Verpuffung bei Böllerbau: Drei Jugendliche in Rosenheim verletzt

Verpuffung bei Böllerbau: Drei Jugendliche in Rosenheim verletzt

Rosenheim – Beim Versuch, selbst Böller herzustellen, haben drei Jugendliche am Samstagabend (22. August) in Rosenheim zum Teil schwere Verbrennungen erlitten. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei hatten ein 13- und ein 14-Jähriger vor einer Garage in der Aisinger Straße Chemikalien miteinander vermischt. Dabei kam es zu einer Verpuffung.

Zwei weitere Jugendliche im Alter von 14 und 15 Jahren waren nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls vor Ort. Durch die Verpuffung wurden drei der Jugendlichen im Gesicht, an den Armen und an den Schienbeinen verletzt.
Der Vorfall ereignete sich gegen 19 Uhr. Zwei Verletzte mussten nach der medizinischen Erstversorgung zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Einer von ihnen wurde mit einem Rettungshubschrauber, der andere mit einem Rettungswagen transportiert. Ein dritter Jugendlicher konnte nach der Behandlung vor Ort wieder entlassen werden.

Kriminalpolizei ermittelt

Die ersten polizeilichen Maßnahmen übernahm die Polizeiinspektion Rosenheim. Noch vor Ort übernahm der Kriminaldauerdienst die weiteren Ermittlungen.
Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei Rosenheim untersucht nun, wie es genau zu der Verpuffung kam und welche Chemikalien verwendet wurden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rosenheimer Herbstfest startet am Samstag mit Wiesneinzug

Rosenheimer Herbstfest startet am Samstag mit Wiesneinzug

Rosenheim – Am morgigen Samstag (29. August) beginnt das Rosenheimer Herbstfest. Den Auftakt bildet um 11 Uhr der traditionelle Wiesneinzug, bei dem sich Wirte, Brauereien, Schausteller, Musikkapellen und Trachtenvereine auf den Weg zur Loretowiese machen.

Der Zug startet am Bahnhof Rosenheim und führt über die Bahnhofstraße zum Max-Josefs-Platz. Von dort geht es weiter über den Kreisel am Ludwigsplatz und die Kaiserstraße zur Loretowiese. Mit dabei sind auch die festlich geschmückten Brauerei-Gespanne. Der Wiesn-Trommler, das Maskottchen des Rosenheimer Herbstfestes, darf beim Einzug ebenfalls nicht fehlen.

Um 11.40 Uhr stehen vor dem Glückshafen die Eröffnungsreden auf dem Programm. Anschließend wird in den beiden großen Festzelten angezapft.

Für Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan ist das Anzapfen eine Premiere. Er wird das erste Fass in der Auerbräu-Festhalle anzapfen. Zeitgleich übernimmt Rosenheims Landrat Otto Lederer den Anstich im Flötzinger Festzelt.

Danach steht dem Start ins Rosenheimer Herbstfest nichts mehr im Weg. Bis Sonntag, 13. September, lädt die Rosenheimer Wiesn wieder zum Feiern, Essen, Trinken und zu einer Runde über den Festplatz ein.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

Kultur im Park: Los Colitas spielen in Bad Aibling

Kultur im Park: Los Colitas spielen in Bad Aibling

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Bei „Kultur im Park“ im Brunnenhof des Kurhauses Bad Aibling steht am Freitag (11. September) die junge Rosenheimer Coverband Los Colitas auf der Bühne. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr und dauert bis 21.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Los Colitas entstand aus der Schulband der Johann-Rieder-Realschule Rosenheim. Nach deren Auflösung zum Halbjahr 2023 beschlossen vier Schüler, als eigene Band weiterzumachen. Über einen Workshop der Musikschule Rosenheim kamen Sängerinnen und weitere Musiker dazu.
Seitdem hat die Band verschiedene Auftritte in der Region gespielt, unter anderem beim Abschlussball der Rosenheimer Realschulen, beim Eisstadionfest in Holzkirchen, beim Abiball des Ignaz-Günther-Gymnasiums und am Kulturstrand Rosenheim.

Nach mehreren Besetzungswechseln und einer intensiven Probenphase erweiterte Los Colitas ihr musikalisches Spektrum. Seit 2026 gehören auch Blasinstrumente zur Besetzung. Das Repertoire reicht inzwischen unter anderem von Rock und Pop bis zu Funk, Soul und Jazz.

Kultur im Park jeden Freitag

„Kultur im Park“ findet im Sommer jeden Freitag von 19.30 bis 21.30 Uhr im Brunnenhof des Kurhauses Bad Aibling statt. Das Programm reicht von Rock und Pop über Country und Blues bis zu Soul, Heimatsound und Austropop.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Küche und Ausschank öffnen bereits um 18.30 Uhr. Neben Brotzeit-Klassikern werden auch vegetarische Gerichte angeboten.

Die meisten Plätze sind überdacht. Bei schlechtem Wetter wird, sofern möglich, in den Saal ausgewichen. Tagesaktuelle Informationen gibt es über die Social-Media-Kanäle von Bad Aibling oder telefonisch unter 08061 90800 bis 17.30 Uhr.
Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Website der Stadt Bad Aibling.
(Quelle: Pressemitteilung Aib Kur / Beitragsbild: Copyright Los Colitas)

Grenzkontrolle bei Kiefersfelden: Geldstrafe entscheidet über Weiterreise

Grenzkontrolle bei Kiefersfelden: Geldstrafe entscheidet über Weiterreise

Kiefersfelden / Landkreis Rosenheim – Bei einer Grenzkontrolle auf der A93 bei Kiefersfelden (Landkreis Rosenheim) haben Bundespolizisten am Mittwoch (26. August) drei Männer festgestellt, die von Justizbehörden gesucht wurden. Für einen 23-jährigen Rumänen endete die Reise in der Justizvollzugsanstalt. Zwei weitere Männer konnten ihre Fahrt fortsetzen.

Bei der Kontrolle eines rumänischen Staatsangehörigen stellte sich heraus, dass das Amtsgericht Erlangen gegen den 23-Jährigen einen Strafbefehl erlassen hatte. Wegen Körperverletzung war Ende vergangenen Jahres eine Geldstrafe von 7.500 Euro festgesetzt worden.
Da der Mann den Betrag nicht bezahlen konnte, musste er die dafür ersatzweise vorgesehene Haftstrafe von 75 Tagen antreten. Die Bundespolizisten brachten ihn in die Justizvollzugsanstalt nach Bernau.

Freundin bezahlt Geldstrafe in Frankfurt

Anders verlief der Fall eines 32-jährigen Ungarn. Gegen ihn hatte das Amtsgericht Passau wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Geldstrafe von 1.200 Euro verhängt. Der Betrag war seit April 2025 offen.
Da der Mann bei der Kontrolle nicht über ausreichend Geld verfügte, rief er seine Freundin an und bat sie um Hilfe. Sie zahlte die geforderte Summe bei einem Polizeirevier in Frankfurt am Main ein. Anschließend konnte der 32-Jährige seine Reise fortsetzen.

51-Jähriger hatte nur 40 Cent dabei

Auch ein 51-jähriger Bulgare konnte nach der Kontrolle weiterreisen. Gegen ihn lagen gleich zwei Fahndungsnotierungen vor.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück suchte den Mann im Zusammenhang mit einem Einbruchsdiebstahl. Dabei sollte er 820 Euro aus der Tat erlangtes Vermögen zurückzahlen. Bei der Kontrolle hatte der Mann allerdings lediglich 40 Cent bei sich, sodass die Vermögensabschöpfung nicht vollzogen werden konnte.

Die Bundespolizisten konnten jedoch die bislang unbekannte neue Berliner Wohnadresse des Mannes ermitteln und an die Staatsanwaltschaft Osnabrück weitergeben.
Auch die Staatsanwaltschaft Berlin erhielt die neue Anschrift. Dort laufen Ermittlungen gegen den 51-Jährigen wegen des Verdachts des Betrugs.
(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizei / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Bei der Heimatbühne Rosenheim ist der Teufel los

Bei der Heimatbühne Rosenheim ist der Teufel los

Rosenheim – Im Kloster Sankt Nepomuk geht es in diesem Herbst alles andere als fromm zu. Die Heimatbühne Rosenheim bringt das Stück „Im Kloster ist der Teufel los“ von Carsten Lögering auf die Bühne. Derzeit laufen die Proben für die Komödie in der Freien Turnerschaft Rosenheim.

Die Premiere findet am Samstag, 26. September, um 20 Uhr statt. Insgesamt stehen zehn Vorstellungen auf dem Spielplan. Eine Besonderheit ist die Frühschoppenvorstellung am Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr.

Im Kloster läuft nicht alles nach Plan

Im kleinen Kloster Sankt Nepomuk scheint nach außen alles seine Ordnung zu haben. Hinter der frommen Fassade geht es allerdings deutlich weniger gesittet zu. Schwester Oberin Walburga hat ihre Männergeschichten, die Braumeisterin schaut gerne etwas zu tief ins Glas und die Gärtnerin zieht im Klostergarten etwas heran, das dort eigentlich nichts verloren hat.
Die Putzfrau hat sich mit den Eigenheiten ihrer Mitbewohnerinnen längst arrangiert. Auch der Postbote kommt auffällig gerne und häufig im Kloster vorbei.

Damit ist es allerdings vorbei, als der Kardinal eine Aufpasserin ins Kloster schickt. Äbtissin Walburga Teufel soll für Ordnung sorgen und macht ihrem Namen dabei alle Ehre. Das Klostertrio will sich die neue Äbtissin möglichst schnell wieder vom Hals schaffen und schmiedet gemeinsam mit dem Bestatter Heinrich einen Plan.
Doch der hat seine Tücken. Und als auch noch eine Polizistin im Kloster auftaucht, wird die Angelegenheit nicht einfacher.

Die Termine:
  • Samstag, 26. September, 20 Uhr – Premiere
  • Freitag, 2. Oktober, 20 Uhr
  • Samstag, 3. Oktober, 18 Uhr
  • Freitag, 9. Oktober, 20 Uhr
  • Samstag, 10. Oktober, 20 Uhr
  • Freitag, 16. Oktober, 20 Uhr
  • Samstag, 17. Oktober, 20 Uhr
  • Sonntag, 18. Oktober, 11 Uhr – Frühschoppenvorstellung
  • Freitag, 23. Oktober, 20 Uhr
  • Samstag, 24. Oktober, 20 Uhr
Zehn Vorstellungen in Rosenheim

Auf der Bühne stehen Sandra Maier als Schwester Oberin, Renate Gantner als Braumeisterin, Leni Garnreiter als Gärtnerin, Helena Buys beziehungsweise Susanne Zweckstätter als Putzfrau, Tim Schröder als Postbote, Silvia Barthel als Äbtissin Walburga Teufel, Martin Stelzer als Bestatter und Anna Hau als Polizistin.
Karten gibt es bei Gold An- und Verkauf Kaufmann-Kirner in der Adlzreiterstraße 5 in Rosenheim sowie online bei der Heimatbühne Rosenheim.
(Quelle: Pressemitteilung Heimatbühne Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Heimatbühne Rosenheim)

Gewitter ziehen am Freitagnachmittag auf: DWD warnt auch für Rosenheim

Gewitter ziehen am Freitagnachmittag auf: DWD warnt auch für Rosenheim

Rosenheim – Noch ist es in Rosenheim schwül-warm, doch im Laufe des Freitags (28. August) zeichnet sich ein Wetterwechsel ab. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Rosenheim eine Vorabinformation vor schweren Gewittern herausgegeben. Sie gilt für den Zeitraum von 15 bis 22 Uhr.

Von Westen ziehen am Nachmittag Gewitter auf. Dabei können kräftige Windböen auftreten. Der DWD nennt für die stärksten Entwicklungen Sturmböen bis 100 Stundenkilometer. Vereinzelt sind auch stärkere Böen bis 120 Stundenkilometer nicht ausgeschlossen.
Auch Starkregen und Hagel sind möglich. Der DWD rechnet örtlich mit etwa 25 Litern Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Hagelkörner können dabei einen Durchmesser von etwa drei Zentimetern erreichen.

Abkühlung kommt – aber nicht ohne Gewitter

Die Gewitter sind Teil eines Wetterwechsels. Die derzeit noch warme und feuchte Luft wird im Laufe des Freitags durch kühlere Luft ersetzt. Der DWD erwartet deshalb nach den Gewittern eine deutliche Abkühlung.

Bis es soweit ist, kann es in Rosenheim und Umgebung aber noch einmal ungemütlich werden. Wie stark die einzelnen Gewitter ausfallen und wo sie genau entlangziehen, lässt sich dabei nicht punktgenau vorhersagen. Die Wetterlage kann sich im Laufe des Tages zudem noch verändern.

Was jetzt sinnvoll ist

Wer Balkon, Terrasse oder Garten hat, sollte deshalb besser einmal nach draußen schauen: Leichte Gartenmöbel, Sonnenschirme, Blumentöpfe, Dekoration oder andere Gegenstände, die vom Wind erfasst werden können, sollten gesichert oder hereingeholt werden.

Auch empfindliche Pflanzen können vorsorglich an einen geschützten Platz gestellt werden. Wer Wäsche draußen hängen hat, sollte ebenfalls daran denken, dass der Nachmittag nicht trocken bleiben muss.

Während eines Gewitters gilt: Möglichst nicht unter einzelnen Bäumen stehen und lose Gegenstände in der Umgebung beachten. Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, sollte die Entwicklung am Himmel im Blick behalten und bei aufziehendem Gewitter rechtzeitig einen geschützten Ort aufsuchen.

Die DWD-Warnung ist zunächst eine Vorabinformation. Sie bedeutet nicht, dass es in jedem Teil Rosenheims zu den genannten Wettererscheinungen kommen wird. Die konkrete Warnlage kann sich im Laufe des Nachmittags noch verändern.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Penzberg: 23-Jähriger beim Besprühen eines Hinweisschilds ertappt

Penzberg: 23-Jähriger beim Besprühen eines Hinweisschilds ertappt

Penzberg / Landkreis Weilheim-Schongau – In der Nacht auf Freitag (28. August 2026) hat die Polizei in Penzberg einen 23-Jährigen beim Besprühen eines Hinweisschilds für muslimische Gottesdienstzeiten ertappt. Die Kriminalpolizei Weilheim hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Gegen 1 Uhr besprühte der 23-Jährige aus Penzberg mit Lackspray einen sogenannten Gottesdienstanzeiger in der Seeshaupter Straße. Das Hinweisschild informiert über muslimische Gottesdienstzeiten.
Dabei wurde der Mann von zwei Streifenbesatzungen der Zivilen Einsatzgruppe der Zentralen Ergänzungsdienste Murnau beobachtet. Als er anschließend mit seinem Pedelec flüchtete, konnten ihn die Beamten nach kurzer Verfolgung stoppen und vorläufig festnehmen.

Die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim übernahm unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die weiteren Ermittlungen. Dabei wird auch geprüft, ob der 23-Jährige für die vorangegangenen Beschädigungen des Hinweisschilds verantwortlich ist.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Fischküche, Rosenheim, 1914

Fischküche, Rosenheim, 1914

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1914. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Rosenheimer Fischküche mit einer Außenansicht des Hauses und einem Blick in die damalige Gaststube. Vieles hat sich seitdem verändert – die Fischküche selbst gibt es aber bis heute.

Als dieses Foto entstand, war das markante Eckhaus an der Gillitzerstraße noch keine zehn Jahre alt. Der Aiblinger Baumeister Johann Meishammer hatte das viergeschossige Gebäude Anfang 1907 fertiggestellt. Noch im selben Jahr eröffnete Benedikt Bierbichler dort das „Rosenheimer Volksstüberl“. Der gelernte Fischermeister hatte sich auch das Weißbierbrauen angeeignet und machte Fischgerichte von Beginn an zu einer Spezialität seines Hauses.
Deshalb ließ Bierbichler die Aufschrift „Fischküche“ an der Fassade anbringen. Der Name blieb den Rosenheimern im Gedächtnis und setzte sich schließlich als Bezeichnung für das gesamte Wirtshaus durch. Seit den 1950er Jahren heißt die Gaststätte offiziell nur noch „Fischküche“.

1914 kam noch die Brauerei dazu

Das Jahr unserer Aufnahme ist für die Geschichte des Hauses ebenfalls interessant. 1914 ließ Benedikt Bierbichler im Rückgebäude ein eigenes Sudhaus einbauen. Damit bestand der Familienbetrieb zu dieser Zeit aus mehreren Bereichen: vorne die Gaststätte, im Hof die Fischhandlung und im Rückgebäude die Weißbierbrauerei. Das Bierbichler-Weißbier entwickelte sich zu einem wichtigen Teil des Geschäfts.
Auch ein Blick in die Gaststube ist auf dem historischen Foto möglich. Die Einrichtung wirkt deutlich schlichter als heute. Tische und Stühle stehen dicht beieinander, dazu kommen die für ein Wirtshaus jener Zeit typischen Holzmöbel. Es war eine andere Zeit – und auch das Wirtshausleben dürfte entsprechend anders ausgesehen haben.
Das Gebäude und die Gaststätte haben seitdem viele Veränderungen erlebt. Die Brauerei blieb allerdings noch Jahrzehnte Teil des Betriebs. Erst 1996/97 endete die Bierproduktion an diesem Ort. Das Bierbichler-Weißbier wird seitdem von der Flötzinger Brauerei nach dem ursprünglichen Rezept gebraut.

Die Gaststätte selbst ist dagegen geblieben. Nach vielen Jahrzehnten und verschiedenen Wirtsleuten wird die Fischküche heute weiterhin als Traditionsgasthaus geführt.
Mehr als 110 Jahre liegen zwischen der historischen Aufnahme und der heutigen Fischküche. Die Gaststube sieht inzwischen anders aus, das Leben im Haus hat sich verändert – aber der Name an der Gillitzerstraße ist geblieben.
Und genau das macht solche alten Aufnahmen für mich so spannend: Man schaut auf ein Rosenheim, das längst vergangen ist, und entdeckt darin gleichzeitig Orte, an denen unsere Stadtgeschichte bis heute weiterlebt.

Wer von Euch kennt die Fischküche noch aus früheren Jahrzehnten? Und erinnert Ihr Euch an eine ganz bestimmte Zeit oder einen Wirt?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Wird das Rosenheimer Herbstfest irgendwann zum Freizeitpark?

Innpuls-Tagebuch – Hinter den Schlagzeilen: Wird das Rosenheimer Herbstfest irgendwann zum Freizeitpark?

Rosenheim – Morgen (29.8.2026) beginnt das Herbstfest. Fröhlich, bunt und hoffentlich unbeschwert. Doch hinter dem Festvergnügen steht inzwischen ein immer aufwendigeres Sicherheitskonzept. Taschenkontrollen, Betonbarrieren, Videoüberwachung, Polizei, Security – und in diesem Jahr erstmals auch die SafeNow-App. Alles soll uns schützen. Aber verändert die zunehmende Sicherheit vielleicht genau das, was ein Volksfest eigentlich ausmacht? Und wird aus dem offenen Volksfest irgendwann eine Art Freizeitpark – eine künstliche Erlebniswelt hinter Zäunen und Sicherheitskonzepten?

Ich merke jedenfalls, dass ich beim Thema Sicherheit auf Volksfesten zwiegespalten bin. Natürlich müssen Veranstalter versuchen, gefährliche Gegenstände vom Festgelände fernzuhalten. Und natürlich müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit kein Fahrzeug in eine Menschenmenge fahren kann. Wir wissen leider, dass solche Szenarien keine abstrakte Vorstellung sind. Anschläge und schwere Gewalttaten haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, welche Folgen es haben kann, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen.

Auch dass Menschen auf einem Volksfest bedrängt, angegriffen oder Opfer von Gewalt werden können, ist leider keine theoretische Möglichkeit. Wenn deshalb Sicherheitskräfte vor Ort sind und Besucher im Notfall schnell Hilfe holen können, ist das richtig und wichtig.

Und trotzdem verändert all das etwas.

Wenn Betonbierkrüge plötzlich eine andere Bedeutung bekommen

Viele Besucher nehmen die Betonbierkrüge, die erstmals 2024 zum Einsatz kamen, inzwischen wohl einfach nur als Teil des Herbstfestbildes wahr. Nicht wenige sehen darin sogar ein originelles Fotomotiv. Ich kann sie allerdings nicht so ganz unbefangen betrachten. Denn ich weiß auch, warum sie dort stehen: Sie sollen verhindern, dass ein Fahrzeug auf das Festgelände rasen kann. Ein Gedanke, den man beim Betrachten eines überdimensionalen Bierkrugs eigentlich lieber verdrängt.

Nach den Betonbierkrügen kommen die Eingänge. Dort gibt es Stichprobenkontrollen von Taschen und Rucksäcken. Auch dafür habe ich größtes Verständnis. Trotzdem bleibt bei mir ein etwas mulmiges Gefühl, wenn ein fremder Mensch in meine Tasche schaut. Sie ist schließlich eine kleine persönliche Zone. Darin liegen Dinge, die andere Menschen normalerweise nichts angehen.

Der Kopf sagt: Diese Kontrolle ist vernünftig. Das Bauchgefühl sagt trotzdem: Schön ist das nicht.

Manche Menschen empfinden sichtbare Sicherheitsmaßnahmen vermutlich als beruhigend. Zäune, Polizei, Security und Kontrollen vermitteln ihnen das Gefühl: Hier wird aufgepasst, hier bin ich sicher.

Bei mir ist es eher umgekehrt. Je mehr Sicherheitsmaßnahmen ich wahrnehme, desto wachsamer werde ich. Ich schaue genauer hin, frage mich eher, ob irgendwo etwas auffällig ist, und denke damit plötzlich über Gefahren nach, über die ich vorher vielleicht gar nicht nachgedacht hätte.

Vielleicht gibt es bei diesem Thema tatsächlich zwei Arten, Sicherheit zu empfinden: Die einen fühlen sich sicherer, wenn sie sehen, dass kontrolliert und geschützt wird. Die anderen werden gerade dadurch daran erinnert, dass es offenbar etwas gibt, wovor man sich schützen muss. Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe.

Die Sicherheitsmaßnahmen wachsen weiter

Auch in diesem Jahr kommt wieder etwas Neues dazu. Mit SafeNow können Besucher und Mitarbeiter erstmals auf dem gesamten Herbstfest per Knopfdruck die Security alarmieren. Der Standort wird dabei direkt an das Sicherheitspersonal übermittelt.
Ich finde die Idee grundsätzlich gut. Wenn sich jemand bedrängt fühlt oder eine Situation unangenehm wird, muss er nicht erst nach einem Sicherheitsmitarbeiter suchen. Vielleicht zeigt gerade diese neue Möglichkeit auch, wohin die Entwicklung geht: Sicherheit soll funktionieren, aber möglichst wenig auffallen. Gleichzeitig gehören Videoüberwachung, Wiesnwache, Taschenkontrollen, Besucherlenkung und die Sicherung der Eingänge inzwischen selbstverständlich zum Herbstfest.
Einzeln betrachtet ist jede dieser Maßnahmen nachvollziehbar. Zusammengenommen verändert sich dadurch aber das Bild des Festes.

Das Dilemma des Wirtschaftlichen Verbands

Dem Wirtschaftlichen Verband als Veranstalter kann man dabei keinen Vorwurf machen. Er steht vor einem schwierigen Spagat. Die Verantwortlichen müssen auf reale Gefahren reagieren, Sicherheitskonzepte vorlegen, Personal organisieren und immer neue Anforderungen erfüllen. Das kostet Geld.
Bei der Wiesn-Pressekonferenz im vergangenen Jahr wurde mitgeteilt, dass allein für Taschenkontrollen an den Eingängen und die Citykontrolle rund 100.000 Euro aufgewendet wurden. Für ein großes Fest wie das Herbstfest ist das viel Geld. Aber der Wirtschaftliche Verband hat zumindest die Strukturen, um solche Aufgaben zu stemmen.

Was passiert dagegen mit dem kleinen Vereinsfest?

Dort organisieren Menschen ein Fest neben ihrer eigentlichen Arbeit. Sie wollen gemeinsam feiern und eine Tradition weiterführen. Wenn dann professionelle Sicherheitskonzepte, Sicherheitskräfte, Absperrungen und zusätzliche Kosten dazukommen, wird irgendwann die Frage entscheidend, ob sich das überhaupt noch leisten lässt.
In der Region Rosenheim sind bereits kleinere Feste weggefallen, weil die Anforderungen und Kosten für die Veranstalter nicht mehr zu stemmen waren. Und das finde ich viel bedenklicher als einen weiteren Betonbierkrug auf der Loretowiese.
Denn wenn Sicherheit dazu führt, dass kleine Feste verschwinden, verlieren wir Orte, an denen Gemeinschaft und Brauchtum tatsächlich gelebt werden.

Wenn aus Offenheit eine Festung wird

Vielleicht klingt es zunächst etwas übertrieben, von einem „Festungscharakter“ zu sprechen. Aber genau dieses Bild habe ich manchmal im Kopf.
Eine Festung steht für mich für Abwehr, Abgrenzung und Misstrauen. Ein Volksfest sollte eigentlich das Gegenteil sein: offen, lebendig und zugänglich. Man geht hin, mischt sich unter die Menschen und lässt sich ein bisschen treiben.
Wenn wir aber immer mehr Bereiche absichern, Eingänge kontrollieren, Besucherströme lenken und das Gelände überwachen, verändert sich dieses Gefühl.
Und irgendwann frage ich mich: Wird aus dem Volksfest eine Art Freizeitpark?

Nicht wegen der Fahrgeschäfte. Sondern weil wir eine künstliche Erlebniswelt schaffen, die man durch bestimmte Eingänge betritt, innerhalb klar definierter Grenzen erlebt und möglichst sicher wieder verlässt.
Vielleicht ist das tatsächlich die Zukunft: eine geschützte Erlebniswelt, in der die Sicherheitsmaßnahmen möglichst wenig sichtbar sind und trotzdem überall vorhanden.
Aber wollen wir das?

Tradition bewahren – und dabei verändern

Das ist für mich das Bittere an dieser Entwicklung.
Wir wollen unsere Traditionen bewahren und müssen sie dafür gleichzeitig verändern. Traditionelle Werte können in der heutigen Zeit offenbar nur noch um den Preis ihrer eigenen Veränderung geschützt werden.

Was macht ein Volksfest eigentlich aus? Für mich ist es nicht nur das Bierzelt, das Fahrgeschäft, die Tracht oder die Musik. Es ist auch dieses Gefühl, einfach hinzugehen, sich unter Menschen zu mischen und ein bisschen treiben zu lassen, ohne ständig darüber nachzudenken, was alles passieren könnte.

Vielleicht werden wir uns an die neue Realität gewöhnen. Vielleicht wird Sicherheit irgendwann genauso selbstverständlich zum Volksfest gehören wie das Riesenrad und die Blasmusik.
Vielleicht schafft es die Technik sogar, uns genau diese Unbeschwertheit zurückzugeben, indem sie im Hintergrund arbeitet, statt sie sichtbar zu prägen.

Morgen zieht der Festzug wieder zur Loretowiese. Fröhlich, bunt und hoffentlich unbeschwert.
Wie lange dieses Gefühl noch so selbstverständlich zum Herbstfest gehören wird, weiß niemand. Für den Wirtschaftlichen Verband wird es jedenfalls nicht leichter, die Balance zwischen Sicherheit, Bezahlbarkeit und dem Charakter des Festes zu halten.

Und vielleicht ist genau das die Frage, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen wird: Wie viel Sicherheit braucht ein Volksfest – und wie viel davon darf man spüren?
Denn es wäre paradox, wenn wir unsere Traditionen zwar erfolgreich schützen, sie dabei aber so verändern, dass sie irgendwann nicht mehr das sind, was wir eigentlich bewahren wollten.

Liebe Grüße aus der Redaktion

Karin

Ein Knopfdruck zur Security: Neues Sicherheitskonzept fürs Rosenheimer Herbstfest

Ein Knopfdruck zur Security: Neues Sicherheitskonzept fürs Rosenheimer Herbstfest

Rosenheim – Wenn sich jemand auf einem Volksfest bedrängt fühlt oder eine Situation unangenehm wird, ist Hilfe nicht immer sofort in Sichtweite. Genau hier setzt ein neues Sicherheitskonzept an, das beim Rosenheimer Herbstfest in diesem Jahr erstmals auf dem gesamten Festgelände zum Einsatz kommt: Mit einem Knopfdruck über die App SafeNow können Besucher und Mitarbeiter die Security alarmieren.

Vorgestellt wurde das Konzept bei der traditionellen Wiesn-Pressekonferenz im Glückshafen auf der Loretowiese. Die WV-Veranstaltungs GmbH hat dafür eine auf drei Jahre angelegte Kooperation mit der SafeNow GmbH geschlossen.

Die Idee entstand nach einem persönlichen Erlebnis

Entwickelt wurde SafeNow vom Münchner Unternehmer Tilman Rumland. Die Idee dazu entstand nach einem persönlichen Erlebnis: Eine damalige Freundin von ihm wurde in einem Nachtclub von einem Mann verfolgt und sexuell bedrängt. Sicherheitspersonal war zwar vor Ort, bekam die Situation aber nicht rechtzeitig mit.
Rumland wollte deshalb eine Möglichkeit schaffen, mit der Menschen in einer solchen Situation schnell und möglichst unauffällig Hilfe anfordern können. Daraus entstand die SafeNow-App.

Das Prinzip: Über einen Button auf dem Smartphone wird ein Alarm ausgelöst. In einer sogenannten SafeNow Zone erhält das zuständige Sicherheitspersonal die Meldung und den Standort der Person und kann sich dorthin auf den Weg machen.

Vom Fahrgeschäft bis ins Festzelt

Beim Rosenheimer Herbstfest wird in diesem Jahr nach Angaben des Veranstalters erstmals das gesamte Festgelände zur SafeNow Zone. Dazu gehören die Fahrgeschäfte ebenso wie die Festzelte und Festhallen von Flötzinger, Tatzlwurm, Auerbräu, Johan Auer, Proseccostadel und Franz am Wiesntor.

Für die Besucher bedeutet das: Wer sich unwohl fühlt oder Unterstützung durch die Security benötigt, kann über die kostenlose App einen Alarm auslösen. Statt selbst einen Sicherheitsmitarbeiter suchen zu müssen, wird dieser gezielt zu der betreffenden Stelle gerufen.

Für medizinische Notfälle oder akute Gefahren bleiben Polizei und Rettungsdienst zuständig. SafeNow ist als zusätzliche Möglichkeit gedacht, das Sicherheitspersonal des Herbstfestes zu erreichen.

Auch die Bedienungen werden eingewiesen

Nicht nur die Besucher sollen die Funktion nutzen können. Auch die Bedienungen in den Festzelten werden in die App eingewiesen.
Das kann beispielsweise dann hilfreich sein, wenn ein Gast aggressiv wird, einer Bedienung zu nahe kommt oder sich eine Situation unangenehm entwickelt. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter muss dann nicht erst selbst nach der Security suchen, sondern kann den Alarm auslösen.

Dabei geht es auch um den Selbstschutz der Beschäftigten. Die Security soll bereits dann hinzugezogen werden können, wenn eine Situation aus Sicht des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin problematisch wird – und nicht erst, wenn tatsächlich etwas passiert ist.

Was ist mit Fehlalarmen?

Bei der Vorstellung des Konzepts kam auch die Frage auf, was passiert, wenn Besucher den Knopf ohne Grund oder aus Spaß drücken. Rumland sieht darin nach eigenen Angaben kein großes Problem. Mit Missbrauch habe man bislang keine Schwierigkeiten gehabt. Die Security sei ohnehin auf dem Gelände unterwegs. Wenn sie aufgrund eines Alarms zu einer Stelle gehe und dort keinen weiteren Handlungsbedarf feststelle, sei das aus seiner Sicht kein Problem. Seine Haltung: Lieber einmal zu viel nachschauen, als einmal zu wenig und dadurch passiert etwas.

Wie häufig die Funktion beim Rosenheimer Herbstfest tatsächlich genutzt wird und wie sich das System im laufenden Festbetrieb bewährt, wird sich allerdings erst zeigen.

Auch Freunde und Familie können alarmiert werden

SafeNow lässt sich auch außerhalb einer SafeNow Zone nutzen. Über eine Gruppenfunktion können Nutzer Familie, Freunde oder Kollegen hinterlegen. Wird ein Alarm ausgelöst, erhalten die ausgewählten Kontakte eine Benachrichtigung und können den Standort sehen.

Nach Angaben des Anbieters wird die App inzwischen von mehr als einer Million Menschen weltweit genutzt. SafeNow kommt unter anderem bei Veranstaltungen, in Stadien und Unternehmen zum Einsatz. Auch auf dem Münchner Oktoberfest gibt es bereits SafeNow-Zonen.
Beim Rosenheimer Herbstfest ist nun das komplette Festgelände einbezogen. Die Kooperation zwischen der WV-Veranstaltungs GmbH und SafeNow ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Ob der digitale Hilferuf für die Besucher und Beschäftigten tatsächlich zu einem häufig genutzten Instrument wird, dürfte sich im Laufe des Herbstfestes zeigen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Bäckerei Buchecker, Rosenheim, 1970

Bäckerei Buchecker, Rosenheim, 1970

Rosenheim – Auf der historischen Aufnahme sehen wir das Café Buchecker in der Münchener Straße in Rosenheim. Große Fenster, parkende Autos am Straßenrand, Passanten im typischen Look der damaligen Zeit – und mittendrin ein Café, das über Jahrzehnte zu den bekannten Treffpunkten der Rosenheimer Innenstadt gehörte.

Wer damals im Café Buchecker im ersten Stock saß, hatte dabei einen besonderen Logenplatz. Durch die großen Fenster ließ sich das Treiben auf der Münchener Straße beobachten. Direkt gegenüber lag der Salingarten. Ein bisschen Kaffeehaus, ein bisschen Stadtbeobachtung – und vermutlich gab es in Rosenheim wenige Orte, an denen man gemütlicher schauen konnte, was draußen gerade so los war.

Vom kleinen Caféstüberl zum beliebten Treffpunkt

Die Geschichte des Hauses reicht allerdings noch deutlich weiter zurück als unser Foto. 1868 erhielt Franz Xaver Buchecker die Genehmigung, an der Münchener Straße 14 eine Bäckerei einzurichten. Damals war die Umgebung noch deutlich weniger großstädtisch geprägt als später.
Als um 1896 der prachtvolle Gillitzerblock entstand, passte das ursprüngliche Buchecker-Gebäude nicht mehr recht zum neuen Umfeld. 1899 wurde es deshalb abgerissen und durch ein vierstöckiges Gebäude ersetzt.

Die Cafékultur zog erst viel später ein. 1956 entstand zunächst ein kleines „Caféstüberl“ im Erdgeschoss. Den großen Auftritt bekam Buchecker dann 1965: Im ersten Stock wurde das Terrassencafé mit seinen markanten großen Fensterflächen eingerichtet. Genau dieses Café sehen wir auf der Aufnahme von 1970.

Über Jahrzehnte war es ein beliebter Treffpunkt für ganz unterschiedliche Generationen. Hier traf man sich zum Kaffee und Ratschen, zur Mittagspause, während einer Freistunde oder zum Klassentreffen. Und natürlich konnte man dabei wunderbar beobachten, was sich auf der Münchener Straße abspielte.

Eine Straße, die heute anders aussieht

Auch außerhalb des Cafés hat das Foto einiges zu erzählen. Die Autos stehen dicht am Straßenrand, Menschen gehen über die Gehwege – und allein bei Kleidung und Fahrzeugen lässt sich erahnen, dass hier inzwischen mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen ist. Die Münchener Straße wirkt auf dem Schwarz-Weiß-Foto zugleich vertraut und fremd. Der Blick auf das Café macht dabei besonders deutlich, wie sehr sich das Rosenheimer Stadtbild verändert hat.

Das Café Buchecker selbst blieb noch viele Jahrzehnte Teil davon. Erst im August 2014 schloss es endgültig seine Türen. Damit endete auch die Geschichte des Backbetriebs Buchecker, der an diesem Standort seit 1868 bestanden hatte.
Heute erinnert vor allem der Blick auf historische Aufnahmen daran, wie selbstverständlich das Café einst zum Rosenheimer Alltag gehörte. Wer damals hinter den großen Fenstern saß, konnte den Trubel auf der Münchener Straße beobachten. Heute beobachten wir aus der Distanz eines alten Fotos die Menschen, Autos und das Café – und bekommen für einen Moment einen Logenplatz im Rosenheim des Jahres 1970.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

Lebkuchen Ende August: Wer kauft die eigentlich schon?

Lebkuchen Ende August: Wer kauft die eigentlich schon?

Rosenheim / Deutschland – In Rosenheim stehen die ersten Lebkuchen, Spekulatius und andere Weihnachtssüßigkeiten wieder in den Regalen. Dabei fühlt sich der August eigentlich noch nach Sommer an. Wer greift jetzt schon zu – und wann beginnt die große Zeit für Lebkuchen und Co. tatsächlich? Ein Blick auf die Zahlen zeigt Überraschendes.

Kaum neigt sich der Sommer dem Ende zu, beginnt in den Supermärkten die Weihnachtszeit. Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und andere saisonale Süßigkeiten sind bereits Ende August vielerorts erhältlich. Für viele Verbraucher fühlt sich das erstaunlich früh an. Doch die Verkaufszahlen zeigen: Die große Lebkuchenzeit ist im August noch längst nicht erreicht.

Nur wenige kaufen schon im August

Nach einer YouGov-Befragung aus dem Jahr 2025 kaufen gerade einmal 4 Prozent der Deutschen Weihnachtsgebäck bereits im August. 5 Prozent beginnen im September damit, 15 Prozent im Oktober. Die größte Gruppe wartet bis November: 45 Prozent gaben an, ab diesem Monat Weihnachtsgebäck zu kaufen. Weitere 20 Prozent beginnen erst im Dezember.
Für die Untersuchung wurden vom 29. August bis 1. September 2025 insgesamt 2.021 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert.

Das bedeutet: Auch wenn die Lebkuchen Ende August bereits prominent in den Regalen liegen, gehört nur eine kleine Minderheit zu den frühen Käufern.

November und Dezember sind die stärksten Monate

Noch deutlicher wird es beim Blick auf tatsächliche Einkaufsdaten. Das YouGov Shopper Panel wertete die Käufe von Weihnachts-Saisongebäck für die Jahre 2019 bis 2024 aus. Im Durchschnitt entfielen dabei 38 Prozent des Jahresabsatzes auf den November und 36 Prozent auf den Dezember. Der Oktober kam auf 18 Prozent.
Auch die konkreten Zahlen für 2024 zeigen, wann die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht: Im November wurden laut YouGov rund 177 Millionen Packungen Weihnachts-Saisongebäck gekauft, im Dezember waren es weitere 159 Millionen Packungen.
Beim Umsatz war ebenfalls der November der stärkste Monat. Hier wurden rund 477 Millionen Euro mit Weihnachts-Saisongebäck umgesetzt, im Dezember waren es 368 Millionen Euro.

Der August spielt dagegen beim tatsächlichen Weihnachtsgebäck-Konsum nur eine sehr kleine Rolle.

Im Herbst nimmt die Nachfrage zu

Ganz ohne Käufer bleiben Lebkuchen und Co. im Spätsommer allerdings nicht. Die YouGov-Auswertung zeigt, dass September und Oktober inzwischen durchaus wichtige Monate für das saisonale Geschäft sind.
Zwischen 2019 und 2024 stieg die Zahl der Käufer von Weihnachtsgebäck im September um 10,3 Prozent auf 10,8 Millionen Menschen. Im Oktober waren es 2024 rund 19,9 Millionen Käufer – 7,3 Prozent mehr als 2019.

Die eigentliche Weihnachtsgebäck-Saison beginnt also langsam im Herbst, ihren Schwerpunkt hat sie aber erst deutlich später.

Wird Weihnachten immer früher?

Der Eindruck, dass Lebkuchen jedes Jahr früher in den Regalen auftauchen, ist offenbar nicht so eindeutig, wie es angesichts der sommerlichen Temperaturen scheint. YouGov berichtete bereits 2021 davon, dass Weihnachtsgebäck teilweise schon Ende August beziehungsweise Anfang September angeboten wird. Auch in den folgenden Untersuchungen wird dieser Zeitraum als üblicher Saisonstart genannt.

Dass uns die Lebkuchen Ende August trotzdem besonders früh vorkommen, könnte auch daran liegen, dass sich der Verkaufsstart mit einer Zeit überschneidet, in der draußen häufig noch sommerliche Temperaturen herrschen. Weihnachtsmänner und Lebkuchen wirken zwischen Badehose und Freibadbesuch eben auffälliger als im November.

Produziert wird für Weihnachten schon im Sommer

Dass die Ware bereits Ende August in den Regalen liegt, hat zudem einen ganz praktischen Grund. Die Produktion läuft lange vorher an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2024 rund 81.000 Tonnen Lebkuchen in Deutschland produziert. 32 Prozent der Jahresproduktion entfielen dabei bereits auf die Monate Juli bis September.
Die Hersteller fahren ihre Produktion im dritten Quartal entsprechend hoch, damit die Ware rechtzeitig für die Saison im Handel zur Verfügung steht.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)