Krisenintervention soll weiter wachsen

Krisenintervention soll weiter wachsen

Wasserburg / Landkreis Rosenheim – Der plötzliche Tod eines nahen Angehörigen oder ein tragischer Unfall, bei dem man schlagartig Zeuge wird, kann Menschen überfordern. Das bestehende Team der Johanniter-Krisenintervention deckt mit regelmäßigen Diensten die Versorgung in Stadt und Landkreis Rosenheim ab – in enger Kooperation mit der ökumenischen Notfallseelsorge und dem Roten Kreuz. Nun suchen die Johanniter weitere Ehrenamtliche zur Verstärkung ihres Teams sowie Förderer, die den so wichtigen Dienst durch ihre finanzielle Unterstützung erst ermöglichen.

„Gerade die ersten Minuten und Stunden nach einem Unglücksfall können sehr belastend sein“, berichtet Ralph Bernatzky, der das Team aus derzeit 19 Ehrenamtlichen der Johanniter leitet. „Wenn der Rettungsdienst wieder abrücken muss, haben wir dann Zeit für die Betreuung von Angehörigen, Opfern, Verursachern und Zeugen. Speziell geschulte Einsatzkräfte begleiten Betroffene, etwa bei unvorhergesehenen Todesfällen wie dem plötzlichen Kindstod und nach einem Suizid oder Gewaltdelikt – eigentlich immer dann, wenn Angehörige völlig überraschend vom Tod oder einer lebensbedrohlichen Verletzung eines nahestehenden Menschen erfahren.“
Der Bedarf an Krisenintervention ist in der Region hoch, aus diesem Grund findet ab September Jahres wieder ein Fachlehrgang zur Fachkraft für psychosoziale Akuthilfe statt. Für diese spannende und herausfordernde ehrenamtliche Tätigkeit suchen die Johanniter nun neue Ehrenamtliche.
„Man sollte aus der Stadt oder dem Landkreis Rosenheim kommen, mindestens 23 Jahre alt sind und sich und andere Menschen gut einschätzen können“, beschreibt Bernatzky einige Grundanforderungen. „Auch eine gute psychische und physische Belastbarkeit ist nötig sowie die Akzeptanz unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen.“
Jeweils am 4., 5., und 12. August stellt Ralph Bernatzky und das Team der Johanniter-Krisenintervention ab 19 Uhr in ca. 30 bis 40 Minuten in den Räumen der Johanniter-Dienststelle in der Schmerbeckstraße 10 in Wasserburg die Ausbildung und das Ehrenamt vor.
Die Ausbildung umfasst eine Sanitätsausbildung, sofern diese noch nicht vorhanden ist und einen Kriseninterventionslehrgang mit 108 Unterrichtseinheiten – unter anderem mit den Themenfeldern Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Kultur und Religionen, Kommunikation, Struktur einer Intervention und Psychohygiene. Im Anschluss geht es dann in erste gemeinsame Einsätze mit erfahrenen Helferinnen und Helfern.
Die ehrenamtliche Krisenintervention der Johanniter ist für Betroffene kostenfrei. Aber die Ausbildung der Einsatzkräfte, deren Begleitung und Supervision sowie ihre Ausstattung kosten Geld. „Freiwillige, die sich in der Krisenintervention ehrenamtlich für andere Menschen engagieren, brauchen eine sichere Einsatzkleidung und erweiterte Ausstattung zur Dokumentation und Begleitung im Einsatz – hierfür sind wir auf die Unterstützung von Fördermitgliedern und Spenden angewiesen“, so Ralph Bernatzky.
Wer die Krisenintervention der Johanniter im Landkreis Rosenheim durch eine Spende oder eine Fördermitgliedschaft bei den Johannitern unterstützen will, findet alle Informationen unter www.krisenintervention-rosenheim.de. Wer an einem der Online-Infoabende am 4., 5. oder 12. August teilnehmen möchte, kann sich telefonisch unter 08071/95566 oder per E-Mail an ehrenamt.wasserburg@johanniter.de anmelden.
(Quelle: Presseinformation Johanniter / Beitragsbild: Gerhard Bieber)

Kriseninterventionsteam zieht Bilanz

Kriseninterventionsteam zieht Bilanz

Rosenheim / Landkreis RosenheimBetreuung von über  235 Betroffenen, Zeugen, Angehörigen, Vermissten und Hinterbliebenen nach 62 belastenden Ereignissen wie beispielsweise Tod im häuslichen Bereich, Arbeitsunfall, Brand oder Suizid – das ist die Bilanz der BRK Kriseninterventionsteams (KID) Kreisverband Rosenheim für das Jahr 2021.

Aufgrund von Corona fand die Jahresabschlussfeier des BRK Kriseninterventionsdienstes (KID) Kreisverband Rosenheim online statt. Laut Fachdienstleiter Horst Henke wurden die Helfer in der Öffentlichkeit zu fünf schweren Verkehrsunfällen mit LKW bzw. Traktor mit insgesamt vier Toten im Stadtgebiet Rosenheim und in Brannenburg hinzugezogen.

Helfer waren auch im
Hochwassergebiet im Einsatz

Zwei Einsatzkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) waren zudem mehrere Tage in Rheinland-Pfalz im Hochwassereinsatz. Auch Einsatzkräfte –­ vom einfachen Mittarbeiter über Helfer verschiedener Hilfsorganisationen bis zum Notarzt – wurden nach elf belastenden Ereignissen von den PSNV-E-Helfern im Bereich Rosenheim und Miesbach betreut. Besonders schwierig war hier die Entscheidung, einen Helfer auf Grund seiner hohen Belastungen stationär unterzubringen. Für die Betreuungen waren die Helfer insgesamt 658 Stunden im Einsatz.
Im vergangenen Jahr 2021 waren außerdem wieder zwei Helfer dauerhaft als Fachberater im Einsatzstab „Corona“ des BRK Kreisverbandes tätig. Die PSNV-Ausbilder konnten trotz der Pandemie 86 Personen in der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) aus- und weiterbilden. 21 Helfer leisteten über 5.755 Stunden in Stadt und Landkreis Rosenheim, davon 989 Stunden für Aus- und Fortbildung.

Heuer wird
20-jähriges Jubiläum gefeiert

Im Jahr 2022 feiert das KID Rosenheim sein 20jähriges Jubiläum. Derzeit sammelt der Fachbereich Spenden für ein Einsatzfahrzeug. Da die PSNV keine Kosten erstattet bekommt, ist die man hier rein auf Spenden angewiesen. Ziel sei es, das Jubiläum mit der Anschaffung zu krönen.
Unter www.brk-rosenheim.de/psnv findet man weitere Infos zum Spendenprojekt. Wer spenden will, kann dies unter Spendenkonto: DE33 7115 0000 0000 0110 56 bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Verwendungszweck PSNV-Einsatzfahrzeug tun. Die Einsatzkräfte der PSNV freuen sich auf die Unterstützung.
(Quelle: Pressemitteilung BRK Kreisverband Rosenheim / Beitragsfoto: BRK Kreisverband Rosenheim – nachgestellte Szene, Horst Henke vom Kriseninterventionsteam im Einsatz).