Kaninchen richtig zusammenführen

Kaninchen richtig zusammenführen

Rosenheim / Bayern / Deutschland – Am liebsten im Team. Kaninchen leben gern mit ein oder zwei Artgenossen zusammen und bilden eine feste Hierarchie in ihrer Gruppe. Kommt ein neuer Hoppler in die Runde, kann die Rangordnung auf die Probe gestellt wurden. Hier Tipps und Kniffe für Kaninchen-Halter vom Industrieverband Heimtierbedarf.

Für Kaninchen ist die Haltung als Partnertiere oder kleine Gruppe unbedingt erforderlich, damit sie ihr natürliches Verhalten zeigen können. Neben der Kommunikation untereinander zählen dazu beispielsweise auch gegenseitige Fellpflege und gemeinsames Spielen.
Wer sich die ersten Kaninchen zulegen möchte, sollte daher sofort mindestens paarweise denken. Wenn man weitere Kaninchen aufnehmen möchte oder einen neuen Partner für ein Einzeltier sucht, muss man sich darauf vorbereiten, die Tiere zu vergesellschaften. Damit sie sich gut vertragen, sollten Halter darauf achten, dass die Neuankömmlinge zur Gruppe passen und es ausreichend Zeit zur Gewöhnung aneinander gibt.

Gleich und gleich gesellt sich gern

Schon bei der Auswahl der einzelnen Tiere können Halter möglichst gute Startbedingungen schaffen. „Am einfachsten klappt es in der Regel, wenn die Tiere etwa gleich alt und ähnlich groß sind. Hat man bereits ältere Kaninchen und möchte ein neues dazuholen, kann man auch gut ein Jungtier wählen, weil es in die bestehende Rangordnung hineinwächst und sich vielleicht erst später einmal behaupten will“, sagt Dr. Maximilian Reuschel, Tierarzt an der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Beginnt man ganz neu mit einem Pärchen aus Kaninchen-Jungtieren, dann wachsen diese in der Regel sehr problemlos in ihre neue Partnerschaft hinein.

Ein neutraler Start

Zieht ein neues Kaninchen ein, sollte es erst einmal ein bis zwei Wochen Zeit bekommen, sich von dem stressigen Umzug zu erholen. Vorhandene und neue Tiere werden dann für einige Zeit auf neutralem Gebiet zusammengeführt, weil dort keine Revieransprüche bestehen. Das kann etwa Freilauf im Badezimmer oder einem anderen Zimmer als gewohnt sein; bei geeigneten Temperaturen bietet sich aber auch ein Außengehege auf dem Balkon oder im Garten an. Dann müssen sich alle Tiere neu orientieren. Wichtig ist, dass ausreichend Platz ist, damit sie sich auch einmal zurückziehen können, aber nicht zu viel Platz, bei dem sie sich grundsätzlich aus dem Weg gehen könnten. Sackgassen, in denen ein Tier in die Enge getrieben werden kann, sollte man vermeiden.
„Diese Neutralität schwindet natürlich ein Stück weit, wenn ich schon eine größere vorhandene Gruppe habe und ein neues Kaninchen dazukommen soll. Dann ist zwar der Ort neutral, die alte Gruppendynamik bleibt aber bestehen. Und es kann durchaus sein, dass das neue Tier erst einmal ausgeschlossen wird“, sagt der Tierarzt. Bei einem neuen Tier für eine größere Gruppe sollte also immer wohl überlegt sein, ob das gerade passt.

Kämpfe um die Rangordnung

Allgemein geht es bei der Zusammenführung von Kaninchen oft relativ heftig zu. In Kämpfen tragen sie ihre Rangordnung aus. Entsprechend sollten alle Tiere vor der Vergesellschaftung vollständig bei Kräften und gesund sein. Gerade in den ersten Stunden sollte man regelmäßig nach dem Rechten sehen und bei Bedarf von zu heftigen Kämpfen ablenken. Solange keine Verletzungen entstehen, sollte man die Tiere aber nicht wieder trennen. Dr. Reuschel betont, dass das sogar kontraproduktiv sein könnte: „Diese Kämpfe gehören bei Kaninchen einfach dazu. Wenn ich die Tiere jetzt noch mal über Nacht trenne, dann müssen sie morgen fast von Neuem beginnen. Selbst wenn sie im selben Raum bleiben und sich noch riechen können, staut sich die Aggression dann auf, bis sie wieder zusammenkommen.“ Diese Art der Vergesellschaftung kann zwar funktionieren, ist in der Regel aber heftiger und dauert meist länger.
Haben die Kämpfe aufgehört und die Kaninchen sitzen ruhig zusammen und fressen nebeneinander, dann können sie in ihr gemeinsames Gehege einziehen. Kämpfe sollte es dort nur noch vereinzelt zu Beginn geben. Über die kommenden Wochen gewöhnen sich die Tiere noch weiter aneinander und wachsen als Gruppe zusammen.

Zeit und Geduld mitbringen

Wie lange die Vergesellschaftung dauert, unterscheidet sich mitunter stark von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Halter sollten daher Geduld mitbringen und die Tiere beobachten. Allerdings „können Kaninchen in seltenen Fällen auch einfach nicht-kompatibel sein. Das kennen wir unter uns Menschen ja auch. Wenn sich zwei sprichwörtlich nicht riechen können, dann kann man irgendwann nichts mehr tun und sollte den Stress beenden“, so der Experte.
Steht nach einer erfolgreichen Zusammenführung ein Tierarzttermin oder auch ein Aufenthalt in der Klinik für ein Kaninchen an, rät Dr. Reuschel, gleich alle Tiere mitzubringen. Sonst könnte eine neue Vergesellschaftung notwendig werden, wenn die Bande noch nicht stark genug sind.
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wie funktioniert Gruppendynamik?

Wie funktioniert Gruppendynamik?

Rosenheim – Regelmäßig schreibt der Rosenheimer Dr. Alexander Wurthmann M.A. auf Innpuls.me über ein psychologisches Thema und gibt Tipps, wie man damit umgehen kann. Diesmal geht es um die Gruppendynamik.

Portrait Alexander Wurthmann

Dr. Alexander Wurthmann M. A. Fotos: re

Zu Dr. Alexander Wurthmann: Der Rosenheimer mit rheinischen Wurzeln ist Sohn eines Schriftstellers. Er hat schon im Alter von 9 Jahren seine erste handgeschriebene Zeitung verfasst. Mitte der 70er Jahre studienhalber nach München. Abschlüsse in Politologie und Geschichte (Thomas Nipperdey). Oft als Reiseleiter in Japan und China. Dann viele Bildungsprojekte auf Bundes- und Länderebene gemanaged und schließlich fast 30 Jahre eine berufsbildende Schule betrieben. Nunmehr im fünften Jahr bei einer lebensberatenden Hotline im kirchlichen Bereich tätig und betreibt in Rosenheim eine Praxis für psychologische Beratung und Coaching.
Hier gibt es dazu weitere Infos: 

Spielfiguren - Gruppe von roten Spielfiguren. Abseits eine schwarze Spielfigur.

Wie funktioniert die Gruppendynamik?

„Klack“ macht der Mähroboter, als er gegen den Baum fährt, der in der Wiese im Garten steht. Dann setzt er etwas zurück und der Microchip in ihm entscheidet nach Zufallsprinzip, ob er sich nach rechts oder links dreht und um wieviel Grad. Dann geht es in einer anderen Richtung weiter bis zum nächsten „Klack“ und das ganze Zurückfahren und Wenden beginnt von vorne.

Zufallssteuerung funktioniert erstaunlich gut

Man glaubt es kaum, aber auf diese Weise schafft es der Mähroboter am zuverlässigsten das Abmähen der gesamten Rasenfläche. Das kann man sogar ausrechnen. Viel zu aufwändig wäre es, einen systematischen Mäh-Plan zu erstellen. Eine Bahn neben die andere zu legen. Wo und in welcher Richtung fängt man an, wie plant man die ganzen Hindernisse ein. Mit der Zufallssteuerung haben alle Grashalme die beste Chance, gemäht zu werden. Einige vermutlich mehrfach, aber alle kommen irgendwann dran.
Effektivität durch seelenlose Zufallssteuerung. Niemand sagt „Aber da ist noch ein Büschel, da musst du zuerst hin“. Oder „Ich will jetzt da hin, stell dich hinten an“. Erst wenn Lebewesen mit ihrer Psyche ins Spiel kommen, wird der Lauf der Dinge beeinflusst und das nennt sich dann Gruppendynamik.

Gleich hinter dem Zaun ist eine Wiese. Wenn sie hoch genug steht, weiden dort für kurze Zeit Schafe. Derzeit gut dreißig Stück. Mitsamt weiteren acht bis zehn Lämmern. Dort läuft der Mähvorgang ganz anders ab. Nicht nur, dass die zum Teil schon recht großen Lämmer einen Teil der Grasbeseitigung recht unorthodox durch Herumtoben und Heruntertrampeln erledigen. In der Abenddämmerung finden oft ausgiebige Lämmer-Jagden über die Wiese statt, bei der viele Haken geschlagen werden. Zufallskurven werden gezogen.
Manchmal wird gezielt gewendet. Dann dreht sich das vorne laufende Lamm halb um und legt beim Anblick der nächsten Verfolger eine scharfe Kurve zur anderen Seite ein. Nicht immer folgen ihm alle. Die wissen sicher, warum. Aber wissen die wirklich immer, warum? Da scheint auch viel unbefangener Spieltrieb zu wirken. Wenn ich mir das Treiben nebenan anschaue, frage ich mich ein um das andere mal „Warum machen die das jetzt?“

So ähnlich geht das auch mit der Beweidung durch die erwachsenen Schafe. Am anderen Ende der Wiese sind ein paar Büsche, die von unten so weit abgefressen wurden, dass fast alle Schafe im Schatten darunter Platz haben. Da liegen sie oft. Manchmal brechen zunächst einige zu uns herüber auf, dann folgen andere, Gras rupfend und kauend, bis alle an unserem Zaun angekommen sind. Die Nachzügler mit immer schnelleren Schritten.

„Schafe halten sich nicht an Pläne“

Dann löst es sich auf. Die Schafe zerstreuen sich. Einige grasen weiter, andere legen sich wiederkäuend hin, manche schlafen, manche rasen oder hüpfen wie wild. Manchmal löst es sich auch schon auf, bevor unser Zaun erreicht ist. Man kann wirklichen keinen Plan erkennen. Die Schafe halten sich nicht an Pläne. Manche Büschel bleiben länger stehen, als andere. Dann grasen einige wieder auf einer Stelle, bis alles ratzekahl ist.
Trotzdem kann man erkennen, wie sie nicht völlig zufallsgesteuert handeln. Oft reagieren sie aufeinander. Gruppendynamik. Manchmal ist der Wunsch zusammen zu stehen wohl einfach zu gross. Dann ziehen sie alle in kurzer Zeit in den Schatten unter die Sträucher.

Sogar das hinten rechts deutlich hinkende Schaf will nicht alleine bleiben. Es hatte zwar einen nicht überbietbaren Schattenplatz nahe dem Gebäude am Rand der Wiese, durch das keine Sonne dringen kann. Aber der Schmerz, nicht bei der Gruppe zu sein, ist wohl grösser als der in der lahmenden Gliedmaße. Ganz am Schluss zieht auch sie in Richtung auf die Sträucher. Gruppendynamik.
Unter den Sträuchern wäre eigentlich genug Platz und Schatten für alle. Trotzdem müssen einige Schafe halb draußen in der Sonne liegen. Die führenden Schafe beanspruchen aufgrund ihrer ranghohen Stellung mehr Platz als sie für den eigenen Schatten brauchen. Gruppendynamik.

Was da drüben passiert, lässt sich manchmal vorher erahnen. Meist aber erst im Nachhinein verstehen. Geschichte wiederholt sich eben nicht – oder nur zum Teil. Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen (Heraklit und Platon). Vieles ist ergebnisoffen. Sie gehorchen keinem festgelegten Plan. Noch nicht einmal einem zufallsgesteuerten. Ihre eigenen Wünsche spielen ebenso eine Rolle wie die der anderen Schafe. Wie auch immer diese entstehen mögen.

Ich wäre gerne bei den Schafen, die Einfluss auf den Lauf der Dinge nehmen. Nicht immer wissend, warum. Denen manchmal das Herz schwerer ist als das Bein. Die die Jungen toben lassen. Natürlich auch mal einen Rempler setzen, wenn die ihnen zu nahe kommen. Die Wiese ist am Ende auch gemäht.

Natürlich würde ich den sicheren Schattenplatz nicht aufgeben, wenn dafür der halbe Hintern in der heißen Sonne liegen müsste. Schließlich gehöre ich ja zur Krone der Schöpfung. Und doch: Lasst mich jetzt bitte nicht grübeln, für was ich alles schon den halben Hintern in der Sonne hängen ließ. Er hat im Gegenzug auch schon oft genug im kühlen Teich gebadet. Schließlich sind wir die Krone der Schöpfung. Ergebnis der inhaltlichen Prüfung dieser Schlussfolgerungen: offen!

Lieber Leser, wenn Dir demnächst verschiedentlich Menschen an Weiden auffallen, Schafe, Rinder, Pferde, Schweine, Gänse und weiteres Getier darauf beobachtend, probier‘s doch auch mal. Vielleicht kommt ihr ins Gespräch.

Hast Du noch Fragen, frag mich. info@psychologische-beratung-rosenheim.de oder Telefon 0170/5395483.
Du kannst mir auch Themen vorschlagen, über die ich einmal schreiben sollte.

In der nächsten Woche sagt einer immer nur „das stimmt doch nicht!“
Alexander Wurthmann M. A.
(Quelle: Kolumne Dr. Alexander Wurthmann M. A. / Beitragsbild, Foto: re)

 

 

Was tun bei Sturmschäden?

Was tun bei Sturmschäden?

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Die Sommerzeit ist auch Gewitterzeit und diese können schnell mal sehr extrem ausfallen, wie auch die Region Rosenheim in der vergangenen Woche wieder gespürt hat. Was tun, wenn Schäden entstehen? Innpuls.me hat nachgefragt bei der Rosenheimer Versicherungsexpertin Marion Protzek. 

 

Allianz-Generalvertreterin Marion Protzek am Schreibtisch. Foto: Copyright Versicherungsagentur Protzek

Versicherungsexpertin Marion Protzek gibt Tipps. 

Frage: Hagel, Sturm, Starkregen – der Schaden ist da. Was ist jetzt wichtig, um den Schaden richtig zu dokumentieren und zu melden?
Antwort: Fotos sind hier sehr hilfreich. Sachen die entsorgt werden, da eine Reparatur unmöglich oder teurer als die Neuanschaffung ist, fotografieren. Auch die Arbeitszeit notieren. Rechnungen aufheben. Den Schaden schnell, innerhalb von 24 Stunden ,beim Versicherer melden. Leider sind gerade Internetversicherungen dann manchmal wochenlang kaum erreichbar.
Wichtig ist die Schadenminderungspflicht. Hier gilt der Grundsatz: Ich muss den Schaden so gering wie möglich halten. Nach einem Sturm unverzüglich prüfen ob das Dach beschädigt wurde und gegebenenfalls ohne schuldhafte Verzögerung eine Noteindeckung oder Reparatur vornehmen.

Frage: Darf ich mit dem Aufräumen beginnen, bevor ein Gutachter da war?
Antwort: Die wenigsten Schäden werden von einem Gutachter besichtigt. Das weitere Vorgehen bei der Schadenmeldung absprechen. Bei Hagelschäden am Auto ist ein Gutachten des Versicherers vor der Reparatur abzuwarten.

Frage: Mit welchen Versicherungen kann ich mich vor Unwetter-Schäden absichern?
Antwort: In der Gebäude- und Hausratversicherung können Sturm- und Hagelschäden mitversichert werden. Leider gibt es immer noch Versicherungen die Sturm ab einer Windstärke von 8 absichern. Hier empfehlen wir eine Versicherung zu wählen, die bereits ab Windstärke 7 versichert. Ein Extremwetterschutz sollte bei beiden Versicherungen zusätzlich eingeschlossen werden. Auch hier gibt es große Unterschiede beim Selbstbehalt und in den Versicherungsbedingungen. Vergleichsportale helfen hier nur wenig. Die Portale vergleichen nur Stichworte, nicht die Bedingungen. Starkregen ist bei Extremwetterschutz oft mitversichert. Wenn in den Bedingungen dann aber steht, dass mehr als die Hälfte des Grundstückes mit 10 Zentimeter überflutet sein muss, werden die Schäden oftmals abgelehnt. Die billigen Versicherungen sind hier oftmals nicht preiswert.

Frage: Werden in diesem Jahr mehr Schäden als sonst gemeldet?
Antwort: In diesem Jahr sind hier in der Region mehr Schäden als sonst gemeldet und auch schon bezahlt worden. Das betrifft insbesondere die Gebäude- und Hausratversicherung sowie die Kraftfahrzeugversicherung bei Hagelschäden.

Frage: Durch den Klimawandel nehmen die Unwetter zu. Können die Versicherungen überhaupt noch für jeden Schaden aufkommen?
Antwort: Hier sollte der Kunde zukünftig mehr auf die Finanzstärke des Versicherers achten. Habe ich meine Verträge bei einem Regionalversicherer, können Schäden in der Region zu starken Preisanhebungen führen. Kritisch kann es auch werden, wenn ich mich bei einem kleinen Unternehmen super günstig versichere. Wo soll denn dann das Geld für eine ordentliche Regulierung her kommen?
(Quelle: Interview: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re / Foto: Versicherungsagentur Protzek)

Gummibänder sind für Vögel gefährlich

Gummibänder sind für Vögel gefährlich

Hilpoltstein / Bayern – Gummibänder sind praktisch und aus den meisten Haushalten nicht wegzudenken. Doch so hilfreich sie für den Menschen sind, so gefährlich können sie für Vögel sein – zum Beispiel für den Weißstorch. Dem bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) werden immer wieder Fälle gemeldet, bei denen verschlungene Gummibänder im Magen toter Weißstörche gefunden wurden. „Die Vögel halten die elastischen Gummibänder wegen Form und Konsistenz für Regenwürmer, eine ihrer Leibspeisen. Das hat fatale Folgen: Weißstörche fressen die Bänder oder verfüttern sie an ihre Jungen. Die Tiere sind dabei nicht in der Lage, den Irrtum am Geschmack zu erkennen“, sagt die LBV-Weißstorchexpertin Oda Wieding. Die verschluckten Gummibänder blockieren die Verdauung, sodass die Vögel verhungern.

Gummibänder gehören nicht in den Bio-Abfall

Radieschen, Frühlingszwiebeln und Schnittblumen: Gummibänder halten vieles zusammen. Werden sie aber gemeinsam mit dem Bio-Abfall entsorgt, landen die Haushaltsgummis im Kompost und können so wieder in den Garten oder aufs Feld gelangen. „Gummibänder, aber auch sonstiger Plastikmüll, finden immer öfter den Weg in die Natur. Wir müssen davon ausgehen, dass viele Vogelarten vom größeren Rotmilan bis zur kleinen Blaumeise hier gefährdet sind, weil sie den Müll verschlucken oder sich darin verheddern“, sagt die LBV-Weißstorchexpertin. Die Folgen von Gummibändern lassen sich nur nachweisen, wenn die Störche medizinisch untersucht werden. Das passiert nur in Einzelfällen. Deshalb geht der LBV von einer großen Dunkelziffer von Vögeln aus, die durch Gummiringe sterben.
Der LBV bittet deshalb dringend darum, Gummibänder nicht mit dem Kompost, sondern im Restmüll – am besten in einer Tüte gesammelt – zu entsorgen. „Mit der richtigen Mülltrennung kann jede und jeder mithelfen, die Gefahren für unsere heimischen Vögel zu verringern. Wer zusätzlich noch darauf achtet, weniger Plastikmüll zu produzieren, schützt nicht nur die Tierwelt, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag im Umweltschutz“, betont Oda Wieding.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Schildkröten als Heimtiere: Was ist zu beachten?

Schildkröten als Heimtiere: Was ist zu beachten?

Rosenheim / Bayern / Deutschland – Schildkröten erfreuen sich als Heimtiere aufgrund ihrer faszinierenden Natur und ihres ruhigen Wesens großer Beliebtheit. Nicht alle Arten eignen sich jedoch für die uneingeschränkte Haltung zu Hause, einige sind sogar gesetzlich geschützt. Wer mit dem Gedanken spielt, eine Schildkröte einziehen zu lassen, sollte sich deshalb vorab genau informieren. Hier Tipps vom Industrieverband Heimtierbedarf.

In rund einem Drittel der 1,3 Millionen Terrarien in deutschen Haushalten wohnen Schildkröten. Das ist das Ergebnis einer haushaltsrepräsentativen Erhebung im Auftrag des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). Damit sind Schildkröten in Deutschland die beliebtesten Terrarientiere – noch vor Schlangen.
Bevor man sich für den Kauf oder die Adoption einer Schildkröte als Haustier entscheidet, sollte man sich gründlich über die gesetzlichen Bestimmungen, die spezifischen Anforderungen der Art und die Verantwortung als Tierhalter informieren. Das gewährleistet nicht nur das Wohlergehen der Tiere, sondern es ermöglicht auch eine bereichernde und erfüllende Erfahrung für den Halter.

Schutzstatus von Schildkröten beachten

Einige Schildkrötenarten unterliegen einem besonderen Schutz. Europäische Landschildkröten zum Beispiel sind in Europa im Anhang A der EU-Artenschutzverordnung aufgeführt und somit streng geschützt. Halter müssen daher den rechtmäßigen Erwerb der Tiere über eine EG-Vermarktungsgenehmigung nachweisen und den Besitz der Tiere sowie jede Bestandsveränderung bei der zuständigen Behörde anzeigen. Nach dem Artenschutzrecht ist zudem eine regelmäßige Kennzeichnung der Tiere in Form einer Fotodokumentation oder durch die Implantation eines Mikrochips bzw. Transponders vorgeschrieben, sofern die Tiere mehr als 500 Gramm wiegen. Dr. Martin Singheiser, Geschäftsführer des Bundesverbands für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V. (BNA) führt dazu aus: „Bei Jungtieren muss mindestens einmal im Jahr ein Foto der Ober- und Unterseite des Tieres auf schwarz-weißem Schachbrett-Papier mit Maßstab gemacht werden. Auch das Gewicht wird dabei gemessen.“
Andere Arten wiederum sind gänzlich für die Haltung verboten. „Bei den Wasserschildkröten betrifft das zum Beispiel die Buchstaben-Schmuckschildkröte Trachemys scripta. Diese Art steht auf der Liste der invasiven Arten von unionsweiter Bedeutung und unterliegt somit einem Haltungs-, Vermehrungs- und Abgabeverbot“, erklärt der Experte. Lediglich Bestandstiere dürfen noch – mit der Duldung der zuständigen Behörde – bis an ihr Lebensende gehalten werden.

Schildkrötenhaltung: Was alles dazugehört

Neben den rechtlichen Grundlagen sollten angehende Schildkrötenhalter auch die Bedürfnisse und Anforderungen ihrer Tiere vor deren Erwerb kennen. Grundsätzlich zählen dazu:
• Platzanforderungen,
• das Einrichten von Terrarium, Aquaterrarium oder Freigehege inklusive Technik für Beleuchtung und Temperatur,
• die artspezifische Fütterung,
• gegebenenfalls eine erforderliche Überwinterung,
• die medizinische Versorgung und Routinechecks sowie
• die Lebenserwartung.

Dr. Singheiser macht deutlich, wie unterschiedlich diese Anforderungen sein können: „Mediterrane und tropische Landschildkröten unterscheiden sich zum Beispiel, da nur erstere eine Winterruhe halten. Die Haltung tropischer Arten ist damit direkt energieintensiver, da das ganze Jahr hohe Temperaturen aufrechterhalten werden müssen.“ Auch Wasser- und Landschildkröten unterscheiden sich sehr in ihrer Haltung, weil plötzlich Themen wie Filtertechnik und regelmäßige Wasserwechsel zu bedenken sind.
Es ist daher essenziell, sich im Vorfeld selbstkritisch zu überlegen, was für eine Art infrage kommt und wie aufwändig die Haltung über die lange Lebensdauer ist. Außerdem gibt es auch die grundsätzlichen Fragen, die alle Tierhalter betreffen – zum Beispiel, wer sich im Urlaub um die Betreuung der Tiere kümmert.

Wo kann ich mich informieren?

Glücklicherweise gibt es einige Stellen, an denen man sich im Vorfeld informieren kann. „Informationen zur richtigen Haltung und dem Schutzstatus findet man in Fachliteratur, bei Vereinen und Verbänden. Der Zoofachhandel ist verpflichtet, beim Verkauf dem Kunden schriftliche Informationen zur tiergerechten Haltung seines Tieres mitzugeben, das ist in Paragraph 21 des Tierschutzgesetzes verankert“, fasst Dr. Singheiser zusammen. Über den Schutzstatus informiert zum Beispiel das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf der Seite www.wisia.de. Generelle Fragen zur Haltung werden etwa beim Haustier-Berater des Bundesministeriums für Landwirtschaft oder auf Online-Portalen wie www.leben-mit-heimtier.de beantwortet. Zu guter Letzt können auch Tierärzte, lokale Tierschutzorganisationen oder Tierheime informieren oder geeignete Ansprechpartner vermitteln. 
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Morgen, ganz bestimmt…

Morgen, ganz bestimmt…

Rosenheim – Regelmäßig schreibt der Rosenheimer Dr. Alexander Wurthmann M.A. auf Innpuls.me über ein psychologisches Thema und gibt Tipps, wie man damit umgehen kann. Diesmal heißt das Thema „Morgen, ganz bestimmt“.

Portrait Alexander Wurthmann

Dr. Alexander Wurthmann M. A. Fotos: re

Zu Dr. Alexander Wurthmann: Der Rosenheimer mit rheinischen Wurzeln ist Sohn eines Schriftstellers. Er hat schon im Alter von 9 Jahren seine erste handgeschriebene Zeitung verfasst. Mitte der 70er Jahre studienhalber nach München. Abschlüsse in Politologie und Geschichte (Thomas Nipperdey). Oft als Reiseleiter in Japan und China. Dann viele Bildungsprojekte auf Bundes- und Länderebene gemanaged und schließlich fast 30 Jahre eine berufsbildende Schule betrieben. Nunmehr im fünften Jahr bei einer lebensberatenden Hotline im kirchlichen Bereich tätig und betreibt in Rosenheim eine Praxis für psychologische Beratung und Coaching.
Hier gibt es dazu weitere Infos: 

Schnecke streckt sich nach neuem Ast

Was tun, wenn die neue Aufgabe viel zu weit weg erscheint, um man sie darum lieber gleich sein lässt?

Morgen, ganz bestimmt….

hat sie gesagt. Und dann hat sie es doch wieder nicht hinbekommen. Aber morgen macht sie es, ganz bestimmt. Für diese Aufschieberei hat sie nun schon ihren Ruf bekommen. Manche nennen sie auch schon die „Manjana-Frau“. Manjana heisst „morgen“ auf Spanisch. Nicht nett. Ihre Reaktionen, wenn man sie so nennt, reichen von Verlegenheit bis Trotz oder Ärger. Manchmal geht sie auch einfach nur weg.
Sehr wahrscheinlich ist es ihr sogar selber peinlich. Spätestens dann, wenn so etwas aufkommt. Schimpfen wäre im ersten Moment verständlich, bewirkt aber wenig. Im Gegenteil: Dadurch treibst du sie möglicherweise nur in die Enge. Das wäre doch schade. Ändern tut sich dadurch sowieso wenig bis nichts oder nur für kurze Zeit.
„Ich weiß ja auch nicht, warum, aber manchmal dauert es eben etwas länger bei mir, oder ich vergesse es“, sagt sie und dass es bestimmt kein böser Wille sei. Die Freunde, die sie noch hat, verzweifeln auch immer wieder. Was soll man nur machen?
Wenn sie ansonsten freundlich ist, wäre es natürlich Unfug, sie zu boykottieren oder aus dem Freundeskreis heraus zu drängen. Man muss sich natürlich drauf einstellen, dass Verabredungen mit ihr nicht immer klappen. Ob zusammen ausgehen, oder den Brief mit zur Post nehmen. Aber sie ist ja wirklich freundlich und sehr lustig.

Für ständiges Aufschieben gibt es so einige Hinweise

Man nennt das auch „prokrastinieren“. Im Englischen heißt das procrastinate. Könnte man mit „aufschieben“ übersetzen. Dafür gibt es auch ein paar äußere Anzeichen. Am PC-Monitor schränken Haftnotizen den Blick auf den Bildschirm massiv ein. Das schwarze Brett in der Küche ist flächendeckend mit Zetteln bestückt. Ähnliche Erscheinungen gibt es an der Kühlschranktür.
In Büros finden sich auch schöne Beispiele für das Aufschieben. Papierberge auf Schreibtischen wechseln sich mit überquellenden Ablagen ab. Entlegene Stapel in Regalen bilden Zwischenlager. Andere Schreibtische sind dagegen mustergültig aufgeräumt und nahezu leer. Wenn aber eine der Schiebeschranktüren in der näheren Umgebung geöffnet wird, zeigt sich unvermittelt die versteckte Deponie für nicht bearbeitete Aufgaben. Ich bin sicher, du kennst noch weitere Beispiele.

Es kann sein, dass das nicht nur störende aber letztlich doch harmlose Angewohnheiten sind. Dem können aber auch wirkliche Stoffwechselstörungen im Hirn zugrunde liegen, die in diesem Fall Antriebsstörungen auslösen würden.

Wie unterscheiden sich Antriebsstörungen von Energiemangel

Was sind Antriebsstörungen und wie unterscheiden sie sich von Energiemangel? Das ist gar nicht einfach zu verstehen. Antrieb und Energie sind sehr ähnlich. Nehmen wir zur Erklärung einen Vergleich mit einem Verbrennungsmotor. Wenn der Tank voll ist und genug Treibstoff zum Motor gelangt, hat der Motor genug Energie. Aber laufen tut er deswegen trotzdem nicht. Was fehlt, ist ein Zündfunke, der die Verbrennung in Gang setzt. Der Zündfunke ist der Antrieb, der nötig ist, damit der Motor läuft und die ganze vorhandene Energie in Aktivität umgesetzt werden kann. (Die Informierten haben es natürlich schon längst erkannt: Wir reden hier natürlich nicht vom Dieselmotor.)

Die Antriebsschwäche der Freundin könnte ergänzendes Anzeichen einer umfangreicheren Störung sein. Ist sie oft niedergeschlagen, hat sie keine rechte Freude, wie schaut es mit dem Schlaf aus und dem Appetit? All das könnte auf eine Depression hindeuten. Und auf weitere Störungen. Das sollte man aber nicht selber einschätzen. Vielleicht kannst du deine Freundin ja dazu bewegen, sich einmal gründlich beraten zu lassen. Möglicherweise ist ja die Einnahme von Psychopharmaka erforderlich.

Nach deiner Schilderung hat sie aber keine weiteren Auffälligkeiten. Du könntest ihr also deine Hilfe anbieten, wie sie da wieder herauskommt. Was könnte man also tun? Eher abzuraten ist von großen Versuchen, das Chaos zu ordnen. Nach Dringlichkeit, welches Problem ist das älteste, was kam danach, oder nach Themen. Das überfordert in den meisten Fällen.

Vermeidungsstrategie aus Angst vor dem Scheitern

Früher habe ich bei meinen Klienten immer nach dem größten Problem gesucht und dann versucht, darin einen ersten Fortschritt zu erzielen. Natürlich in der Hoffnung, wenn erst einmal das große Problem gelöst ist, sich im Anschluss die anderen, kleineren Probleme ganz schnell lösen lassen. Das führt allerdings meistens nicht sehr weit. Antriebsschwäche entsteht auch deshalb, weil Erfolgserlebnisse ausbleiben. Man hat sich ganz lange sehr viel Mühe gegeben und dann klappt es doch nicht. Dinge nicht anzugehen, ist also auch eine Vermeidungsstrategie. Man vermeidet frustrierende Erlebnisse bei Misserfolgen. Bei großen Problemen ist die Gefahr zu scheitern und damit die Frustrationsgefahr wesentlich größer als bei kleinen.

Ich würde inzwischen eher zum umgekehrten Weg raten. Man sucht nach dem kleinsten bzw. am leichtesten und schnellsten zu lösenden Problem und geht dieses an. Wenn du der Freundin hilfst, solltest du nicht drängen und drücken. Insbesondere solltest du nicht derjenige sein, der die zu lösende Aufgabe auswählt. Frag sie eher mal, was sie selbst denn machen möchte.

Lass dich auch ruhig auf ganz kleine Vorhaben ein. Bekannt ist der Tipp, Dinge, die man in zwei Minuten erledigen kann, als erstes anzugehen. Mir sind Personen bekannt, die mit Projekten von 30 Sekunden begonnen haben. Sch….egal! Hauptsache erst mal anfangen. Der Weg ist das Ziel. Mit dem ersten kleinen Erfolg kehrt der Mut zurück und man kann die nächsten Probleme angehen. Und vorher darf man den ersten Erfolg auch einmal feiern. Die Freundin hat mit dem ersten kurzen Projekt vielleicht einen Erfolg erzielt, den sie in dieser Form länger nicht mehr hatte. Sie hat eine Angelegenheit, die sie eigentlich ignorieren wollte, erfolgreich erledigt.

Lass sie das ruhig geniessen. Und feiere mit ihr. Verbleibe aber – wenn das geht – nicht nur im reinen Feiermodus, sondern stell den Bezug zum soeben gelösten Problem her. So kann man versuchen, das Gehirn anders zu programmieren. Dass es mit Problemlösung nicht nur Frust verbindet, sondern auch Freude und Stolz. Und mit Freude nicht nur die reine Ausgelassenheit, sondern auch die Zufriedenheit, etwas erreicht zu haben.
Überlass ihr die Initiative, ob sie gleich weiter machen möchte. Das muss nicht unbedingt sein. Auf keinen Fall überfordern. Das hat sie vermutlich mit sich selbst schon länger getan.

Es gibt sogar eine eigenständige Therapierichtung, die auf diese Weise arbeitet: die lösungsorientierte Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer und Insoo Kim Berg.
Und denk dran: die Lösung liegt bei der Freundin! Nur sie kann ihre Lage verbessern. Du kannst ihr allenfalls helfen. Das solltest du aber auch versuchen!

Hast Du noch Fragen, frag mich. info@psychologische-beratung-rosenheim.de oder Telefon 0170/5395483.
Du kannst mir auch Themen vorschlagen, über die ich einmal schreiben sollte.

In der nächsten Woche ist jemand mal nett und mal nicht. 
Alexander Wurthmann M. A.
(Quelle: Kolumne Dr. Alexander Wurthmann M. A. / Beitragsbild, Foto: re)