Mehr Schutz für den Schwarzstorch

Mehr Schutz für den Schwarzstorch

Hilpoltstein / Bayern – Die Schwarzstörche brechen nun zu ihrem Zug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete auf. Das wichtigste Brutgebiet in ganz Deutschland findet der Storch im Frankenwald. „Der Schwarzstorch ist deutlich unbekannter und scheuer als der viel näher am Menschen lebende Weißstorch. Wir haben dennoch eine große Verantwortung für diese Vogelart, die im Frankenwald die wichtigste Population in ganz Deutschland hat“, sagt der LBV-Landesfachbeauftragte für Naturschutz Dr. Andreas von Lindeiner. Deshalb fordert der Bayerische Naturschutzverband LBV von der Regierung von Oberfranken die Ausweisung des Frankenwalds als Europäisches Vogelschutzgebiet.

Im Frankenwald, der sich zwischen den drei Städten Kronach, Kulmbach und Hof erstreckt, siedeln 9 Prozent des deutschlandweiten Schwarzstorch-Bestands. Flächendeckende Revier- und Brutplatzkontrollen von 2011 bis 2014 erfassten 75 Brutpaare in dem für diese Art wichtigen Gebiet. Bei diesjährigen Kontrollen der bekannten Nester sowie auf Nachfrage bei Revierförstern konnten die Naturschützer*innen auf einer Teilfläche mindestens 12 besetzte Nester, davon neun mit sicherer Brut, zählen. Zusätzlich wurden etliche Schwarzstörche mit Revierverhalten beobachtet, was auf weitere Brutplätze im Gebiet schließen lässt. „In einem europäischen Vogelschutzgebiet Frankenwald könnten die Lebensraumansprüche des Schwarzstorchs wesentlich gezielter berücksichtigt und die Art besser geschützt werden“, sagt Andreas von Lindeiner.

Schwarzstorch braucht für
erfolgreiche Brut Horstbäume

Der Schwarzstorch braucht für die erfolgreiche Brut Horstbäume in großen unzerschnittenen Wäldern sowie natürliche Fließgewässer oder intakte Feuchtgebiete. Störungen wie forstliche Eingriffe oder Windkraftanlagen können dagegen zu einer kürzeren, nicht selten nur einmaligen Nutzung eines Brutplatzes und deutlich geringerer Jungenzahl führen. „Zwischenzeitliche Überlegungen zur Errichtung von Windkraftanlagen auf Staats- und Privatwaldflächen im Frankenwald ignorieren bislang die Verantwortung für den Schutz dieser Art“, so der LBV-Landesfachbeauftragte.
Schwarzstörche seien insbesondere durch die Störungen während der Errichtung und des Betriebs von Windkraftanlagen und weniger durch die Kollision mit den Rotoren betroffen. „Der regionale Planungsverband muss im Zuge des gesetzlich vorgegebenen Auftrags, mehr Windkraft-geeignete Standorte festzulegen, auch die hohe nationale Verantwortung für den gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie besonders zu schützenden Schwarzstorch berücksichtigen“, betont Andreas von Lindeiner. Im Frankenwald wurden aus verschiedenen Gründen keine Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen. Daran sollte nach Ansicht des LBV auch nicht gerüttelt werden. An der Diskussion um die Versorgung mit erneuerbarer Energie für die Region aus Windkraft an weniger konfliktträchtigen Standorten würde sich der LBV gerne beteiligen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re).

 

 

Schwarzstörche kehren nach Bayern zurück

Schwarzstörche kehren nach Bayern zurück

Hilpoltstein / Bayern  – Die Schwarzstörche kehren in diesen Tagen von ihrem langen Winteraufenthalt in Afrika zurück in die bayerischen Brutgebiete. Das wichtigste Siedlungsgebiet in ganz Deutschland findet der Storch im Frankenwald. Dort kam man die beeindruckenden Balzflüge des Vogels mit einer Flügelspannweite von knapp zwei Metern in nächster Zeit erleben.

Schwarzes Gefieder mit metallischem Glanz, weißer Bauch, roter Schnabel und rote Beine: der Schwarzstorch ist unverwechselbar. Seit über 25 Jahren leben Schwarzstörche im Frankenwald, wo sie dank großer, zusammenhängender Waldgebiete mit klaren Gewässern einen idealen Lebensraum für die Brut und erfolgreiche Jungenaufzucht vorfinden. Laut Bestandskartierung in den Jahren 2011 bis 2014 finden sich im gesamten Naturpark Frankenwald über 70 Schwarzstorchreviere und damit mehr als 10 Prozent der bundesdeutschen Population. So eine hohe Verbreitung ist bisher aus keinem anderen Schwarzstorchgebiet in Deutschland bekannt. „Bayern hat eine nationale Verantwortung für das Überleben dieser faszinierenden Vogelart. Gleichzeitig müssen wir dem Schutz eines sensiblen Ökosystems gerecht werden. Denn das große Waldgebiet dient uns als Erholungsort, Luftfilter, Wasserspeicher und nachhaltiger Holzlieferant“, erklärt Andreas von Lindeiner.

„Frankenwald muss endlich als
europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen werden“

Doch Klimawandel und der Rückgang seines Lebensraums wirken sich dramatisch auf die seltene Vogelart aus. „Der Frankenwald ist als Lebensraum für den gefährdeten Schwarzstorch von nationaler Bedeutung und muss endlich als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen werden. Das ist ein zwingend notwendiger Schritt zum erfolgreichen Schutz dieser Vogelart“, fordert Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter Naturschutz.
Bäche, in denen die Schwarzstörche ihre Nahrung wie Fische, Amphibien und Insekten finden, trocknen im Sommer aus oder werden nach Dauerregen überschwemmt. Die von Fichten dominierten Wälder fallen dem Borkenkäfer zum Opfer.
„Im Gegensatz zu anderen Regionen Deutschlands brüten die Schwarzstörche im Frankenwald beinahe ausschließlich auf Fichten mit alten Wipfelbrüchen. Waldbestände, die bislang nicht vom Borkenkäfer befallen sind, sind deshalb unverzichtbare Brutgebiete und eine bedeutsame Ausweichmöglichkeit für den Schwarzstorch“, so der LBV-Experte.

„Windpark im Frankenwald nicht mit
Erhalt des Top-Brutgebiets vereinbar“

Der Schutz der Schwarzstörche im Frankenwald könne nur erfolgreich gelingen, wenn Naturschutz, Forstwirtschaft und Jagd sich gemeinsam dafür einsetzen. Nicht zuletzt stehe Bayerns letzte ungestörte Waldgebiete durch politische Vorgaben beim Ausbau der Windkraft aktuell unter großem Druck. „Bereits öffentlich diskutierte Pläne zur Errichtung eines großen Windparks im Frankenwald sind mit dem Erhalt des Top-Brutgebiets in Deutschland für den als windkraftsensible Art eingestuften Schwarzstorch nicht vereinbar“, betont Andreas von Lindeiner.
(Quelle: Pressemitteilung LBV Bayern / Beitragsbild: Symbolbild: re)