Tödlicher Bergunfall am Kleinen Waxenstein – 19-jähriger stürzt rund 100 Meter ab

Tödlicher Bergunfall am Kleinen Waxenstein – 19-jähriger stürzt rund 100 Meter ab

Grainau / Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Am Samstagabend (20.6.2026) hat sich am Kleinen Waxenstein bei Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen)  ein tödlicher Bergunfall ereignet. Ein 19-jähriger Bergsteiger kam dabei ums Leben.

Der junge Mann war nach Angaben der Polizei gemeinsam mit einem 20-jährigen Begleiter von Hammersbach aus in Richtung Kleiner Waxenstein unterwegs. Die Tour führte durch teils leichte Kletterstellen und abschüssiges Gelände.

Unterhalb des sogenannten Mannls kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu dem Unglück. Auf rund 1.700 Metern Höhe soll ein Griff ausgebrochen sein, der dem 19-Jährigen als Halt diente. In der Folge stürzte er etwa 100 Meter über steiles, felsdurchsetztes Gelände ab.
Für den Verunglückten kam jede Hilfe zu spät. Die alarmierte Bergwacht Grainau sowie ein Notarzt konnten nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen.

Aufwendige Bergung und Ermittlungen

Im Einsatz waren zahlreiche Kräfte der Bergwacht Grainau sowie das KID-Berg. Zur Unfallaufnahme und Bergung des Verstorbenen wurden zusätzlich ein Polizeihubschrauber und Beamte der Alpinen Einsatzgruppe hinzugezogen.

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang werden von einem staatlich geprüften Polizeibergführer der Alpinen Einsatzgruppe West der Grenzpolizeiinspektion Murnau geführt.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Römerfest im Mangfallpark in Rosenheim: Besucherandrang trotz Sommerhitze

Römerfest im Mangfallpark in Rosenheim: Besucherandrang trotz Sommerhitze

Rosenheim – Das Rosenheimer Römerfest im Mangfallpark Süd hat am gestrigen Samstag (20.6.2026) einen regelrechten Besucheransturm erlebt. Schon kurz nach der Öffnung um 10 Uhr bildeten sich immer wieder teils  lange Warteschlangen an den Kassen – trotz hochsommerlicher Temperaturen, die sich bereits am Vormittag der 30-Grad-Marke näherten.

Im weitläufigen Parkgelände, das kaum Schatten bietet, versuchten sich viele Gäste mit Hüten, Kappen und sogar Regenschirmen vor der intensiven Sonne zu schützen. Dennoch ließen sich zahlreiche Besucher den Ausflug ins „antike Rom“ nicht nehmen.

Geschichte zum Anfassen für die ganze Familie

Besonders Familien nutzten das Angebot für einen lebendigen Geschichtsunterricht. Zwischen Zelten, Handwerk und Lagerleben kamen Besucher immer wieder direkt mit den Darstellern ins Gespräch. Dabei konnten sie nicht nur erfahren, wie das Leben im römischen Lager funktionierte, sondern auch selbst ausprobieren, wie schwer ein Legionärsschild tatsächlich ist oder wie römische Speisen schmecken.

Die Mischung aus Mitmachstationen, Vorführungen und authentisch gestalteten Lagern machte das Fest für viele zu einem Ausflug, der Geschichte greifbar werden ließ.

Reportage zur Eröffnungsveranstaltung des Römerfest:

Mehr als 100 Darsteller aus Deutschland, Österreich und Italien lassen im Mangfallpark Süd das Leben der Antike an diesem Wochenende lebendig werden. Sie präsentieren römisches Militär, ziviles Leben und Handwerk – ergänzt durch Pferdevorführungen und Gladiatorenkämpfe.

Auch am heutigen Sonntag (22.6.2026)  sind die „Römer“ noch in Rosenheim stationiert. Die Begleitveranstaltung zur Römerausstellung im Lokschuppen ist noch bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro pro Person (ab 18 Jahren). Tickets sind an den Eingängen erhältlich.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Fotomontage: Josefa Staudhammer)

Brennnessel – die unterschätzte Alleskönnerin am Wegrand

Brennnessel – die unterschätzte Alleskönnerin am Wegrand

Rosenheim – Sie brennt, sie wächst am Wegrand und wird im Garten oft sofort entfernt – und doch steckt in der Brennnessel erstaunlich viel mehr, als man denkt. In diesem Artikel geht es um ihre jahrtausendealte Geschichte als Heil- und Nutzpflanze, ihre Verwendung in der Küche, einfache Rezepte, ihre Bedeutung für Schmetterlinge und darum, warum sie sich heute zunehmend schwer tut.

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist in Mitteleuropa seit der letzten Eiszeit heimisch. Botanische Funde zeigen, dass sie hier bereits vor über 12.000 Jahren vorkam. Damit gehört sie zu den ältesten Pflanzen unserer Kulturlandschaft.

Auch im Raum Rosenheim ist sie seit jeher Teil der Umgebung – unscheinbar, aber beständig. Schon früh wurde sie vom Menschen genutzt. In der Bronzezeit stellten Menschen aus ihren Fasern bereits einfache Textilien her. Später beschrieben antike Autoren wie Dioskurides die Brennnessel als Heil- und Nahrungspflanze. Und auch in den Kriegs- und Krisenjahren des 20. Jahrhunderts spielte sie eine Rolle: Aus ihren Fasern wurden Stoffe, Seile und einfache Ausrüstungsgegenstände gefertigt, als klassische Rohstoffe knapp waren.

Mehr als „Unkraut“: Inhaltsstoffe und Nutzung

Die Brennnessel enthält eine ganze Reihe an Inhaltsstoffen, darunter Vitamin C, Vitamin A, Vitamin E sowie Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium.

Traditionell wurde sie deshalb vielseitig genutzt – etwa als Tee, als „Frühlingskur“-Pflanze oder als Wildgemüse in der Küche. Junge Blätter lassen sich ähnlich wie Spinat zubereiten und schmecken überraschend mild, wenn sie kurz erhitzt werden. In der Volksheilkunde gilt sie bis heute als klassische Heilpflanze. Viele Anwendungen beruhen auf jahrhundertealter Erfahrung, auch wenn nicht jede Wirkung wissenschaftlich eindeutig belegt ist.

Wichtig für Schmetterlinge und Insekten

Was oft übersehen wird: Die Brennnessel ist eine der wichtigsten Futterpflanzen für heimische Schmetterlinge. Arten wie Admiral, Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs oder Landkärtchen sind direkt auf sie angewiesen. Ihre Raupen entwickeln sich fast ausschließlich auf Brennnesseln.

Ohne diese Pflanze würden viele dieser bekannten Falter in unserer Landschaft deutlich seltener vorkommen.

Drei einfache Ideen aus der Brennnessel

1. Brennnessel-Chips aus der Pfanne

 

Junge Brennnesselblätter gründlich waschen und gut trocknen. Dann in einer heißen Pfanne mit ganz wenig Öl für wenige Sekunden ausbacken. Sobald die Blätter zusammenfallen und leicht knusprig werden, sofort herausnehmen und abtropfen lassen. Dadurch verlieren sie ihre Brennwirkung und werden zu einem ungewöhnlichen, grünen Knuspersnack.

 

 

Junge Blätter sammeln, gründlich waschen und mit heißem Wasser übergießen. Etwa 5–10 Minuten ziehen lassen.

2. Brennnessel wie Spinat

Blätter kurz in heißem Wasser zusammenfallen lassen, dann mit Zwiebel, etwas Butter, Salz und Muskat wie Spinat zubereiten.

3. Brennnessel-Pesto

Blanchierte Blätter mit Olivenöl, Nüssen, Knoblauch und etwas Käse pürieren. Passt gut zu Pasta oder Brot.

Nicht jedes „Unkraut“ muss verschwinden

So sehr sie im Garten sticht: Die Brennnessel ist ökologisch ein kleiner Schatz. Sie bietet Lebensraum für Insekten und ist eine zentrale Pflanze für die Artenvielfalt. Ein kleines Stück im Garten reicht oft schon aus, um ihr Raum zu geben – und gleichzeitig Schmetterlingen und anderen Insekten zu helfen.

Und doch wird sie weniger sichtbar

Auch wenn sie insgesamt nicht selten ist, verändert sich ihr Vorkommen. In intensiv gepflegten Landschaften, durch häufige Mahd, Flächenversiegelung und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gehen typische „wilde Ecken“ zunehmend verloren. 

Die Brennnessel ist damit nicht verschwunden – aber sie findet vielerorts weniger Platz als früher. Und das ist eigentlich schade. Denn mit ihr verschwindet nicht nur eine unscheinbare Pflanze, sondern auch ein Stück Vielfalt am Wegesrand, Lebensraum für Schmetterlinge und ein kleiner, aber wichtiger Teil der Natur direkt vor unserer Haustür
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)

Polling: Brand am Einfamilienhaus – Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Polling: Brand am Einfamilienhaus – Sachschaden im sechsstelligen Bereich

Polling / Landkreis Mühldorf am Inn – In Polling (Landkreis Mühldorf am Inn hat es am Samstag (20.6.2023), an einem Einfamilienhaus gebrannt. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im niedrigen sechsstelligen Eurobereich.

Am Samstagvormittag gegen 10.35 Uhr wurde über die Integrierte Leitstelle Traunstein eine starke Rauchentwicklung im Dachboden eines Wohnhauses gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr stellte sich heraus, dass im Bereich des Dachgeschosses ein Feuer ausgebrochen war.

Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehren aus Polling und Mühldorf konnte verhindert werden, dass sich die Flammen weiter ausbreiten. Der Brand war zügig unter Kontrolle.

Ermittlungen nach technischem Defekt

Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt.

Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahm die Polizeiinspektion Mühldorf am Inn. Im weiteren Verlauf wurden die Ermittlungen vom Kriminaldauerdienst der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein übernommen. Unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein führt das Fachkommissariat 1 der Kriminalpolizeistation Mühldorf die weiteren Untersuchungen.
Nach aktuellem Stand der Ermittlungen geht die Kriminalpolizei von einem technischen Defekt als Brandursache aus.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Anhänger bei Brauchtumsveranstaltung umgekippt: Vier Verletzte

Anhänger bei Brauchtumsveranstaltung umgekippt: Vier Verletzte

Söllhuben/ Landkreis Rosenheim – Ein Unfall bei einer Brauchtumsveranstaltung hat am Freitagabend (19.6.2026)  im Riederinger Ortsteil Söllhuben (Landkreis Rosenheim) einen größeren Rettungseinsatz ausgelöst. Ein mit mehreren Personen besetzter Anhänger kippte um. Vier Männer wurden dabei verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Nach Angaben der Polizei war ein 28-jähriger Mann aus Riedering mit einem Traktor und Anhänger unterwegs. Auf dem Anhänger befanden sich zwölf Personen, die im Rahmen einer Brauchtumsveranstaltung ein landwirtschaftliches Anwesen besuchen wollten.

Während der Fahrt musste ein vorausfahrender Traktor plötzlich anhalten. Auch der 28-Jährige stoppte sein Gespann. Nach bisherigen Erkenntnissen rollte der Traktor anschließend zurück. Als der Fahrer gegenlenkte, kippte der Anhänger um. Mehrere Insassen stürzten beziehungsweise fielen vom Anhänger.

Großer Rettungseinsatz nach dem Unfall

Die genauen Umstände des Unfalls sind nach Angaben der Polizei noch Gegenstand der Ermittlungen.
Aufgrund der ersten Notrufe wurde ein größerer Rettungseinsatz ausgelöst. Neben zahlreichen Einsatzkräften wurde auch ein Rettungshubschrauber zur Unfallstelle alarmiert.

Vier Männer im Alter zwischen 22 und 68 Jahren aus dem Gemeindegebiet Riedering erlitten Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Polizei handelte es sich überwiegend um Prellungen, Schürfwunden und blutende Verletzungen. Ein Mann zog sich zudem Frakturen im Brust- und Oberkörperbereich zu.

Nach derzeitigem Stand wurden die Beteiligten nicht lebensgefährlich oder schwerwiegend verletzt. Die meisten Verletzten konnten laut Polizei ambulant behandelt werden.

Ein Atemalkoholtest beim 28-jährigen Fahrer ergab 0,0 Promille. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Riedergarten, Rosenheim,  1981

Riedergarten, Rosenheim, 1981

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1981. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Rosenheimer Riedergarten.

Die Wurzeln des Rosenheimer Riedergartens reichen weit zurück. Blicken wir auf das Jahr 1729: Zu dieser zeit nutzte Stadtapotheker Johann Rieder die Fläche zum Anbau von Heilpflanzen.
1925 wurde das Areal an die Stadt Rosenheim verkauft und wandelte sich in den kommenden Jahren in einen öffentlichen Garten.
Die Gestaltung hat sich seitdem immer wieder gewandelt. Dazu zählt auch das Wasserbecken, das es längst nicht mehr gibt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann-HB / Bildtext: Karin Wunsam)

Neubürgerempfang in Rosenheim: „Ich gehöre zu diesem Land“

Neubürgerempfang in Rosenheim: „Ich gehöre zu diesem Land“

Rosenheim Bei hochsommerlichen Temperaturen hat die Stadt Rosenheim am späten Freitagnachmittag (19.6.2026) ihren dritten Neubürgerempfang vor dem Rathaus gefeiert. Rund 70 Neubürger kamen mit ihren Familien zusammen, um ihre neue Staatsbürgerschaft zu feiern – und sich offiziell in ihrer Heimatstadt willkommen zu fühlen.

Neubürgerempfang in der Stadt Rosenheim 1926. Foto Karin Wunsam

Rund 70 Neubürger  folgten der Einladung zum Neubürgerempfang 2026 im Rosenheimer Rathaus. Mit dabei außerdem einige Rosenheimer Stadträte. Fotos: Innpuls.me

Viele Gäste waren festlich gekleidet und kamen zusammen mit ihren Familienangehörigen. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Mitteroim Musi. Während sich die Erwachsenen bei Gesprächen und dem offiziellen Programm begegneten, konnten sich die kleinen Besucher auf einer Hüpfburg austoben. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Neben Getränken und einem Buffet gab es angesichts der sommerlichen Temperaturen auch Eis.

Im Mittelpunkt des Empfangs stand die feierliche Einbürgerung von Senca Kamberovic, deren Wurzeln in Bosnien liegen. Sie unterschrieb vor den Gästen ihre Einbürgerungsurkunde und legte anschließend den vorgeschriebenen Eid ab: „Ich bekenne feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte.“

Mehr als 910 neue deutsche Staatsbürger

Die Stadt Rosenheim begrüßte mit dem Empfang alle Menschen, die im Jahr 2025 und in der ersten Hälfte des Jahres 2026 die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum mehr als 910 Personen eingebürgert.

Die größte Gruppe stammt dabei aus Bosnien-Herzegowina mit 248 Personen. Es folgen Menschen aus dem Kosovo (121) und der Türkei (76). Darüber hinaus erhielten Bürger aus zahlreichen weiteren Ländern die deutsche Staatsangehörigkeit, darunter aus der Elfenbeinküste, Gambia, Ecuador, Kanada, Guinea, Kamerun, Senegal, Angola, Benin, Ghana, Indonesien, Afghanistan, Syrien und Kenia.

Wer die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten möchte, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören in der Regel ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt in Deutschland von mindestens fünf Jahren, ausreichende Deutschkenntnisse sowie Kenntnisse über das gesellschaftliche und politische Leben in Deutschland. Außerdem müssen Einbürgerungsbewerber ihren Lebensunterhalt grundsätzlich selbst sichern können, sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen und dürfen keine schwerwiegenden Straftaten begangen haben.

„Auf diese Weise fühlt man sich persönlich willkommen“

Viele der Gäste leben bereits seit vielen Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten in Rosenheim. Eine von ihnen ist Kadrushe aus dem Kosovo. Seit 26 Jahren lebt sie in der Stadt. Ihre Kinder wurden hier geboren.

„Ich lebe hier, ich arbeite hier, ich zahle Steuern. Ich gehöre zu diesem Land“, sagte sie. Deshalb sei für sie nun der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Zugehörigkeitsgefühl auch offiziell mit der deutschen Staatsbürgerschaft zu besiegeln.

Vom Neubürgerempfang zeigte sie sich begeistert: „Das ist was anderes, als wenn man nur die Urkunde in die Hand gedrückt bekommt. Auf diese Weise fühlt man sich persönlich willkommen.“

Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan nahm sich während des Empfangs viel Zeit für Gespräche und gemeinsame Erinnerungsfotos mit den Neubürgern. In seiner Ansprache sprach er über seinen eigenen Lebensweg als Sohn eines Gastarbeiters und betonte die Bedeutung von Bildung für gesellschaftlichen Aufstieg und Erfolg.

Zugleich verwies er darauf, dass viele Menschen in Deutschland familiäre Wurzeln in anderen Ländern hätten. „Mit der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft wird die eigene Herkunft nicht aufgegeben – vielmehr bereichert sie die Stadtgesellschaft mit Erfahrungen, Perspektiven und Vielfalt“, sagte Erdogan.

Mit Blick auf seine eigenen kurdischen Wurzeln erklärte er, seine Wahl zum Oberbürgermeister zeige, dass Rosenheim eine offene und vielfältige Gemeinschaft sei, in der Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam ihre Heimat gestalten. Neben den Rechten und Freiheiten, die mit der deutschen Staatsbürgerschaft verbunden seien, sprach er auch über die Verantwortung, die daraus erwachse.

Nach dem offiziellen Teil standen Begegnung, Gespräche und geselliges Beisammensein im Mittelpunkt des Abends.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Karin Wunsam)

Radsport: Red Bull – Bora – hansgrohe feiert Doppelsieg auf Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt

Radsport: Red Bull – Bora – hansgrohe feiert Doppelsieg auf Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt

Slowenien / Raubling – Florian Lipowitz feiert auf der Königsetappe der Slowenien-Rundfahrt seinen ersten Sieg seit zwei Jahren. Gemeinsam mit Giulio Pellizzari sorgte der Deutsche für einen Doppelerfolg von Red Bull – Bora – hansgrohe. Arm in Arm überquerten die beiden Teamkollegen die Ziellinie in Kranjska Gora.

Mit 184,7 Kilometern war die Etappe nicht nur die längste der Rundfahrt. Rund 3.500 Höhenmeter und Temperaturen von deutlich über 30 Grad machten den Tag zusätzlich zu einer großen Herausforderung. Red Bull – Bora – hansgrohe setzte dabei die erfolgreiche Taktik der vergangenen Tage fort: Das Team kontrollierte das Rennen von Beginn an und reduzierte mit hohem Tempo das Peloton Schritt für Schritt.

Die Vorentscheidung fiel am Vršič-Pass, der höchsten Passstraße Sloweniens. Über mehr als zwölf Kilometer führte der Anstieg bergauf. Florian Lipowitz und Giulio Pellizzari wurden von ihren Teamkollegen perfekt positioniert und erreichten die Passhöhe als Erste. Auf der technisch anspruchsvollen, von Kopfsteinpflaster-Passagen geprägten Abfahrt ins Ziel ging Lipowitz kein unnötiges Risiko ein. Nachdem Pellizzari wieder aufgeschlossen hatte, fuhr das Duo gemeinsam dem Tagessieg entgegen.

Florian Lipowitz über seinen Sieg:
„Ich freue mich riesig über diesen Sieg. Es hat jetzt zwei Jahre gedauert. Besonders stolz macht mich die Art und Weise, wie wir hier als Mannschaft auftreten.“

„Ein großes Kompliment an das Team – heute haben alle einen herausragenden Job gemacht. Damit hatte ich etwas Druck, aber am Ende fühlte ich mich richtig gut. Am Anstieg sind wir unser Tempo gefahren, und dass Giulio dort noch bei mir war, war beeindruckend.“

Für Red Bull – Bora – hansgrohe ist der Erfolg von Florian Lipowitz bereits der 25. Saisonsieg. Damit hat das deutsche WorldTeam seine Sieg-Ausbeute der vergangenen drei Jahre bereits zur Jahresmitte übertroffen.
(Quelle: Pressemitteilung Red Bull – Bora – hansgrohe / Beitragsbild: Symbolfoto re)

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

MorgenINNPULS – Schon gewusst?

Sonntag, 21. Juni – Guten Morgen!

Wusstest Du, dass Dein Herz seine Schlagfrequenz laufend anpasst?
Je nach Aktivität oder Emotion verändert sich der Rhythmus.
Ein flexibles System im Körper.

Vielleicht hörst Du heute bewusst auf Dich selbst.

Wir wünschen Dir einen ausgeglichenen Start in den Tag! 🌞
(Quelle: Artikel Josefa Staudhammer / Beitragsbild: re)

Freilaufende Hunde jagen Rehe: Polizei sucht Zeugen und appelliert an Hundebesitzer

Freilaufende Hunde jagen Rehe: Polizei sucht Zeugen und appelliert an Hundebesitzer

Rimsting / Eggstätt / Landkreis Rosenheim – Zwei Vorfälle innerhalb weniger Tage beschäftigen derzeit die Polizei im Chiemgau. In Rimsting und Eggstätt (Landkreis Rosenheim) sollen freilaufende Hunde Wildtiere gejagt haben. Die Polizei bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung und erinnert Hundebesitzer an ihre Verantwortung – insbesondere während der Brut- und Setzzeit.

Am frühen Abend des 16. Juni jagte nach Angaben der Polizei im Rimstinger Ortsteil Greimharting ein freilaufender Hund ein Reh. Ob das Wildtier dabei verletzt wurde, ist bislang unklar. Die Hundehalterin war demnach mit zwei Hunden unterwegs. Einer der Hunde war angeleint, der andere lief frei.

Zwei Tage später kam es zu einem weiteren Vorfall im Waldgebiet nahe der Kammerer-Höger-Straße in Eggstätt. Dort soll ein kniehoher Hund mit längerem schwarz-braunem Fell ein Rehkitz gerissen haben. Das vermutlich verletzte Jungtier flüchtete anschließend gemeinsam mit seiner Mutter.

Polizei sucht Hundehalterin

Die bislang unbekannte Hundehalterin wird als etwa 20 bis 30 Jahre alt beschrieben. Sie sprach bayerischen Dialekt, trug eine Kappe und entfernte sich nach dem Vorfall in Eggstätt gemeinsam mit ihrem Hund vom Ort des Geschehens.

Zeugen, die Hinweise zu den Vorfällen oder zur Identität der Hundehalterin geben können, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Prien unter Telefon 08051 / 9057-0 zu melden.

Mögliche Straftaten im Raum

Nach Einschätzung der Ermittler besteht in beiden Fällen der Anfangsverdacht von Straftaten nach § 292 StGB (Jagdwilderei) sowie nach § 17 des Tierschutzgesetzes. Hintergrund ist, dass die Hundehalter offenbar nicht ausreichend auf ihre Tiere eingewirkt haben, nachdem diese Wildtiere verfolgten beziehungsweise angriffen.

Die Wasserschutzpolizei Prien weist darauf hin, dass es immer wieder zu Fällen kommt, bei denen freilaufende Hunde Wildtiere aufstöbern, hetzen oder sogar töten. Besonders während der Brut- und Setzzeit könne dies schwerwiegende Folgen für Wildtiere und deren Nachwuchs haben.

Deshalb appelliert die Polizei an alle Hundebesitzer, ihre Tiere in Wald- und Wiesenbereichen konsequent anzuleinen. So lasse sich verhindern, dass Wildtiere aufgeschreckt, verletzt oder von ihren Jungtieren getrennt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Prien / Wasserschutzpolizei Prien / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Ignaz-Günther-Gymnasium, Rosenheim, 1949

Ignaz-Günther-Gymnasium, Rosenheim, 1949

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1949. Wir präsentieren Euch eine Einladung zum „Studiengenossenfest“ am heutigen Ignaz-Günther-Gymnasium.

Auf der Einladung ist ein Foto von Rosenheim mit Alpenpanorama zu sehen. Mit diesem Motiv wurden ehemalige Schüler des damaligen Humanistischen Gymnasiums Rosenheim zum Studiengenossenfest am 14. und 15. Juli 1949 eingeladen.

Was heute meist als Klassentreffen bezeichnet wird, hieß damals Studiengenossenfest. Ehemalige Mitschüler kamen zusammen, tauschten Erinnerungen aus und knüpften alte Kontakte wieder an. Nur vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dürften solche Begegnungen für viele eine besondere Bedeutung gehabt haben. Krieg, Gefangenschaft und die schwierigen Jahre danach hatten zahlreiche Lebenswege auseinandergeführt.

Das damalige Humanistische Gymnasium gehörte bereits zu den traditionsreichsten Bildungseinrichtungen Rosenheims. Die Jahreszahl 1899 auf der Einladung erinnert an die ersten Abiturienten der Schule. Ihre Geschichte reicht jedoch noch weiter zurück. Aus dem Humanistischen Gymnasium wurde 1965 das heutige Ignaz-Günther-Gymnasium, benannt nach dem berühmten Rokoko-Bildhauer Ignaz Günther.

Die Einladung ist damit weit mehr als nur ein Stück Papier. Sie erinnert an eine Zeit des Neuanfangs, in der viele Menschen nach den Wirren des Krieges wieder zusammenfanden. Gleichzeitig erzählt sie ein kleines Kapitel aus der langen Geschichte einer Schule, die Generationen von Rosenheimern geprägt hat.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

Rosenheimer Salzstadel wird offiziell zum „Platz für Kinderrechte“

Rosenheimer Salzstadel wird offiziell zum „Platz für Kinderrechte“

Rosenheim – Der Salzstadel ist am heutigen Samstagvormittag (20.6.2026) offiziell zum „Platz für Kinderrechte“ erklärt worden. Im Mittelpunkt der feierlichen Eröffnung stand eine interaktive „Kinderrechte-Hörbank“, an der sich über eine Handkurbel Audiobeiträge zu verschiedenen Kinderrechten abrufen lassen. 

Enthüllung der interaktiven Hörstation. Foto: Karin Wunsam

Die interaktive Hörstation wird enthüllt. Fotos: Innpuls.me

Schon ab 10 Uhr füllte sich der Bereich vor der Rosenheimer Stadtbibliothek mit Familien, Kindern und zahlreichen Besuchern. Bei Temperaturen nahe 30 Grad waren die schattigen Plätze unter den Bäumen besonders gefragt. Rund um den Platz hatten zahlreiche Organisationen und Vereine Informations- und Mitmachstände aufgebaut.

Mit der Benennung setzt die Stadt Rosenheim ein sichtbares und hörbares Zeichen für Kinderrechte – an einem Ort, der dafür längst eine besondere symbolische Bedeutung hat.

Ein Ort, der schon länger für Kinderrechte steht

Der Salzstadel ist seit Jahren ein zentraler Bezugspunkt, wenn es in Rosenheim um Kinderrechte geht. Bereits im vergangenen Herbst wurde dort ein Baum gepflanzt, der symbolisch dafür steht, dass Kinderrechte in der Stadt Wurzeln schlagen und fest verankert sind (wir berichteten)

Einweihung der intraktiven Hörstation am Salzstadel. Foto: Innpuls.me

Die interaktive Hörstation wird getestet.

Nun wurde dieser Ansatz offiziell bestätigt: Oberbürgermeister Abuzar Erdogan machte bei der Eröffnung deutlich, dass Kinderrechte auch in Deutschland keine Selbstverständlichkeit seien. Die Perspektive der Kinder sei entscheidend für eine lebenswerte Zukunft. Zugleich verwies er auf eine aktuelle Vergleichsstudie zum Kindeswohl, in der Deutschland nur Platz 25 von 37 untersuchten Wohlstands-Ländern belegt. Auch beim Thema Erziehung fand Erdogan klare Worte: Gewalt habe dort keinen Platz. Eine „Watschn“ sei kein Erziehungsmittel, sondern Gewalt.

Einweihung Interaktive Hörstation. Foto: Innpuls.me Juni 2026

In Zukunft könnten weitere Kinderrechte-Hörstationen im Rosenheimer Stadtgebiet folgen.

„Kinder haben ihre eigene Gegenwart“

Als Gast nahm auch Joachim Türk, Vizepräsident des Kinderschutzbund Bundesverbandes e.V., an der Eröffnung teil. Er würdigte das Engagement der Stadt Rosenheim ausdrücklich und sprach von einem starken Signal für Kinderrechte. „Das nötigt mir größten Respekt ab“, sagte Türk. Gleichzeitig widersprach er einem häufig verwendeten Satz: „Kinder sind nicht unsere Zukunft. Sie haben ihre eigene Zukunft und auch eine Gegenwart.“

Rosenheim gehe mit der Bezeichnung „Platz für Kinderrechte“ zudem bewusst einen eigenen Weg. Bundesweit gebe es 77 solcher Orte, meist jedoch unter der Bezeichnung „Platz der Kinderrechte“.

Die Hörbank wird sofort zum Publikumsmagneten

Höhepunkt der Eröffnung war die Enthüllung der neuen interaktiven Kinderrechte-Hörbank. Über eine  Kurbel können Besucher Audiobeiträge aktivieren, in denen Kinder selbst erklären, welche Rechte sie haben und was diese im Alltag bedeuten.

Nach der Enthüllung wurde die Hörbank schnell zum Anziehungspunkt des Familienfests. Immer wieder drehten Kinder und Erwachsene die Kurbel – und hörten aufmerksam zu.
So wurde die offizielle Einweihung unmittelbar zum Praxistest: Kinderrechte werden hier nicht nur erklärt, sondern hörbar und erlebbar gemacht.

Auch Jugendamtsleiter Christian Meixner zeigte sich zufrieden. Besonders das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung rücke in den Mittelpunkt – ein Bereich, der im heutigen Alltag häufig zu kurz komme. Denkbar sei, künftig auch in weiteren Stadtteilen vergleichbare Orte mit Hörbänken zu schaffen.

Viele Akteure beim Familienfest vor Ort

Das Familienfest wird von zahlreichen Einrichtungen und Organisationen getragen, darunter das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, der Kinderschutzbund Rosenheim, die Waisenhausstiftung der Stadt, die Sozialraumteams, die Familienstützpunkte, das katholische Bildungswerk, der Stadtjugendring, der Jugendbeirat, die Stadtbibliothek, das Gesundheitsamt, die Regionalgruppe Kindertagespflege, die Offene Behindertenarbeit des KJSW, das Kinderheim Schöne Aussicht sowie das THW Rosenheim.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer, Karin Wunsam)