Zwei Angriffe auf Polizeibeamte in Rosenheim

Zwei Angriffe auf Polizeibeamte in Rosenheim

Rosenheim – Gleich in zwei Fällen sind Polizeibeamte am Wochenende in Rosenheim bei Einsätzen angegriffen worden. Ein 27-Jähriger trat nach einem Platzverweis gegen einen Beamten, ein 17-Jähriger schlug bei einer Personenkontrolle um sich und beleidigte die Einsatzkräfte. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

In der Nacht auf Sonntag (12.7.2026) war die Polizei gegen 0.30 Uhr zu einem Lokal in der Adlzreiterstraße gerufen worden. Ein 27-jähriger Rosenheimer hatte dort wiederholt andere Gäste belästigt. Die Beamten sprachen dem deutlich alkoholisierten Mann einen Platzverweis aus, den er jedoch ignorierte.
Als der 27-Jährige schließlich in Gewahrsam genommen werden sollte, trat er, nach den Angabender Polizei, nach einem 31-jährigen Polizeibeamten. Der Beamte konnte den Tritten ausweichen und blieb unverletzt. Der Mann wurde anschließend zur Polizeiinspektion Rosenheim gebracht. Einen Atemalkoholtest verweigerte er, weshalb eine Blutentnahme angeordnet wurde.

17-Jähriger schlägt um sich und beleidigt Beamte

Bereits am Samstagabend (11.7.2026) gegen 22.45 Uhr war die Polizei zu einem Lokal in der Ruedorfferstraße gerufen worden. Ein 17-Jähriger aus dem Raum Rosenheim hatte dort versucht, mit dem Ausweis einer anderen, volljährigen Person Zutritt zu erhalten. Der Türsteher bemerkte laut Polizei den Täuschungsversuch und verständigte die Einsatzkräfte.
Da der Jugendliche seine Personalien zunächst nicht angeben wollte und sich aggressiv verhielt, sollte er zur Dienststelle gebracht werden. Nach Angaben der Polizei ging er dabei verbal und körperlich auf die Beamten los. Beim Anlegen der Handschellen schlug er unkontrolliert um sich und beleidigte die Einsatzkräfte unter anderem als „Trottel“ und „Zipfelklatscher“. Teile des Einsatzes wurden mit der Bodycam der Beamten dokumentiert.
Ein späterer Atemalkoholtest ergab bei dem 17-Jährigen mehr als 1,50 Promille. Nachdem seine Identität festgestellt worden war, wurde er seiner Mutter übergeben.

Gegen beide Beschuldigten wurden Ermittlungsverfahren wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Tödlicher Gleitschirm-Absturz bei Garmisch-Partenkirchen

Tödlicher Gleitschirm-Absturz bei Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen – Ein 56 Jahre alter Gleitschirmflieger ist am Samstag (11.7.2026) nahe des Landeplatzes am Fuße des Kreuzecks (Garmisch-Partenkirchen) abgestürzt. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen kam für den Mann jede Hilfe zu spät. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und bittet um Zeugenhinweise.

Nach Angaben der Polizei ging die Meldung über den Absturz kurz vor 14 Uhr bei der Integrierten Leitstelle ein. Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen stellten am Kreuzeckbahnhof fest, dass der 56-Jährige, der im Landkreis Coburg wohnte, noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlag.
Beamte des Kriminaldauerdienstes übernahmen die ersten Ermittlungen für die Kriminalpolizei. Der Gleitschirm wurde sichergestellt, zudem fertigte ein Polizeihubschrauber Luftaufnahmen des Unfallorts an.

Absturzursache wird untersucht

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es laut Polizei keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Die Ursache des Absturzes ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim bittet Zeugen, die den Gleitschirmflieger vor oder während des Absturzes beobachtet haben und bislang noch nicht von der Polizei befragt wurden, sich unter der Telefonnummer 0881 / 640-0 oder bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen unter 08821 / 917-0 zu melden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd in Rosenheim erhält Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft

Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd in Rosenheim erhält Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft

Rosenheim – Das Lungenkrebszentrum Oberbayern Süd am Standort Rosenheim ist als „Lungenkrebszentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.“ zertifiziert worden. Nach Angaben der Beteiligten gehört es damit zu 13 zertifizierten Lungenkrebszentren in Bayern. Gemeinsam arbeiten das RoMed Klinikum Rosenheim, das Krankenhaus Agatharied und das Klinikum Ebersberg München Ost in einem Netzwerk zusammen.

Das Zentrum spannt ein Versorgungsnetz über den südostbayerischen Raum. Der Standort Rosenheim übernimmt die interdisziplinäre Steuerung. Die Diagnostik und onkologische Therapie findet, mit Ausnahme einer etwaigen operativen Entfernung des Tumors, die zentral in Rosenheim erfolgt, wohnortnah in den beteiligten Häusern statt. Verdächtige Lungenbefunde werden in eigens eingerichteten pneumologischen Sprechstunden rasch abgeklärt.
Jeder Fall mit Krebsverdacht oder gesicherter Diagnose wird anschließend in der zentralen Tumorkonferenz im RoMed Klinikum Rosenheim vorgestellt. Pneumologen, Thoraxchirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Radiologen und Pathologen legen dort gemeinsam den individuellen Behandlungsplan fest, leitliniengerecht und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Die Thoraxchirurgie in Rosenheim übernimmt, wenn nötig, die Operation. „Unsere erfahrenen Chirurgen operieren überwiegend minimalinvasiv und je nach Indikation auch mit Hilfe des OP-Roboters daVinci. Dabei werden sehr gute Ergebnisse erzielt“, heißt es aus dem Team um Prof. Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Medikamentöse Therapien und Bestrahlungen finden anschließend wieder heimatnah in Ebersberg, Agatharied oder Rosenheim statt.

Zertifikat mit Folgen – was Patienten davon haben

Zertifizierte Lungenkrebszentren unterliegen strengen Vorgaben. Sie müssen hohe Mindestfallzahlen erreichen, interdisziplinäre Tumorkonferenzen nachweisen, strukturierte Kooperationen mit niedergelassenen Praxen pflegen und jedes Jahr in einem Audit zeigen, dass sie die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft weiter erfüllen.

Früherkennung mit Niedrigdosis‑CT – Chance für Hochrisikogruppen

Ein besonderer Baustein im Oberbayern‑Süd‑Netzwerk ist das Lungenkrebsscreening mittels CT-Diagnostik bei besonders geringer Strahlenbelastung. Angeboten wird es in Kooperation mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten, radiologischen Praxen sowie dem RoMed Klinikum Rosenheim als reguläre Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Der Ablauf ist bewusst schlank: Regionale Haus- und Facharztpraxen beraten medizinisch und prüfen die individuellen Teilnahmevoraussetzungen wie Risikoprofil und Rauchhistorie.
Auf Überweisung folgt bei entsprechender Qualifikation eine Terminvergabe in einer nahegelegenen radiologischen Praxis für ein strahlensparendes Niedrigdosis-CT. Die standardisierte Bildauswertung, auch mittels künstlicher Intelligenz, führt zu einem schnellen und zuverlässigen Ergebnis.

„Die Einbindung in das zertifizierte Lungenkrebszentrum stellt sicher, dass auffällige Befunde rasch weiter abgeklärt und Patienten nach den aktuellen S3-Leitlinien behandelt werden“, betont Prof. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 – Schwerpunkt Pneumologie – am RoMed Klinikum Rosenheim. Ziel ist es, Lungenkrebs frühzeitig und in einem gut behandelbaren Stadium zu erkennen und damit zu heilen.

Hausärzte im Zentrum des Netzwerks

Die Hausärzte der Region bleiben erste Ansprechpersonen für ihre Patienten. Sie kennen die Menschen, ihre Lebensumstände und Vorerkrankungen. Für sie bietet das Lungenkrebszentrum klare Strukturen: feste Ansprechpartner, direkte Durchwahlnummern, standardisierte Überweisungspfade und die Möglichkeit, Fälle in der Tumorkonferenz vorzustellen.

„Es gibt einen klar definierten Behandlungsprozess über Landkreisgrenzen hinweg. In kooperativer Zusammenarbeit werden so beispielsweise auch Doppeluntersuchungen vermieden. Unsere Patienten sollen nicht erst in die Großstadt fahren müssen, um eine Therapie auf Spitzenniveau zu erhalten“, unterstreicht Dr. Ulrich Schulze, Geschäftsführer der RoMed Kliniken.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: von Links, Prof. Dr. Stephan Budweiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3, Dr. Ulrich Schulze, RoMed Geschäftsführer und Prof. Dr. Kai Nowak, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie am RoMed Klinikum Rosenheim freuen sich über die hohe Auszeichnung, Copyright RoMed Kliniken)

TH Rosenheim zeichnet Studentin Deborah Reisner mit DAAD-Preis 2026 aus

TH Rosenheim zeichnet Studentin Deborah Reisner mit DAAD-Preis 2026 aus

Rosenheim / Burghausen – Die Studentin Deborah Reisner hat den DAAD-Preis 2026 der TH Rosenheim erhalten. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes würdigt internationale Studenten, die neben sehr guten akademischen Leistungen ein besonderes gesellschaftliches Engagement zeigen. Der Preis wird seit mehr als zehn Jahren vergeben.

Reisner studiert im Masterstudiengang Hydrogen Technology am Campus Burghausen und engagiert sich seit Beginn ihres Studiums für ein lebendiges und vernetztes Campusleben. Auf ihre Initiative hin entstanden unter anderem das wöchentliche Sprachcafé sowie die „Student Club Fair“, bei der Studenten verschiedene Hochschulgruppen kennenlernen und neue Kontakte knüpfen können. Auch ein frei zugänglicher Spieleschrank am Campus geht auf ihre Idee zurück. „Ich glaube, dass eine starke Community viele Bereiche des Lebens verbessert und zum Erfolg beiträgt“, so die 27-jährige Studentin aus den USA. „Der DAAD-Preis bedeutet mir viel, weil er zeigt, dass der Aufbau einer Gemeinschaft wertgeschätzt wird und Unterstützung erhält.“ Sie hoffe, dass sich künftig noch mehr Personen für internationale Studenten engagieren.

Engagement für die Hochschulgemeinschaft gewürdigt

Professor Dr. Dominik Pentlehner, Dekan der Fakultät für Chemische Technologie und Wirtschaft am Campus Burghausen, betont: „Internationalisierung ist für Wissenschaft und Wirtschaft von großer Bedeutung. Ebenso wichtig ist es, internationale Studierende erfolgreich in der Hochschulgemeinschaft und der Gesellschaft zu integrieren. Deborah Reisner hat sich hierbei in herausragender Weise engagiert und gleichzeitig sehr gute Studienleistungen erbracht. Daher freut es uns, dass dieses Engagement mit dem DAAD-Preis gewürdigt wird.“ Der Campus Burghausen ist besonders international geprägt: Fast drei Viertel der Studenten kommen aus dem Ausland.
(Quelle: Pressemitteilung TH Rosenheim / Beitragsbild: Deborah Reisner aus den USA freut sich über die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis 2026. Copyright Maria Heinrich)

Volksmusikabend im Brunnenhof: 4 Hinterberger Musikanten gastieren in Bad Aibling

Volksmusikabend im Brunnenhof: 4 Hinterberger Musikanten gastieren in Bad Aibling

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Im Rahmen des „Open Air Kultursommers 2026“ gastieren die 4 Hinterberger Musikanten am Donnerstag, 23. Juli, im Brunnenhof des Kurhauses in Bad Aibling. Von 19 bis 21.30 Uhr präsentieren sie alpenländische Volks- und Blasmusik. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Die vier Musiker aus dem Inntal sind seit mehr als 30 Jahren gemeinsam unterwegs und präsentieren traditionelle bayerische Volksmusik. Im Laufe der Jahre führten sie ihre Auftritte auch ins Ausland, unter anderem nach Sydney, auf die Chinesische Mauer und auf den Roten Platz in Moskau.
Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Die Plätze im Brunnenhof sind überdacht, sodass die Veranstaltung auch bei Regen stattfinden kann. Das Gastro-Team bewirtet die Gäste ab 18.30 Uhr mit Speisen und Getränken.
(Quelle: Pressemitteilung AIB-KUR GmbH & Co. KG / Beitragsbild: Die 4 Hinterberger Musikanten Copyright Die 4 Hinterberger Musikanten)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Sonntag, 12. Juli – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Dein Gehirn einen großen Teil Deiner Energie nutzt?
Obwohl es klein ist, arbeitet es ständig auf Hochtouren.
Ein echtes Kraftzentrum.

Vielleicht gönnst Du Dir heute bewusst Pausen.

Wir wünschen Dir einen entspannten Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Peter Maffay sorgt für emotionalen Auftakt beim Rosenheimer Sommerfestival 2026

Peter Maffay sorgt für emotionalen Auftakt beim Rosenheimer Sommerfestival 2026

Rosenheim – Besser hätte das Rosenheimer Sommerfestival 2026 kaum starten können: Zum Auftakt am Freitagabend (10.7.2026) begeisterte Peter Maffay mehr als 10.000 Besucher im ausverkauften Mangfallpark. Für viele Fans wurde der Auftritt des 76-Jährigen zu einem ganz besonderen Abend – nicht zuletzt wegen seiner engen persönlichen Verbindung zur Region.

Eigentlich hatte sich Peter Maffay bereits 2024 mit seiner großen „Farewell Tour“ von den großen Konzertbühnen verabschiedet. Mehr als 320.000 Fans feierten ihn damals. Ganz von der Bühne verschwunden ist der Musiker aber nicht. Mit seiner exklusiven Open-Air-Reihe „Love Places“ tritt er weiterhin an ausgewählten Orten auf, die ihm persönlich besonders am Herzen liegen. Dass Rosenheim dazu gehört, wurde am Freitagabend deutlich.

Viele emotionale Momente im Mangfallpark

Die Region verbindet Maffay seit Jahrzehnten mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Nachdem er 1963 mit seinen Eltern aus Rumänien nach Deutschland gekommen war, lebte die Familie zunächst in Waldkraiburg im Landkreis Mühldorf am Inn. Dort besuchte er die Schule und gründete bereits 1964 seine erste Band „The Dukes“. Mit ihr spielte er unter anderem Konzerte in der Eberweinhalle in Mühldorf. Entsprechend emotional wirkte sein Auftritt nun im Mangfallpark.

Dass das Interesse riesig war, zeigte sich schon lange vor Konzertbeginn. Mehr als 10.000 Fans strömten auf das Festivalgelände, das für den Auftritt eigens erweitert worden war. Das Konzert war restlos ausverkauft. Vor den Eingängen bildeten sich zeitweise lange Warteschlangen. Das Wetter spielte dabei mit: Sommerlich warm, aber nicht drückend heiß, konnten die Besucher die Wartezeit vergleichsweise gut überstehen.

Musikalisch eröffnete Maffay den Abend mit „Kein Weg zu weit“. Es folgte eine Reise durch seine jahrzehntelange Karriere mit vielen bekannten Hits. Immer wieder wurde deutlich, wie eng die Verbindung zwischen Künstler und Publikum auch nach über fünf Jahrzehnten auf der Bühne noch ist.

Natürlich ließen die Fans den Musiker nicht ohne Zugaben gehen. Den emotionalen Höhepunkt bildete schließlich der Klassiker „Über sieben Brücken musst du geh’n“. Tausende Besucher sangen jede Zeile mit und verwandelten den Mangfallpark in einen großen Chor – ein Gänsehautmoment zum Abschluss eines Konzertabends, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Nach Maffay kommt SDP

Bereits am heutigen Samstag (11.7.2026) geht das Rosenheimer Sommerfestival mit dem nächsten Höhepunkt weiter. Dann steht die Band SDP auf der Bühne. Das Konzert ist ebenfalls ausverkauft. Vincent Stein und Dag-Alexis Kopplin begeistern ihr Publikum seit mittlerweile 25 Jahren mit energiegeladenen Shows und dürfen sich in Rosenheim erneut auf ein volles Festivalgelände freuen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

IG Bau fordert Anpassung der Rente an körperlich belastende Berufe

IG Bau fordert Anpassung der Rente an körperlich belastende Berufe

Rosenheim – Von rund 1.190 Beschäftigten im Baugewerbe in Rosenheim sind nach Angaben der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) derzeit nur etwa 40 Arbeitnehmer älter als 63 Jahre. Die Gewerkschaft sieht darin ein Zeichen dafür, dass viele Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen nicht bis zum regulären Rentenalter arbeiten können.

„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Dieter Pangerl, Vorsitzender der IG BAU Oberbayern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft würden viele Beschäftigte auf dem Bau aus gesundheitlichen Gründen bereits vor dem 60. Lebensjahr aus dem Beruf ausscheiden.

Die IG BAU Oberbayern kritisiert vor diesem Hintergrund die aktuellen Diskussionen über eine mögliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Nach Ansicht von Pangerl müsse die Rentenregelung stärker an die Belastung durch die jeweilige Tätigkeit angepasst werden. Die Gewerkschaft fordert unter anderem bessere Möglichkeiten für Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand bei körperlich besonders belastenden Berufen.

Gewerkschaft fordert Änderungen bei Rentenplänen

Die Forderungen betreffen nach Angaben der IG BAU nicht nur die Baubranche, sondern auch weitere körperlich belastende Bereiche wie die Land- und Forstwirtschaft, Gebäudereinigung sowie den Garten- und Landschaftsbau.
An die Bundestagsabgeordneten in Rosenheim und der Region richtet die Gewerkschaft den Appell, sich für Änderungen an den geplanten Rentenregelungen einzusetzen. Die IG BAU warnt, dass eine Verlängerung der Arbeitszeit die Attraktivität solcher Berufe weiter verringern könnte.

Kritisch sieht die Gewerkschaft auch eine mögliche Abschaffung der Rente mit 63. Nach Angaben der IG BAU Oberbayern gibt es in Rosenheim rund 9.100 sogenannte Baby-Boomer, die in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand wechseln werden. Die Zahl beruht laut Gewerkschaft auf Berechnungen des Pestel-Instituts.

Kritik an möglicher Absenkung des Rentenniveaus

Ein weiterer Kritikpunkt der IG BAU betrifft das Rentenniveau. Die Gewerkschaft fordert, eine dauerhafte Absicherung von mindestens 48 Prozent zu gewährleisten und spricht sich langfristig für eine Anhebung auf mindestens 53 Prozent aus.

Die Forderungen der IG BAU Oberbayern richten sich an die Bundesregierung und die politischen Entscheidungsträger. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Rentenpolitik entscheidend für das Vertrauen der Beschäftigten in den Sozialstaat sei.
(Quelle: Pressemitteilung Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)) / Beittragsbild: Copyright IG BAU | Alireza Khalili )

Trockenheit und Hitze belasten Ernte in Bayern

Trockenheit und Hitze belasten Ernte in Bayern

Bayern – Die anhaltende Trockenheit und eine Hitzewelle Ende Juni setzen den bayerischen Landwirten zu. Der Bayerische Bauernverband (BBV) rechnet für die Ernte 2026 bestenfalls mit durchschnittlichen Ergebnissen, regional seien aber auch deutliche Einbußen möglich.

„Wegen den ausgebliebenen Niederschlägen und der sengenden Hitze rechnen Bayerns Landwirtinnen und Landwirte für die Ernte 2026 bestenfalls mit einer durchschnittlichen, mancherorts aber auch richtig schlechten Ernte“, sagte BBV-Präsident Günther Felßner bei der diesjährigen Erntepressefahrt des Bauernverbands gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus im Landkreis Mühldorf am Inn.
Besonders Weizen und Raps hätten unter der langanhaltenden Trockenheit und der außergewöhnlichen Hitze Ende Juni gelitten. Wie die Ernte letztlich ausfalle, werde in diesem Jahr stärker als sonst von Region zu Region unterschiedlich sein.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Nach Einschätzung des BBV ist das Anbaujahr zunächst gut gestartet. Danach hätten die fehlenden Niederschläge und die Hitze die Entwicklung vieler Pflanzen beeinträchtigt. „Selten waren die Unterschiede zwischen den Regionen und sogar zwischen benachbarten Feldern so groß wie heuer“, sagte Hermann Greif, Vorsitzender des Landesfachausschusses für pflanzliche Erzeugung im Bayerischen Bauernverband.

Während die Wintergerste vielerorts noch vergleichsweise ordentliche Erträge gebracht habe, seien die Niederschläge für Weizen und Raps häufig zu spät gekommen. Besonders auf leichten Böden hätten Hitze und Trockenheit zu Ertragseinbußen geführt.

Auch Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben seien vom sogenannten Trockenstress betroffen. Sollten ausreichend Niederschläge folgen, könnten sich die Bestände regional noch erholen.

Hohe Kosten treffen auf niedrige Preise

Zusätzlich zur Wetterlage belaste die wirtschaftliche Situation viele Ackerbaubetriebe, so der BBV. Steigende Kosten für Dünger und Energie würden auf niedrige Erzeugerpreise treffen. „Die Kosten-Erlös-Schere wird für viele Betriebe zunehmend zur Zerreißprobe“, sagte Greif.
Während der Weizenpreis derzeit stark unter Druck stehe, sei der Rapsmarkt nach Einschätzung des Verbands aktuell ein positiverer Faktor für Ackerbauern.

BBV-Präsident Felßner sieht in den Wetterextremen eine zunehmende Herausforderung für die Landwirtschaft. „Für uns ist der Klimawandel bereits Realität“, sagte er. Der Verband fordert unter anderem eine Risikoausgleichsrücklage, eine Steuerbefreiung für Biokraftstoffe sowie weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerischer Bauernverband / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rauchentwicklung auf Passagierschiff: Rund 200 Menschen auf dem Chiemsee evakuiert

Rauchentwicklung auf Passagierschiff: Rund 200 Menschen auf dem Chiemsee evakuiert

Chiemsee / Seebruck – Schreckmoment für rund 200 Passagiere auf dem Chiemsee: Am Freitag (10.7.2026) kam es gegen 13:30 Uhr im Maschinenraum eines Passagierschiffs zu einer Rauchentwicklung. Die Besatzung reagierte umgehend und legte das Schiff am nahegelegenen Dampfersteg in Seebruck an.

Aufgrund der zunächst unklaren Lage rückte ein Großaufgebot an Einsatz- und Rettungskräften zur Einsatzstelle aus. Nach dem Anlegen führte die Besatzung die Evakuierung der Passagiere ruhig und kontrolliert durch.
Feuerwehrkräfte konnten unter Sicherung durch die Wasserrettung anschließend kein offenes Feuer feststellen. Nach der Belüftung des Maschinenraums stellte sich heraus, dass ein Motorschaden an einem Stromaggregat die Ursache für die Rauchentwicklung war. Dabei war heißes Öl ausgetreten, das den Rauch verursacht hatte.

Eine Gefahr für die Umwelt bestand nach Angaben der Polizei nicht. Die ausgetretenen Betriebsstoffe waren vollständig in den vorgesehenen Auffangwannen im Maschinenraum verblieben. Dies wurde im Rahmen einer Inspektion durch die Wasserschutzpolizei überprüft.
Die Passagiere setzten ihre Fahrt schließlich mit einem Ersatzschiff fort.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rehbock in Not: Feuerwehr befreit Tier aus Gartennetz

Rehbock in Not: Feuerwehr befreit Tier aus Gartennetz

Kastenau / Rosenheim – Tierischer Feuerwehreinsatz am Freitagvormittag (10.7.2026) im Rosenheimer Stadtteil Kastenau: Ein Rehbock hatte sich mit seinem Gehörn in einem Gartennetz verfangen und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.

Anwohner bemerkten das in Not geratene Tier und versuchten zunächst selbst, den Rehbock aus seiner misslichen Lage zu lösen. Doch die Befreiungsversuche scheiterten. Immer wieder versuchte das Tier panisch zu fliehen – ohne Erfolg.

Schließlich wurde die Feuerwehr alarmiert. Zwei Feuerwehrler griffen beherzt zu und konnten den Rehbock sichern. Das Tier wehrte sich zunächst heftig und versuchte mehrfach, sich loszureißen. Schließlich gelang es den Einsatzkräften, das Gartennetz vorsichtig vom Gehörn zu lösen.
Kaum war der Rehbock befreit, suchte er auch schon das Weite. Nach der Aufregung zog er sich zunächst in den Schatten zurück. 
Das Gartennetz wurde daraufhin sofort entfernt, damit es nicht erneut zu einer solchen Situation kommt. Bei den Helfern war die Freude über die geglückte Rettung des Rehbocks groß.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Eisenwaren Förg, Rosenheim,  1963

Eisenwaren Förg, Rosenheim, 1963

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1963. Auf der historischen Aufnahme sehen wir ein Schaufenster der traditionsreichen Eisenwarenhandlung Förg in der Rosenheimer Heilig-Geist-Straße.

Wer heute das Wort Email liest, denkt vermutlich zuerst an die elektronische Post im Computer oder auf dem Smartphone. Auf unserem historischen Foto geht es dagegen um etwas ganz anderes: um Email-Geschirr – also Töpfe, Pfannen und Schüsseln mit schützender Glasbeschichtung.

Das erste E-Mail im heutigen Sinn wurde übrigens erst 1971 vom US-Informatiker Ray Tomlinson über ein Netzwerk verschickt. Email-Geschirr ist schon viel, viel älter. Die Technik des Emaillierens ist Jahrtausende alt. Bereits im alten Ägypten und später bei Griechen, Kelten und Römern wurde geschmolzenes Glas zur Verzierung von Schmuck und wertvollen Gegenständen verwendet. Erst ab dem 18. und vor allem im 19. Jahrhundert gelang es, Eisen- und Stahlgeschirr dauerhaft mit einer schützenden Emaille-Schicht zu überziehen.
Das brachte gleich mehrere Vorteile: Das Kochgeschirr rostete nicht mehr so schnell, war geschmacksneutral, leicht zu reinigen und deutlich hygienischer als viele zuvor verwendete Materialien. Kein Wunder also, dass Email-Geschirr über Generationen hinweg in nahezu jedem Haushalt zu finden war.

Fast ein Jahrhundert Rosenheimer Geschichte

Das Foto erinnert zugleich an ein Geschäft, das für viele Rosenheimer untrennbar mit der Innenstadt verbunden war. Die Eisenwarenhandlung Förg wurde 1922 gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer festen Institution in der Heilig-Geist-Straße.

Besonders unter Inhaber Günter Förg, der das Geschäft ab 1989 führte, war das Fachgeschäft weit über Rosenheim hinaus bekannt. Viele nannten ihn augenzwinkernd den „Herrn der Schrauben“, weil es dort selbst die ungewöhnlichsten Schrauben und Ersatzteile einzeln zu kaufen gab – etwas, das im Zeitalter großer Baumärkte und Online-Shops längst zur Seltenheit geworden war.

Nach dem überraschenden Tod von Günter Förg Anfang 2019 endete die fast 100-jährige Geschichte des Familienbetriebs. Im Frühjahr desselben Jahres schloss die traditionsreiche Eisenwarenhandlung endgültig ihre Türen. Nach einer umfassenden Sanierung zog 2020 ein Optikgeschäft in die historischen Räume ein.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)