Bürgerantrag für Klage gegen Asylunterkunft in Rott eingereicht

Bürgerantrag für Klage gegen Asylunterkunft in Rott eingereicht

Rott / Landkreis Rosenheim – Kurz vor Weihnachten hat das Landratsamt Rosenheim die Baugenehmigung für die umstrittene Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in Rott am Inn erteilt (wir berichteten). Der Widerstand geht weiter. Die AfD in Rott am Inn hat nun einen Bürgerantrag für Klage gegen die Asylunterkunft bei der Gemeinde eingereicht.

Die AfD Rott am Inn hat in den vergangenen Tagen Unterschriften für einen Bürgerantrag gesammelt, der zu einer Klage der Gemeinde gegen die Asylunterkunft am Eckfeld führen soll (wir berichteten).  Das nötige Quorum für den Bürgerantrag der AfD wurde erreicht und der Antag von über einem Prozent der Gemeindebürger gezeichnet.
Der Gemeinderat ist nun gefordert innerhalb der gesetzlichen Frist den Antrag im Gemeinderat zu behandeln. Wie die AfD in Rott am Inn von der Gemeinde in Erfahrung gebracht hat,  soll diesbezüglich bereits in den kommenden Tagen eine Sondersitzung statfinden, da die Frist zur Klageeinreichung am 20. Januar 2025 ausläuft. Die Initiatoren Dominic Raps und Andreas Glas haben den Antrag mit allen Unterschriften am Samstag (4.1.2025) bereits bei der Gemeinde Rott am Inn abgegeben.

„Vor allem Nicht-Mitglieder zur Unterschrift bewegt“

AfD-Kreisvorsitzender Andreas Winhart bedankt sich für die Initiative bei den AfD-Mitgliedern in Rott am Inn und stellt dazu fest, dass es innerhalb weniger Tage gelungen war, vor allem Nicht-Mitglieder zur Unterschrift zu bewegen. „Das ist ein großartiger Vertrauensbeweis für unsere Partei! Nach dem man von Seiten der etablierten Parteien versucht hat, den Bürgern hinsichtlich der Petition von ‚Rott Rot(t)iert‘ Sand in die Augen zu streuen, zeigt die AfD, dass sie auch selten benutzte politische Mittel im Repertoire hat, um sich für die Anliegen der Bürger einzusetzen.“, so der Landtagsabgeordnete Andreas Winhart.
(Quelle: Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Andreas Winhart / Beitragsbild: Copyright Abgeordnetenbüro Andreas Winhart)

Haupt- und Finanzausschuss stimmt Ernennung von umstrittenen Stadtrat zu – aber nur knapp

Haupt- und Finanzausschuss stimmt Ernennung von umstrittenen Stadtrat zu – aber nur knapp

Rosenheim – Diese Personalie sorgt auch außerhalb von Rosenheim medial für Aufregung: Nach dem Tod des AFD-Stadtrats Hans Raß soll Stefan Bauer als nächster Listennachfolger nachrücken. Doch er ist äußerst umstritten. Keine der Parteien will mit ihm zusammenarbeiten, die AFD hat ihn längst ausgeschlossen. Wie geht es nun weiter?

Der endgültige Beschluss fällt in der letzten Stadtratssitzung dieses Jahres am 18. Dezember – und ist nur formeller Natur, bedeutet, auch wenn die Stadträte diesem Nachrücker mehrheitlich ablehnen, ändert es nichts. Wenn Stefan Bauer in den Stadtrat einziehen will, darf es das aus rechtlicher Sicht – und er hat bereits sein „Ja“ signalisiert und in einem Schreiben Ende November die Annahme des Mandats als parteifreies Mitglied des Stadtrates erklärt.
Daran ändert auch nichts, dass er bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 nur das fünfbeste Ergebnis seiner damaligen Partei auf der Liste erzielt hat. Der Mann vor ihm, auf Platz 4, ist mittlerweile aus Rosenheim weggezogen und erfüllt damit die Voraussetzungen für einen Posten im Stadtrat nicht mehr.

Bauer sorgte während der Corona-Pandemie für Schlagzeilen

Für Schlagzeilen sorgte Stefan Bauer während der Corona-Pandemie. Da war er viel auf den Straßen und in den Sozialen Medien als selbsternannter Berichterstatter unterwegs und positionierte sich gegen die Maßnahmen. Zum Skandal kam es dann aufgrund eines Videos, das Bauer an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedreht hatte. Dabei verglich er die Corona-Impfung mit dem Giftgas-Zyklon B.
Die AFD schloss ihn daraufhin aus ihren Reihen aus. AFD-Stadtrat Andreas Kohlberger bat Bauer deshalb vor der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (10.12.2024), die Ernennung nicht anzunehmen – ohne Erfolg.
Kohlberger stimmte dann auch bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss zusammen mit vier weiteren Stadtratskollegen gegen die Ernennung von Stefan Bauer als Rosenheimer Stadtrat.
Wie oben geschrieben, hat das aber nur symbolischen Charakter. Das weiß auch CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann. „Bauer nicht zu ernennen, wäre rechtswidrig. Um demokratisch zu handeln, müssen wir also zustimmen“, meinte er. Grundsätzlich lehnte aber auch er jegliche Zusammenarbeit mit Stefan Bauer kategorisch ab.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Nach AfD-Kundgebung in Rosenheim – Antifaschisten kritisieren Verhalten der Polizei

Nach AfD-Kundgebung in Rosenheim – Antifaschisten kritisieren Verhalten der Polizei

Rosenheim –  Nach der AfD-Kundgebung am vergangenen Freitag (24.5.2024) kritisieren Jusos und die Vereinigung „NoRopression“ das Verhalten der Rosenheimer Polizei scharf. Sie sprechen sogar von Entführung.

Was ist passiert? Die AfD Rosenheim hatte am Freitagabend zu einer Kundgebung auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz mit dem AfD-Europaabgeordneten Markus Buchheit eingeladen. Die Veranstaltung war von der Stadt genehmigt (wir berichteten).
Es kam zu Störaktionen von Seiten der Antifaschisten mit rund 50 Teilnehmern. Die Polizei schritt ein und wandte dabei auch Zwangsmaßnahmen an, wie es in einem Polizeibericht heißt. Zwei Antifaschisten wurden schließlich von der Polizei nach Riedering und Prutting gefahren und dort abgesetzt. Für „NoRopression“ ist das Entführung.

„Ich wurde ohne eine Möglichkeit zu kommunizieren im menschenleeren Riedering ausgesetzt. Ich wusste nicht, ob ich durch meine Freunde abgeholt werde oder wie ich zurück nach Rosenheim kommen soll. Orientierungslos bin ich dann durch Riedering gelaufen und konnte durch Glück und die Hilfe von Bewohnern aus Riedering einen Freund aus Rosenheim anrufen“, so eine Betroffene.  „NoRopression“ wertet dieses Verhalten der Rosenheimer Polizei als völlig inakzeptabel. Kritik kommt außerdem von den Jusos in Stadt und Landkreis Rosenheim. Man sei fassungslos über das willkürliche Vorgehen der Polizei, heißt es in von dieser Seite in der Pressemitteilung. „Die Antifaschisten wollten, wie es nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz möglich ist, opponierend an der Versammlung der AfD teilnehmen“, heißt es weiter. Die Polizei habe dies von Anfang an untersagt und sei somit gegen die Versamlungsfreiheit vorgegangen.

Johannes Renz, Stellvertreter der Polizeiinspektion Rosenheim, sieht dagegen keinerlei Fehlverhalten der Polizei. Man habe der opponierenden Gruppe einen Ort in der Nähe für eine Gegenkundgebung zuweisen wollen. Dieses Angebot sei aber abgelehnt worden. Nachdem man auch mehrfachen Lautsprecherdurchsagen nicht nachgekommen sei , habe man zu Zwangsmaßnahmen in Form von „Wedrücken und Wegschieben“ gegriffen. Dabei sei es dann zu Widerstandshandlungen und Beleidigungen gegenüber der Polizei gekommen.
Johannes Renz bestätigt auch, dass zwei Antifaschisten schließlich von der Polizei nach Riedering und Prutting gefahren wurden. „Man kann die betreffenden Personen in so einem Fall in Gewahrsam nehmen und in die Haftzelle im Keller der Polizeiinspektion bringen oder sich aber für ein milderes Mittel entscheiden und die Personen vom Ort des Geschehens wegbringen“, erklärt er. Die Fahrtstrecke berechne sich dabei so, dass die Betreffenden es zeitlich nicht mehr schaffen, noch mal zur Kundgebung zurückzukehren und dort erneut Unruhe zu stiften.

Rosenheimer Jusos prüfen rechtliche Schritte

Dieses Vorgehen ist Luca Fischer, Co-Vorsitzender der Jusos Rosenheim Land nicht neu. Er hält es aber in diesem Fall für vollkommen überzogen. „Die Kundgebung war zu diesem Zeitpunkt eh schon fast beendet. Da hätte man die Demonstranten nicht mehr so weit weg bringen müssen. Beide hatten kein Handy dabei und auch nur wenig Bargeld einstecken. Riedering und Prutting verfügen weder über einen Bahnhof noch über eine Busverbindung zu dieser Zeit“, sagt er.  Die Jusos wollen nun rechtliche Schritte gegen die Rosenheimer Polizei prüfen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

AFD-Kundgebung in Rosenheim – Polizei schreitet gegen Störer ein

AFD-Kundgebung in Rosenheim – Polizei schreitet gegen Störer ein

Rosenheim – Die AfD veranstaltete am gestrigen Freitagabend eine Kundgebung auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz mit dem Europaabgeordneten Markus Buchheit. Rund 50 Gegner störten die Versammlung. Die Polizei schritt ein.

Die Versammlung der AfD Rosenheim war, laut Auskunft der Polizeiinspektion, form- und fristgerecht angemeldet worden. Die Stadt Rosenheim hat als zuständige Behörde die Kundgebung verabschiedet.
Einige Tage zuvor rief die „No AfD Rosenheim“ auf Social Media zu Protesten auf. „Wir als noAFD-Bündnis rufen dazu auf, die Kundgebung der AfD Mit vielfältigen Protest zu begleiten. Gerade kurz vor der Europawahl müssen wir uns den menschenfeindlichen Zielen der AfD immer und überall in den Weg stellen“, heißt es auf Facebook und weiter: „Kommt zu den antifaschistischen Protesten rund um den Ludwigsplatz in Rosenheim“.

Blockade auf der Fahrbahn

Rund 50 Personen folgten diesem Aufruf. Nach den Angaben der Polizei trafen sie unmittelbar vor Beginn der Kundgebung gegen 19 Uhr vor Ort am Rand der Versammlungsfläche ein und störten die AfD-Veranstaltung durch laute Zwischenrufe und Hochheben von Bannern und Transparenten. Teilweise sei auch von Personen versucht worden, die Versammlungsfläche zu betreten. „Ziel war es offenbar, die Versammlung stören zu können. Dabei kam es auch zu Beleidigungen zwischen Versammlungsteilnehmern und den anderen anwesenden Personen“, heißt es dazu in den Polizeibericht.
Die Rosenheimer Polizei wurde bei dem Einsatz von Beamten der Bereitschaftspolizei zur Einsatzbewältigung unterstützt. Die Polizei habe der opponierenden Gruppe einen Ort für die Gegenkundgebung zuweisen wollen. Trotz mehrfacher Aufforderungen, auch durch Lautsprecherdurchsagen, habe die Gruppe sich aber nicht von der Stelle bewegt. Ganz im Gegenteil: Einige Personen hätten sich dann auf die Fahrbahn gesetzt und eine Blockadeform gebildet.

Daraufhin griff die Polizei zu Zwangsmaßnahmen im Form von „Wegdrücken bzw. Wegschieben“, wie es in dem Polizeibericht heißt. Die auf der Straße sitzenden Personen wurden von den Einsatzkräften weggetragen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Polizei kam es dabei zumindest zu einer Widerstandhandlung gegen Vollstreckungsbeamte. Wiederholt seien Beteilige zurückgekommen zur AfD-Kundgebung. Sie wurden deshalb von den Einsatzkräften in Gewahrsam genommen.
Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigungen ein. Weitere Ermittlungen folgen, aufgrund von mehreren Verstößen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rosenheimer Kreistag: Keine Arbeitspflicht für gemeinnützige Arbeit für Asylbewerber

Rosenheimer Kreistag: Keine Arbeitspflicht für gemeinnützige Arbeit für Asylbewerber

Landkreis Rosenheim – In der jüngsten Sitzung (30.4.2024) haben die Mitglieder des Rosenheimer Kreistages gegen den Antrag auf eine Arbeitspflicht für gemeinnützige Arbeiten für Asylbewerber gestimmt. 

Rosenheims Landrat Otto Lederer stellte fest: „Wir sehen eine einzelfallabhängige oder generelle Arbeitspflicht für Asylbewerber als verfassungsrechtlich höchst bedenklich.“ Zudem seien die Bestimmungen des Paragraphen 5 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) nicht anwendbar, soweit Flüchtlinge, wie etwa ukrainische Kriegsflüchtlinge einen Anspruch auf Leistungen nach dem AsylbLG haben. Außerdem sehe man praktische Hemmnisse, wie Sprachbarrieren, die die Umsetzung der Vorschrift erschweren.

Antrag kam von der AfD-Kreistagsfraktion

Der Antrag war durch die AfD-Kreistagsfraktion gestellt worden. Darin wurde eine Arbeitspflicht für alle Asylbewerber im Landkreis nach Paragraphen 5 AsylbLG gefordert. Eine solche Arbeitspflicht lässt sich jedoch auf den Paragraphen 5 AsylbLG nicht stützen. Dieser sieht vor, dass in größeren (Sammel-) Unterkünften Arbeitsgelegenheiten, insbesondere zur Aufrechterhaltung und zum Betrieb der Einrichtung, sowie im übrigen Arbeitsgelegenheiten bei staatlichen, bei kommunalen und bei gemeinnützigen Trägern für Asylbewerber zur Verfügung gestellt werden sollen, wenn deren Arbeitsergebnis der Allgemeinheit dient. Eine unbegründete Ablehnung dieser Arbeitsgelegenheiten durch Asylbewerber führt zu einer Reduzierung des Leistungsanspruchs.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim)

Sachbeschädigung am AfD-Bürgerbüro

Sachbeschädigung am AfD-Bürgerbüro

Rosenheim – Sachbeschädigung am AfD-Bürgerbüro in Rosenheim: Unbekannte waren mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln an die Fassade. Die Polizei sucht Zeugen.

Die Polizeimeldung im Wortlaut: 
In den frühen Morgenstunden des 8. Oktober 2023, zwischen 3.30 und 9.00 Uhr, warfen Unbekannte an die Fassade des Bürgerbüros der AfD in Rosenheim mit Farbe gefüllte Christbaumkugeln. Durch die geplatzten Kugeln beschädigte die ausgetretene Farbe die Fassade des Büros sowie den Balkon einer sich darüber befindlichen Privatwohnung. Ersten Schätzungen nach dürfte der entstandene Sachschaden im unteren vierstelligen Bereich liegen.

Die ersten Maßnahmen vor Ort trafen Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Rosenheim. Inzwischen hat, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, das für Staatsschutzdelikte zuständige Fachkommissariat 5 der Kriminalpolizei Rosenheim die weiteren Ermittlungen übernommen.

Zur Klärung des Sachverhalts bitten die Ermittler um Hinweise aus der Bevölkerung zu diesem Fall unter der Telefonnummer 08031 / 200-0 oder an jede andere Polizeidienststelle:

  • Wem sind in den frühen Morgenstunden des Sonntag, 8. Oktober 2023, verdächtige Personen im näheren Umfeld des AfD-Bürgerbüros im Georg-Staber-Ring 3 in Rosenheim aufgefallen?
  • Wem sind kurz vor dem Vorfall Personen mit Christbaumkugeln aufgefallen, die mit Farbe gefüllt waren?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben, die zur Klärung des Sachverhalts führen könnten?
    (Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)