Festabend „120 Jahre „Innviertler“

Festabend „120 Jahre „Innviertler“

Rosenheim – Die „Innviertler“ werden 120 Jahre alt. Dieses Ereignis wird am Samstag, 1. Juli, in der AuerBräu Festhalle (ehemals: Inntalhalle) in Rosenheim mit einem öffentlichen „Boarischen Tanzabend“ gefeiert.

Der traditionsreiche Rosenheimer Trachtenverein will mit diesem Abend auf die wertvolle Brauchtumsarbeit hinweisen und zeigen, dass das Trachtenwesen in der Stadt Rosenheim, die zweifellos als eine Wiege der bayerischen Trachtenbewegung bezeichnet werden kann, nach wie vor lebendig ist.
Die Besucher dürfen sich beim Festabend auf ein buntes Programm freuen, das durch öffentliche Tanzrunden aufgelockert wird. Zuschauen, Mitmachen oder einfach nur bei gutem Essen und süffigen Getränken der Musi lauschen – für jeden ist etwas dabei.
Die in der Region bekannten Musikgruppen „Mitteroim-Musi“ und „de Weiß’ngroana“ spielen zum Tanz und zur Unterhaltung auf.

Karten gibt es  im Vorverkauf für 5 Euro oder an der Abendkasse für 8 Euro.
(Quelle: Mitteilung Innviertler Rosenheim / Beitragsbild: Innviertler Rosenheim) 

10 interessante Fakten zur Kastanie

10 interessante Fakten zur Kastanie

Rosenheim – In Rosenheim stehen derzeit die Kastanien in voller Blüte und geben gerade an sonnigen Tagen wie diesen ein wunderschönes Bild ab. Hier zehn interessante Fakten zu dieser Baumart mit Lifehack: 

  • 1. Zur Pflanzengattung der Kastanien gehören rund 20 verschiedene Kastanienarten. Ihren Ursprung in Europa hat aber lediglich die Edelkastanie. Der Großteil der Kastanienarten ist ist Asien, vor allem in China, beheimatet. 

  • 2. Die weiss-blühende Rosskastanie ist die europäische Art, die erst wieder seit etwa 500 Jahren in Westeuropa heimisch ist. Die rot blühende Rosskastanie auf unserem Bild ist aus einer Kreuzung mit einer nordamerikanischen Art entstanden.
  • 3. Biergärten und Kastanien – das gehört bei uns in Bayern zusammen. Der Grund: In einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke oder Kühlhallen gab, lagerten die Braumeister das Bier in den warmen Sommermonaten in Bierkellern unter der Erde. Und damit sich diese nicht aufheizten, pflanzten sie darüber Kastanien. Mit ihren ausladenden Kronen sind diese Bäume eben die perfekten Schattenspender. 
  • 4. In China werden Esskastanien auf riesigen Plantagen angebaut. Sie sind dort ein beliebtes Nahrungsmittel. Die bei uns überwiegend vorkommende Rosskastanie ist aber für uns Menschen ungenießbar und in größeren Mengen sogar giftig. Bei Wildtieren haben diese Gifte aber kaum bis keine Wirkung.
  • 5.  Kastanien können bis 30 Meter hoch und bis etwa 300 Jahre alt werden. Der Stammdurchmesser bei alten Exemplaren kann bis zu zwei Meter betragen.
  • 6. Kastanienbäume sind Lebensraum für viele Tiere. Käfer, Baumwanzen, Schmetterlinge, Langbeinfliegen, Spinnen und Schmetterlinge lieben auf oder unter der Rinde. Hirschen, Bibern und einigen Mäusearten dient die Rinde als Nahrung, zu Zeiten in denen es kein frisches Grün gibt.
  • 7. Mit den Früchten der Kastanie kann man Spinnen aus der Wohnung fern halten. Dafür einfach die Kastanie leicht mit einem Hammer bearbeiten. Den Geruch, der dann entströmt, mögen Spinnen gar nicht.
  • 8. In der Traumdeutung gelten Kastanien auf der einen Seite als Symbol für Leid, dass sich bald in Glück und Freude wandelt und für Sehnsüchte und Sexualität.
  • 9. Kastanien kommen auch in der Medizin zum Einsatz. Ihre Inhaltsstoffe sollen bspw. bei Venenbeschwerden und Entzündungen helfen.
  • 10. Schon Wikinger wussten die Kastanie zu schätzen. Sie stellten sich aus deren Früchte ein Waschmittel her. Wer es selbst mal versuchen will: Im Herbst Kastanien sammeln und häuten. Das Inneneben fein hacken und dann in Marmeladengläser füllen, mit Wasser aufgießen und verschließen. Über Nacht stehen lassen. Wenn das Wasser sich weiß-gelblich verfärbt und sich auf der Oberfläche Schaum bildet, wird der Sud durch ein feines Tuch abgeseiht. Schon ist die Wikingerseife fertig und kann in einen Seifenspender gefüllt werden.
    (Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)
Auszeichnung für gastfreundliche Urlaubshöfe

Auszeichnung für gastfreundliche Urlaubshöfe

Uffing am Ammersee / Landkreis Garmisch-Partenkirchen – Urlaub auf dem Bauernhof boomt. Die 20 gastfreundlichsten Urlaubshöfe Bayerns wurden nun von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit dem „Goldenen Gockel“ ausgezeichnet.

Der Goldene Gockel ist ein wahres Aushängeschild für die besten Urlaubsbetriebe. Sie begegnen Ihren Gästen tagtäglich mit Herzlichkeit und Offenheit, tollem Service und lassen sie an ihrem Leben auf dem Hof teilhaben. Besucher, die zu Ihnen kommen, werden zu Einheimischen auf Zeit und tauchen ein in die Erlebniswelt Bauernhof. Das ist die beste Werbung für unsere Landwirtschaft und den ländlichen Raum“, so Kaniber bei der Preisverleihung auf einem Urlaubshof in Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Es zählen die Beurteilungen der Feriengäste

Anders als bei vielen Auszeichnungen vergibt den Goldenen Gockel keine Fachjury, es zählen allein die Beurteilungen der Feriengäste. In die Auswertung fließen vor allem die Bewertungen der Urlauber bei den Themen Gastfreundschaft, Gastgeber und Serviceleistung ein.
Das Tourismusland Bayern ist deutschlandweit Spitzenreiter bei Urlaub auf dem Bauernhof. Rund 4.000 Ferienhöfe mit knapp 50.000 Betten bieten ein vielfältiges Urlaubsangebot an. „Vom Aktiv- bis zum Wellnessurlaub oder eine Auszeit mit der Familie: Bei Urlaub auf dem Bauernhof ist für jeden etwas dabei. Ich kann nur empfehlen den nächsten Urlaub auf einem Ferienhof in Bayern zu verbringen“, so die Ministerin.
In Oberbayern ging die Auszeichnung an den Kainzenhof in Gmund am Tegernsee. 
Detailinformationen zu „Urlaub auf dem Bauernhof“ und Adressen von bayerischen Ferienhöfen gibt es unter www.bauernhof-urlaub.com.
(Quelle: Pressemitteilung StMELF / Beitragsbild: Pia Regnet / StMELF, zeigt: Staatsministerin Michaela Kaniber mit den Preisträgern des Goldenen Gockels bei der Preisverleihung auf dem Rechenmacherhof in Uffing am Staffelsee.)

KI erhöht die Risikobereitschaft

KI erhöht die Risikobereitschaft

München – Den Begriff „Placebo“ kennt man aus der Medizin. Einen ähnlichen Effekt beim kann aber auch die Künstliche Intelligenz (KI) bei uns Menschen auslösen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der LMU München.

Als „Human Augmentation Technologies“ werden Technologien bezeichnet, die menschliche Fähigkeiten verbessern. Dazu zählen zum Beispiel Exoskelette, aber auch Augmented Reality-Brillen. Eine Studie am Lehrstuhl für Human Centered Ubiquitous Media der LMU zeigt nun, dass Nutzer hohe Erwartungen an den Effekt dieser Technologien haben. Sobald sie der Ansicht sind, eine KI würde ihre kognitiven Fähigkeiten verbessern, erhöht sich ihre Risikobereitschaft. Und das unabhängig davon, ob die KI sie tatsächlich unterstützt.

„Der Hype um KI-Anwendungen wirkt sich auf die Erwartungen von Nutzerinnen und Nutzer aus. Das kann zu risikoreicherem Verhalten führen“, sagt Steeven Villa, Doktorand am Lehrstuhl für Human Centered Ubiquitous Media und Erstautor der Studie.

Placebo-Effekte ausschließen

In der Studie wurde den Probanden mitgeteilt, dass sie bei einem virtuellen Kartenspiel von einer KI-Anwendung unterstützt würden, die ihre kognitiven Fähigkeiten erhöht. Tatsächlich gab es diese Unterstützung nicht. Dennoch zeigten die Teilnehmenden eine höhere Risikobereitschaft, sobald sie glaubten, von der KI zu profitieren.

Die Studie bestätigt damit zudem den möglichen Placebo-Effekt bei technologischen Anwendungen in ähnlicher Form, wie dieser bei Medikamenten nachweisbar ist. „Wenn Menschen zunehmend mit intelligenten Systemen zusammenarbeiten, ist es wichtig einen möglichen Placebo-Effekt zu verstehen, um wirklich Systeme bauen zu können, die eine echte Unterstützung bieten“, sagt Albrecht Schmidt, Informatikprofessor an der LMU. Die Forscher empfehlen, vor der Verbreitung neuer KI-Anwendungen deren tatsächlichen Nutzen zu überprüfen und dann mögliche Placebo-Effekte zu berücksichtigen. Zudem raten sie, Nutzer sowie deren Erwartungshaltungen stärker in den Entwicklungsprozess miteinzubeziehen.
(Quelle: Pressemitteilung LMU München / Beitragsbild: Symbolfoto re)

 

Reintalangerhütte setzt auf „bio“

Reintalangerhütte setzt auf „bio“

Garmisch-Partenkirchen – Neuigkeiten für Bergsteiger und Wanderer: Die Reintalangerhütte im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen ist jetzt die erste Bioland-zertifizierte Alpenvereinshütte des Deutschen Alpenvereins (DAV).

 

Leckeres Essen in Bio-Qualität. Foto: Copyright Bioland

Leckeres Frühstück in Bio-Qualität. Foto: Copyright Bioland

Die Reintalangerhütte der Sektion München des Deutschen Alpenvereins (DAV) im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen ist neuer Bioland-Gold-Gastronomiepartner. Damit ist sie die erste DAV-Alpenvereinshütte, die sich verpflichtet, beim Speisenangebot einen Bioanteil von mindestens 90 Prozent vorzuweisen.

Blick in die Küche. Foto: Copyright Bioland

Blick in die Küche. Foto: Copyright Bioland

Die Pächter der Hütte, Julia Wiedemann und Andy Kiechle haben die Bewirtschaftung vor drei Jahren übernommen. Schnell war ihnen klar, dass sie das kulinarische Angebot auf Bio umstellen möchten. „Als Wanderer oder Bergsteigerinnen hat man eine ganz besondere Verbindung zur Natur. Da ist es nur naheliegend, als Hüttenpächter auch Mahlzeiten anzubieten, die ohne bedenkliche Spritzmittel erzeugt wurden und bei deren Herstellung Tierwohl und der Schutz unserer Lebensgrundlagen großgeschrieben werden”, so Andy Kiechle. „Bioland bietet hier ein tolles Gastronomie-Konzept an, mit dem die Besucher unserer Alpenvereinshütte auf den ersten Blick sehen, wieviel heimisches Bio sie auf ihrem Teller erwartet.”
Julia Wiedemann ergänzt: „Für uns sind Bio und Regionalität eine Selbstverständlichkeit, die wir unseren Gästen gerne weitergeben und ihnen mit dieser Lebenseinstellung eine tolle Zeit bei uns ermöglichen möchten! Bioland-Gold-Partner zu sein ist für uns keine Herausforderung, sondern bildet unser Bewirtschaftungskonzept ab.”

Auch Manfred Zink, Vorsitzender der Sektion München des DAV – Besitzerin der Reintalangerhütte – freut sich über die Bioland-Zertifizierung: „Als größte Sektion des Deutschen Alpenvereins sind wir uns unserer Verantwortung bewusst und legen dezidiert besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, auch im Bereich der Ernährung unserer Hüttengäste. Ich danke Julia und Andy ganz herzlich für ihr außergewöhnliches Engagement und wünsche dem Bioland-Konzept auf der Reintalangerhütte viel Erfolg. Wir würden uns sehr freuen, wenn dieses Vorbild viele Nachahmer finden würde – sei es bei unseren sonstigen Pächtern oder in anderen Gastrobetrieben am Berg wie im Tal.“

Offizielle Schildübergabe zum Saisonstart

Die offizielle Bioland-Gold-Partnerschaft wurde passend zum Saisonstart am 18. Mai 2023 mit einer Schildübergabe zelebriert. Eva-Maria Huber betreut die Reintalangerhütte seitens Bioland als Fach-Beraterin: „Wir freuen uns sehr über die Gastronomie-Partnerschaft mit der Reintalangerhütte. Mit der Umstellung auf Bio nimmt sie eine wichtige Vorreiterrolle im Bereich der Alpenvereinshütten ein. Die Nachfrage nach hochwertigem Bio nimmt bergauf und bergab immer mehr zu. Und wer aktiv in den Alpen unterwegs ist, freut sich, seinem Körper etwas Gutes zu tun und gleichzeitig die Natur und Biodiversität zu fördern. Als Verband stehen wir Andy Kiechle und Julia Wiedemann bei der Umsetzung sehr eng zur Seite.” Die Belieferung der Hütte erfolgt über den Bio-Großhändler Ökoring.

Zum Bioland-Gastronomie-Konzept

Bioland unterstützt bereits seit mehr als 20 Jahren Gastronomie, Hotellerie, Catering-Unternehmen und Großküchen als kompetenter Partner beim Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Dazu gehören Beratungen, Schulungen, regionale Rohwarenbeschaffung sowie Hilfestellungen beim Marketing.
Das Bioland-Gastrokonzept umfasst drei Stufen: Die Einstiegsstufe Bronze mit einem Bio-Anteil von 30 – 60 Prozent, Silber mit 60 – 90 Prozent und die höchste Auslobung Gold mit 90 – 100 Prozent Bio-Anteil. Gastronomie Partner legen besonderen Wert auf die handwerkliche und frische Zubereitung der Speisen, heimische und saisonalen Bio-Herkunft sowie ressourcenschonende & klimafreundliche Betriebsführung. Einmal jährlich erfolgt eine Bio-Kontrolle durch eine unabhängige Kontrollstelle.
(Quelle: Pressemitteilung DAV / Beitragsbild: Copyright Reintalangerhütte, zeigt von links: Charlotte Seidl (Bioland), Andy Kiechle, Julia Wiedemann, Eva-Maria Huber)

 

Mut zur Wildnis im Garten zahlt sich aus

Mut zur Wildnis im Garten zahlt sich aus

Hilpoltstein / Bayern – Die Ergebnisse zur 19. Stunde der Gartenvögel liegen vor: Der Spatz flatterte an die Spitze. Insgesamt wurden aber so wenig Vögel pro Garten wie noch nie gezählt. Und: Mut zur Wildnis im Garten zahlt sich aus.

Mehr als 11.900 Naturfreunde in ganz Bayern haben vom 12. bis zum 14. Mai eifrig für das bürgerwissenschaftliche Projekt Vögel gezählt. Im Rahmen der großen Mitmachaktion des bayerischen Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und seinem bundesweiten Partner NABU meldeten sie über 258.000 Vögel aus etwa 9.000 Gärten, Balkonen und Parks. „Wir sind begeistert, dass sich so viele Menschen trotz des wechselhaften Wetters nicht davon haben abhalten lassen, eine Stunde lang die Vögel vor der eigenen Haustür zu beobachten und zu zählen. Jeder Teilnehmende hat wichtige Daten über die Vogelwelt im Siedlungsraum geliefert“, erklärt die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. So können die Naturschützer des LBV langfristige Trends im Bestand der bayerischen Gartenvögel erkennen. Mit durchschnittlich nur etwa 28 Vögeln beobachteten die Teilnehmenden in ihren Gärten dieses Jahr so wenige Vögel, wie noch nie seit Beginn der Aktion im Jahr 2006.

Hier die Zahlen für den Landkreis Rosenheim:

Im Landkreis Rosenheim wurden für die Stunde der Gartenvögel 263 Teilnehmer registriert, die ihre Beobachtungen aus 210 Gärten meldeten. Insgesamt wurden 6336 Vögel gezählt – das ergibt im Durschnitt 30,17 Vögel pro Garten.
Oben an der Spitze auch hier der Haussperling. Er wurde in 70 Prozent der teilnehmenden Gärten gesichtet, gefolgt vom Star und dem Feldsperling – bei dem es übrigens einen leichten Aufwärtstrend gibt.
Abwärts ging es dagegen bei Blaumeise, Buchfink, Mauersegler und Mehlschwalbe und einer Vielzahl anderer Vogelarten.

Drastische Abnahme von Vogelarten

In diesem Jahr wurden bei der Stunde der Gartenvögel acht Vögel pro Zählort weniger als noch vor 10 Jahren gemeldet. Den Naturschützern des LBV stellt sich die Frage, ob sich die wissenschaftlich belegte, drastische Abnahme vieler Vogelarten auf Wiesen und Feldern nun bei Vogelarten in Bayerns Städten und Dörfern fortsetzt. Die Gründe dafür können vielfältig sein: „Ökologisch wertvolle Lebensräume im Übergangsbereich zwischen Siedlung und Kulturland werden zunehmend bebaut. Dort verschwinden Vogelarten, wie Wendehals, Gartenrotschwanz und Grauschnäpper. Einst häufige Arten, wie Haussperling oder Mehlschwalbe, finden an glatten Hausfassaden zu wenig Nistmöglichkeiten“, erklärt Angelika Nelson. Im Siedlungsraum gehen naturnahe, unversiegelte Grünflächen mit alten Baumbeständen und Hecken verloren. Das Nahrungsangebot, vor allem an Insekten, wird knapp für Bachstelze, Bluthänfling und Gartengrasmücke.
Hinzu kommt die Klimakrise, deren konkrete Auswirkungen noch nicht absehbar sind. „Manche Standvögel, wie Zaunkönig und Türkentaube, mögen von den wärmeren Wintern profitieren. Auch Kurzstreckenzieher, wie Hausrotschwanz und Mönchsgrasmücke können sich vielleicht ein längeres Frühjahr und damit eine verlängerte Brutzeit zunutze machen“, so die LBV-Ornithologin. Doch Starkwetter-Ereignisse und Trockenperioden, wie sie auch in Bayern immer häufiger vorkommen, werden sich wohl überwiegend negativ auf die Vogelwelt auswirken.

Wohlfühlort: wilder Garten

Um dem vermeintlich negativen Trend und Wandel im Siedlungsraum entgegenzuwirken kann jede und jeder etwas beitragen. Von strukturreichen Gärten, mit samentragenden Wildblumen, Beerensträuchern, Hecken und Totholz profitieren viele Arten, so auch zum Beispiel der Stieglitz. Ihn beobachteten die Teilnehmenden in diesem Jahr in 16 Prozent der Gärten und damit weitaus häufiger als im vergangenen Jahr. „Eine ähnliche Entwicklung fiel uns bereits bei der Stunde der Wintervögel im Januar auf. Es könnte ein Indiz dafür sein, dass mehr Menschen den Mut zur kleinen Wildnis vor der Haustür finden und dem Stieglitz als Samenfresser somit ein passendes Buffet bieten“, sagt Angelika Nelson.

Die Top 10 der Gartenvögel

Der Haussperling bleibt 2023 die Nummer 1 der bayerischen Gartenvögel. „Auffällig ist aber, wie bereits seit vielen Jahren, dass der Spatz aus der Stadt und dem Landkreis München kaum gemeldet wird. Der kleine Vogel sucht dort oft vergeblich nach Nahrung, geeigneten Brutplätzen oder Versteckmöglichkeiten, wie Büschen und Hecken“, erklärt LBV-Ornithologin Angelika Nelson. Hinter dem Haussperling auf Rang 2 landet die Amsel, den letzten Platz auf dem Siegertreppchen sichert sich der Star. Hinter ihnen auf Rang 4 flattert in diesem Jahr die Kohlmeise. Ihr folgt der Feldsperling, der ihr bis zum Ende des Meldezeitraums dicht auf den Fersen war.

Die Blaumeise landet auf Platz 6 und verzeichnet im Gegensatz zum vergangenen Jahr einen leicht positiven Trend. Ihren Stammplatz sichert sich bereits das zwölfte Jahr in Folge die Elster (7.) Deutlich zulegen konnte in diesem Jahr der Grünfink. Reichte es vergangenes Jahr nur für Platz 10, landet der gelb-grüne Finkenvogel dieses Jahr auf Rang 8. Er reiht sich damit noch vor Mehlschwalbe (9.) und Mauersegler (10.) ein.

Die insektenfressenden Flugakrobaten, wie Mehlschwalbe, Mauersegler aber auch Rauchschwalbe (23.) verzeichnen heuer einen negativen Trend, der bereits am Zählwochenende sichtbar war. Ein Grund dafür sind vermutlich die vielen Regenschauer, die den Freistaat am Wochenende überquerten. „Schwalben und Mauersegler jagen Insekten in der Luft. Weil ihre Beute bei Regen nicht durch die Gärten und Parks summt und brummt, weichen sie, wenn möglich, der Schlechtwetterfront aus und jagen in sonnigen Gegenden nach Insekten“, so die LBV-Vogelexpertin.

Amsel flattert durch die meisten Gärten

Wenn es darum geht, welcher Vogel die meisten Gärten besucht, hat in diesem Jahr einmal mehr die Amsel den Schnabel vorne: Auch wenn sie nach absoluten Zahlen auf Rang 2 landet, konnte sie am Zählwochenende in 93 Prozent der Gärten beobachtet werden. In der Stadt Memmingen (Schwaben) sowie in den Städten Weiden in der Oberpfalz und Coburg (Oberfranken) und im Landkreis Dingolfing-Landau (Niederbayern) ist die Amsel sogar in jedem Garten zu Hause. In der kreisfreien Stadt Ingolstadt ließ sie sich hingegen nur in 78 Prozent der Gärten blicken.

Die meisten Vögel pro Garten in Niederbayern

Bayernweit haben die Teilnehmer  etwas mehr als 28 Vögeln pro Garten gesehen und damit deutlicher weniger als das langjährige Mittel von 32. Über die meisten Vögel pro Garten konnten sich Naturfreunde und Naturfreundinnen in Niederbayern (35,2) freuen, gefolgt von den Beobachtenden in der Oberpfalz (31,7) und Oberfranken (31). In Oberbayern sahen die Teilnehmenden mit 25,1 am wenigsten Vögel pro Garten. Mittelfranken (28), Schwaben (29,6) und Unterfranken (29,9) reihen sich dazwischen ein.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)