Leistungsabzeichen Technische Hilfe

Leistungsabzeichen Technische Hilfe

Engelsberg / Landkreis Traunstein –  In den vergangenen drei Wochen haben sich 13 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau intensiv auf die Prüfung zum Leistungsabzeichen „Technische Hilfeleistung“ vorbereitet und waren in zwei Gruppen zur Abnahme angetreten.

Christina Fastenmeier schaffte die höchstmögliche Stufe und darf sich nun die Plakette in „Gold-Rot“ ans Revers der Uniform heften. Gleich zehn Feuerwehrmänner feierten am Ende ihre erfolgreiche Premiere. Neben den Einzel- und Trupp Aufgaben stand ein angenommener nächtlicher Verkehrsunfall im Zentrum der Prüfung, bei dem die Aktiven mittels schweren technischen Gerätes eine Person befreien mussten.
Kommandant Georg Wimmer lobte den Eifer seiner Floriansjünger. „Im Frühjahr haben wir bereits das Leistungsabzeichen im Löschangriff erfolgreich abgelegt. Daher ist es keineswegs selbstverständlich, dass die Motivation für die zweite Prüfung weiterhin so hoch war. Dennoch ist es unserem Ausbilder gelungen, Alle motiviert zu halten und ausgezeichnet vorzubereiten“, freute er sich am Ende des Prüfungsabends im Gespräch mit Stefan Lohwieser von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.
Das für die Prüfung angenommene Szenario war ein Verkehrsunfall bei Nacht. Eine Person war mit Verletzungen im Fahrzeug eingeklemmt. Diese musste innerhalb einer Zeitfrist von vier Minuten medizinisch erstversorgt und aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Die Inhalte der bayernweit einheitlichen Prüfung zielen bewusst auf Szenarien, mit denen die Floriansjünger in der täglichen Praxis regelmäßig konfrontiert werden. Bei der Leistungsprüfung „Brandbekämpfung“ bildet ein Zimmerbrand beziehungsweise ein Brand eines Nebengebäudes die Kernaufgabe und für die Technische Hilfeleistung sind es alle Feuerwehrmaßnahmen bei einem Verkehrsunfall.

Schwerpunk bei „Schere und Spreizer“

Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Vorbereitung und dem Einsatz von „Schere und Spreizer“. Parallel dazu sichern einige Kameraden das Fahrzeug gegen Wegrollen, weitere kümmern sich um die Erstversorgung des Verletzten. Dazu müssen alle erforderlichen Ausrüstungsgegenstände wie Hebelwerkzeuge, das Glasmanagementsystem oder eine Stromversorgung einsatzbereit auf der sogenannten Bereitstellungsplane vorbereitet werden. Zudem musste eine Verkehrsabsicherung erstellt werden, die im Ernstfall lebensnotwendig ist. Darüber hinaus galt es die Einsatzstelle auszuleuchten und Brandschutzmaßnahmen mittels Feuerlöscher und Schnellangriffsschlauch zu ergreifen.
Ausbilder Timotheus Dick trat bei der Prüfung selbst als Gruppenführer an und durfte sich am Ende darüber freuen, dass er einen schriftlichen Test mit 15 Fachfragen ohne Fehler beantworten konnte. „Die Vorbereitung war durchaus eine Herausforderung, da gleich zehn Kameraden zum ersten Mal beim Leistungsabzeichen angetreten sind und somit die Abläufe der Prüfung für Viele völlig neu waren. Dennoch handelt es sich um eine Herausforderung, die man gerne annimmt, wenn man bedenkt, dass sie unseren Nachwuchs darstellen und somit die Zukunft unserer Wehr sichern“, so seine Einschätzung.
Nach rund einer dreiviertel Stunde hatten beide Prüfungsgruppen jeweils ihre Aufgaben gemeistert. Das Schiedsrichterteam des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein, bestehend aus Kreisbrandinspektor Josef Egginger sowie Willi David und Florian Mayer, bescheinigte beiden Gruppen eine erfolgreiche Prüfung und gratulierten zum Erfolg. Den Glückwünschen schloss sich Feuerwehrreferent Martin Reichthalhammer an und lobte die Einsatzbereitschaft der Aktiven in Engelsberg. Einen besonderen Glückwunsch richtete er an Christina Fastenmeier, die einzige Feuerwehrfrau des Abends. Sie hat als einziger Prüfling die Herausforderungen der höchsten Stufe gemeistert und ist damit sicherlich eine der ersten Feuerwehrfrauen in der Region, die das Abzeichen in „Gold-Rot“ tragen darf.
Georg Wimmer überreichte zusammen mit Josef Egginger die Abzeichen. Christina Fastenmeier erhielt Gold-Rot (Stufe 6), Timotheus Dick erreichte Gold-Blau (Stufe 4), Franz Hurtig und Bernd Hell waren in der zweiten Stufe erfolgreich und haben das Abzeichen in Silber erhalten. Erik Polte, Stefan Steinberger, Simon Wichmann, Maxi Wichmann, Alexander Bichler, Raphael Riml, Thomas Hüttl, Michael Wimmer, Sebastian Burggraf und Johannes Unterauer freuten sich in ihrer Premiere über die Plakette in Bronze. Allesamt haben den Abend bei einem von der Gemeinde spendierten Abendessen ausklingen lassen.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Feuerwehren rüsten sich für neue Antreibstechniken

Feuerwehren rüsten sich für neue Antreibstechniken

Tacherting / Nußdorf / Landkreis Traunstein –  Immer mehr E-Fahrzeuge befinden sich auf unseren Straßen und führen somit unweigerlich dazu, dass sich die Feuerwehren zunehmend auf diese neue Situation einstellen müssen. Neben elektrisch angetriebenen PKWs sind mittlerweile auch Transporter oder Test-LKWs auf den Straßen unterwegs und in Berlin erprobt die Feuerwehr derzeit bereits ein Löschfahrzeug mit Elektroantrieb.

Seit zwei Jahren haben die Feuerwehren im Landkreis Traunstein die Möglichkeit, sich in vier Modulen mit unterschiedlichen Inhalten mit der Materie „Elektromobilität und Batterietechnik“ auseinander zu setzen. Nachdem bereits vor einigen Wochen in Nußdorf das entsprechende Praxismodul für zahlreiche Feuerwehren angeboten werden konnte, folgte nun ein Übungstag in Tacherting.
Neben dem elektrischen Antriebsstrang verändern insbesondere die verbauten Lithium-Ionen-Batterien die gewohnten Einsatztaktiken der Floriansjünger bei Verkehrsunfällen und Bränden. Der gesamte Ausbildungsblock besteht aus insgesamt vier aufeinander aufbauenden Modulen. Die ersten drei Teile wurden als Onlineseminar abgehalten und umfassen umfangreiche theoretische Vorkenntnisse sowie die notwendigen Grundlagen.
Das Modul 1 setzt sich mit den Gefahrenpotential von E-Fahrzeugen, der Fahrzeugidentifikation, der notwendigen persönliche Schutzausrüstung und den Rettungsmaßnahmen auseinander. Über das Wissen zu technischen Hilfsmitteln, der Brandbekämpfung sowie alternativen Löschmethoden und der Dekontamination informiert das zweite Modul. Dort wird auch anhand von Unfallbeispielen die veränderten Strategien zur Schadensbewältigung sowie der Einsatzablauf mit den Teilnehmern diskutiert. Einen wichtigen Blick über den Tellerrand ermöglicht der dritte Baustein, indem die bisher erworbenen Kenntnisse um E-Nutzfahrzeuge, E-Zweiräder oder E-Sonderfahrzeuge erweitert werden. Inhaltlich befasst sich dieses Modul auch mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen sowie stationären Energiespeichern wie beispielsweise für Photovoltaikanlagen.

Üben unter realen Bedingungen

„Feuerwehrler sind Praktiker und deshalb war es uns wichtig, dass wir auch unter realen Bedingungen üben können“, betonte der Fach-Kreisbrandmeister für das Ausbildungswesen Florian Ettmayr. Aus diesem Wunsch heraus entwickelte sich das vierte Modul dieser Ausbildungsreihe. Neben der Gefahrenbeurteilung von vier verschiedenen Unfallszenarien wurde das einsatztaktische Vorgehen an einem echten Fahrzeug trainiert. Dabei wurden die Sicherheitseinrichtungen der modernen E-Fahrzeuge ebenso unter die Lupe genommen wie das generelle Vorgehen, insbesondere das Risikomanagement an Unfallfahrzeugen mit Elektroantrieb. Unter dem Blickwinkel einer gezielten Gefahrenprävention wurde die Personenrettung und Brandbekämpfung mehrmals am Übungsfahrzeug durchgespielt. Damit wurde erreicht, dass die verschiedenen Rollen und Aufgaben der Mannschaft getauscht werden konnten.
„Am Ende ist auch der Unfall mit einem E-Auto unter Berücksichtigung der entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen für die Einsatzkräfte auch nur ein Unfall“, so der Ausbilder Christian Kern und ergänzt, „das Wissen und die Fertigkeiten, um eine so eine Situation unter Kontrolle zu behalten, vermitteln wir mit unseren Schulungen“. Zum Abschluss der intensiven Vormittage konnten sich die Ehrenamtlichen noch ein Bild der aktuellen Technik anhand von E-Fahrzeugen machen, die von der Firma Autowelt Ostermaier und der Gemeinde Tacherting sowie von FIAT Baumann und Fuhrmann Nutzfahrzeuge für die Ausbildung in Nußdorf zur Verfügung gestellt wurden.
„Es freut mich, dass wir mit diesem Angebot des Kreisfeuerwehrverbandes unseren Feuerwehren erneut die Möglichkeit geschaffen haben, sich dem technischen Fortschritt zu stellen und damit bei Einsätzen besser umgehen zu können“, freute Florian Ettmayr am Ende der beiden Lehrgänge. In Nußdorf konnten Einsatzkräfte aus Haslach, Traunreut, Hochberg, BSH Traunreut, Kirchheim, Maisenberg, Kammer, Seebruck, Marquartstein, Nirnharting, Kay, Grassau, Stein und Holzhausen teilnehmen und in Tacherting waren Aktive der Feuerwehren Tittmoning, Oberfeldkirchen und Tacherting.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Große Feuerwehrübung  am „Salzburger Hof“

Große Feuerwehrübung am „Salzburger Hof“

Trostberg / Landkreis Traunstein –  In der Bahnhofstraße fand kürzlich eine großangelegte Feuerwehrübung in der ehemaligen Gaststätte „Salzburger Hof“ statt, die derzeit als Übungsobjekt von den Rettungskräfte genutzt werden darf.

Angenommen wurde ein Vollbrand des Anwesens, in dem sich noch mehrere Personen befunden hatten. An der Übung nahmen neben der Freiwilligen Feuerwehr Trostberg auch die Freiwilligen Feuerwehren Lindach, Heiligkreuz und Oberfeldkirchen sowie die Werkfeuerwehr Chemiepark Trostberg und Aktive des Bayerischen Roten Kreuzes aus Trostberg teil. Die Ideen zu dieser fordernden, aber dennoch realistischen Übungen hatte Kommandant Hans-Peter Heimbach, der im Vorfeld auch kaum jemanden „ins Drehbuch einweihte“.
Die ehemalige Gaststätte „Salzburger Hof“ an der Bahnhofstraße, die darüber hinaus vier Wohnungen und einen weitläufigen Speicher im Dachgeschoss über insgesamt drei Stockwerke beheimatet, diente als Schauplatz des Geschehens. Die Rettungskräfte wurden mit einem anspruchsvollen und komplexen Szenario konfrontiert: Der angenommene Vollbrand der Gaststätte erforderte zwei Einsatzabschnitte, einer für das Brandobjekt selbst und ein weiterer zur Wasserversorgung. Beim „Innenangriff“ lag der Fokus auf der Suche und Rettung von Personen in dem stark verrauchten Gebäude. Mehrere Atemschutztrupps arbeiteten zusammen, um die vermissten und verletzten Personen zu finden und sicher ins Freie zu bringen.

Personenrettung aus dem ersten Stock

Zur Personenrettung aus dem ersten Stockwerk kamen Steckleitern zum Einsatz, aus dem Dachgeschoss musste zwei Personen mit Drehleitern gerettet werden. Die Menschenrettung entwickelte sich,  völlig unerwartet, zu einer spektakulären Situation, da die Darsteller mit ihren realitätsgetreu geschminkten Verletzungen auch aus verschiedenen Fenstern kletterten, um sich vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen. Diese brenzlige Situation musste von den beteiligten Helfern mit viel Fingerspitzengefühl sowie schnellem Handeln beseitigt werden. Damit den „Schauspielern“ nichts passiert, wurden sie zuvor eigens mit einer doppelten Absturzsicherung gesichert.
Die „Wasserentnahme und -Fortleitung“ bildete einen weiteren Übungsschwerpunkt. Hier kamen zwei tragbare Feuerlöschkreiselpumpen zum Einsatz, um das benötigte Löschwasser aus der nahegelegenen Alz, unter anderem über eine Schlauchüberführung einer Straße, an die Übungsstelle zu pumpen. Da eine ausreichende Wasserversorgung in Brandfällen dieser Größenordnung von entscheidender Bedeutung ist, wurde sowohl die Fördermenge als auch die Kommunikation der Einsatzkräfte über die gesamte Distanz auf die Probe zu stellen.

Zusammenarbeit ein wichtiger Punkt

Neben der Brandbekämpfung und der Wasserversorgung musste koordinierte Zusammenarbeit der Einsatzleitung mit den verschiedenen Feuerwehren und Rettungsorganisationen auf die Beine gestellt werden. Die Feuerwehren aus Trostberg, Lindach, Heiligkreuz und Oberfeldkirchen mussten Hand in Hand arbeiten, um die Übungsziele zeitnah und fachlich richtig zu erreichen. Unterstützt wurden sie dabei von der Drehleiter der Werkfeuerwehr Chemiepark Trostberg sowie einem Rettungswagen der des Bayerischen Kreuzes. Die Trostberger Sanitäter kümmerten sich insbesondere um die Weiterversorgung der „Verletzten“ nach deren Rettung durch die Feuerwehrkräfte.
Insgesamt waren etwa 100 Ehrenamtliche mit 16 Einsatzfahrzeugen an der Übung beteiligt. Der zuständige Kreisbrandmeister Alexander Heide war als Übungsbeobachter vor Ort und zeigte sich von der Zusammenarbeit und den Abläufen begeistert. „Obwohl man an den gesamten Abläufen nur wenig Lernfelder der Ehrenamtlichen ausmachen konnte, so werden diese Fehler bei zukünftigen Einsätzen nicht gemacht und fördern somit den Wissensstand der Aktiven“, betonte er im Gespräch mit Stefan Lohwieser von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein, der zusammen mit Daniela Steiner als „Pressebetreuer“ für eventuell eintreffende Medienvertreter vor Ort war. Als Zuschauer verfolgten unter anderem die 2. Bürgermeisterin der Stadt Trostberg, Marianne Penn, und der Feuerwehrreferent der Stadt Trostberg, Alois Kellner, die Übung und zeigten sich einhellig beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und dem Engagement der Rettungskräfte.
„Die erfolgreiche Durchführung dieser Großübung unterstreicht die hohe Einsatzbereitschaft und die gute Zusammenarbeit unserer Feuerwehren und Rettungsorganisationen“, betonte der Organisator Hans-Peter Heimbach am Ende der Übung und ergänzte, „derartige Übungen sind von großer Bedeutung, um im Ernstfall schnell und effektiv agieren zu können und somit Leben zu retten und Sachwerte zu schützen“. Nach Abschluss der Aufräumarbeiten trafen sich alle Teilnehmer zu einer gemeinsamen Brotzeit, zu der die Stadt Trostberg als „kleines Dankeschön“ für das ehrenamtliche Engagement eingeladen hatte.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright  Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Kreisstadtfeuerwehren Traunstein probten den Ernstfall

Kreisstadtfeuerwehren Traunstein probten den Ernstfall

Wolkersdorf  / Landkreis Traunstein – Einem anspruchsvollen Übungsszenario stellten sich rund 100 Floriansjünger aller fünf Feuerwehren aus der Großen Kreisstadt Traunstein.

Die von der Feuerwehr Wolkersdorf organisierte Übung ging von einem Brand in einem großen Werkstattgebäude mit zahlreichen vermissten Personen bei der Straßenmeisterei des Staatlichen Bauamtes in Traunstorf aus. Dabei wurden bewusst Nachwuchskräfte für Führungsaufgaben eingesetzt – die fünf Kommandanten „begnügten sich indes mit der Beobachterrolle“. Duzende Zuschauer und Vertreter der Stadt sowie vom Staatlichen Bauamt verfolgten den Übungseinsatz der Feuerwehren.
„Brand im Werkstattgebäude der Straßenmeisterei – Übungseinsatz für die Feuerwehren Wolkersdorf, Haslach, Hochberg, Kammer und Traunstein“, lautete die Durchsage von Ernst Harrecker, der zusammen mit Bernhard Steinberger von der „gastgebenden“ Feuerwehr Wolkersdorf eine komplexe Aufgabenstellung ausgearbeitet hatte. Bei Schweißarbeiten in einem Werkstattgebäude war ein Brand ausgebrochen und griff schnell um sich, so die Annahme. Bei dem Objekt handelte sich um eine Halle mit den Abmessungen von etwa 50 mal 30 Metern, die sich über mehrere Etagen erstreckte und mittels Übungsrauch „vernebelt“ wurde.

Den Überblick zu behalten war Anfangs nicht Leicht 

Bereits wenige Minuten nach der „Alarmierung“ fuhren die ersten Einsatzfahrzeuge auf dem Hof der Straßenmeister vor. „Es war am Anfang ziemlich schwierig den Überblick zu gewinnen“, sagte Florian Zenz im Gespräch mit Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein im Anschluss an die Übung. Der junge Gruppenführer aus Wolkersdorf schlüpfte in die Rolle des Einsatzleiters und „war zum ersten Mal in meiner Laufbahn mit einem derart großen Szenario konfrontiert“. Zusammen mit weiteren Führungskräften wurde zunächst von außen eine Erkundung durchgeführt und die nach und nach eintreffenden Kräfte mit Aufträgen versorgt.
Die Feuerwehren Haslach, Hochberg und Wolkersdorf starteten als erstes einen Innenangriff zur Menschenrettung und beorderten „alle verfügbaren Atemschutzgeräteträger“ ins Gebäude. Die Kameraden aus Kammer kümmerten sich zunächst um eine „stabile Wasserversorgung“ und bauten Schlauchleitungen zu einem nahegelegenen Hydranten auf. Den Kräften aus Traunstein wurde als Erstmaßnahme die Menschenrettung aus den oberen Stockwerken mittels Drehleiter aufgetragen. Sie starteten gleichzeitig einen weiteren Löschangriff mit Atemschutzgeräteträgern und wurden dabei von Atemschutzgeräteträgern aus Kammer unterstützt.
Auf dem Gelände der Straßenmeisterei war für rund eineinhalb Stunden ziemlich viel Bewegung. Duzende Schläuche wurden ausgerollt, aus den Strahlrohren spritzte das Wasser in hohem Bogen auf in Richtung des angenommenen Brandes, eine behelfsmäßige Sammelstelle für die geretteten Personen wurde eingerichtet, das Gelände mit zahlreichen Strahlern und Lichtmasten ausgeleuchtet und eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet. An der Einsatzleitung liefen die Fäden zusammen und die Mannschaft des Führungsfahrzeuges hatte alle Hände voll zu tun, um Lagekarten zu zeichnen, den Funkverkehr abzuwickeln oder das „Einsatztagebuch“ zu führen.

Alle Personen in Sicherheit nach einer halben Stunde

„Alle Achtung, in weniger als einer halben Stunde waren sämtliche Personen in Sicherheit“, lobte Kreisbrandmeister Albert Rieder die Feuerwehrleute bei der anschließenden „Manöverkritik“. Er und die fünf Kommandanten der beteiligten Feuerwehren nahmen die Abläufe in Augenschein und nutzten die Übungsnachbesprechung mit den Führungskräften auch dazu, um Verbesserungsvorschläge anzubringen. „Wir haben unsere diesjährige Gemeinschaftsübung bewusst dazu genutzt, den Nachwuchskräften in unseren Reihen eine Möglichkeit zum Trainieren zu bieten“, betonte Ernst Harrecker am Ende des Übungsabends und ergänzte, „da dürfen dann auch schon mal handwerkliche Fehler dabei sein, die es dann im Ernstfall nicht gibt“.
„Es ist beruhigend zu wissen, dass die Feuerwehrleute von Anfang an ihr Bestes gegeben haben und innerhalb kurzer Zeit die Lage in den Griff bekamen“, freute sich Straßenmeister und „Hausherr“ Anton Schwaiger vom staatlichen Bauamt Traunstein. Er und sein Team verfolgten während der Übung die Abläufe und unterstützen darüber hinaus die Vorbereitungen der Organisatoren.
Unter die zahlreichen Zuschauer mischte sich auch Traunsteins Feuerwehrreferent Andreas Kaiser. Bei seiner kurzen Ansprache im Anschluss an die Übung brachte er insbesondere seinen Dank zum Ausdruck, „dass wir uns in Traunstein glücklich schätzen dürfen, weil wir über viele engagierte Frauen und Männer in den Feuerwehren verfügen, die alles stehen und liegen lassen, wenn die Sirene heult oder der Meldeempfänger schrillt“. Zum Abschluss durfte er die Übenden als „kleines Zeichen der Wertschätzung“ zu einer gemeinsamen Brotzeit im Namen der Stadt Traunstein einladen.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Leistungsabzeichen „Wasser“ von Feuerwehr abgelegt

Leistungsabzeichen „Wasser“ von Feuerwehr abgelegt

Haslach / Landkreis Traunstein – Freude und Stolz ist das Resultat bei den Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Haslach nachdem zwei Gruppen die anspruchsvolle Prüfung „Die Gruppe im Löscheinsatz“ mit Bravour bestanden haben.

Vor zahlreichen Zuschauern und den kritischen Blicken der Schiedsrichter des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zeigten die engagierten Floriansjünger ihr Können und bewiesen einmal mehr, dass sie in Sachen Brandschutz bestens für den Ernstfall gerüstet sind.
Die Prüfung auf dem Übungshof am Gerätehaus Haslach, verlangte allen Teilnehmern viel Konzentration und Einsatzbereitschaft ab. Unter den wachsamen Augen der Prüfer Konrad Unterstein, Andreas Strohmayer und Andreas Scheibleger mussten die Feuerwehrmänner eine in der „Hauptaufgabe“ einen umfangreichen Löschaufbau durchführen. Dabei galt es nicht nur den angenommenen Zimmerbrand effektiv zu löschen, sondern auch die entsprechende Sicherheit zu gewährleisten und die Koordination innerhalb der Gruppe aufrechtzuerhalten.
Neben der Kenntnis über Konten und Stiche mussten die Teilnehmer innerhalb weniger Minuten einen Löschaufbau zum Innenangriff unter schwerem Atemschutz durchführen, die Wasserversorgung des Löschfahrzeuges sicherstellen und einen weiteren Atemschutztrupp zur Sicherung ausrüsten. Parallel dazu wurde die Verkehrsabsicherung aufgebaut und ein weiteres Strahlrohr zum Außenlöschangriff vorgenommen werden. Im zweiten praktischen Teil mussten beide Gruppen mit Saugschläuchen eine sogenannte Saugleitung aufgebaut. Diese dient dazu, um im Ernstfall Wasser aus offenen Gewässern wie Seen, Bächen oder Flüssen zu entnehmen.

Es geht darum die wichtigsten Handgriffe zu beherrschen

„Bei diesem Leistungsabzeichen geht es in erster Linie darum, die wichtigsten Hangriffe und Routinen für die Brandbekämpfung zu beherrschen, denn diese sind für den Einsatzerfolg maßgeblich von Bedeutung“, erklärte Ausbilder Stefan Lohwieser und ergänzte, „in erster Linie bin ich aber wirklich stolz auf alle Teilnehmer, die bei den acht Übungseinheiten zur Prüfung mit Feuereifer dabei waren und nun die begehrten Abzeichen in Händen halten dürfen“. Die Schiedsrichter lobten bei der Übergabe der Plaketten nicht nur die Effizienz der beiden Gruppen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sie die Aufgaben gemeistert hatten.
Besonders erfreulich ist, dass vom Feuerwehrnachwuchs mit Johanna Kaiser, Jakob Geisler, Alexandra Wastlhuber, David Mehringer und Kilian Küblböck gleich fünf Kandidaten zur Prüfung angetreten waren und das Abzeichen der ersten Stufe in Bronze erworben haben. Johann Gfaller erhielt die zweite Stufe in Silber, Ferdinand Wernberger und Markus Heuschneider konnten sich über die dritte Stufe in Gold freuen. Jakob Schillinger bekam das gold-blaue Abzeichen für Stufe 4 und Stephan Maaßen sowie Andreas Wagner waren bereits in der vorletzten Stufe mit Gold-Grün erfolgreich. Fabian Rückerl trat zum sechsten Mal an und wurde Abzeichen in der höchsten Stufe in „Gold-Rot“ ausgezeichnet.
Kommandant Klaus Kropp zeigte sich im Anschluss an die Prüfung zufrieden. „Die wochenlange Vorbereitung und das Training haben sich wirklich ausgezahlt. Wir haben bei der Prüfung gezeigt, dass wir als Team zusammenarbeiten können, um so im Brandfall Leben zu retten und Eigentum zu schützen“. Seinen Dank richtete er insbesondere an die Aktiven, die sich die Zeit für die umfangreiche Ausbildung genommen haben und an den Ausbilder Stefan Lohwieser, der sich seit vielen Jahren für die Vorbereitung zur Leistungsprüfung in Haslach verantwortlich zeigt.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright Kreisfeuerwehrverband Traunstein Feuerwehr Haslach)

Berufsfeuerwehrtag in Inzell

Berufsfeuerwehrtag in Inzell

Inzell / Landkreis Traunstein –  „Ich will Feuerwehrmann werden“, ist für viele ein Kindheitstraum und wurde für 45 Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren und genauso viele Betreuer sowie Helfer aus Inzell, Hammer, Vogling und Weißbach für 24 Stunden zur Realität.

Die Verantwortlichen rund um Martin Wellinger sowie Linda und Dominik Schwarz haben einen sogenannten „Berufsfeuerwehrtag“ vorbereitet, um den Nachwuchsfeuerwehrleuten einen realistischen Einblick in den Alltag der Berufsfeuerwehrleute zu ermöglichen. Bei der offiziellen Begrüßung waren eigens die drei Bürgermeister der Gemeinden Inzell, Siegsdorf und Schneizlreuth gekommen, um den Jugendlichen erlebnisreiche und interessante Stunden zu wünschen
Da die kommunalen Feuerwehren in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein allesamt „freiwillig“ organisiert sind und Berufsfeuerwehren lediglich in Städten von mehr als 100.000 Einwohnern aufgestellt werden, ist ein Berufsfeuerwehrtag für die heimischen „Einsatzkräfte von Morgen“ etwas ganz Besonderes. In wochenlanger Vorbereitung wurden die einzelnen Programmpunkte aufgestellt, Übungsmöglichkeiten gesucht und die Hintergrundorganisation wie die Verpflegung auf die Beine gestellt.
Am Samstagvormittag „Punkt 9 Uhr“ standen die Teilnehmer zur „Wachübernahme“ bereit und erhielten verschiedene Informationen zum Ablauf. In den gesamten 24 Stunden wurden die Jugendlichen anschließend nicht nur zu verschiedenen Einsätzen gerufen, sie durften auch den „Wachalltag“ gemeinsam bestreiten und zusammen ihre Freizeit verbringen. „Uns war es wichtig, die Balance zwischen Gaudi und Ausbildung zu finden“, sagte Martin Wellinger im Gespräch mit Thomas Schmelz von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein.

Rettung verletzter Personen stand oft im Mittelpunkt

Gleich mehrmals rückten sie zu Brandeinsätzen aus, bei denen sie sowohl die Aufgaben im Löscheinsatz aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Jugendgruppen trainiert wurden. Bei verschiedenen Unfällen stand die Rettung der verletzen Personen im Vordergrund, bei denen aber auch das Technische Gerät der Feuerwehr zum Einsatz kam. Zusätzlich gab es auch Erste-Hilfe-Einsätze, die rasches Handeln und fundierte medizinische Kenntnisse erforderten. Insgesamt hatten die Verantwortlichen 18 verschiedene Übungsstellen vorbereitet, bei denen die „obligatorische Katze auf dem Baum“ ebenso wenig fehlte wie ein Fahrradsturz oder ein Zimmerbrand.
Dabei wurden mehre Gewerbebetriebe wie beispielsweise die Liegenschaften der Firmen Dufter oder Plerreiter aber auch der Steinbruch der Freilichtbühne in die Szenarien einbezogen. Gleich viermal stand der Wallnerhof von Familie Kammel im Blickpunkt des Geschehens. Jeweils zwei Szenarien spielten sich in Hammer, Vogling und Weißbach ab. Dort wurden die Löschmannschaften beispielsweise mit einem Forstunfall, einem Brand im Freien oder einem Verkehrsunfall, bei dem ein Bagger beteiligt war, konfrontiert.
Neben den zahlreichen Einsätzen standen auch Ausbildungsblöcke auf dem Programm der Jugendfeuerwehrleute. Die Jugendlichen erhielten unter anderem einen kompakten Erste-Hilfe-Kurs, bei dem sie verschiedene medizinische Grundlagen und lebensrettende Maßnahmen erlernten oder auffrischen konnten. Zwischen den Einsätzen stand immer wieder Gerätekunde auf dem Plan, bei der sie die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände kennenlernen konnten und deren Handhabung trainierten. Saugschlauch Knoten Stiche Anbau Drehleiter Hebekissen Schere und Spreizer.

Gemeinschaftsgefühl im Augenmerk

Ein besonderes Augenmerk wurde auch auf das Gemeinschaftsgefühl gelegt. Ähnlich wie bei einer Berufsfeuerwehr wurde zusammen gekocht und gegessen, wodurch die Kameradschaft und der Teamgeist gestärkt wurden. Dies förderte nicht nur die Zusammengehörigkeit innerhalb der eigenen Jugendgruppe, sondern auch zwischen den unterschiedlichen Feuerwehren. Dazu gehörte es auch, dass die Jugendlichen ihr „Schlafquartier“ in den eigenen Feuerwehrhäusern aufgeschlagen haben und dort die Nachtruhe verbrachten.
Viele Gemeindevertreter wie Inzells Bürgermeister Hans Egger machten während des Berufsfeuerwehrtages ein Bild vom Leistungsstand der Jugendlichen und freuten sich, dass „so ein gutes Miteinander unter den Einsatzkräften von Morgen herrscht“. Zur offiziellen Begrüßung waren Siegsdorfer Bürgermeister Thomas Kamm und sein Amtskollege Wolfgang Simon aus Schneizlreuth sowie Inzells 2. Bürgermeister Michael Lorenz gekommen. „Ich finde es sehr wichtig, dass dem Nachwuchs dieses Angebot geschaffen wird und damit die wichtigen Handgriffe der Feuerwehrleute trainiert werden“, freute sich Michael Lorenz und ergänzte „Ohne Jugend hat die Feuerwehr keine Zukunft“.
Die Jugendwarte zogen am Ende ein durchwegs positives Fazit aus diesem Berufsfeuerwehrtag. Sie betonten insbesondere, „dass die gesammelten Erfahrungen sehr lehrreich für die jungen Feuerwehrleute waren und die Zusammenarbeit, das Teamwork und die Kameradschaft im Mittelpunkt standen“. Die gemeinsamen Übungen und die überörtliche Zusammenarbeit zeigten einmal mehr, wie wichtig und wertvoll solche gemeinde- und landkreisübergreifenden Aktionen sind. Dies zeigt sich auch in der Tatsache, dass viele Teilnehmer am Sonntagvormittag, nach den letzten Aufräumarbeiten und der Fahrzeugpflege, nur sehr ungern das Feuerwehrhaus verlassen haben und gerne noch eine weitere Schicht gemacht hätten.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Copyright  Kreisfeuerwehrverband Traunstein)