Feuerwehren trainieren Ernstfall

Feuerwehren trainieren Ernstfall

Altenmarkt / Landkreis Traunstein – Alarm im Aubergtunnel in Altenmarkt! Zum Glück nur eine Übung. Feuerwehren trainierten dort den Ernstfall in der „Röhre“.

Das Befahren von Tunnelanlagen beschleicht viele Fahrzeuglenker meist mit einem mulmigen Gefühl. Im Landkreis Traunstein finden sich drei solcher Anlagen für den Kraftfahrzeugverkehr. Trotz aller Technik und Sicherheitseinrichtungen kann es dort zu Unfällen kommen, auf die sich die Einsatzkräfte vorbereiten müssen. In einer Übung am Aubergtunnel in Altenmarkt haben sich die Feuerwehren auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet und die Abläufe geprobt. Darüber hinaus wurden die Sicherheitseinrichtungen wie Schrankenanlagen und automatische Durchsagen im Tunnel getestet.
„Hier spricht die Übungsleitung – Alarm im Aubergtunnel Altenmarkt – Brand nach einem Verkehrsunfall in der Tunnelanlage“ so die Alarmdurchsage seitens der „Übungsregie“. Beteiligt waren neben der zuständigen Feuerwehr Altenmarkt, Einheiten aus Rabenden, Seeon, Stein und Trostberg sowie Vertreter der Kreisbrandinspektion und den zuständigen Baubehörden. Etwa 90 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Übung, die von Lars Bosse, dem Kommandanten der Feuerwehr Altenmarkt geleitet wurde.
Neben Kreisbrandinspektor Josef Egginger waren die beiden Kreisbrandmeister Martin Hochreiter und Alexander Heide in die Übung eingebunden. Darüber hinaus waren Fach-Kreisbrandmeister Stefan Thurner und Alexander Erber als „Atemschutzexperten“ vor Ort. Vom staatlichen Bauamt Traunstein war unter anderem Tunnelmanager Josef Kaiser, unterstützt vom „Sicherheitsbeauftragten Tunnel“, Richard Schaaf, aus Regensburg in die Übung eingebunden.
Zur Bewältigung des Szenarios kam das sogenannte „Einsatzkonzept für Tunnelanlagen und Gebäude mit hoher Eindringtiefe“ des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein zur Anwendung. Dieses kommt in einer jeweils auf die örtlichen Besonderheiten angepasste Form auch in Ruhpolding bzw. dem Ettendorfer Tunnel bei Traunstein zum Tragen und wird kontinuierlich um neue Erkenntnisse im zuständigen Fachbereich des Verbandes erweitert.
Bereits während der Anfahrt hatte Einsatzleiter Lars Bosse von der Feuerwehr Altenmarkt zwei Abschnitte an den jeweiligen Ausgängen bilden lassen und die anrückenden Kräfte entsprechend eingeteilt. Als erste Maßnahmen machten sich die Feuerwehrkräfte ein Bild der Lage, starteten die Erkundung mit Atemschutzgeräteträgern und bezogen im Tunnelleitstand Stellung, um auf die Bilder der Videoüberwachung zugreifen zu können.
Nachdem die erste Lagebeurteilung einen Verkehrsunfall mit Feuer und Rauch bestätigte und sich unter den beteiligten Fahrzeugen zudem ein Gefahrguttransporter befunden hatte, wurde umgehend mit den Löscharbeiten sowie der Menschenrettung begonnen. Auf rollenden Spezialtragen konnten mehrere „Unfallbeteiligte“ rasch in Sicherheit gebracht werden. Nach rund 90 Minuten waren alle Übungsziele erreicht und die Einsatzleitung vermeldete „Übungsende“.
„Neben den Abläufen für unsere Einsatzkräfte stand die Kommunikation mittels Digitalfunk auf dem Übungsplan“, erklärt der zuständige Kreisbrandinspektor Josef Egginger, der sich insgesamt zufrieden mit den Abläufen zeigte. „Am Einsatzkonzept müssen wir noch etwas feilen“, so seine Ersteinschätzung und „die Kommunikation im und aus dem Tunnel heraus stellte eine besondere Herausforderung dar. Die eigens entworfene Kommunikationsskizze zeigte sich jedoch als wertvolle Unterstützung“, so das Fazit Eggingers.

Erste Übung dieser Größenordnung im
Altenmarkter Tunnel

Im neuen Altenmarkter Tunnel war es die erste Übung in dieser Größenordnung und somit betraten viele der beteiligten Akteure Neuland mit der Aufgabenstellung „Verkehrsunfall im Tunnel“. Die theoretischen Grundlagen für die Aktiven wurden allesamt vorab in Onlineschulungen gelegt. „Bei derart komplexen Objekten gibt es immer vordefinierte Einsatzpläne, damit man im Ernstfall nicht bei Null anfangen muss. Somit können wir sehr schnell mit der Auftragserledigung, wie der eigentlichen Brandbekämpfung und der Menschenrettung beginnen“, erklärt Josef Egginger.
Zufriedene Gesichter gab es am Ende auch bei der Feuerwehr Altenmarkt. „Die intensiven Vorbereitungen und Planungen haben dazu geführt, dass die Abschnitte einwandfrei gearbeitet haben“, zeigt sich der Einsatzleiter Lars Bosse am Ende zufrieden. Sowohl die Mannschaft als auch die Führungskräfte konnten viele Erfahrungen und Eindrücke für derartige Ereignissen sammeln, die in den kommenden Wochen in einer Nachbesprechung aufgearbeitet
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein (hob) / Beitragsbild: Simone Ober, KFV Traunstein)

Ganz nach dem Geschmack der Feuerwehrler

Ganz nach dem Geschmack der Feuerwehrler

Grabenstätt/  Erlstätt / Landkreis Traunstein –  „Eine Prise Theorie und eine große Portion Praxis, dies ist wohl das Erfolgsrezept für die MFA-Reihe des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein“, so Lehrgangsleiter Florian Scholz. Die Modulare Führungsausbildung ist mit einem Basislehrgang ins neue Jahr gestartet. Rund um das Feuerwehrhaus Erlstätt konnten die Teilnehmer in unzähligen kleinen und großen Übungsszenarien ihre „Feuerwehrhorizont“ erweitern und Erfahrungen sammeln.

Eine Prise Theorie und eine große Portion Praxis – das ist das Erfolgsrezept der Führungskräfteausbildung der Kreisfeuerwehren Traunstein. Foto: Hubert Hobmaier

Neben „alltäglichen“ Einsätzen wie einer ausgelösten Brandmeldeanlage steigert sich der Schwierigkeitsgrad der Übungen bis hin zu einem angenommenen Wohnungsbrand mit Menschenrettung, bei der zwei Löschgruppen „dirigiert werden wollen“. Die Verantwortlichen freut es besonders, dass sich zusehends Frauen unter die Teilnehmer mischen. „Wenn auch Mund-Nase-Schutz dann schon mal die Farbe rosa hat, stehen die angehenden Löschmeisterinnen ihren männlichen Kollegen ansonsten in nichts nach“, betont Kreisbrandinspektor Georg König mit einem Augenzwinkern.

Mit 16 Frauen und Männern
war Lehrgang komplett ausgebucht

Mit 16 Frauen und Männern aus den Feuerwehren Oberwössen, Pittenhart, Kirchheim, Siegsdorf, Kammer, Ising, Waging, Tittmoning, Traunstein, Lampoding, Nirnharting, Traunreut Wonneberg, Bergen und der Kreisbrandinspektion war der Lehrgang erneut komplett ausgebucht. In 18 Unterrichtseinheiten, aufgeteilt auf drei Lehrgangstage, beschäftigten sich die Einsatzkräfte mit dem Führungsvorgang in der Brandbekämpfung, der Technischen Hilfeleistung und Einsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern.
Der Lehrgang ist nicht nur als Einstieg für die Laufbahn von Führungskräften gedacht, dass Konzept sieht auch vor, dass erfahrene Führungskräfte der Gruppen-, Zug- und Verbandsführerebene ihr Wissen auf aktuellen Stand bringen. Zudem ist es ausdrücklich erwünscht, dass langjährige Kameraden ihr Praxiswissen an die nachwaschsende Führungskräftegeneration weitergeben und ihnen so den Start erleichtern.
Damit wird auch sichergestellt, dass die landkreiseigenen Konzepte zur Einsatz- und Einsatzabschnittsleitung in der Fläche trainiert werden, was insgesamt dazu beiträgt, dass bei größeren Alarmstichworten die sogenannte „Chaosphase“ zu Beginn deutlich verkürzt werden kann und schnell ein geordnetes und strukturiertes Arbeiten aller Beteiligen eintritt.
Mit dem Aufbau und der Durchführung des Angebotes zeigen sich die Teilnehmer jedenfalls voll zufrieden. Das obligatorische schriftliche Feedback im Lehrgangsbetrieb des Kreisfeuerwehrverbandes fiel auch diesmal deutlich überdurchschnittlich gut aus. „Dies ist auch ein Verdienst der Ausbilder, die mit Fachwissen und viel Leidenschaft Inhalte vermitteln und so die Leute begeistern. Darüber hinaus hat sich der Lehrgangsstandort bei der Feuerwehr Erlstätt bewährt“, so Florian Scholz.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein – Hob/ Beitragsbild-Foto: Hubert Hobmaier)