LBV klagt gegen Bau von Windkraftanlagen am Schwarzen Berg

LBV klagt gegen Bau von Windkraftanlagen am Schwarzen Berg

Hilpoltstein / Bayern – Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) hat beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München Klage gegen den Bau von zwei Windkraftanlagen am Schwarzen Berg westlich von Nittenau im Landkreis Schwandorf eingereicht. Der Schwarze Berg ist ein bewaldeter Höhenzug in der Oberpfalz, etwa zehn Kilometer westlich von Nittenau, bekannt für seine naturschutzfachlich wertvollen Flächen und seltenen Vogelarten.

„Nachdem die betroffene Waldfläche zwar ursprünglich als Vorranggebiet für Windkraft vorgesehen war, hat der Regionale Planungsverband Oberpfalz Nord dieses aus Artenschutzgründen wieder gestrichen. Es ist absolut unverständlich, dass nun das Landratsamt Schwandorf den Bau von zwei Windkraftanlagen an dieser Stelle genehmigt hat“, erklärt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Gefährdete Arten am Schwarzen Berg

In der Nähe der geplanten Anlagen brüten mehrere gefährdete und besonders geschützte Vogelarten wie Seeadler, Uhu und Wanderfalke. Aus diesem Grund hatte der Regionale Planungsverband den Bereich als Vorranggebiet gestrichen. Beran kritisiert: „Wenn nun doch außerhalb von Vorranggebieten Baugenehmigungen erlassen werden, wird die gesamte Regionalplanung ad absurdum geführt.“

LBV fordert sorgfältige Standortwahl

Der LBV weist zudem darauf hin, dass er frühzeitig auf die naturschutzfachlichen Konflikte hingewiesen und eine Beteiligung am Verfahren gefordert habe. „Der LBV wurde weder am Verfahren beteiligt, noch wurden unsere Kritikpunkte an der Planung aufgegriffen“, so Beran.

Grundsätzlich unterstützt der LBV den Ausbau der Windkraft als flächen- und energieeffiziente Form erneuerbarer Energie. Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältige Standortwahl, um die Gefährdung bedrohter Vogel- und Fledermausarten sowie wertvoller Lebensräume zu vermeiden. Nach Ansicht des LBV gibt es in der Region genügend geeignete Flächen, die diese Kriterien erfüllen.
(Quelle: Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)

Tag des Artenschutzes: LBV setzt bei letzten Ortolanen in Bayern auf KI und Bioakustik

Tag des Artenschutzes: LBV setzt bei letzten Ortolanen in Bayern auf KI und Bioakustik

Hilpoltstein / Bayern – Zum Tag des Artenschutzes am 3. März rückt der LBV  eine der seltensten Vogelarten des Freistaats in den Fokus: den Ortolan. Mit speziellen Aufnahmegeräten und künstlicher Intelligenz will der Verband in diesem Jahr erstmals genauer untersuchen, wie viele der vom Aussterben bedrohten Vögel nach Unterfranken zurückkehren und wie sich ihr Brutverhalten entwickelt.

Auch wenn der farbenfrohe Ammernvogel mit dem olivgrünen Kopf erst Ende April aus seinen südlichen Winterquartieren zurückkehrt, laufen die Vorbereitungen für die Brutsaison bereits jetzt. Der Ortolan gilt in Bayern als akut vom Aussterben bedroht.
„Unterfranken beherbergt in den Mainfränkischen Platten zwischen Würzburg und Schweinfurt das letzte Vorkommen im gesamten süddeutschen Raum“, erklärt Elena Weber, LBV-Biologin im Bayerischen Artenhilfsprogramm Ortolan. „Wir tragen deshalb eine besondere Verantwortung, dieses letzte Vorkommen in Bayern zu bewahren.“
Deutschland hat sich im Rahmen der EU-Biodiversitätsstrategie zum Ziel gesetzt, den Bestand bis 2030 zu verbessern. In Bayern stagniert die Population jedoch seit Jahren bei rund 80 Revieren – mit insgesamt abnehmender Tendenz.

Monitoring mit Horchboxen und KI

In der kommenden Saison setzt der LBV erstmals auf ein bioakustisches Monitoring. Digitale Aufnahmegeräte, sogenannte Horchboxen, sollen die Gesänge der Ortolane in ihren Lebensräumen erfassen. Die gewonnenen Daten werden anschließend mit Hilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet.
„In diesem Jahr nehmen wir die Rufe der Vögel zum ersten Mal mit speziellen Geräten auf und werten sie mit KI aus. So wollen wir erfahren, wie viele Ortolane in die fränkischen Brutgebiete zurückkehren, wo sie sich dort ansiedeln und wie sie brüten“, sagt Weber.

„Forschende aus Polen und Italien konnten zeigen, dass sich einzelne Ortolane anhand ihres Gesangs eindeutig unterscheiden lassen – gewissermaßen wie an einem akustischen Fingerabdruck“, so die LBV-Biologin. Auf dieser Grundlage soll nun geprüft werden, ob sich diese Erkenntnisse auf das fränkische Vorkommen übertragen und systematisch im Monitoring einsetzen lassen.
Die individuelle Erkennung könnte Hinweise darauf liefern, wie viele Vögel den Zug nach Afrika überleben und in ihre Brutgebiete zurückkehren. Auch Warn-, Kontakt- und Bettelrufe sollen analysiert werden, um Rückschlüsse auf Paarbildung und Brutverlauf zu ermöglichen – bislang waren dafür invasive Methoden wie gezielte Nestersuchen notwendig.

Ein Vorteil der Bioakustik: Das Brutgeschehen wird nicht gestört. Die Geräte zeichnen unabhängig von Tageszeit und Wetter auf und liefern ein umfassenderes Bild als punktuelle Beobachtungen. „Unsere ehrenamtlichen Kartierer leisten seit vielen Jahren unverzichtbare Arbeit. Die bioakustische Erfassung soll ihre Beobachtungen ergänzen und vertiefen“, erklärt Weber.

Eigenständiger fränkischer Dialekt

Bemerkenswert ist zudem die akustische Besonderheit der fränkischen Population. Sie liegt rund 400 Kilometer vom nächsten Bestand entfernt und hat einen eigenen Dialekt ausgebildet. „Sogar Menschen, die die vogeltypischen Frequenzen viel schlechter hören als die Vögel selbst, können diese Dialekte unterscheiden“, so Weber. „Das zeigt, wie stark der Gesang bei dieser Art geprägt ist und welche Bedeutung akustische Analysen für den Artenschutz haben können.“

Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft

Neben dem technischen Monitoring bleibt die Kooperation mit der Landwirtschaft zentraler Bestandteil des Artenhilfsprogramms. Der Ortolan brütet am Boden und ist auf vielfältige, extensiv bewirtschaftete Agrarflächen angewiesen. Gemeinsam mit rund 80 Landwirten setzt der LBV ortolanfreundliche Maßnahmen um, darunter das Pflanzen von Bäumen als Singwarten.
Von diesen erhöhten Sitzplätzen aus kann der Vogel seine Umgebung überblicken, Nahrungsflächen erreichen und sein Nest besser sichern. „Die langjährige Zusammenarbeit vor Ort ist eine wichtige Grundlage dafür, dass der Bestand in Bayern bislang erhalten werden konnte“, betont Weber.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Zum Teich statt unter die Räder: Jetzt ehrenamtlich Kröten retten

Zum Teich statt unter die Räder: Jetzt ehrenamtlich Kröten retten

Hilpoltstein / Bayern – Mindestens 6 °C in der Nacht und Regen markieren den Start der alljährlichen Amphibienwanderung in Bayern. Der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) bereitet sich deshalb schon auf die Rückkehr von Kröten, Fröschen und Molchen zu ihren Laichgewässern vor.

„In ganz Bayern sind zahlreiche Ehrenamtliche des LBV damit beschäftigt, Schutzzäune entlang von Straßen aufzustellen oder instand zu setzen“, sagt LBV-Amphibienexperte Dr. Andreas von Lindeiner. Trotz des großen Engagements werden noch weitere helfende Hände gesucht – besonders während der Wanderung bis etwa Mitte April, wenn die Kontrolle der Zäune notwendig ist.

Mit zunehmender Tageslänge, hoher Luftfeuchtigkeit und steigenden Temperaturen, vor allem nachts, beginnt die Wanderung. Gras- und Springfrösche sowie Teich- und Bergmolche sind meist die ersten, die sich auf den Weg machen. Erdkröten benötigen noch etwas Zeit, doch sobald die Temperaturen milder werden, verlassen auch sie ihre Winterstarre. An naturnahen Gewässern können sich dann mehr als 1.000 Erdkröten gleichzeitig beim Laichgeschäft beobachten lassen.

Viele LBV-Gruppen stellen mobile Krötenzäune auf, um Amphibien an gefährlichen Straßenabschnitten vor dem Straßentod zu schützen. Besonders aktiv sind die Kreisgruppen in Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, Weißenburg-Gunzenhausen, Cham und Berchtesgadener Land. Insgesamt betreuen die Ehrenamtlichen mehrere Hundert solcher Anlagen in Bayern. „Sobald die Zäune stehen, werden sie täglich kontrolliert, idealerweise am frühen Abend und am frühen Morgen. Amphibien, die in Eimern landen, werden sicher über die Straße getragen, meist unter Dokumentation von Art, Geschlecht und Anzahl“, erklärt von Lindeiner.

Aktiv im Amphibienschutz

Wer beim Krötenretten mithelfen möchte, kann sich an die örtliche LBV-Gruppe wenden. Vorkenntnisse sind nicht nötig. In kurzer Zeit lernen die Helfer, wie die Tiere richtig gehandhabt werden, welche Hygienevorschriften gelten und wie man die Arten oder das Geschlecht der Amphibien unterscheidet.

Die Kontakte zu den LBV-Kreisgruppen gibt es unter: www.lbv.de/lbv-vor-ort
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Gärtnern mit Verantwortung: Heckenschnitt nur noch bis Ende Februar erlaubt

Gärtnern mit Verantwortung: Heckenschnitt nur noch bis Ende Februar erlaubt

Hilpoltstein / Bayern – Der Frühling steht vor der Tür, doch in der Vogelwelt beginnt bald die sensible Brutzeit. Um die Tiere zu schützen, erinnert der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) daran, dass ab 1. März der radikale Rückschnitt von Hecken, Gebüschen und Gehölzen verboten ist. Wer größere Schnitte vornehmen möchte, sollte dies deshalb möglichst schnell erledigen. Die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson erklärt, dass die gesetzliche Regelung zum Heckenschnitt einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Wildtieren leistet: Im dichten Gestrüpp nisten viele Singvögel wie Amsel, Rotkehlchen, Gartengrasmücke oder Heckenbraunelle. Außerdem seien naturnahe Hecken ein wichtiger Lebensraum für andere Tiere wie Igel, Spitzmäuse, Erdkröten oder Blindschleichen.

Die beste Zeit für die Pflege von Hecken ist während der Vegetationsruhe von Oktober bis Februar, bevor im März bereits die ersten Vögel zu brüten beginnen. Nelson betont, dass Jungvögel bei einem Schnitt während der Brutzeit aufgrund fehlender Zweige nicht mehr geschützt sind und leicht Beute für Fressfeinde werden. Auch Altvögel finden dann keine sicheren Schlafplätze mehr, und Insekten, die in einer dichtgewachsenen Hecke leben, fehlen als wichtige Nahrungsquelle.

Klare gesetzliche Vorgaben

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Hecken im öffentlichen Raum sowie in privaten Gärten zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht radikal geschnitten werden dürfen. Kleine Form- und Pflegeschnitte seien in diesem Zeitraum zwar erlaubt, allerdings müsse man vorher prüfen, ob Vögel in dem Gebüsch brüten oder ob kleine Säugetiere dort Futtervorräte angelegt haben, so Nelson.

Damit naturnah angelegte Hecken alle Funktionen als Sichtschutz und Lebensraum für Tiere erfüllen, sollten sie gepflegt und verjüngt werden. Überalterte Hecken tragen kaum noch Früchte, werden innen kahl oder sterben ab. Bei der Pflege wird die Hecke in Abschnitten knapp über dem Boden gekürzt, wobei nie die gesamte Heckenreihe entfernt werden sollte, damit Tieren Lebensraum erhalten bleibt. Nelson weist darauf hin, dass Geräte, die Äste und Zweige zerfetzen, den Pflanzen schaden.

Auch bei der Entsorgung von Gartenabfällen sei Vorsicht geboten. Gartenbesitzende sollten ihre Abfälle nicht im Wald oder in der Landschaft ablegen, da dies heimische Pflanzen verdrängen und die Artenvielfalt gefährden kann. Offenes Verbrennen im Garten setze zudem Schadstoffe und Feinstaub frei. Nelson empfiehlt stattdessen, den Grünschnitt auf dem eigenen Kompost zu entsorgen oder eine Benjes-Hecke anzulegen, bei der Zweige, Äste und Gehölzmaterial locker aufeinandergeschichtet werden. Überschüssige Gartenabfälle könnten außerdem bei kommunalen Grüngut-Annahmestellen kostenlos abgegeben oder in der Biomülltonne entsorgt werden – dabei sollten die lokalen Regelungen beachtet werden.
Weitere Informationen gibt es unter lbv.de/hecken.
(Quelle: Pressemitteilung LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Zimmer gesucht: Jetzt Nistkästen für heimische Vögel anbringen

Zimmer gesucht: Jetzt Nistkästen für heimische Vögel anbringen

Hilpoltstein / Bayern – Der Frühling kündigt sich an – und mit ihm beginnt für viele heimische Vögel die Suche nach einem geeigneten Platz für den Nachwuchs. Damit Meisen, Rotkehlchen und andere Arten gute Bedingungen für die Brut finden, empfiehlt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV), Nistkästen jetzt aufzuhängen oder bestehende Nisthilfen rechtzeitig zu reinigen.

Nach Angaben des LBV werden natürliche Baumhöhlen sowie geeignete Brutnischen an Gebäuden immer seltener. Mit passenden Nistkästen können Privatpersonen Vögel bei der Fortpflanzung unterstützen. Welche Nisthilfe geeignet ist, hängt von der Vogelart ab.

Unterschiedliche Nistkästen für unterschiedliche Arten

Halbhöhlennistkästen werden unter anderem von Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Bachstelze oder Grauschnäpper genutzt. Klassische Höhlenkästen mit Einflugloch nehmen vor allem Meisenarten, Feld- und Haussperlinge, Stare oder Kleiber an. Unterschiedliche Einfluglochgrößen sind notwendig, da größere Arten mehr Platz benötigen. Arten wie der Haussperling brüten zudem in Kolonien und bevorzugen mehrere Kästen in unmittelbarer Nähe.

Der richtige Platz schützt die Brut

Für einen erfolgreichen Bruterfolg ist die fachgerechte Anbringung entscheidend. Der LBV empfiehlt eine Höhe von etwa 1,5 bis drei Metern sowie eine Ausrichtung der Einflugöffnung nach Osten oder Südosten. Der Nistkasten sollte stabil befestigt sein und ausreichend Abstand zu Ästen oder Dächern haben. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Dornenranken am Stamm oder Metallringe am Einflugloch können helfen, Nesträuber fernzuhalten.

Nistkästen vor der Brutsaison reinigen

Auch bestehende Nisthilfen sollten vor Beginn der Brutzeit gesäubert werden. Altes Nistmaterial kann Parasiten enthalten und sollte mit Wasser und Bürste entfernt werden. Auf chemische Reinigungsmittel ist zu verzichten. Ist eine Reinigung nicht mehr möglich, sollten die Kästen während der Brutzeit nicht mehr geöffnet werden.
Neben Nistkästen benötigen Vögel ausreichend Nahrung und Rückzugsräume. Ein naturnah gestalteter Garten oder Balkon mit heimischen Wildstauden, Sträuchern und insektenreichen Flächen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Nisthilfen angenommen werden.

Informationsangebote des LBV

Bauanleitungen, ein kostenloses Faltblatt und viele weitere Informationen zu Nistkästen gibt es unter www.lbv.de/nistkasten. Wer es nicht mehr schafft, selbst eine Nisthilfe zu bauen, kann auf ein breites Angebot und Beratung im LBV-Naturshop zurückgreifen
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wenn Rebhühner flirten: Balzzeit beim Vogel des Jahres beginnt

Wenn Rebhühner flirten: Balzzeit beim Vogel des Jahres beginnt

Bayern – Der Vogel des Jahres 2026, das Rebhuhn, geht ab Mitte Februar auf Partnersuche. LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson erklärt: „Wer in den kommenden Tagen und Wochen ein scharrendes ‚Kirräck‘ beim Spaziergehen in der Dämmerung hört, kann sich glücklich schätzen. Denn das Rebhuhn ist in Bayern selten geworden.“ Für eine erfolgreiche Brut sind strukturreiche Lebensräume mit Blüh- und Brachflächen entscheidend – der LBV fordert deshalb den Ausbau entsprechender Förderprogramme.

Mit ihrem charakteristischen, rauen Revierruf machen die Männchen auf sich aufmerksam. Haben sich Hahn und Henne gefunden, bleiben sie sich nach einer ausgedehnten Kennenlernphase oft ein – wenn auch eher kurzes – Leben lang treu. Erst im Mai kommt es zur Paarung. Kurz darauf legt die Rebhenne bis zu 20 Eier. Bis das Gelege vollständig ist, können mehrere Wochen vergehen. Anschließend brütet die Henne 24 bis 25 Tage lang gut verborgen in dichter Vegetation, stets wachsam vor Nesträubern wie dem Fuchs.

Strukturreiche Lebensräume sind entscheidend

Damit Rebhühner ihren Nachwuchs erfolgreich großziehen können, sind strukturreiche Lebensräume notwendig. Entscheidend ist ein Mosaik aus Feldern, Wiesen, Hecken, Blühflächen und Brachen. Die LBV-Biologin erklärt: „Es muss dringend mehr Lebensraum durch Brach- und Blühflächen sowie Gehölze in der Agrarlandschaft geschaffen werden.“ Der LBV fordert die zuständigen Ministerien auf, Förderprogramme auszubauen und bessere Anreize für Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen.

„Davon profitiert nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch wir Menschen. Denn eine vielfältige, lebendige Landschaft bietet Raum für Naturerleben und Erholung“, so Angelika Nelson.

Jeder kann helfen

Wer selbst dazu beitragen möchte, die Situation des Jahresvogels 2026 zu verbessern, kann schon beim Einkauf ansetzen: „Der Kauf von Bio-Produkten unterstützt eine naturverträglichere Landwirtschaft mit weniger Pestizideinsatz. Davon profitieren das Rebhuhn und viele andere Feldvögel“, erklärt die LBV-Biologin.

Rebhuhnerfassung als Einstieg ins Vogelmonitoring

Ein wichtiger Baustein für den Schutz des Rebhuhns ist die Kenntnis über aktuelle Vorkommen und Bestände. Der LBV engagiert sich als Partner des Dachverbands Deutscher Avifaunisten bei der Kartierung von Rebhühnern im Rahmen des Monitorings seltener Brutvögel (MsB). Die nächste Erfassungsperiode findet während der Balz von Mitte Februar bis Mitte März statt. Die Mitarbeit eignet sich besonders für Einsteiger, da sie zeitlich wenig aufwendig ist und der Fokus auf einer Art liegt. Mehr Informationen zum Brutbestandsmonitoring Rebhuhn: www.dda-web.de/monitoring/msb/module/rebhuhn
(Quelle: Pressemitteilung Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) / Beitragsbild: re)