Wechsel an der Spitze der GRWS: Dr. Uwe Heller ist der neue Geschäftsführer

Wechsel an der Spitze der GRWS: Dr. Uwe Heller ist der neue Geschäftsführer

Rosenheim – Zwölf Jahre war Stefan Ludwig Geschäftsführer bei der Rosenheimer Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft (GRWS). Mit Beginn des Jahres 2024 übergab er an seinen Nachfolger Dr. Uwe Heller. Auch für den neuen GRWS-Geschäftsführer hat die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und lebenswerten Quartieren in Rosenheim oberste Priorität

Dr. Uwe Heller

Dr. Uwe Heller. Foto: re

Dr. Uwe Heller wurde im sauerländischen Olpe am Biggersee geboren. An der TU Darmstadt studierte er Wirtschaftsingenieurwesen. Es folgte ein Promotionsstudium zum Thema „Immobilienmanagement in Nonprofit Organisationen“ und damit zog es ihn nach München zur TU.
In Anschluss an die Promotion arbeitete er zwei Jahre in einer Unternehmensberatung, bevor er auf eine Stelle im Erzbistum München und Freising aufmerksam wurde. In den 13 Jahren seiner Tätigkeit für die Erzdiözese, zuletzt als Leiter des Bereichs Immobilien, führten ihn viele Ortstermine nach Rosenheim, beispielsweise erst jüngst anlässlich der Sanierung und Erweiterung des Kapuzinerklosters St. Sebastian verbunden mit der Umnutzung zu studentischem Wohnen.

Mit der Übernahme der Geschäftsführung der GRWS zu Beginn dieses Jahres hat Dr. Uwe Heller seinen Arbeitsmittelpunkt nach Rosenheim verlagert. „Rosenheim ist eine ausgesprochen reizvolle, lebendige und liebenswerte Stadt, in der es sich gut leben und wohnen lässt“, freut er sich. Analog zu seinem Vorgänger sieht er seine vorrangige Aufgabe darin, bezahlbaren Wohnraum und lebenswerte Quartiere zu schaffen und zu erhalten. „Ich finde es sehr bemerkenswert, mit welcher Kontiniutät die GRWS in den vergangenen Jahren große Bauprojekte umgesetzt und bezahlbaren Wohnraum signifikant neu geschaffen hat. Das ist gerade in jüngster Zeit mit explodierenden Bau- und Finanzierungskosten keine Selbstverständlichkeit und zeugt von hoher Kompetenz und Erfahrung des gesamten GRWS-Teams.“

Weitere Neubauprojekte und Quartiersentwicklungen sind bereits in
Planung. Das Augenmerk richtet sich dabei in den kommenden Jahren auf die Endorfer Au. Der Rosenheimer Stadtteil soll weiterentwickelt, moderat nachverdichtet und insgesamt als Quartier aufgewertet werden: „Das ist eine große, aber auch sehr spannende Aufgabe.“

Zunächst will sich Heller einen Überblick über die mittelfristigen Aufgaben verschaffen. „Dazu zählt sicher auch die Erstellung eines Klimafahrplans“, so der GRWS-Geschäftsführer. „Hier haben wir, wie viele andere Bestandshalter, noch einen Weg vor uns“. Die GRWS hat rund 2000 Wohnungen im Bestand, die bis spätestens zum Jahr 2045, also in knapp 20 Jahren, klimaneutral sein sollen.“ Er sieht darin eine Chance, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Außerdem gehe es auch umso konkrete Dinge wie der Kommunikation mit den Mietern und Mietinteressenten. Unterstützung erhält er von seinem Vorgänger Stefan Ludwig, der auch weiterhin beratend und projektbezogen für die GRWS tätig sein wird.
(Quelle: Pressemitteilung GRWS / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rückgang bei neuen Wohngebäuden in Bayern um 24,7 Prozent

Rückgang bei neuen Wohngebäuden in Bayern um 24,7 Prozent

Rosenheim – Weniger Wohnungsbaugenehmigungen in Bayern 2023 gegenüber Vorjahr: Laut Bayerisches Landesamt für Statistik liegt der Rückgang bei neuen Wohngebäuden bei 24,7 Prozent und bei Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden bei 11,3 Prozent.

Schweinfurt –  Nach vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Baugenehmigungsstatistik werden in Bayern im Jahr 2023 insgesamt 58 732 Wohnungsbaugenehmigungen (einschließlich Genehmigungsfreistellungen) erteilt. Nach Auskunft der Fachgruppe im Bayerischen Landesamt für Statistik ist die Zahl der zum Bau freigegebenen Wohnungen um 17 901 beziehungsweise 23,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen.
Mit 31 131 Baufreigaben sollen fast zwei Drittel der in neuen Wohngebäuden geplanten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstehen. Im Vorjahresvergleich reduzieren sich die Wohnungsbaugenehmigungen bei Mehrfamilienhäusern mit einem Minus von 19,2 Prozent auch weniger deutlich als bei Einfamilienhäusern mit 35,7 Prozent und bei Zweifamilienhäusern mit 49,1 Prozent. Bei den Wohnungen in Wohnheimen wird dagegen eine Zunahme von 1 273 Baugenehmigungen beziehungsweise 80,0 Prozent registriert.

Der Blick auf die Regierungsbezirke und Kreise zeigt über alle Regierungsbezirke hinweg sowie bei den Landkreisen Abnahmen der Baugenehmigungen um zehn bis über 40 Prozent (Niederbayern, Unterfranken). Die kreisfreien Städte verzeichnen hingegen mit einem Plus von 4,3 Prozent und insbesondere die Großstädte mit einem Plus von 8,8 Prozent ein Wachstum, was auf mehr Wohnungsbaugenehmigungen für Wohnheime und Mehrfamilienhäuser zurückzuführen ist.
(Quelle: Pressemitteilungen Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

In Prien am Chiemsee entstehen 12 neue Wohnungen

In Prien am Chiemsee entstehen 12 neue Wohnungen

Prien / Landkreis Rosenheim – In Prien am Chiemsee entstehen 12 neue Wohnungen. Bauherr ist die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Rosenheim. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.

Rosenheims Landrat Otto Lederer, Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Rosenheim mbH, brachte es auf den Punkt. „Die Wohnungsbaugesellschaft hält an ihrem Fahrplan fest. Im Jahr 2020 wurde die Wohnanlage in Wasserburg am Inn mit 16 Wohnungen fertiggestellt, 2022 erfolgte die Einweihung der zwei Wohngebäude in Kiefersfelden mit 21 Wohnungen. Im Jahr 2024 ist die Fertigstellung des neuen Wohngebäudes in Prien am Chiemsee mit 12 Wohneinheiten geplant. 

Trotz Corona und Ukrainekrieg wird laut Geschäftsführer Karl Seidl die GmbH auch bei diesem dritten Folgeprojekt den Zeit- und Kostenrahmen wieder einhalten“.

Diese Aussage des Aufsichtsratsvorsitzenden fand Zustimmung bei allen Kollegen im Aufsichtsrat. „Ich bin stolz, dabei zu sein“, sagte Harald Kraus, Vorstand der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. „Im kommenden Jahr haben wir dann in wenigen Jahren den Wohnungsstand von 44 Wohnungen auf 93 Wohnungen gesteigert“. „Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Heutzutage die Kostenvorgabe und den Zeitplan einzuhalten, ist keine einfache Aufgabe.“ Dies war die Aussage von Mischa Schubert, Vorstandsvorsitzender der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg a. Inn.

Priens Erster Bürgermeister, Andreas Friedrich, sprach dem Landrat und dem Geschäftsführer Dank und Anerkennung aus. „Dies ist ein Bau in einem sensiblen Bereich. Der Gemeinderat unterstützte das Bauvorhaben, weil die öffentliche Hand, Landkreis und die beiden Sparkassen, hinter der GmbH stehen. Ich hoffe, dass es mit dem bisherigen positiven Verlauf weiter geht.“

Entstehen werden Sozialwohnungen und bezahlbarer Wohnraum

Geschäftsführer Karl Seidl durfte für diesen aktuellen Neubau in Prien a. Chiemsee  zahlreiche Gäste zum Richtfest begrüßen. Errichtet werden 12 Wohnungen, davon 6 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau. Es werden Sozialwohnungen und bezahlbarer Wohnraum für den freien Markt geschaffen. Die Wohnungen sind zwischen 55 und 72 Quadratmeter groß und alle barrierefrei. Das Gebäude verfügt über einen Aufzug. Aktuell entstehen 18 Stellplätze als Interimslösung. In den Folgejahren ist ein Bauabschnitt mit weiteren drei Wohngebäuden und einer Tiefgarage geplant.
Das Gebäude wurde vom Architekturbüro PSA (Pfletscher und Steffan) in München geplant. Mit den Auftragsvergaben und der Bauausführung ist das bewährte Architekturbüro Schindler aus Rosenheim beauftragt, mit dem auch schon die Anlagen in Wasserburg am Inn und Kiefersfelden komplett geplant und errichtet wurden.

Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Rosenheim mbH mit den Gesellschaftern Landkreis Rosenheim, Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling sowie Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg am Inn verfügt im Bestand aktuell über 81 Wohnungen in Bad Aibling, Wasserburg am Inn, Kiefersfelden und Prien am Chiemsee.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim, zeigt Rosenheims Landrat Otto Lederer (links) und Karl Seidl, Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH, bei der Besichtigung des Rohbaus). 

„Bauprojekt liegt im Zeitplan“

„Bauprojekt liegt im Zeitplan“

Rosenheim – Mit dem GRWS-Bauprojekt „Wohnen An der Kaltenmühle“ geht es in Sachen verfügbarer Wohnraum in Rosenheim ein gutes Stück weiter voran. Rund 300 Menschen werden dort zukünftig in 106 Wohnungen ein neues Zuhause finden. Der Spatenstich erfolgte im August 2022. Nun wurde zusammen mit Handwerkern, Architekten und Vertretern aus Stadtverwaltung und Politik Richtfest gefeiert.

Die Richtkrone wird mittels Kran in die Höhe befördert. Foto: Innpuls.me

Die Richtkrone wurde mittels Baukran in die Höhe befördert. Fotos: Innpuls.me

Hans Obermeyer verliest den Richtspruch vor den Gästen. Foto: Innpuls.me

Hans Obermeyer übernahm den Richtspruch und der fiel durchaus ausführlich aus.

„Das gesamte Bauprojekt ist aktuell im Zeitplan“, informierte GRWS-Geschäftsführer Stefan Ludwig die Gäste. Die Freude darüber ist groß, denn die Rahmenbedingungen für dieses Bauprojekt waren – und sind es immer noch – angesichts extremer Preissteigerungen, Materialengpässen und stark angestiegenen Finanzierungskosten eine sehr, sehr große Herausforderung. „Es dürfte eines der wirtschaftlich anspruchsvollsten und schwierigsten Bauprojekte in der fast 40jährigen Geschichte der GRWS werden“, so Ludwig. Ohne Unterstützung und großzügige Förderung von Bund und Land, so mahnte Ludwig, wird bezahlbares Wohnen zukünftig nicht mehr zu stemmen sein. Auch der Gesetzgeber ist aufgefordert, die technischen Anforderungen nicht ständig weiter zu erhöhen.“ „Wir hoffen, dass sich der Mut lohnt, vor allem angesichts der Tatsache, dass viele Bauträger sich derzeit zurückhalten“, so Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März in seiner Rede.  Die zeitlichen Vorgaben konnten auch Dank des gut eingespielten portugiesischen Bautrupps der Rosenheimer Baufirma Pfeiffer weitgehend eingehalten werden. „Die portugiesischen Arbeiter haben ganze Arbeit geleistet und auch Wind und Wetter nicht gescheut“, weiß Rosenheims Stadtoberhaupt. Sein Dank geht neben allen direkt  am Bau Beteiligten an die Rosenheimer Architekten Hamberger und Kreupl: „Sie haben ein dem Standort angepasstes spannendes architektonische Konzept entwickelt, das viele Dinge an einem herausfordernden Standort unter einen Hut gebracht hat“.
Mit der Realisierung dieses Projekts erwartet Andreas März eine weitere Entspannung am Rosenheimer Wohnungsmarkt. „Mit 106 Wohnungen, darunter 1-, 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen und damit Platz für rund 300 Menschen trägt das Projekt wesentlich dazu bei, den Wohnungsbedarf in unserer Stadt weiter zu decken“, so Rosenheims Oberbürgermeister.
Das neue Stadtquartier entsteht auf rund 9.000 Quadratmetern Grund. Die Bausumme beläuft sich (Stand Mai 2022) auf rund 34 Millionen Euro.

GRWS schafft dringend benötigten Wohnraum

Die Initiative für die Entstehung des neuen Stadtteils – er umfasst Wohnungen und gewerbliche Nutzungen – ging von der Pfarrkirchener RMI-Unternehmensgruppe aus. Die privaten Investoren arbeiten bei diesem Bauvorhaben mit dem städtischen Wohnungsbauunternehmen GRWS zusammen, um die angestrebte städtebauliche Vielfalt und Ausgewogenheit zu erreichen. In diesem „urbanen Mix“ ist die GRWS für den Wohnungsbau und die sozialen Einrichtungen – dem bereits bestehenden Stadtteilbürgerhaus Happing und dem Jugendtreff Chill Mill – zuständig. Die Stadt Rosenheim selbst realisiert eine Kindertagesstätte im Bebauungsplangebiet.

Im August 2022 hat sich die GRWS für den Start des Bauprojekts entschieden, um damit unter anderem auch eine Überlastung der Erschließungswege während der Bauzeit zu vermeiden. Das Wohnbauvorhaben gliedert sich in zwei voneinander getrennte Teilbereiche und umfasst insgesamt sechs Häuser: Fünf Mehrfamilienhäuser gruppieren sich um einen Innenhof, unter dem sich die gemeinsame Tiefgarage befindet. Das sechste Haus liegt schräg gegenüber der Erschließungsstraße mit eigener Tiefgarage.

Gelungenes Farbkonzept und vertikale Begrünung der Wände setzt Akzente

Der Rohbau steht. Das Richtfest markiert etwa die Halbzeit des Bauprojekts. Nun geht es an den Innenausbau und schließlich an die Gestaltung der Fassaden. Das Farbkonzept liegt bereits vor. Erstellt wurde es ebenfalls von dem Rosenheimer Architekturbüro Hamberger und Kreupl. „Ein sehr guter, gelungener Entwurf, der an dieser Stelle genau die richtigen Akzente setzt“, verrät Stefan Ludwig. Helle Grundfarben nehmen den Gebäuden optisch an Dominanz und Höhe und schaffen einen freundlichen, unaufdringlichen Charakter. Dezente Farbakzente, ein spielerischer Umgang mit den Farbnuancen strukturieren die Gebäude und die einzelnen Wohnebenen. Dabei wird gekonnt mit unterschiedlichen Farbabstufungen gespielt. Eine architektonische Besonderheit beim „Wohnen An der Kaltenmühle“ werden die Laubengänge und die vertikalen Wandbegrünungen direkt an den Sichtbetonwänden der Treppenhäuser sein.

Fertigstellung und Bezug ist in sechs Bauabschnitten geplant

Fertigstellung und Bezug der neuen GRWS-Wohnanlage ist zwischen September 2024 und März 2025 in sechs Bauabschnitten geplant.
(Quelle: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

Weniger neue Wohnungen in Rosenheim

Weniger neue Wohnungen in Rosenheim

Rosenheim – Neues Wohnen in Rosenheim: Im vergangenen Jahr wurden in Rosenheim insgesamt 130 Wohnungen neu gebaut – darunter 44 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind laut IG Bau 19 Wohnungen weniger als im Vorjahr, die sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft. Die Gewerkschaft fordert einen „Booster für den Neubau“.

Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihen- und Mehrfamilienhäuser: Insgesamt investierten die Bauherren im vergangenen Jahr in Rosenheim rund 27,9 Millionen Euro für den Wohnungsneubau. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU Oberbayern beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

„Toxischer Mix für den Wohnungsbau“

Für das laufende Baujahr warnt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Harald Wulf vor einem weiteren Abwärtstrend: „Bauvorhaben werden auf Eis gelegt. Denn hohe Baukosten treffen auf hohe Zinsen und hohe Hürden beim Bauen durch staatliche Auflagen und Vorschriften. Das ist ein toxischer Mix für den Wohnungsbau.“ Die Kaufpreise beim Neubau seien längst „aus den Fugen geraten“ und die Mieten „klettern enorm nach oben“ – vor allem bei neu gebauten Wohnungen.
Entscheidend sei jetzt, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Oberbayern, Harald Wulf.

„Booster für den Neubau“

Gebraucht werde jetzt ein „Booster für den Neubau“ von sozialen und bezahlbaren Wohnungen. Wulf appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich in Berlin für ein „massives Aufstocken der Fördergelder“ stark zu machen. Aber auch das Land Bayern sei mehr gefordert.
„Für mehr Sozialwohnungen und für mehr bezahlbare Wohnungen muss der Staat – müssen Bund und Länder – bis 2025 mindestens 72 Milliarden Euro in die Hand nehmen“, sagt Harald Wulf. Der Gewerkschafter beruft sich dabei auf Berechnungen von zwei Wohnungsbau-Studien, die die IG BAU beim Pestel-Institut (Hannover) und beim Bauforschungsinstitut ARGE (Kiel) mit in Auftrag gegeben hat.

Konkret werde ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau benötigt. „Nur dann kann es noch klappen, bundesweit 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr zu bauen“, so der IG BAU-Bezirkschef. Zusätzlich seien 22 Milliarden Euro für den Neubau von 60.000 bezahlbaren Wohnungen dringend erforderlich. Davon profitiere schließlich auch Rosenheim.

IG Bau fordert „schlankeres Baugesetzbuch“

Außerdem drängt die IG BAU auf ein „schlankeres Baugesetzbuch“: „Es geht um das Durchforsten von Gesetzen, Verordnungen und Normen, auf das die Branche seit Jahren wartet. Das muss jetzt passieren – und nicht irgendwann im nächsten Jahr“, fordert Wulf.
(Quelle: Pressemitteilung IG Bau / Beitragsbild: IG Bau)

Wohnungsbau der Zukunft

Wohnungsbau der Zukunft

Kolbermoor / Landkreis Rosenheim – Wie schaffen wir nachhaltigen Wohnraum? Wie werden wir in Zukunft bauen? Diesen Fragen stellte sich der bayerische Bauminister Christian Bernreiter auf Einladung der Mittelstandsunion sowie der CSU-Kreisverbände Rosenheim Stadt und Land in einem Vortragsabend zusammen mit Experten aus der Baubranche. „Schneller und nachhaltiger Wohnungsbau, mehr Mut und Offenheit, neue Wege zu gehen“ sind die Kernforderungen von Minister, Referenten und der beiden Landtagskandidaten Daniel Artmann und Sebastian Friesinger.

Otto Lederer, Dr. Max von Bredow, Daniel Artmann, Christian Bernreiter, Mike Edelmann. Foto: CSU

Bei der Diskussion mit dabei, von links: Otto Lederer, Dr. Max von Bredow, Daniel Artmann, Christian Bernreiter, Mike Edelmann. Fotos: CSU

„Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit, aber Berlin handelt nicht danach“, stellte Bauminister Christian Bernreiter zu Beginn seiner Rede klar. Während der Bund die Mittel und Maßnahmen für den Wohnungsbau drastisch reduziert und die Zukunft im Sanieren sieht, erhöht Bayern seine Fördermittel im kommunalen, staatlichen und privaten Wohnungsbau, führt der Minister fort und ergänzt zur staatlichen Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim: „Wir bauen diese 10.000 Wohnungen! Und wir können stolz sein“, so Bernreiter mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit im Bauen, „denn die ganz Industrie ist auf dem Weg dazu, CO2 drastisch zu reduzieren“.

Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter. Foto: CSU

Der Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr Christian Bernreiter bei seinem Vortrag.

Wie nachhaltiges und langlebiges Bauen funktionieren kann, präsentiert der Architekt Christoph von Oefele mit Wohnungsbauprojekten aus Holz: „Wir müssen nichts neu erfinden, viele der heutigen Themen gab es schon. Wir müssen wieder zurück zum einfachen Bauen“, ist Christoph von Oefeles Credo.
Eine CO2-freie Zukunft des Bauens mit Beton prognostiziert Mike Edelmann, Geschäftsführer des Rohrdorfer Zementwerks. Rohrdorfer ist laut Edelmann mit Vollgas dahinter, um bis spätestens 2040 CO2-neutral zu sein. „Mit der deutschlandweit ersten CO2-Rückgewinnungsanlage leisten wir hier Pionierarbeit und erhalten CO2, mit dem man auch Bier produzieren könnte. Deutschland wird auch später noch CO2 brauchen und das kann und soll dann aus der Region kommen“, so Edelmann.
Ergänzend zur Frage nach nachhaltigen Baustoffen ist die Schaffung von Wohnraum durch Nachverdichtung und Aufstockung ebenfalls essentiell für das Bauen der Zukunft. „Wir haben im Landkreis Orte, in denen teilweise 1,75 Personen in Einfamilienhäusern leben und Baugrund immer teurer wird. Durch Aufstockung und das Anheben von Dachstühlen können wir hier deutlich mehr Wohnraum schaffen“, erläutert Zimmer- und Kreishandwerkermeister Rudi Schiller. „Unser heimisches Handwerk bietet hier die ideale Komplettlösung“, so Schiller weiter.

Experimentelles Bauen ein „Lichtblick“

„Wir müssen offener sein: Gerade jetzt brauchen wir schnell bezahlbaren Wohnraum und gerade jetzt sind viele auf dem Weg zukunftsfähige und innovative Lösungen für das Bauen der Zukunft zu entwickeln“, stellt Rosenheims 2. Bürgermeister und Landtagskandidat Daniel Artmann fest. Die neue Gebäudeklasse E des Freistaats für experimentelles Bauen, welche für Architekt von Oefele „ein Lichtblick“ ist, soll hier neue Wege und Abweichungen von alten Normen leichter möglich machen, erläutert Staatsminister Bernreiter.
„Es ist der Mix“, dieser Aussage von Landtagskandidat und Bezirksrat Sebastian Friesinger schließen sich alle Diskussionsteilnehmer unter der Moderation von Dr. Max von Bredow an: Jeder Baustoff habe seine Berechtigung und seine Vorteile, deswegen brauche es die Mischung aus den Materialien. Um vor Ort, in Stadt und Land, die besten Lösungen für die Gewinnung von Wohnraum zu finden, müsse zudem die kommunale Planungshoheit laut Friesinger und Bernreiter vor Ort bleiben.
„Wir müssen die Mittelschicht wieder besser erreichen, wir müssen das Thema Eigentum stärken!“, stellte Daniel Artmann außerdem klar „und in unserer Region, vor allem im ländlichen Raum, Wohnraum für die Jugend schaffen“, ergänzt Sebastian Friesinger, „denn die Jugend ist die Zukunft – und um diese Zukunft geht es!“
(Quelle: Pressemitteilung CSU / Beitragsbild, Fotos: CSU)