Naturschutzkriminalität in Unterfranken: Mäusebussard mit Parathion vergiftet

Naturschutzkriminalität in Unterfranken: Mäusebussard mit Parathion vergiftet

Hilpoltstein / Bayern – Im westlichen Landkreis Haßberge wurde ein Mäusebussard mit dem verbotenen Insektizid Parathion (E605) vergiftet. Das bestätigte eine toxikologische Untersuchung, die der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) eingeleitet hatte, nachdem der tote Vogel Anfang Oktober gefunden worden war.

LBV-Biologin Nicole Meier weist auf die Gefahr hin: „Parathion ist ein hochtoxisches Nervengift, das schon bei Hautkontakt zu Erbrechen, Durchfall, Atemlähmung, schweren Krämpfen oder sogar dem Tod führen kann. Wer in der Region ein totes Tier oder einen vermeintlichen Köder findet, sollte es auf keinen Fall anfassen und sofort die Polizei informieren.“
Der Fundort liegt östlich von Mechenried am Riedbach. Auffällige Merkmale wie verkrampfte Fänge und Fleischreste im Schnabel veranlassten den Finder, den LBV zu informieren. Die Untersuchung bestätigte nun die Vergiftung mit Parathion, das seit 2001 in der EU verboten ist und auch für Menschen und Haustiere tödlich sein kann.

In der Region wurden in den vergangenen Jahren mehrfach tote Greifvögel und vergiftete Hunde festgestellt, in diesem Jahr mindestens zwei. Bereits vor rund zweieinhalb Jahren starb ein Hund nachweislich an Parathion.

Gift kann auch für Menschen gefährlich werden

Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) raten Eltern, ihre Kinder keine herumliegenden Tiere anfassen zu lassen, und Hundehaltern, ihre Tiere angeleint zu führen. GLUS-Fachreferentin Franziska Baur betont: „Die Aufklärung solcher illegaler Wildtiertötungen ist schwierig, deshalb hoffen wir auf Hinweise aus der Bevölkerung.“
Die Polizeiinspektion Haßfurt ermittelt in dem Fall. Hinweise können dort gemeldet werden.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Schon wieder: Mit Gift präparierte Taube im Landkreis Regensburg

Schon wieder: Mit Gift präparierte Taube im Landkreis Regensburg

Hilpoltstein / München / Bayern – Letzte Woche entdeckte eine Frau beim Gassiegehen in Regensburg ein tote Taube mit Pinken Federn. Nach dem das Tier vom LBV untersucht wurde stellte sich heraus: es war mit hochtoxischen Nervengift präpariert worden. Was wahrscheinlich als tödlicher Köder für Greifvögel gedacht war, ist auch für Kinder und andere Tiere gefährlich.

Am vergangenen Donnerstag (31. Juli) entdeckte eine Frau beim Gassigehen eine tote Taube auf dem Parkplatz des Regensburger Tierheims. Aufgrund der auffällig pink gefärbten Federn im Nacken brachte sie das Tier zur Greifvogelauffangstation des bayerischen Naturschutzverbands LBV in Regenstauf. Die Ergebnisse einer Untersuchung zeigen nun: Die Taube war mit dem hochtoxischen Nervengift Carbofuran präpariert worden,  vermutlich, um als tödlicher Köder für Greifvögel zu dienen. „Die Konzentration des Gifts war in diesem Fall besonders hoch und stellt auch für Menschen – insbesondere Kinder – sowie für Haustiere eine ernstzunehmende Gefahr dar. Wir bitten daher Eltern und Hundehalter, besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein. Bereits Hautkontakt kann gesundheitsschädlich sein“, warnt LBV-Biologin Nicole Meier. Bereits im Herbst letzten Jahres war es nur wenige Kilometer entfernt zu einem ähnlichen Vorfall gekommen.

Lebender Giftköder um Greifvögel zu Töten

Die Spaziergängerin, die die tote Zuchttaube auf dem Tierheimparkplatz fand, war angesichts früherer Berichte über präparierte Tiere aus der Region sofort alarmiert. Auch bei den Mitarbeitenden in der Auffangstation schrillten die Alarmglocken, als sie die rosa gefärbten Federn im Nacken des Tieres sahen. Sie veranlassten sofort die toxikologische Untersuchung, die den Verdacht bestätigte: Die Taube war mit dem seit 2008 in der EU verbotenen Insektizid Carbofuran behandelt worden.
„Wir gehen davon aus, dass die Taube als lebender Giftköder eingesetzt werden sollte, um Greifvögel wie Wanderfalken oder Habichte gezielt zu töten. Diese jagen in der Luft andere Vögel – eine geschwächte Taube ist für sie ein attraktives Ziel“, erklärt Nicole Meier vom LBV. Möglich sei, dass manche Taubenzüchter auf diese Weise versuchten, ihre wertvolleren Tiere vor Greifvögeln zu schützen. Da Carbofuran auch über die Haut aufgenommen werden kann, sterben viele dieser sogenannten „Kamikazetauben“ selbst an dem Gift – so auch in diesem Fall in Pettendorf.

In Keinem der Fälle konnte man bis jetzt den Täter ermitteln

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich im November im nur fünf Kilometer entfernten Nittendorf ereignet: Dort wurde eine flugunfähige, stark geschwächte Zuchttaube gefunden. Die Schwungfedern des Tieres waren so stark gestutzt, dass es nicht mehr fliegen konnte. Auch sie sollte offenbar als lebender Köder dienen, konnte jedoch rechtzeitig gesichert und in der LBV-Auffangstation gesund gepflegt werden. Bereits 2023 war in derselben Region ein vergifteter Wanderfalke entdeckt worden – ein typisches Opfer solcher Köder, da Wanderfalken im Flug Jagd auf Vögel machen.
Trotz intensiver Ermittlungen konnte bislang in keinem der Fälle ein Täter ermittelt werden. Alle heimischen Greifvögel sind streng geschützt, ihre Tötung ist verboten und stellt eine Straftat dar. Mit dem Projekt „Tatort Natur“ machen der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) auf diese Form von Umweltkriminalität aufmerksam. „Wer draußen unterwegs ist und einen toten Wildvogel oder einen möglichen Köder findet, sollte unbedingt die zuständige Polizeiinspektion informieren und uns Hinweise über www.tatort-natur.de geben“, appelliert Franziska Baur, Fachreferentin für Naturschutz bei der GLUS.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Giftköder am Wegesrand und potenziellen Gefahren im Garten für Hunde

Giftköder am Wegesrand und potenziellen Gefahren im Garten für Hunde

Deutschland / Bayern / Rosenheim – Immer wieder machen Meldungen über Giftköder die Runde, die gezielt ausgelegt werden, um Hunden zu schaden. Aber auch Gift, das eigentlich für Ratten bestimmt war, sowie einige Pflanzen stellen potenziell eine Gefahr dar. Der beste Schutz ist, seinen Hund zu trainieren, nichts in der Natur unaufgefordert zu fressen.

Auf seiner Gassirunde entdeckt der Hund ein schmackhaftes Stückchen Wurst, um Hunden zu schaden wurde es aber vorher mit giftigen Substanzen wie Rattengift behandelt. Giftköder wie diese sind für Hund und Halter oft nicht als solche zu erkennen. Es gibt nur einen trainierbaren Schutz, der für alle Arten von Giftködern greift: Der Hund darf den vermeintlichen Leckerbissen nicht einfach am Wegesrand aufsammeln. Hundetrainerin Sonja Meiburg-Baldioli hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und das Buch „Anti-Giftköder-Training“ geschrieben.

Anti-Giftköder-Training in der Hundeschule

„Im Grunde setzt sich das Anti-Giftköder-Training aus zwei bis drei Elementen zusammen“, erklärt die Expertin. „Der Hund lernt, dass er nichts am Wegesrand einfach aufnimmt, egal wie lecker es ihm erscheinen mag. Dazu gehört auch, dass er sich bereitwillig und schnell abrufen lässt, wenn sein Mensch eine potenzielle Gefahr entdeckt hat.“ Die Hundetrainerin rät davon ab, dem Vierbeiner seinen Fund hektisch wegzunehmen, das könnte ihn in Zukunft dazu verleiten, ihn lieber schnell herunterzuschlucken. „Ideal ist, wenn der Hund lernt anzuzeigen, dass er etwas gefunden hat“, ergänzt sie. „Dann hat der Halter die Gelegenheit, es sich in Ruhe anzusehen und er kann seinen Hund alternativ mit einem sicheren Leckerli belohnen. Durch die Belohnung verstärkt sich das gewünschte Verhalten.“
Wenn man beim Spaziergang einen Giftköder findet, sollte man ihn einpacken und ihn ebenso wie den Fundort bei der nächsten Polizeistelle melden. So können andere Hunde, aber auch Wildtiere geschützt werden.

Auch vorteilhaft im heimischen Garten

Einmal gelernt schützt diese Erziehung den Hund auch im eigenen Garten. Hier werden zwar keine Giftköder zu finden sein, doch es gibt potenziell einige Pflanzen, die einem Hund schaden könnten. Zu den gefährlichen Blumen und Büschen gehören etwa Fingerhut, Oleander, Efeu, Kirschlorbeer und Rhododendron. Hunde werden diese Pflanzen nicht einfach fressen, mögen es aber schon, etwa auf einem Stöckchen herumzukauen oder in der lockeren Gartenerde zu buddeln. Auch einige Gemüse wie beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch und unreife Tomaten sind schädlich. „Die goldene Regel ist, dass Ihr Hund nur frisst, was Sie ihm erlauben und nur dort buddelt, wo es für alle Beteiligten ungefährlich und erwünscht ist. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann Gemüse aber auch geschützt im Hochbeet anbauen“, so Meiburg-Baldioli.

Was tun, wenn sich der Hund vergiftet hat?

Wenn der Hund doch etwas Falsches gefressen hat und Vergiftungserscheinungen zeigt, sollte man schnellstmöglich handeln. „In vielen Fällen reagiert ein Hund schon instinktiv richtig und übergibt sich sofort. Dadurch werden schwere Folgen verhindert. Weitere Symptome sind etwa plötzliche Schlappheit oder sogar Bewusstlosigkeit. Man sollte immer sofort einen Tierarzt aufsuchen, um potenzielle weitere Gefahren wie Organversagen auszuschließen“, erklärt die Hundetrainerin. „Wichtig ist hierbei, so viele Informationen wie möglich mitteilen zu können: Womit hat sich das Tier vergiftet? Wie viel wurde aufgenommen? Wann ist es geschehen? Welche Symptome zeigen sich?“ Auch bei den Giftnotruf-Nummern für die Humanmedizin können in diesen Fällen schnell wichtige Tipps und Hilfestellungen gegeben werden. Diese können etwa beim Tierportal Leben mit Heimtier eingesehen werden: www.leben-mit-heimtier.de/was-gibt-es-noch/wichtige-adressen/
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Schon wieder: Mit Gift präparierte Taube im Landkreis Regensburg

Perfide Praxis: Täter nutzen „Kamikaze-Taube“ als tödlichen Köder für Greifvögel

Hilpoltstein / München / Bayern – Mit Gift präpariert, die Federn gestutzt und in den Tod geschickt: In der Oberpfalz, nahe der Gemeinde Nittendorf im Landkreis Regensburg, haben bisher Unbekannte eine Zuchttaube mit dem illegalen Kontaktgift Carbofuran bestrichen, um sie als lebendigen Köder gegen Greifvögel zu nutzen.

„Indem sie eine züchterisch uninteressante Taube mit Gift präparieren, versuchen Täter gezielt, Greifvögel in der Nähe ihres Taubenschlags zu töten. Diese Vorgehensweise ist nicht nur perfide, sondern stellt auch eine ernstzunehmende Straftat dar“, erklärt Nicole Meier vom bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Im Rahmen des Projekts „Tatort Natur“, welches der LBV gemeinsam mit der Gregor Louisoder Umweltstiftung durchführt, wurde deshalb Anzeige erstattet. Nun hoffen die Projektpartner auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Mitte November fand eine Spaziergängerin bei einem Pferdehof in Nittendorf im Landkreis Regensburg eine unberingte, braune Zuchttaube. Das Tier erschien flugunfähig und geschwächt, weshalb sie es nach Regenstauf an die Vogelauffangstation des LBV brachte. Die Mitarbeitenden vor Ort untersuchten das Tier und stellten fest, dass die Flügel- und Schwanzfeder gestutzt worden waren. Außerdem entdeckten sie rosa Farbe im Nacken des Vogels. „Die Umstände erschienen ihnen sehr verdächtig, weshalb sie Proben der Federn an ein Labor zur Untersuchung auf Gifte schickten,“ erklärt LBV-Biologin Nicole Meier. Die Ergebnisse dieser toxikologischen Untersuchung zeigen: Die Taube wurde mit Carbofuran präpariert, ein hochtoxisches Insektizid, das in der EU bereits seit 2007 verboten ist, weil es gefährlich für Menschen und Tiere ist.
Der LBV und die GLUS gehen davon aus, dass der Täter die Flügel der Taube stutzte, um sie anschließend für Greifvögel, wie Wanderfalke oder Habicht, zur leichten Beute zu machen. Es liegt in der Natur dieser Tiere, andere Vögel in der Luft zu jagen. „Leider ist das nicht der erste Fall, bei dem solche ‚Kamikaze-Tauben‘ zum Einsatz kommen. Erst im August hatten wir es im Landkreis Pfaffenhofen mit einem Fall zu tun, bei dem wir von einer ähnlichen Vorgehensweise ausgehen“, erläutert Meier.

Der LBV und GLUS bittet um Hinweise

Meistens sind die mit Gift bestrichenen Tauben bereits tot, wenn sie gefunden werden, entweder weil sie das Gift über die Haut aufnehmen und sterben oder weil sie tatsächlich von einem Greifvogel erbeutet werden, der daraufhin ebenfalls verendet. „Im Fall von Nittendorf konnte die Taube in der Vogelauffangstation in Regenstauf allerdings vom Carbofuran gereinigt und aufgepäppelt werden“, so die LBV-Biologin.
Der LBV und die GLUS hoffen nun, dass in diesem Fall ein Täter ausfindig gemacht werden kann, und bitten die Bevölkerung, sachdienliche Hinweise an die Polizei Nittendorf unter der Telefonnummer 09404/95140 weiterzugeben.
Die Naturschutzverbände rufen außerdem auch in allen anderen Regionen Bayerns dazu auf, mögliche Vergiftungsfälle oder Giftköder an die zuständige Polizeiinspektion und online unter www.tatort-natur.de zu melden. „Dabei ist es wichtig, auf den Selbstschutz zu achten. Die von den Tätern verwendeten Giftstoffe sind auch für Menschen und Haustiere hochgefährlich. Fassen Sie nichts an, was verdächtig erscheint“, warnt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz.

Gemeinsames Projekt: „Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen.“

Ein Großteil der Fälle von Naturschutzkriminalität bleibt ungeklärt und für die Täter folgenlos. LBV und GLUS starteten deshalb 2019 das gemeinsame Projekt „Naturschutzkriminalität dokumentieren und stoppen.“. In einer bayernweiten Datenbank sollen alle (Verdachts-)Fälle von Naturschutzkriminalität gespeichert werden. Als erste Anlaufstelle für betroffene Behörden und die Öffentlichkeit soll die Datenbank fachliche Unterstützung bieten und als Melde- und Informationsplattform dienen. Mit ihrer Hilfe soll außerdem die langfristige Weiterverfolgung einzelner Fälle sichergestellt werden. Mit dem Projekt sollen auch die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt und Fortbildungsangebote bereitgestellt werden. Projektleiter sind Franziska Baur (GLUS) und Dr. Andreas von Lindeiner (LBV).
Die Dokumentation von Fällen illegaler Verfolgung von Vögeln durch den LBV wird seit 2021 durch das Bayerische Landesamt für Umwelt mit Mitteln des Umweltministeriums finanziert.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Penzberg / Murnau: 47-jähriger löst Polizei-Großeinsatz aus

Penzberg / Murnau: 47-jähriger löst Polizei-Großeinsatz aus

Penzberg / Murnau (Landkreis Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen) – Zu einem Großeinsatz der Polizei kam es am vergangenen Donnerstag (16.5.2024) in einer Berufsschule in Penzberg. Ein 47-jähriger erlitt einen Kreislaufstillstand. In einer Flasche führte er eine hochgiftige Substanz mit sich. 

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Am Donnerstag (16. Mai 2024), gegen 13:40 Uhr, wurde über die Integrierte Leitstelle Oberland mitgeteilt, dass in der Berufsschule für Pflegekräfte in Penzberg eine Person das Bewusstsein verlor. Die sofort alarmierten Rettungskräfte konnten vor Ort einen 47-jährigen Mann feststellen, welcher in einem Klassenzimmer der dortigen Berufsschule kollabierte und in reanimationspflichtigen Zustand war. Der Mann wurde unter laufenden Reanimationsmaßnahmen in das Unfallklinikum Murnau verbracht. Leider konnte dem Mann nicht mehr geholfen werden, so dass er im Klinikum verstarb.
Im Zuge der Erste-Hilfe-Maßnahmen wurde bekannt, dass der Verstorbene eine Flasche mit einer zunächst unbekannten pulvrigen Substanz mit sich geführt hatte.

Bei der Substanz handelte es sich um Natriumazid

Zur Abklärung möglicher Gefahren, insbesondere für Personen, welche mit dem Verstorbenen im Rahmen der Erste-Hilfe-Maßnahmen in unmittelbaren Kontakt kamen, wurde der Verstorbene sowie das Fläschchen mit unbekanntem Inhalt im Bereich der Notaufnahme isoliert.
Mit Unterstützung der Feuerwehr Garmisch-Partenkirchen sowie der Analytischen Taskforce der Berufsfeuerwehr München wurde die Substanz unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und hohem Aufwand untersucht, ehe feststand, dass es sich bei der Substanz um Natriumazid handelte. Dieser Stoff führt auch bei oraler Einnahme von geringen Mengen zum Tod. Nach Rücksprache mit den Medizinern des Klinikums Murnau war jedoch auch klar, dass eine hohe Gefahr, insbesondere mit irreversiblen Gesundheitsschäden, für Personen im unmittelbaren Umfeld des 47-Jährigen ausgeschlossen werden konnte.
Dennoch klagten mehr als ein Dutzend Personen der betroffenen Schulklasse über Symptome wie Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen. Diese Personen wurden zur weiteren Abklärung in umliegende Krankenhäuser verbracht und vorsorglich stationär aufgenommen.
Der Einsatz wurde unter Leitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit einer Vielzahl an Polizeidienststellen geführt. Neben regionalen Rettungskräften und Feuerwehren waren auch Vertreter des zuständigen Gesundheitsamtes vor Ort.

Noch vor Ort übernahmen Beamte des Fachkommissariats 1 für Todesermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim die weiteren Untersuchungen in dieser Sache. Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II erfolgen nun die weiteren Ermittlungen in dem Fall.

Nach derzeitigen Erkenntnissen geht die Kriminalpolizei davon aus, dass der 47-jährige Penzberger seinen Suizid herbeigeführt hat. Ob er hierfür die mitgeführte Substanz Natriumazid eingenommen hat, ist nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Ebenfalls ist nun von großer Bedeutung, wie der Mann in Besitz dieser hochtoxischen Substanz kam. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen den Ermittlern keinerlei Anhaltspunkte vor, dass der 47-Jährige andere Personen gefährden oder gar vorsätzlich schädigen wollte. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Habicht mit illegalem Gift getötet

Habicht mit illegalem Gift getötet

Coburg / Hilpoltstein / München – Im Landkreis Coburg ist am Bausenberg ein vergifteter Habicht gefunden worden. Der Täter hat dabei das für Kinder und Hunde besonders gefährliche Gift Bendiocarb verwendet. „Zur eigenen Sicherheit rufen wir zu erhöhter Vorsicht bei Spaziergängern und Hundehaltern in der Gegend auf“, sagt Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Da die Tötung geschützter Vogelarten eine Straftat darstellt, haben die Naturschützer Strafanzeige gestellt. Mit dem Projekt „Tatort Natur“ setzten sich der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und die Gregor Louisoder Umweltstiftung gegen Naturschutzkriminalität ein.

Bereits im Februar fand ein Wanderer am Bausenberg über dem Coburger Ortsteil Cortendorf einen toten Habicht und rief den LBV Coburg zur Hilfe. Um die Todesursache zu klären, wurde der Habicht daraufhin zur Untersuchung in die Tierklinik Wicklei nach Lautertal gebracht. Nach Einschätzung der Tierklink war das Skelett des Vogels einwandfrei, es wies keinerlei Knochenbrüche oder ähnliches auf. „Den Mitarbeitenden in der Klinik ist aber ein merkwürdiger, chemischer Geruch am Habicht aufgefallen, der nicht zur Verwesung passte“, berichtet Julian Hauschild, ehrenamtlicher Beauftragter des LBV Coburg für Naturschutzkriminalität. „Deswegen haben wir den Greifvogel zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach Erlangen geschickt und anschließend eine toxikologische Untersuchung in Auftrag gegeben.“

Verwendung des Gifts ist illegal.

Im August nun endlich das Ergebnis: Der streng geschützte Wildvogel wurde tatsächlich vergiftet. Im Rahmen der toxikologischen Untersuchung des Habichts konnte eindeutig das Pflanzenschutzmittel Bendiocarb nachgewiesen werden. „Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Insektizid aus der Gruppe der Carbamate. Dieser darf lediglich in Gebäuden oder Fahrzeugen gegen Ameisen eingesetzt werden. Darüber hinaus ist die Verwendung des Gifts illegal, derzeit ist kein Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff in der EU zugelassen“, erklärt Andreas von Lindeiner
Der LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Coburg, Kinder keine herumliegenden toten Tiere oder anderes Verdächtiges anfassen zu lassen und Hunde an die Leine zu nehmen. „In den vergangenen Jahren wurden bei derartigen Fällen immer wieder Gifte eingesetzt, die zum Teil bereits bei Hautkontakt wirken und selbst in geringen Dosen zu Krämpfen führen. Sowohl der Schutz der Öffentlichkeit als auch die Aufklärung der Vergiftungsfälle sind uns ein zentrales Anliegen“, sagt Claus Obermeier, Vorstand der GLUS.

Sorge um einen vermissten Storch.

In der Näher des Bausenbergs im Landkreis Coburg fürchtet die LBV-Kreisgruppe derweil um weitere Vergiftungsfälle. „Die Dörfleser Weißstörche wurden 2021 mit dem verbotenen Gift Promecarb getötet. Auch heuer fehlte am Ende der Brutsaison ein Storch aus unerklärlichen Gründen. Nun haben wir natürlich Sorge, dass auch er vergiftet worden sein könnte“, berichtet Frank Reißenweber, Vorsitzender des LBV Coburg.

Die Aufklärung solcher illegaler Wildtiertötungen ist schwierig, deshalb hoffen der bayerische Naturschutzverband LBV und die GLUS auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Spaziergänger, die in der betroffenen Gegend einen toten Wildvogel oder Köder finden, sollten dies der Coburger Polizei unter 09561/6450 und LBV und GLUS unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Andreas von Lindeiner vom LBV.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)