Habicht mit illegalem Gift getötet

Habicht mit illegalem Gift getötet

Coburg / Hilpoltstein / München – Im Landkreis Coburg ist am Bausenberg ein vergifteter Habicht gefunden worden. Der Täter hat dabei das für Kinder und Hunde besonders gefährliche Gift Bendiocarb verwendet. „Zur eigenen Sicherheit rufen wir zu erhöhter Vorsicht bei Spaziergängern und Hundehaltern in der Gegend auf“, sagt Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Da die Tötung geschützter Vogelarten eine Straftat darstellt, haben die Naturschützer Strafanzeige gestellt. Mit dem Projekt „Tatort Natur“ setzten sich der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und die Gregor Louisoder Umweltstiftung gegen Naturschutzkriminalität ein.

Bereits im Februar fand ein Wanderer am Bausenberg über dem Coburger Ortsteil Cortendorf einen toten Habicht und rief den LBV Coburg zur Hilfe. Um die Todesursache zu klären, wurde der Habicht daraufhin zur Untersuchung in die Tierklinik Wicklei nach Lautertal gebracht. Nach Einschätzung der Tierklink war das Skelett des Vogels einwandfrei, es wies keinerlei Knochenbrüche oder ähnliches auf. „Den Mitarbeitenden in der Klinik ist aber ein merkwürdiger, chemischer Geruch am Habicht aufgefallen, der nicht zur Verwesung passte“, berichtet Julian Hauschild, ehrenamtlicher Beauftragter des LBV Coburg für Naturschutzkriminalität. „Deswegen haben wir den Greifvogel zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Erlangen geschickt und anschließend eine toxikologische Untersuchung in Auftrag gegeben.“

Verwendung des Gifts ist illegal.

Im August nun endlich das Ergebnis: Der streng geschützte Wildvogel wurde tatsächlich vergiftet. Im Rahmen der toxikologischen Untersuchung des Habichts konnte eindeutig das Pflanzenschutzmittel Bendiocarb nachgewiesen werden. „Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Insektizid aus der Gruppe der Carbamate. Dieser darf lediglich in Gebäuden oder Fahrzeugen gegen Ameisen eingesetzt werden. Darüber hinaus ist die Verwendung des Gifts illegal, derzeit ist kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff in der EU zugelassen“, erklärt Andreas von Lindeiner
Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Coburg, Kinder keine herumliegenden toten Tiere oder anderes Verdächtiges anfassen zu lassen und Hunde an die Leine zu nehmen. „In den vergangenen Jahren wurden bei derartigen Fällen immer wieder Gifte eingesetzt, die zum Teil bereits bei Hautkontakt wirken und selbst in geringen Dosen zu Krämpfen führen. Sowohl der Schutz der Öffentlichkeit als auch die Aufklärung der Vergiftungsfälle sind uns ein zentrales Anliegen“, sagt Claus Obermeier, Vorstand der GLUS.

Sorge um einen vermissten Storch.

In der Näher des Bausenbergs im Landkreis Coburg fürchtet die LBV-Kreisgruppe derweil um weitere Vergiftungsfälle. „Die Dörfleser Weißstörche wurden 2021 mit dem verbotenen Gift Promecarb getötet. Auch heuer fehlte am Ende der Brutsaison ein Storch aus unerklärlichen Gründen. Nun haben wir natürlich Sorge, dass auch er vergiftet worden sein könnte“, berichtet Frank Reißenweber, Vorsitzender des LBV Coburg.

Die Aufklärung solcher illegaler Wildtiertötungen ist schwierig, deshalb hoffen der bayerische Naturschutzverband LBV und die GLUS auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Spaziergänger, die in der betroffenen Gegend einen toten Wildvogel oder Köder finden, sollten dies der Coburger Polizei unter 09561/6450 und LBV und GLUS unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Andreas von Lindeiner vom LBV.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

 

Volksmusi im Brunnenhof

Volksmusi im Brunnenhof

Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Volksmusi mit den „4 jungen Hinterbergern“ aus der Gegend rund um Nußdorf gibt es am kommenden Donnerstag, 24. August im Brunnenhof des Bad Aiblinger Kurhauses (Landkreis Rosenheim). Eintritt frei, Spenden erbeten.

Mit Basstrompete, Flügelhorn, Tuba und Akkordeon spielen „Die 4 jungen Hinterberger von 19 Uhr bis 21.30 Uhr im Brunnenhof des Bad Aiblinger Kurhauses (Wilhelm-Leibl-Platz 1, 83043 Bad Aibling), zünftig auf.
Anfang 2010 hatte Johannes Obermeyer die Idee, eine eigene Musikgruppe zu gründen, welche sich in ihrem musikalischen Stil an das Original, den 4 Hinterberger Musikanten anlehnt. So gründeten sich die 4 jungen Hinterberger. Das Repertoire der vier Musikanten reicht von traditioneller Volksmusik, über teils klassische Musik, Oberkrainer-Stücken, bis zu altbekannten Schlagern die auch zum Mitschunkeln und – singen anregen. 

Musiziert wird draußen im Brunnenhof, die Plätze sind überdacht. Bei schlechtem Wetter und kühlen Temperaturen wird im Restaurant des Kurhauses gespielt.
Mehr Infos und das gesamte Sommerprogramm sind auch online unter https://www.bad-aibling.de/kultur-events zu finden.
(Quelle: Pressemitteilung Aib-Kur GmbH / Beitragsbild: Copyright „Die 4 jungen Hinterberger)

Sensation: Kuhreiher brütet in Bayern

Sensation: Kuhreiher brütet in Bayern

Hilpoltstein / Bayern – Sensation im Naturschutz: Zum ersten Mal brütet ein Kuhreiher in Deutschland, und zwar in Bayern. Eine Aktive aus der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen hat Jungvögel dieser in Deutschland sehr seltenen Reiherart am Altmühlsee entdeckt und fotografiert. Beim bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) ist die Freude groß. „Es ist immer beeindruckend, wenn eine neue Vogelart zum ersten Mal bei uns brütet. Gerade in Zeiten der Artenkrise, in der immer mehr Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht sind, motivieren uns solche Ereignisse“, sagt Jan Heikens, LBV-Gebietsbetreuer am Altmühlsee.

Der etwa 50 Zentimeter große, weiße Reiher mit gelbem Schnabel kommt weltweit vor, in Europa hauptsächlich in Spanien. In Afrika ist er oft auf den Rücken von Büffeln sitzend zu sehen. Mit ihm ist nun die sechste Reiherart in Bayern heimisch geworden.

Im Vorjahr konnten die Aktiven der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen bereits erwachsene Kuhreiher am Altmühlsee beobachten. Die Kuhreiher zeigten sich dabei im Prachtkleid mit gelben Schmuckfedern und trugen Nistmaterial – ein erstes Zeichen, dass sich der Altmühlsee zum Nestbau eignet. „Seit diesem Frühjahr gingen regelmäßig viele Meldungen von Kuhreihern bei uns am See auf der Meldeplattform ornitho.de des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten ein. Am 20. Juli konnte Bianca Satzinger, Aktive aus unserer Kreisgruppe, dann mit Fotos von einem der drei Jungvögel den erfolgreichen Brutnachweis liefern“, so Sebastian Amler, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen. Jungvögel des Kuhreihers sind im Vergleich zum Altvogel gut am dunklen Schnabel zu erkennen, der sich dann recht schnell gelb verfärbt.

Kuhreiher sind Kurzstreckenzieher

Die Kuhreiher am Altmühlsee kommen mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Mittelmeerraum, weil sie Kurzstreckenzieher sind. „Die stark steigende Bestände des Kuhreihers in Spanien und Frankreich sorgen dafür, dass sich das Brutareal dieser Vogelart ausbreitet. Bisher gab es in Deutschland nur Brutversuche von entflogenen Kuhreihern aus Gefangenschaft, die aus Zoos oder privater Haltung stammen“, sagt der LBV-Gebietsbetreuer Jan Heikens.
Der Kuhreiher ist weniger an große Gewässer gebunden als seine heimischen Verwandten und brütet mitunter sogar in großen Parks. Seine Nahrung, hauptsächlich Insekten, findet er meist in Viehherden oder nach der Mahd auf Wiesen sowie nach dem Pflügen auf Feldern. „Die Vogelinsel im Altmühlsee bietet dem Kuhreiher alles, was er zum Leben braucht: reichlich Nahrung, geschützte und ruhige Brutbereiche – vielleicht in der dortigen Nachtreiherkolonie – und sogar Weidevieh“, erklärt der LBV-Gebietsbetreuer. Der Kuhreiher hat nämlich eine Vorliebe für Viehherden, weil diese immer eine Vielzahl an Insekten und somit eine wertvolle Nahrungsquelle mit sich bringen. So ist der Kuhreiher wohl auch zu seinem Namen gekommen.

Reiher in Bayern

Im Freistaat lassen sich neben dem Graureiher auch der nur lokal verbreitete Purpurreiher und der häufiger werdende Nachtreiher gut beobachten. Sehr häufig kann mittlerweile der stattliche Silberreiher gesichtet werden, der vor der Jahrtausendwende nur ein seltener Gast war. „Der Kuhreiher ist vergleichsweise klein und nur halb so groß wie ein Silberreiher. Im Jugendkleid ist der Kuhreiher leicht mit dem ebenfalls am Altmühlsee vorkommende Seidenreiher zu verwechseln, der allerdings einen markanten Federschopf und gelbe Füße hat“, so Jan Heikens.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Gunther Ziegler- LBV Bildarchiv)

 

 

 

Über 2100 Gärten als vogelfreundlich ausgezeichnet

Über 2100 Gärten als vogelfreundlich ausgezeichnet

Augsburg / Hilpoltstein / Bayern – Wilde Ecke und bunte Vielfalt: Immer mehr Gartenbesitzende in Bayern setzen sich für den Natur- und Artenschutz vor ihrer eigenen Haustür ein. Das zeigt auch das Projekt „Vogelfreundlicher Garten“ des Bayerischen Artenschutzzentrums im Landesamt für Umwelt (BayAZ) und des bayerischen Naturschutzverbands LBV (Landesverband für Vogel- und Naturschutz). Seit dem Projektstart im vergangenen Jahr hat die ehrenamtliche Jury bereits mehr als 2.100 Gärten mit der Plakette „Vogelfreundlicher Garten“ ausgezeichnet. Und damit ist noch lange nicht Schluss.

Der Andrang ist auch im zweiten Projektjahr überwältigend: Noch über 1.600 Gartenbesitzende warten darauf, ihr Naturparadies bewerten zu lassen. Mit der Auszeichnung „Vogelfreundlicher Garten“ wollen das BayAZ und der LBV Menschen wertschätzen, die mehr Natur in ihren privaten Gärten zulassen. „Für unsere bayerische Artenvielfalt sind naturnah gestaltete Gärten sehr wertvoll: Wer beispielsweise die Wilde Möhre blühen lässt, lockt den Schwalbenschwanz, einen seltenen Schmetterling, in den eigenen Garten. Es ist schön mitzuerleben, wie begeistert die Gartenbesitzenden bei der Aktion mitmachen“, erklärt die Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums, Ines Langensiepen.

Wilde Gärten wirken für viele Menschen befremdlich

Mit der der Plakette am Zaun oder Tor können Naturbegeisterte dabei helfen, auch andere zum vogelfreundlichen Garten zu ermutigen. „Unser Garten ist wild, überall stehen Wildstauden und Blumen, nichts ist in Reih und Glied. Viele Vögel, Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten fühlen sich hier sehr wohl. Für viele Menschen ist der Anblick jedoch befremdlich. Mit einer Auszeichnung und einem Schild jedoch kann jeder Spaziergänger den Sinn dahinter verstehen“, erklärt Influencerin und Selbstversorgerin Sabrina Wagner, die ihren Garten bereits hat auszeichnen lassen.
Auch der private Garten von Gartenbuchautorin Barbara Krasemann, bekannt als Protagonistin der Gartensendung „Querbeet“, ist unter den bereits zertifizierten Artenschutz-Oasen. Von ihrem naturnahen Garten profitieren nicht nur viele Tierarten, sondern auch Krasemann selbst: „Lass dem Vogel seine Insekten, dem Marienkäfer seine Blattlaus, den Mikroben das verwelkte Blatt. Beobachte das Leben um dich herum. Schau genau hin und genieße, dass du ein Teil davon sein darfst“.

Nächste Bewertungssaison startet im Frühjahr

Seit April und noch bis in den Oktober hinein ist die ehrenamtliche LBV-Jury unterwegs. Die nächste Bewertungssaison startet dann im Frühjahr 2024. „Unsere 550 Bewerterinnen und Bewerter sind fachlich geschult – dank ihrem enormen Engagement ist der große Erfolg des Projekts überhaupt erst möglich „, erklärt die LBV-Projektleiterin Anke Brüchert. Bei ihrer Bewertung achten die Teams vor allen Dingen auf die unterschiedlichen Strukturen im Garten. „Gibt es eine Wildblumenwiese, Beerensträucher und heimische Stauden, alte Obstbäume, Totholz oder einen Gartenteich? Ein vielfältig gestalteter Garten bietet die besten Bedingungen für Vögel und Insekten. Ob er klein oder groß ist, ist dabei völlig egal“, so Brüchert. Ausschlusskriterien für die Auszeichnung zum vogelfreundlichen Garten sind hingegen der Einsatz von Pestiziden, Mährobotern oder Laubbläsern, Pflanzflächen mit Unkrautvlies und Kies, unnötige Versiegelung sowie die flächige Verwendung von Rindenmulch oder Hackschnitzeln.
Anmeldungen für die Bewertung des eigenen, privaten Gartens sind weiterhin möglich. Aufgrund des großen Interesses an dem Projekt sollten sich die Gartenbesitzenden darauf einstellen, dass die Bewertung eventuell erst im kommenden Jahr erfolgen kann.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Copyright Carola Bria)

Radiotelemetrie rettet bayerische Brachvögel

Radiotelemetrie rettet bayerische Brachvögel

Hilpoltstein / Bayern – Jährlich werden in Bayern nur wenige Küken des vom Aussterben bedrohten Großen Brachvogels flügge. Zu groß sind die Gefahren, wenn die kleinen Vögel selbstständig durch Wiesen und Felder wandern. Deshalb stattet der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) die meist nur etwa 50 Gramm schweren Küken direkt nach dem Schlupf mit winzigen Radiotelemetrie-Sendern aus. 78 junge Brachvögel konnte der LBV in diesem Jahr in den drei Projektgebieten in Bayern besendern, von denen 11 flügge wurden.

„Im Oberpfälzer Donautal, dem oberbayerischen Donaumoos und dem Altmühltal konnten wir noch nicht den dringend notwendigen Bruterfolg erzielen, um die Bestände dieser Wiesenbrüter sicher zu erhalten. Dennoch war diese Saison deutlich besser als die der vergangenen Jahre. Dank der genauen Ortung durch Radiotelemetrie konnten wir viele Küken davor retten, den Maschinen bei der Wiesenmahd zum Opfer zu fallen“, sagt Projektleiterin Verena Rupprecht. Seit 2021 führt der LBV das Forschungsprojekt zur Radiotelemetrie am Brachvogel im Auftrag der Regierung von Mittelfranken und der Oberpfalz sowie des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen durch.

Küken legen beachtliche Strecken zurück

Von Mai bis Anfang Juni verlassen die Großen Brachvögel bereits am Tag nach dem Schlupf ihre kleine Nist-Mulde in der Wiese. Die Elternvögel passen zwar noch gut auf die Küken auf, indem sie die Kleinen bei Kälte oder Regen unter ihre Fittiche nehmen oder bei Gefahr intensiv warnen. Trotzdem suchen die Küken bereits selbstständig nach Nahrung und legen dabei beachtliche Strecken zurück. Im oberbayerischen Donaumoos wanderte Anfang Juni ein Küken über zwei Kilometer von seinem ursprünglichen Neststandort ab und überquerte innerhalb weniger Tage sogar Bahngleise und Pferdekoppeln. „Hätte das Küken keinen Sender gehabt, hätten wir es wohl nicht wieder gefunden. Aber so konnten wir es am neuen Ort schützen“, sagt Marie Heuberger, LBV-Projektmitarbeiterin im Donaumoos.

Bevor die Wiesenflächen im Projektgebiet im Frühling bewirtschaftet werden, erfasst das LBV-Wiesenbrüter-Team mit Hand-Antennen die Signale der besenderten Küken. So kann es die Landwirtinnen und Landwirte rechtzeitig über die genauen Standorte der Tiere informieren. „Die gut getarnten Küken im hohen Gras regelmäßig mit dem Fernglas zu beobachten, ist fast unmöglich. Dank der genauen Senderdaten können wir – manchmal in letzter Sekunde – die Küken vor dem Häcksler retten“, so Brachvogelexpertin Verena Rupprecht. Die Mahd wird dann in Absprache mit den Naturschutzbehörden verschoben. Die Landwirte erhalten hierfür eine Entschädigungszahlung von der unteren Naturschutzbehörde.

Hilfe dank Sender für einen kleinen Kämpfer

Das Forschungs-Projekt zeigt auch, wie entscheidend es für das Überleben der Jungvögel ist, genügend Insektennahrung zu finden. Ein besendertes Küken im Donautal verlor Ende Juni scheinbar den Anschluss zu seiner Brachvogelfamilie und blieb in einer nicht besonders artenreichen, dicht gewachsenen Wiese zurück. „Wenn wir alle sieben bis zehn Tage die Sender nachkleben, messen und wiegen wir die Küken auch. Hierbei haben wir festgestellt, dass das Küken nur halb so schwer wie seine Geschwister war“, berichtet Verena Rupprecht. Nachdem der kleine Brachvogel wieder den Anschluss fand und in sehr artenreichen Wiesenbrüterflächen mit vielen Kräutern und Insekten unterwegs war, legte er innerhalb einer Woche von 125 Gramm auf fast 450 Gramm zu. „Dieser kleine Kämpfer wurde schließlich sogar vor seinen Geschwistern flügge, denn in der Wiese wimmelte es nur so von Grashüpfern, Zikaden, Raupen und Käfern“, freut sich Rupprecht.

Brachvögel sind bereits in ihren Überwinterungsgebieten angekommen

Die Zeit, bis die Jungvögel flügge sind, ist zudem besonders gefährlich, weil sie in diesem Entwicklungsstadium oft Fressfeinden zum Opfer fallen. „Zum Glück scheint dieses Jahr der Druck durch Fuchs, Marder und Greifvögel etwas geringer gewesen zu sein als 2022. Dieser Gefahrenfaktor schwankt jährlich leicht und hängt zum Beispiel von der Witterung und sonstigem Nahrungsangebot für die Fressfeinde ab“, so Rupprecht. Die Brachvögel sind mittlerweile bereits in ihren Überwinterungsgebieten in Portugal und Spanien angekommen und werden Anfang März wieder nach Bayern zum Brüten zurückkehren. Dann wird das LBV-Wiesenbrüter-Team erneut die Sender auspacken und sich für den seltenen Vogel einsetzen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Copyright: Verena- Rupprecht – LBV)

 

Nächte im Zeichen der Fledermaus

Nächte im Zeichen der Fledermaus

Hilpoltstein / Bayern – Am 26. und 27. August sehen die Nächte im Zeichen der Fledermäuse. Denn dann findet wieder die Europäische Fledermausnacht statt. Der LBV bietet dazu bayernweit Veranstaltungen an.

Egal ob Dracula oder Batman: Die schaurig schönen Geschichten über Fledermäuse faszinieren Menschen seit Jahrzehnten. Mit Superhelden und Vampiren haben die kleinen Säugertiere in der Realität zwar nichts zu tun. Viele spannende Talente bergen sie aber dennoch: Fledermäuse sehen mit ihren Ohren, fliegen mit ihren Händen und rasen mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde durch die Dunkelheit. Leider sind die meisten der in Bayern vorkommenden Arten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Auf Entdeckungsreise mit Bat-Detektoren

Anlässlich der 27. Europäischen Fledermausnacht am 26. und 27. August stellt der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) die atemberaubenden Flugkünstler ins Zentrum zahlreicher Veranstaltungen im ganzen Freistaat. „Mit Taschenlampen und Bat-Detektoren können Naturbegeisterte sich gemeinsam mit den Experten vom LBV auf eine geheimnisvolle Entdeckungsreise machen“, erklärt LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Fledermäuse suchen bald nach Winterquartieren

Viele heimische Fledermausarten wie Abendsegler oder Mausohren suchen ab Ende August nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen in den kalten Monaten ausreichend Schutz bieten. Die nachtaktiven Flugakrobaten sind nun an manchen Orten besonders gut zu beobachten. „Trotzdem ist es gar nicht so einfach, die schwarze Silhouette der flinken Flugakrobaten in der Dämmerung mit bloßem Auge zu erkennen. Besser klappt es beispielsweise mit Hilfe von Ultraschall-Detektoren bei einer geführten Fledermauswanderung“, so Angelika Nelson. Der Bat-Detektor macht die ultrahochfrequenten Rufe der sagenumwobenen Tiere, mit denen sie jagen und sich orientieren, hörbar und hilft so, sie zu orten.

Möglich ist eine solche Fledermauswanderung vielerorts im Rahmen der 27. Europäischen Fledermausnacht, die am letzten Augustwochenende stattfindet. Fledermausbegeisterte in über 35 Ländern bieten an diesem Wochenende Exkursionen zu den kleinen Säugetieren an. Auch der LBV lädt anlässlich der Batnight bayernweit zu Veranstaltungen ein. So zum Beispiel zum familienfreundlichen Fledermausfest im Englischen Garten in München, zu einer nächtlichen Schifffahrt am Altmühlsee oder einem Spaziergang in der Ermitage in Bayreuth.

Schutz für Abendsegler, Hufeisennase, Mausohr & Co.

Insgesamt über 25 verschiedene Fledermausarten konnten bisher in Bayern nachgewiesen werden. Darunter die vom Aussterben bedrohte Große Hufeisennase, deren letztes Vorkommen deutschlandweit sich im LBV-Fledermaushaus im oberpfälzischen Hohenburg befindet. Gefährdet sind viele Fledermausarten besonders, weil sie bei ihren nächtlichen Jagdflügen immer weniger Insekten finden, die ihnen als lebensnotwendige Nahrung dienen. Mit ein paar einfachen Tipps kann jedoch nahezu jede und jeder einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten: „Ein naturnaher Garten mit heimischen Sträuchern oder einem Fledermausbeet mit nachtblühenden, nektarreichen Blütenpflanzen, wie Seifenkraut oder Nachtkerze kann den kleinen Nachtschwärmern helfen“, so Angelika Nelson. Wer nur einen Balkon hat, der kann die Fledermäuse auch schon mit ein paar insektenfreundlichen Pflanzen unterstützen.
Alle bayernweiten Fledermausveranstaltungen unter www.lbv.de/batnight.

Wir haben schon mal für Euch geschaut, wer in Stadt und Landkreis Rosenheim mit dabei ist: Vagen mit einer Bat Night am Montag, 23. Oktober, 17 Uhr. Mehr Termine sind es leider bei uns nicht. 
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)