklären sich die Einsender damit einverstanden, dass Foto und Kurztext mit Namen und Alter in der Bücherei, auf der Internetseite, dem Instagram-Kanal sowie in der Presse veröffentlicht werden dürfen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren muss die Einsendung durch eine erziehungsberechtigte Person erfolgen.

Nach Abschluss der Aktion wird zudem eine Übersicht aller vorgestellten Lieblingsbücher in der Bücherei ausgelegt und auf der Website veröffentlicht.
(Quelle: Pressemitteilung Markt Prien am Chiemsee / Beitragsbild: Copyright Markt Prien a. Chiemsee)

RoMed Klinikum Rosenheim eröffnet Spezialambulanz für Hirn- und Nerventumoren

RoMed Klinikum Rosenheim eröffnet Spezialambulanz für Hirn- und Nerventumoren

Rosenheim – Für Patienten mit Hirn- oder Nerventumoren gibt es in der Region Rosenheim ein neues medizinisches Angebot. Das RoMed Klinikum Rosenheim bietet ab sofort die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV) für Tumoren des Gehirns und der peripheren Nerven an. Damit steht erstmals eine wohnortnahe, hochspezialisierte neuroonkologische Versorgung zur Verfügung.

Die Diagnose eines Hirn- oder Nerventumors stellt Betroffene und ihre Angehörigen häufig vor große Herausforderungen. Neben der eigentlichen Behandlung sind oftmals zahlreiche Termine an verschiedenen Einrichtungen sowie Fahrten zu spezialisierten Zentren notwendig.
Mit der neuen Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) bündelt das RoMed Klinikum Rosenheim künftig Diagnostik, Therapie und Nachsorge an einem Standort. Nach Angaben des Klinikums handelt es sich um die erste ambulante neuroonkologische Spezialversorgung dieser Art in der Region.

„Ein Hirn- oder Nerventumor duldet keinen Aufschub. Entscheidend ist, dass Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung schnell, abgestimmt und aus einer Hand erfolgen. Genau das ermöglicht unsere neue Spezialambulanz – wohnortnah und interdisziplinär.“ so Dr. Georgios Ntoulias, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Leiter der neuen ASV.

Behandlung von Diagnostik bis Nachsorge

Die Spezialambulanz richtet sich an Erwachsene mit gut- und bösartigen Tumoren des Gehirns, der Hirnhäute sowie der Hirn- und peripheren Nerven. Behandelt werden unter anderem Gliome, Meningeome, Hypophysenadenome, Tumoren der Hirnnerven sowie seltene neuroonkologische Erkrankungen.
Ein festes Behandlungsteam koordiniert sämtliche Schritte, von der ersten Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Dabei werden operative Eingriffe, Strahlentherapie und medikamentöse Tumorbehandlungen eng aufeinander abgestimmt. Hausärzte und niedergelassene Fachärzte bleiben während des gesamten Behandlungsverlaufs eingebunden.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die neue ASV baut auf der bestehenden neuroonkologischen Expertise des RoMed Klinikums auf. Die Klinik für Neurochirurgie ist Teil des DKG-zertifizierten Onkologischen Zentrums und bildet gemeinsam mit den Kliniken für Neurologie und Neuroradiologie das Neurozentrum des Klinikums.

Zum Behandlungsteam gehören Fachärzte aus den Bereichen Neurochirurgie, Neurologie, Strahlentherapie sowie Innere Medizin mit Hämatologie und Onkologie. Je nach Krankheitsbild werden weitere Fachrichtungen, beispielsweise die Endokrinologie, hinzugezogen. Alle Fälle werden in einer interdisziplinären neuroonkologischen Tumorkonferenz besprochen, auf deren Grundlage ein individueller Behandlungsplan erstellt wird.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums, PD Dr. Andreas Bauer, sieht darin einen wichtigen Schritt für die regionale Versorgung. „Mit der neuen ASV stärken wir die spezialisierte Krebsversorgung in der Region entscheidend. Als eine von nur acht Ambulanzen dieser Art in Bayern können wir hochkomplexe Medizin wohnortnah anbieten und Patienten lange Wege in überregionale Kliniken ersparen.“

Einweisung über Haus- und Fachärzte möglich

Patienten können über ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt sowie über niedergelassene Fachärzte in die Spezialambulanz überwiesen werden.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„La dolce vita bavarese“: Hilfsorganisationen feiern Sommerfest in Ruhpolding

„La dolce vita bavarese“: Hilfsorganisationen feiern Sommerfest in Ruhpolding

Ruhpolding / Landkreis Traunstein – Nach den kräftezehrenden Wochen des Waldbrandeinsatzes am Saurüsselkopf stand in Ruhpolding wieder das Miteinander im Mittelpunkt. Beim Sommerfest der Hilfsorganisationen feierten Einsatzkräfte, Familien und Gäste gemeinsam – mit Musik, Kulinarik und einem abwechslungsreichen Programm.

Das Sommerfest der Hilfsorganisationen bot den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Ruhpolding sowie den beteiligten Hilfsorganisationen die Gelegenheit, nach dem langwierigen Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf gemeinsam durchzuatmen. Trotz der ausgelassenen Stimmung blieb der Großeinsatz an vielen Tischen Gesprächsthema.

Buntes Programm für die ganze Familie

Kinder und Familien kamen bei dem Fest auf ihre Kosten. Gemeinsam mit DLRG, Jugendrotkreuz und Jugendfeuerwehr wurden unter anderem Kinderschminken, Wasserspiele, eine Hüpfburg, Rundfahrten im Feuerwehrauto, Glücksrad, Popcorn und weitere Mitmachaktionen angeboten.
Im Feuerwehrhaus erinnerte eine Ausstellung mit Bildern und Videos an den Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf. Ergänzt wurde sie durch mehrere „Danke“-Banner für alle beteiligten Einsatzkräfte und Unterstützer.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Danzlmusi „Rauschberg 4 Klang“, die Rauschberger Musikkapelle sowie am Abend die Band „Bast scho“.

Bürgermeister würdigt Einsatzkräfte

In seiner Ansprache würdigte Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer den Einsatz aller beteiligten Hilfsorganisationen während des Waldbrandes. „Der mehrwöchige Einsatz hat den Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern sowie allen beteiligten Hilfsorganisationen außerordentlich viel abverlangt“, betonte er. Gleichzeitig hob er die beispielhafte Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen hervor und sprach allen Einsatzkräften den ausdrücklichen Dank sowie die Anerkennung der Gemeinde Ruhpolding aus.

Zudem überreichte Sandra Pfnür Spendenschecks in Höhe von jeweils 225 Euro an die Bergwacht und die Freiwillige Feuerwehr Ruhpolding. Die Spenden stammten aus Einzelspenden sowie einer Versteigerung handgestrickter Kuscheltiere.
(Quelle: Pressemitteilung Traunstein, Hubert Hobmaier / Beitragsbild: Copyright Hubert Hobmaier)

Auszeichnung für naturnahe Gärten: Bereits über 7.800 „Vogelfreundliche Gärten“ in Bayern ausgezeichnet

Auszeichnung für naturnahe Gärten: Bereits über 7.800 „Vogelfreundliche Gärten“ in Bayern ausgezeichnet

Bayern / Rosenheim – Immer mehr Gartenbesitzer in Bayern setzen auf Artenvielfalt statt Schotterflächen. Bereits mehr als 7.800 private Gärten wurden als „Vogelfreundlicher Garten“ ausgezeichnet. Das Projekt von LBV und Bayerischem Landesamt für Umwelt läuft auch in diesem Sommer weiter.

Naturnahe Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Deshalb zeichnen der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und das Bayerische Artenschutzzentrum im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) private Gärten aus, die Vögeln, Insekten und anderen Wildtieren einen geeigneten Lebensraum bieten.

Nach Angaben der Projektpartner tragen inzwischen bayernweit mehr als 7.800 Gärten die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“. Auch in diesem Sommer sind ehrenamtliche Gartenjurys unterwegs, um weitere naturnahe Gärten zu bewerten.

Naturgärten bieten Lebensraum für viele Tierarten

Dass von naturnahen Gärten nicht nur Vögel profitieren, zeigt das Beispiel von Maria Bierlein aus Haßfurt. Ihr Garten wurde bereits ausgezeichnet.
„Jede unverhoffte Tierbegegnung schafft Freude. Je überraschender und vielfältiger, desto besser“, erklärt die Naturgärtnerin ihre Leidenschaft. „Die schönste Begegnung hatte ich beim Säubern eines Nistkastens. Ein Siebenschläfer hatte sich dort für seinen Winterschlaf eingerichtet.“
Auch die ehrenamtliche Gartenbewerterin Sandra Wöhning erinnert sich an den Besuch, „Wir konnten sofort in die wilde Schönheit eintauchen und überall gab es neue tolle Ecken zu entdecken.“

Ausgezeichneter Garten auch im Landkreis Traunstein

Ein weiteres Beispiel findet sich in Obing im Landkreis Traunstein. Dort wurde der Garten der Familie Hellmeier ausgezeichnet. Hecken, Bäume, Wildblumen und ein sogenanntes Sandarium bieten zahlreichen Tierarten Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten. „Besonders das Sandarium mit Ameisenlöwen ist mir aus dem Garten im Gedächtnis geblieben. Das ist für einen Privatgarten wirklich außergewöhnlich.“ so Jurymitglied Manuela Müllerist.

Auch Gartenbesitzerin Charlotte Hellmeier sieht Vorteile für Mensch und Natur: „Gärten, die Wildtieren Nahrung, Schutz, Brutplätze und Strukturen fürs Überleben bieten, fördern auch die eigene seelische und körperliche Gesundheit.“

Tipps für einen vogelfreundlichen Garten

Gerade in den Sommermonaten mit hohen Temperaturen profitieren Tiere von naturnah gestalteten Gärten. Teiche, Wildblumenwiesen, heimische Sträucher und schattenspendende Bäume schaffen kühlere Bereiche und bieten Nahrung sowie Rückzugsorte.
Zusätzlich empfehlen die Projektpartner flache Vogeltränken mit regelmäßig gewechseltem Wasser. Davon profitieren neben Vögeln auch viele Insekten und andere Wildtiere.

Ehrenamtliche bewerten Bayerns Gärten

Die Bewertungen der Gärten übernehmen ehrenamtliche Mitglieder der LBV-Gartenjury. Nach Angaben des Verbandes engagieren sich inzwischen mehr als 700 Jurymitglieder in ganz Bayern. Allein in der laufenden Saison wurden bereits über 700 weitere Gärten ausgezeichnet. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es in einigen Landkreisen bereits Wartelisten.

Für Gartenjurymitglied Julia Bichler ist das Engagement mehr als ein Ehrenamt. „Es ist eine großartige Möglichkeit, immer wieder Neues zu lernen, Inspiration zu erhalten und weiterzugeben – auch für den eigenen Garten.“

Anmeldungen für die Bewertung des eigenen, privaten Gartens sind weiterhin möglich unter www.vogelfreundlichergarten.de. Dort gibt es auch zahlreiche Tipps zur Gestaltung eines naturnahen Gartens.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)