Vorsicht Giftköder: Wie man seinen Hund schützt

Vorsicht Giftköder: Wie man seinen Hund schützt

Rosenheim / Bayern / Deutschland – Über zehn Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Das spricht für die große Beliebtheit der Vierbeiner. Dennoch gibt es immer wieder Berichte, dass aus Abneigung gegen Hunde Giftköder ausgelegt werden. Halter sollten sich und ihre Heimtiere mit einem Training darauf vorbereiten, damit die Gassirunde sicher bleibt. Hier Tipps vom Industrieverband Heimtierbedarf (IVH).

Benutzte Taschentücher, weggeworfene Lebensmittel und anderer Müll, Hinterlassenschaften von anderen Tieren sowie Pflanzen oder herumliegende Äste am Wegesrand – bei der Gassirunde gibt es viele Reize, die die Aufmerksamkeit von Hunden erregen können. Halter sollten dabei genau aufpassen: Frisst ihr Heimtier etwas Gras, dann ist das normal, das Tier räumt damit seinen Magen auf. Tierhasser legen allerdings auch immer wieder Giftköder oder andere gefährliche Gegenstände aus, um Hunden gezielt zu schaden. Mit Blick auf diese Gefahr, sollte man das Tier mit einem Training vorbereiten, nicht alles direkt zu fressen.
Sonja Meiburg-Baldioli leitet die Hundeschule Holledau und hat unter anderem ein Buch über das Anti-Giftköder-Training geschrieben. Aus ihrem Arbeitsalltag weiß sie, dass immer mehr Menschen ein Anti-Giftköder-Training nachfragen, um ihre tierischen Freunde zu schützen.

Was sind Giftköder?

„Unter Giftködern versteht man im allgemeinen Dinge, die absichtlich ausgelegt werden, um Tieren zu Schaden. Dazu gehört Rattengift, aber auch Rasierklingen, Glasscherben oder Nägel zählen dazu – meist versteckt in Leckereien“, erklärt Meiburg-Baldioli. Fressen die Hunde dies, führt das zu Verletzungen oder sogar bis zum Tod. Neben solchen bewusst ausgelegten Ködern können auch verwesende Lebensmittel am Wegrand oder tatsächlich für Ratten bestimmtes Rattengift gefährlich werden. Wegen der vielen Möglichkeiten ist ein Training deshalb nicht auf eine Variante wie zum Beispiel Rattengift fokussiert, sondern spricht das generelle Fressverhalten beim Spaziergang an: Es zielt darauf ab, den Hund vorzubereiten, nichts in der Natur sofort zu fressen.

Wie verhindere ich, dass mein Hund Giftköder frisst?

Das Ziel von Anti-Giftköder-Training in einer Hundeschule ist, dass der Hund nichts frisst, was er besser nicht verschlucken sollte. „Der Hund lernt, sich bereitwillig und schnell von etwas abrufen zu lassen, was am Boden liegt. Auch dann, wenn es fressbar ist und er es eigentlich gerne verspeisen möchte“, erklärt die Hundetrainerin. „Zusätzlich kann man einem Hund beibringen, seinem Menschen zu zeigen, wenn er etwas gefunden hat, was die Person noch nicht gesehen hat.“ So sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund etwas Schädliches frisst.
Wichtig für den Erfolg ist, dass Halter ihren Hund für das gewünschte Verhalten loben und ihn darin bestärken. Findet er tatsächlich einen Giftköder, gilt es Ruhe zu bewahren und ihm den Gegenstand nicht einfach aus dem Maul zu reißen, wie Meiburg-Baldioli betont: „Lernt der Hund erst einmal, dass der Mensch unangenehm wird, sobald es um Fressbares geht, wird er eher dazu tendieren, es schnell herunterzuschlucken.“

Was tun, wenn ich einen Giftköder finde?

Wenn der Hund einen Giftköder frisst, sollte man unbedingt sofort eine Tierklinik aufsuchen. Die Bundestierärztekammer rät dazu in einer Pressemeldung, dass man den Hund beruhigen sollte. Wird er bewusstlos, sollte man den Vierbeiner flach auf die Seite legen, sodass Speichel und Erbrochenes aus dem Maul laufen können. Ein Erbrechen sollte man aber niemals selbst herbeiführen, da das schädlich sein kann. Mögliche Reste des Giftköders gilt es dann einzupacken, damit der Tierarzt sofort gezielt helfen kann.
Für einen Notfall wie diesen bietet sich der tierärztliche Notdienst an. Da es eine Stresssituation ist, sollten Halter sich bereits vorab informieren, welche Tierarztpraxen oder Tierkliniken in der Umgebung diesen Notdienst anbieten.
Wer einen Köder findet, ohne dass der Hund etwas davon frisst, sollte den Fund ebenfalls einpacken, sich die Stelle merken und beides bei der nächsten Polizeistelle melden. Damit werden auch andere Tiere geschützt. 
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Streng geschützte Vogelarten vergiftet

Streng geschützte Vogelarten vergiftet

Hilpoltstein / Bayern – Seeadler, Rotmilan, Mäusebussard und Uhu: drei bestätigte und zwei Verdachtsfälle auf Vergiftung in den Landkreis Regensburg und Amberg-Sulzbach melden Tatort Natur, LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung.

Innerhalb kurzer Zeit sind im Regierungsbezirk Oberpfalz laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Tatort Natur, LBV und der Gregor Louisoder Umweltstiftung mehrere nachweislich vergiftete Greifvögel aufgefunden worden. Im Landkreis Amberg-Sulzbach starb nahe Hahnbach ein Seeadler am Rattengift Brodifacoum. Das bestätigten die seit kurzem vorliegenden Befunde der toxikologischen Untersuchungen der LMU in München. Ein Rotmilan und ein Mäusebussard im Raum Kallmünz (Landkreis Regenburg) verendeten nach einer Vergiftung mit dem illegalen Kontaktgift Carbofuran. Das als Insektizid eingesetzte Kontaktgift ist seit 2007 in der EU verboten und stellt auch eine Gefahr für Kinder und Hunde dar. „Zur eigenen Sicherheit rufen wir Spaziergänger und Hundehalter in der Gegend um Kallmünz dazu auf, besonders vorsichtig zu sein“, erklärt Ferdinand Baer, Leiter der LBV-Vogelstation in Regenstauf. Über diese drei Fälle hinaus wurden der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und die GLUS (Gregor Lousioder Umweltstiftung) über den Fund von zwei weiteren toten Greifvögeln im Landkreis Regensburg informiert. Der Uhu sowie ein weiterer Rotmilan werden momentan noch auf mögliche Vergiftungen untersucht.

Auch für Kinder und Hunde große Gefahr

Dass Greifvögel, wie in den beiden jüngst bestätigten Fällen ein Rotmilan und ein Mäusebussard im Raum Kallmünz (Landkreis Regensburg), mit dem illegalen Insektizid Carbofuran vergiftet werden, sei leider keine Seltenheit. „Es ist eine Straftat streng geschützte Arten illegal zu töten. Wir setzen uns deshalb intensiv dafür ein, dass diese verfolgt werden und bringen jeden Fall zur Anzeige“, erklärt Ferdinand Baer, der Leiter der LBV-Vogelstation Regenstauf. Das nachgewiesene Kontaktgift ist hochtoxisch und in der EU seit 2007 verboten. Es wirkt bereits bei Hautkontakt und stellt deshalb auch für Kinder und Hunde eine enorme Gefahr dar.

Toten Uhu in Kaltmünz gefunden

Vergangene Woche fanden Spaziergänger ebenfalls bei Kallmünz einen toten Uhu. 20 Kilometer weiter südlich, in der Region Eilsbrunn, wurde vor drei Woche außerdem ein weiterer toter Rotmilan entdeckt. Ob die beiden Funde in Zusammenhang mit den Vergiftungsfällen bei Kallmünz stehen, ist unklar. Da beide Vögel keine äußeren Verletzungen aufweisen, vermuten LBV und GLUS, dass auch diese beiden Tiere an einer Vergiftung gestorben sein könnten. „Bis die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung eintreffen, wird es aber noch eine Weile dauern. Eine sichere Aussage über die Todesursache ist erst dann möglich“, so Ferdinand Baer vom LBV.

Seeadler im Landkreis Amberg-Sulzbach stirb an Rattengift
Auch aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach erreichten den LBV und die GLUS darüber hinaus ein schockierender Fall. Dort zeigen die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung eines Seeadlers, dass dieser mit dem Rattengift Brodifacoum in Kontakt gekommen war und wohl infolgedessen starb. Ein Jäger hatte das Adlerweibchen, das bei Hahnbach seit mehreren Jahren mit ihrem Partner brütete, Anfang März tot aufgefunden. In der Gegend um den Brutort der Seeadler wird kommerzielle Teichwirtschaft betrieben. Auch der Fischotter, der immer wieder im Zentrum von Konflikten zwischen Naturschutz und Fischereiwirtschaft steht, lebt dort. LBV und GLUS halten es für wahrscheinlich, dass das Gift eigentlich nicht dem Seeadler, sondern einem anderen Tier galt. Ob der Seeadler den Giftköder selbst fraß oder ein Tier erbeutete, welches das Gift vorher aufgenommen hatte, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Brodifacoum ist hochgiftig und darf offiziell nur noch an Personen verkauft werden, die nachweisen können, dass sie eine Schulung zum Umgang damit besucht haben. Doch auch wer einen solchen Nachweis besitzt macht sich strafbar, wenn er mit dem Gift geschützte Arten tötet. „Unsere Erfahrungen mit Rattengift bestätigen in diesem aktuellen Fall erneut, dass – selbst bei sachgemäßer Anwendung – streng geschützte Wildtiere durch Sekundärvergiftungen getötet werden. Daher ist ein generelles Verbot von chemischen Mitteln zur Bekämpfung von Nagetieren mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen längst überfällig und der einzig richtige Weg, um seltene heimische Arten – wie auch Haustiere – vor dieser vermeidbaren Gefahr zu schützen“, so die GLUS-Fachreferentin für Naturschutz Franziska Baur.

Aufklärung illegaler Tötung von Wildtieren schwierig

Die Aufklärung illegaler Tötungen von Wildtieren ist schwierig, deshalb hoffen LBV und die Gregor Louisoder Umweltstiftung auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Spaziergänger, die einen toten Greifvogel, oder Säugetiere wie Biber und Fischotter oder Fleischreste, Eier oder Geflügelteile auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten dies umgehend der Polizei und zusätzlich online unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Franziska Baur.
(Quelle: Pressemitteilung Tatort Natur, LBV und Gregor Louisoder Umweltstiftung)

Wieder wurde ein Greifvogel vergiftet

Wieder wurde ein Greifvogel vergiftet

Hilpoltstein / München – Anfang März 2023 wurde bei Laberweinting im Landkreis Straubing-Bogen ein Mäusebussard tot aufgefunden. Erst jetzt bestätigen Ergebnisse toxikologischer Untersuchungen der LMU in München, dass er mit Carbofuran vergiftet wurde. Dies ist laut LBV, Tatort Natur und der Gregor Louisoder Umweltstiftung umso alarmierender, als dass dieser Fund nun wieder im Gebiet zwischen Straubing, Plattling und Dingolfing erfolgte, in dem vor zwei Jahren zahlreiche vergiftete Vögel gefunden wurden, sodass die Region als „niederbayerisches Giftdreieck“ bekannt wurde.

„Die illegale Tötung streng geschützter Arten, wie die eines Mäusebussards, ist eine Straftat, die nicht folgenlos bleiben darf“, sagt Dr. Andreas von Lindeiner, Landesfachbeauftragter Naturschutz beim LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Gemeinsam mit der Gregor Lousioder Umweltstiftung ruft der LBV die Bevölkerung in der betroffenen Region erneut dazu auf, besonders aufmerksam zu sein und mögliche Beobachtungen umgehend an die zuständigen Behörden zu melden. Das als Insektizid eingesetzte Kontaktgift Carbofuran ist seit 2007 in der EU verboten und stellt auch eine Gefahr für Kinder und Hunde dar.

Kontaktgift Carbofuran gefährdet auch Kinder und Hunde

Schon beim Fund des Mäusebussards am 6. März 2023 fiel auf, dass der Vögel Futterreste im Schnabel hatte. Daraufhin zog der LBV die Polizei Straubing hinzu und stellte Strafanzeige. Eine Anweisung den Kadaver untersuchen zu lassen, erfolgte aber von der Staatsanwaltschaft nicht. Der LBV hat daraufhin eine pathologische Untersuchung des Vogels im Labor des Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veranlasst, die einen auffälligen Inhalt aus Fleischstückchen in Schnabelhöhle und Schlund ergab. Dieser Befund veranlasste die untersuchenden Veterinäre dazu, eine toxikologische Untersuchung an der LMU einzuleiten. Die Bestätigung einer Carbofuran-Vergiftung liegt nun vor.

LBV kritisiert Staatsanwaltschaft

„Es ist für uns schwer nachvollziehbar, dass trotz deutlicher Hinweise die Ermittlungsbehörden auch in einer Region, in der es unlängst zahlreiche Vergiftungsfälle gegeben hat, nach wie vor keine Veranlassung sehen, eigenständig forensische Untersuchungen solcher Straftaten zu veranlassen. So müssen Naturschutzgelder aufgewendet werden, um in Strafermittlungsverfahren Beweise zu sichern“, kritisiert Andreas von Lindeiner die Vorgehensweise der zuständigen Staatsanwaltschaften.

Wer geschützte Arten illegal tötet, begeht eine Straftat. Auch den aktuellen Fall hat der LBV umgehend nach Vorlage der Untersuchungsergebnisse zur Anzeige gebracht. Trotzdem ist es sehr schwer, solche Taten aufzudecken. Der LBV und die GLUS hoffen deshalb auf Unterstützung aus der Bevölkerung und appellieren an die Menschen in den Landkreisen Straubing, Deggendorf und Dingolfing-Landau, besonders aufmerksam zu sein. „Spaziergänger oder Hundehalter, die im betroffenen Raum und andernorts einen vergifteten Köder an Wegen, auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten das unbedingt an die zuständigen Behörden und unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz. „Es ist unser zentrales Anliegen, die Öffentlichkeit zu schützen, die Vergiftungsfälle aufzuklären und Täter von weiteren Taten abzuhalten.“
(Quelle: Pressemitteilung LBV, Tatort Natur und Gregor Louisoder Umweltstiftung / Beitragsbild: Symbolfoto re)

 

 

Drei vergiftete Greifvögel

Drei vergiftete Greifvögel

Hilpoltstein / München – An verschiedenen Orten in Ober- und Niederbayern sind Anfang des Jahres zwei Uhus und ein Mäusebussard tot aufgefunden worden. Nun zeigen die Befunde toxikologischer Untersuchungen: Die Tiere starben an Vergiftungen mit Carbofuran, in mindestens einem Fall aufgenommen durch Giftköder.

„Die illegale Tötung streng geschützter Arten, wie die eines Uhus, ist kein Kavaliersdelikt. Solche Straftaten dürfen nicht folgenlos bleiben“, sagt Dr. Andreas von Lindeiner, Landesfachbeauftragter Naturschutz des LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz). Gemeinsam mit der Gregor Lousioder Umweltstiftung ruft der LBV die Bevölkerung in den betroffenen Landkreisen Kelheim und Neuburg-Schrobenhausen deshalb dazu auf, besonders aufmerksam zu sein und mögliche Beobachtungen umgehend an die zuständigen Behörden zu melden. Das als Insektizid eingesetzte Kontaktgift Carbofuran ist seit 2007 in der EU verboten und stellt auch eine Gefahr für Kinder und Hunde dar.

Zwei Uhus mit Kontaktgift Carbofuran getötet

Anfang Januar gingen bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Kelheim zwei Meldungen zu Uhu-Totfunden ein, einer davon in der Gemeinde Essing, der andere im Gebiet der Stadt Mainburg, östlich von Meilenhofen. Die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen, die der LBV im Auftrag des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) daraufhin veranlasst hat, zeigen, dass beide Exemplare der streng geschützten Art mit dem illegalem Kontaktgift Carbofuran belastet waren.
„Der LBV setzt sich seit vielen Jahren im Rahmen des Artenhilfsprogramms Felsbrüter für den Schutz von Uhus ein. Wir fühlen uns deshalb von diesen Taten in besonderem Maße betroffen und sind schockiert, dass unsere langjährigen Bemühungen durch illegale Tötungen wie diese zunichte gemacht werden“, erklärt Dr. Andreas von Lindeiner, Landesbeauftragter Naturschutz.

Ein kleinerer Vogel diente wohl als Köder

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres wurde auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein toter Greifvogel gefunden. Wie die toxikologische Untersuchung nun bestätigte, starb der Mäusebussard ebenfalls an einer Vergiftung durch Carbofuran. Mit dem toten Bussard wurden außerdem Teile eines kleineren, ebenfalls mit dem Kontaktgift belasteten Vogels gefunden. Dieser diente wohl als Ködermaterial.

Ob auch die beiden Uhus durch gezielt ausgelegte Giftköder mit Carbofuran in Kontakt geraten sind, ist unklar. Fest steht aber: Das nachgewiesene Kontaktgift ist hochtoxisch und in der EU seit 2007 verboten. Es wirkt bereits bei Hautkontakt und stellt deshalb auch für Kinder und Hunde eine enorme Gefahr da. Ebenfalls offen bleibt auch die Frage, ob die Fälle in Zusammenhang stehen.

Wer geschützte Arten illegal tötet, begeht eine Straftat. Auch die aktuellen Fälle haben die jeweils zuständigen Unteren Naturschutzbehörden nach Abstimmung mit dem LBV umgehend zur Anzeige gebracht, nachdem die Untersuchungsergebnisse vorlagen. Trotzdem ist es oft schwer, solche Taten aufzudecken. Der LBV und die GLUS hoffen deshalb auf Unterstützung aus der Bevölkerung und appellieren an die Menschen in den Landkreisen Kelheim und Neuburg-Schrobenhausen, besonders aufmerksam zu sein. „Spaziergänger oder Hundehalter, die im betroffenen Raum und andernorts einen vergifteten Köder an Wegen, auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten das unbedingt an die zuständigen Behörden und unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz. Es sei ein zentrales Anliegen von „Tatort Natur„, Vergiftungsfälle aufzuklären und Täter von weiteren Vergehen abzuhalten.“
(Quelle: Pressemitteilung LBV und Tatort Natur / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Petersilie Giftpflanze des Jahres

Petersilie Giftpflanze des Jahres

Rosenheim / Bayern / Deutschland – Die Petersilie ist die Giftpflanze des Jahres 2023! Ja, richtig gelesen. Zum zweiten Mal hintereinander hat bei der Wahl des Botanischen Sondergartens Wandsbek in Hamburg eine beliebte Nahrungspflanze das Rennen gemacht. 

Im November 2004 rief der Botanische Sondergarten Wandsbek erstmals auf, sich an der Wahl zur „Giftpflanze des Jahres“ zu beteiligen. Die Aktion soll zu einer aktiven Auseinandersetzung mit giftigen Pflanzen führen, die sich eben auch in vielen Gärten und Wohnungen finden und von deren „dunkler“ Seite viele Menschen nur wenig wissen.
Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf die Kartoffel. Heuer also ist es die Petersilie. Deren „dunkle“ Seite zeigt sich laut www.hamburg.de erst im zweiten Jahr nach der Blüte der zweijährigen Pflanze.

Petersilien-Saatkörner wurden
für Abtreibungen verwendet

Im ersten Jahr bildet die Petersilie eine grundständige Rosette, aus der sich dann im zweiten Jahr 30 bis 70 Zentimeter hohe Blütenstile und damit später dann Saatkörner entwickeln. Und diese sind tatsächlich giftig. Ein altes Sprichwort besagt: „Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd“. Das deutet schon mal auf die Wirkung hin: Auf Männer soll die Petersilie aphrodisierend wirken. Frauen nutzten das Petersilienöl, gewonnen aus den Petersilien-Saatkörnern, aber früher sogar, um abzutreiben. Und das führte auch immer wieder einmal zu Todesfällen.

Im Petersilienöl enthalten ist Apiol. Dies wirkt auf die glatten Muskelfasern der Blase, des Darms und eben auch auf den Uterus. Keine Gefahr dagegen besteht bei der Verwendung des Petersilienblätter. Diese enthalten sogar sehr viel Vitamin C und können daher auch gut in der kalten Jahreszeit genutzt werden, um sich vor Erkältungen zu schützen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Info www.hamburg.de / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Vergiftete Fleischköder gefunden

Vergiftete Fleischköder gefunden

Hilpoltstein / Eichstätt / München – Im Landkreis Eichstätt sind in den vergangenen Wochen zahlreiche vergiftete Fleischköder im Umfeld des Ortes Adelschlag gefunden worden. Sechs Hunde und zwei Katzen sind bereits durch das Gift schwer verletzt oder sogar getötet worden. LBV und GLUS warnen.

Der oder die Täter hat dabei das für Kinder, Katzen und Hunde besonders gefährliche und seit März 2022 für den Privatgebrauch verbotene Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Metaldehyd verwendet. „Zur eigenen Sicherheit rufen wir zu erhöhter Vorsicht bei Spaziergängern und Hundehaltern in der Gegend auf“, sagt Dr. Andreas von Lindeiner, LBV-Landesfachbeauftragter für Naturschutz. Er ergänzt: „Es ist davon auszugehen, dass die vergifteten Hunde und Katzen nicht das Ziel der ausgelegten Köder waren. In der Gegend wurden aktuell streng geschützte Wölfe festgestellt. Wir befürchten, dass diese durch solche Giftköder gefährdet werden könnten.“ Da das Ausbringen von Giftködern und die dadurch mögliche Tötung streng geschützter Wildtiere eine Straftat darstellt, haben die Naturschützer Strafanzeige gestellt.

Naturschützer haben
Strafanzeige gestellt

Seit September dieses Jahres sind im Gebiet der Gemeinde Adelschlag im Landkreis Eichstätt mittlerweile sechs Hunde und zwei Katzen Opfer von Giftködern geworden. Zwei Hunde und die Katzen überlebten die Aufnahme der Köder nicht. Schneckenkorn ist ein blaues Granulat und beinhaltet meist den Wirkstoff Metaldehyd. Die Aufnahme des Giftes führt mit einer gewissen Verzögerung zu zentralnervösen Ausfällen und Organversagen, vor allem der Nieren. Selbst wenn die Tiere die Vergiftung überleben, ist von bleibenden Organschäden auszugehen.
Metaldehyd ist in der Europäischen Union als Pflanzenschutzmittel allgemein zugelassen. In Deutschland wurde die Zulassung dieses Wirkstoffs in Pflanzenschutzmitteln für die nicht-berufliche Verwendung zum 23. März 2022 jedoch widerrufen. „Das Verbot für den Privatgebrauch unterstreicht die Gefährdungseinschätzung dieses Giftes, das in vielen Gärten leichtfertig gegen Schnecken ausgestreut wird. Die meisten Gartenbesitzenden wissen vermutlich nicht, welche Gefahr für sie selbst und andere Gartentiere, insbesondere für Igel, von dem Gift ausgeht“, so der LBV-Biologe.

Appell auch an alle Eltern
im Landkreis Eichstätt

Der LBV und die GLUS appellieren an alle Eltern im Landkreis Eichstätt ihre Kinder keine herumliegenden toten Tiere oder anderes Verdächtiges anfassen zu lassen. Alle Hundehalter vor Ort sollten ihre Tiere an die Leine nehmen. „In den letzten Jahren wurde bei derartigen Fällen immer wieder auch das hochtoxische und in Deutschland verbotene Gift Carbofuran eingesetzt. Dieses Gift wirkt bereits bei Hautkontakt und führt selbst in geringen Dosen zu Krämpfen. Egal welches Gift die Täter einsetzen, der Schutz der Öffentlichkeit wie auch die Aufklärung der Vergiftungsfälle sind uns ein zentrales Anliegen“, sagt Franziska Baur, GLUS-Fachreferentin für Naturschutz. „Wir werden nicht weiterzusehen, wie langjährigen Schutzbemühungen um einheimische Tierarten durch illegale Tötung mit qualvollen Methoden – wie Vergiftung – zunichtegemacht werden und dafür sorgen, dass solche Straftaten in Bayern künftig strikter verfolgt werden.“

Die Aufklärung solcher Fälle ist schwierig, deshalb hoffen der bayerische Naturschutzverband LBV und die Umweltstiftung auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Spaziergänger oder Hundehalter, die im betroffenen Raum und andernorts einen vergifteten Köder an Wegen, auf einer Wiese oder im Feld finden, sollten dies der Eichstätter Polizei unter 08421/9770-0 sowie LBV und GLUS unter www.tatort-natur.de melden“, erklärt von Lindeiner.
(Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von LBV und GLUS / Beitragsbild: Symbolfoto re)