Viel Schnee in Bayern: Eulen und Greifvögel haben Probleme bei der Nahrungssuche

Viel Schnee in Bayern: Eulen und Greifvögel haben Probleme bei der Nahrungssuche

Hilpoltstein / Bayern – Die starken Schneefälle der vergangenen Tage in Bayern sind nicht nur für Auto- und Bahnreisende eine Herausforderung, sondern können auch für Eulen und Greifvögel problematisch werden. Liegt über längere Zeit eine dicke Schneedecke, haben viele der Mäusejäger Schwierigkeiten, an ihre Beute zu gelangen.

„Während Vogelarten wie Mäusebussard und Turmfalke vor Kälte und Schnee in weniger winterliche Regionen flüchten können, sind die meisten Eulen Standvögel, die den ganzen Winter in ihren angestammten Revieren bleiben. Fehlen schneefreie Flächen, drohen Hunger und in strengen Wintern sogar deutliche Bestandseinbrüche“, sagt Torben Langer, Eulenexperte des Bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz).

In vielen Teilen Bayerns sind in den vergangenen Tagen mehr als 30 Zentimeter Neuschnee gefallen. Im Winter fressen Eulen normalerweise Mäuse. Werden diese knapp, versuchen sie auf Vögel auszuweichen. Erfolgreich sind dabei meist nur große Arten wie der Uhu. Kleinere Eulen und Käuze haben es deutlich schwerer, da alternative Beute oft nicht ausreicht. „Besonders Schleiereulen und Steinkäuze in Nordbayern leiden aktuell stark unter den Schneemengen, vor allem dann, wenn ihnen der Zugang zu Scheunen oder Ställen fehlt, in denen sie auch im Winter jagen könnten“, erklärt Langer.

Ställe und Scheunen für Eulen öffnen

Der LBV bittet Landwirte und Gebäudeeigentümer, Eulen den Zugang zu Ställen und Scheunen zu ermöglichen. Im Inneren der Gebäude können die Vögel auch bei geschlossener Schneedecke weiter auf Mäusejagd gehen und leisten so zugleich einen Beitrag zur natürlichen Regulierung von Nagetieren. „Früher waren aus diesem Grund sogenannte Eulenlöcher selbstverständlich. Wo solche Einfluglöcher heute fehlen, genügt oft schon ein geöffnetes Fenster oder ein offener Spalt im Scheunentor, um die Vögel vor dem Verhungern zu bewahren“, so Langer.
Weitere Schutzmaßnahmen für Eulen

Auch andere Flächen – etwa auf dem landwirtschaftlichen Hof oder im Wald – lassen sich mit wenig Aufwand in Nahrungsräume für Mäusejäger verwandeln. Werden einige Bereiche geräumt, entstehen schneefreie Zonen. Wer hier mit geeignetem Futter Kleintiere anfüttert, bietet den Eulen Winternahrung. Geeignet ist eine Mischung aus Wildvogelfutter, Weizen, gefetteten Haferflocken, Karottenstücken und Meisenknödeln. Auch Strohballen erhöhen die Attraktivität dieser Flächen für Mäuse und helfen den Eulen und Käuzen.

Langfristig lässt sich die Nahrungsverfügbarkeit zudem durch sogenannte Mäuseburgen erhöhen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Strohballen und Futterstelle, in der sich Nagetiere verstecken und ansiedeln können. An einer trockenen, sonnigen Stelle fühlen sie sich besonders wohl. Eulen und Greifvögel profitieren besonders, wenn in der Nähe ein geeigneter Ansitz wie ein Baum oder Zaunpfahl vorhanden ist.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Foto ai generiert)

Trauriger Rekord: 30 Vögel 2025 in Bayern vergiftet

Trauriger Rekord: 30 Vögel 2025 in Bayern vergiftet

Hilpoltstein / Bayern – Vergiftet, beschossen, in Fallen gefangen: Auch 2025 wurden Bayerns Großvögel wieder illegal verfolgt. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und die Gregor-Louisoder-Umweltstiftung (GLUS) ziehen Bilanz im Projekt „Tatort Natur“: Insgesamt wurden 30 Fälle von Vergiftung nachgewiesen, so viele wie seit vier Jahren nicht mehr. Dazu kommen weitere Straftaten wie Beschüsse und illegale Fangmethoden. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Insgesamt meldeten die Naturschützer 133 tote Großvögel mit Verdacht auf illegale Verfolgung – fast dreimal so viele wie 2024. Wird die Todesursache nicht sofort klar, folgen toxikologische Untersuchungen. Besonders oft wurde das seit 2008 verbotene Insektizid Carbofuran eingesetzt, das bereits bei Hautkontakt wirkt und sowohl für Tiere als auch für Menschen gefährlich ist. „Greifvögel sterben häufig qualvoll nur wenige Meter entfernt vom Giftköder“, erklärt LBV-Projektmitarbeiterin Nicole Meier.

Besondere Fälle sorgten für Aufsehen:
  • Landkreis Dingolfing-Landau: Ende Juli wurden über zwölf tote Greifvögel, darunter Schwarzmilan, Rotmilan und Mäusebussard, gefunden. Alle Tiere starben an Carbofuran-Vergiftungen. Die Polizei ermittelt weiterhin.
  • Landkreis Haßberge: Im Oktober wurde ein Mäusebussard mit Parathion (E605) vergiftet. Parathion ist hochtoxisch und kann bereits bei Hautkontakt zu schweren Symptomen oder Tod führen. Im Fundgebiet starben im gleichen Jahr auch mehrere Hunde.
Projekt „Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen“

Seit 2019 dokumentieren LBV und GLUS Straftaten gegen geschützte Vögel in einer bayernweiten Datenbank. Sie dient als Melde- und Informationsplattform für Behörden und Öffentlichkeit, unterstützt die Strafverfolgung und bietet Fortbildungsangebote. Projektleiter sind Franziska Baur (GLUS) und Dr. Andreas von Lindeiner (LBV).

Kamikazetauben als Köder

Immer wieder werden gezielt Tauben als lebendige Köder eingesetzt: Die Tiere werden mit Gift bestrichen und in der Nähe ihres Schlags freigelassen. Greifvögel wie Habicht oder Wanderfalke erlegen die Tauben und sterben selbst an dem Gift. 2025 wurden zwei solche Fälle im Landkreis Regensburg und Landkreis Miesbach dokumentiert.

Fahrlässige Vergiftungen und Sekundärvergiftungen

Neben vorsätzlichen Tötungen kommen auch unbeabsichtigte Vergiftungen vor: Im Unterallgäu starb ein Gänsegeier an Bleivergiftung, vermutlich durch Aas von mit bleihaltiger Jagdmunition erlegten Tieren. Zudem führten Rattengifte wie Brodifacoum zu Sekundärvergiftungen bei Greifvögeln: 2025 betraf es einen Mäusebussard, einen Rotmilan und einen Uhu.

Weitere illegale Verfolgung: Fallen und Schüsse

Greifvögel werden auch mit Fallen gefangen oder beschossen. Im niederbayerischen Landkreis Deggendorf wurde ein Habichtfangkorb mit lebenden Tauben gefunden. Zwei Sperber in der Oberpfalz starben an Schussverletzungen. Ein Weißstorch im Unterallgäu konnte nach Schussverletzungen rechtzeitig behandelt und wieder ausgewildert werden.

LBV und GLUS führen Schulungen zu Naturschutzkriminalität durch und fördern den Austausch zwischen Behörden, Ehrenamtlichen und Polizei. Ein Handlungsleitfaden für bayerische Polizeibehörden soll die Meldung und Dokumentation von Delikten erleichtern. „Sensibilisierung ist entscheidend, um Täter zur Rechenschaft zu ziehen“, betont Franziska Baur (GLUS).
(Quelle: Pressemitteilung  LBV – Landesbund für Vogelschutz, Gregor-Louisoder-Umweltstiftung (GLUS) / Beitragsbild: 

Flaute trotz Frost: Wintervögel im Garten auf Rückzug

Flaute trotz Frost: Wintervögel im Garten auf Rückzug

Bayern -Bei Bayerns 21. Stunde der Wintervögel vom 9. bis 11. Januar 2026 zählten rund 29.600 Teilnehmer in über 21.300 Gärten insgesamt 626.600 Vögel. Die Mitmachaktion des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern) und NABU zeigt: Seltene Gäste wie Kranich und Wiedehopf sorgten zwar für Aufsehen, der Trend weist jedoch weiterhin auf rückläufige Vogelzahlen hin.

Das winterliche Wetter mit Schnee, Eis und klirrender Kälte erschwerte vielen Vogelarten die Futtersuche im Freien. „Der große Einflug von Wintergästen aus dem Norden blieb heuer aus“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. Stattdessen zogen manche heimischen Vögel wie Kraniche auf der Suche nach schnee- und eisfreien Flächen Richtung Süden.

Die durchschnittliche Vogelzahl pro Garten lag 2026 bei etwa 29 Individuen – leicht unter dem Vorjahreswert. Große Einflüge von Bergfinken oder Erlenzeisigen, die die Zahlen sonst erhöhen, blieben aus. „Ein schleichender, aber kontinuierlicher Rückgang der Vogelzahlen ist deutlich erkennbar“, so Nelson. Viele Arten leiden unter fehlenden Lebensräumen und einem Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle.

Die Top Ten der Wintervögel

An der Spitze bleiben Haussperling, Kohlmeise und Feldsperling stabil. Dahinter folgen Amsel, Blaumeise, Buchfink, Elster, Grünfink, Rotkehlchen und Rabenkrähe. Der Bergfink, im Vorjahr noch Platz sieben, tauchte 2026 kaum auf.

Besondere Beobachtungen

Teilnehmer berichteten von fliegenden Kranichen und Kormoranen, die auf der Suche nach eisfreien Gewässern unterwegs waren. Besonders bemerkenswert waren seltene Überwinterer wie Wiedehopf, Bekassine, Zippammer und Brachvogel. „Der Wiedehopf ist eine wärmeliebende Langstreckenzieher-Art, die normalerweise südlich der Sahara überwintern“, erklärt Nelson. Meldungen mit Fotobeweis kamen unter anderem aus dem Landkreis Forchheim.

Die nächste Mitmachaktion, die Stunde der Gartenvögel, findet vom 8. bis 10. Mai 2026 statt. Dann werden Bürger erneut aufgerufen, Brutvögel in ihren Gärten und Parks zu zählen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV – Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Ende der Förderung für Schneekanonen: LBV begrüßt Schritt, fordert weitere Maßnahmen

Ende der Förderung für Schneekanonen: LBV begrüßt Schritt, fordert weitere Maßnahmen

Hilpoltstein / Bayern – Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) wertet die Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung, die Förderung für Schneekanonen zu stoppen, als wichtiges Signal zum besseren Schutz der bayerischen Alpen.

„Diese Entscheidung war überfällig. Beispiele wie das Aus des Skibetriebs am Jenner zeigen, dass Investitionen in die Ski-Infrastruktur trotz massiver staatlicher Förderung keine Zukunftsperspektive für unsere bayerischen Alpen darstellen“, erklärt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran.

Bereits seit mehreren Jahren setzt sich der LBV dafür ein, dass umwelt- und klimaschädliche Subventionen wie die Förderung von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen abgeschafft werden. Beran betont, dass die neue Regelung nur ein erster Schritt ist: „Damit wird einer weiteren Erschließung unberührter Bereiche des bayerischen Alpenraums ein Riegel vorgeschoben. Dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Langfristig muss das Ziel zum Schutz des einzigartigen Naturraums Alpen sein, den Neubau von Seilbahnen und Beschneiungsanlagen in bisher unerschlossenen Gebieten grundsätzlich zu verbieten.“

Kritisch sieht der LBV, dass der Ganzjahresbetrieb als Voraussetzung für eine Förderung vorgesehen ist: „Gerade ein Ausbau des Sommerbetriebs führt zu einer zusätzlichen Störung in der Brutzeit und der Zeit der Jungenaufzucht“, so Beran.

Der LBV unterstreicht, dass die Alpen als Naturraum besonders geschützt werden müssen. „Eventtourismus, große Infrastruktur-Vorhaben und eine stetige Erhöhung der Tourismuskapazitäten haben dort deshalb keine Zukunft. Die Alpen müssen als Naturraum bewahrt werden. Nur ein sanfter Tourismus sichert letztendlich auch das wirtschaftliche Potenzial des Alpentourismus für die kommenden Jahrzehnte“, erklärt Beran.

Was bedeutet die Seilbahnförderrichtlinie?

Die bayerische Seilbahnförderrichtlinie regelt die staatliche Förderung von bestehenden Personenseilbahnen. Ab 2026 werden technische Beschneiungsanlagen nicht mehr gefördert, während Zuschüsse für bestehende Seilbahnanlagen erhalten bleiben. Ziel ist es, die Erschließung unberührter Bergflächen einzuschränken und die Alpen als Naturraum zu schützen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„Gefährdete Arten im Fadenkreuz“: LBV kritisiert geplante Neuregelungen im bayerischen Jagdgesetz

„Gefährdete Arten im Fadenkreuz“: LBV kritisiert geplante Neuregelungen im bayerischen Jagdgesetz

Hilpoltstein / Bayern – Bis zum 7. Januar 2026 lief das Anhörungsverfahren zur geplanten Novelle des Bayerischen Jagdgesetzes. Der Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) reichte hierzu seine Stellungnahme beim Bayerischen Wirtschaftsministerium ein.

Der Verband betonte, dass die ursprünglich geplanten weitreichenden Gesetzesänderungen zulasten des Artenschutzes durch das Engagement des LBV abgewendet werden konnten. Dennoch sah der LBV im aktuellen Gesetzentwurf weiterhin kritische Punkte.

So lehnte der Verband die geplante Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ab. „Der Schlüssel zur Reduzierung von Nutztierrissen liegt nicht in der Jagd, sondern im konsequenten und wirksamen Herdenschutz“, sagte Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Der LBV forderte, Jagdrecht und Jagdzeiten konsequent an wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem tatsächlichen Erhaltungszustand der Arten auszurichten. „Naturschutz und Jagd müssen sich an klaren fachlichen Kriterien orientieren – nicht an politischen Symboldebatten“, so von Lindeiner.

Laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) sei eine Regulierung des Wolfsbestands durch Jagd nicht erforderlich. Von Lindeiner erklärte: „Bereits heute sind Entnahmen einzelner auffälliger Wölfe über Ausnahmeregelungen des Bundesnaturschutzgesetzes rechtssicher möglich. Dies respektiert selbstverständlich auch der LBV. Die fachlichen Grundlagen für die Entnahme einzelner Wölfe bietet der bayerische Aktionsplan Wolf.“ Entscheidend sei, dass Tierhalterinnen und Tierhalter vor Ort besser beraten und beim standortangepassten Herdenschutz unterstützt würden. Öffentliche politische Aussagen, die eine vereinfachte Bejagung des Wolfs suggerierten, hielt der LBV für irreführend.

Jagd auf gefährdete Vogelarten

Kritisch bewertete der LBV auch geplante Regelungen zur Jagd auf zahlreiche Vogelarten, die sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand befanden oder negative Bestandsentwicklungen zeigten. Besonders betroffen sei das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026 und eine der am stärksten rückläufigen Vogelarten in Deutschland und Europa. „Wir erheben nicht die Forderung, das Rebhuhn aus dem Jagdrecht zu nehmen. Wegen der starken Gefährdung dieser Art sollte die Jagd aber so lange ausgesetzt werden, bis Schutzmaßnahmen greifen und sich die Bestände nachweislich erholen“, sagte von Lindeiner.

Für Entenvögel wie Pfeif-, Krick-, Spieß-, Berg-, Tafel- und Samtente sowie die Wald-Saatgans sprach sich der LBV für eine ganzjährige Schonzeit in Bayern aus. Gleiches galt für die Waldschnepfe, deren Bejagung aus Sicht des Verbands nicht sachlich begründet sei. Auch die Jagd auf Großmöwen, etwa die Silbermöwe, hielt der LBV für fachlich nicht gerechtfertigt. Von Lindeiner ergänzte: „Wir gehen allerdings davon aus, dass die nahen Verwandten Steppen- und Mittelmeermöwen, die nicht jagdbar sind, auch schon mal ins Visier geraten.“ Die Bejagung sei weder notwendig noch ökologisch sinnvoll, und die Tiere könnten nicht verwertet werden.

Transparenz bei Abschusszahlen gefordert

Darüber hinaus kritisierte der LBV, dass der Zugang zu Informationen über jagdliche Entnahmen eingeschränkt werden solle. „Transparente Daten über Abschüsse – insbesondere bei Arten mit Managementbedarf wie Wolf oder Graureiher – sind unverzichtbar, um den Erhaltungszustand bewerten und gegebenenfalls Management- und Schutzmaßnahmen anpassen zu können. Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse an diesen Informationen“, so von Lindeiner.
(Quelle: Pressemitteilung / Beitragsbild: Symbolfoto re)

„Stunde der Wintervögel“: Bürger zählen Vögel in Bayern

„Stunde der Wintervögel“: Bürger zählen Vögel in Bayern

Hilpoltstein / Bayern – Der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU rufen vom 9. bis 11. Januar erneut zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Bei der Mitmachaktion können Bürgerinnen und Bürger eine Stunde lang Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen – sowohl in Städten als auch auf dem Land. „Wer eine Stunde lang bewusst hinschaut, entdeckt oft mehr als erwartet. Gerade im Winter tauchen manchmal überraschende Gäste auf“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Besonders im Blick sind in diesem Jahr Finkenarten wie Bergfinken oder Erlenzeisige, die aus Skandinavien nach Bayern ziehen, sowie heimische Finkenarten wie Buchfink, Grünfink oder Stieglitz. Auch Kernbeißer können an Futterstellen beobachtet werden. „Sind Samen in den Wäldern rar oder durch Frost und Schnee nicht zugänglich, weichen viele Arten auf Gärten oder Parks aus“, so Nelson.

Darüber hinaus zählen Teilnehmer klassische Wintervögel wie Kohl- und Blaumeise, Amsel, Haussperling, Feldsperling oder Rotkehlchen. Die Beobachtungen liefern wichtige Daten darüber, wie sich die Vogelwelt in Bayern verändert – zum Beispiel, dass in milden Wintern immer mehr Kurzstreckenzieher im Freistaat bleiben.

Vergleich zwischen Stadt und Land im Fokus

Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Vergleich zwischen Stadt und Land. „Parks und Gärten in Städten bieten oft ein ganzjähriges Nahrungsangebot und ein wärmeres Mikroklima. Wer keinen eigenen Garten hat, kann im Park oder auf Friedhöfen beobachten und damit wertvolle Informationen liefern“, so Nelson.
Teilnahme ist unkompliziert: Eine Stunde Zeit genügt, gezählt wird die höchste Anzahl einer Art gleichzeitig. Auch Nullmeldungen sind wichtig. Beobachtungen können online unter www.stunde-der-wintervoegel.de
gemeldet werden, Meldeschluss ist der 19. Januar 2026. Unter allen Teilnehmenden verlost der LBV Preise.

Für Schulen gibt es die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 12. bis 16. Januar. Lehrkräfte können mit Schülerinnen und Schülern auf dem Pausenhof, im Park oder Schulgarten die heimischen Wintervögel zählen. Materialien und Spiele für Kinder stehen hier bereit.
(Quelle: LBV / NABU Beitragsbild: Symbolfoto: re)