Vorsorge für „Blackout“ läuft weiter

Vorsorge für „Blackout“ läuft weiter

Rosenheim – Medial ist das Thema „Blackout“ aktuell weit nach hinten gerutscht. Aber die Vorbereitungen vor einem möglichen längerfristigen Stromausfall laufen vielerorts weiter. In Rosenheim sollen nun zwei Netzersatzanlagen angeschafft werden.

Netzersatzanlagen bestehen aus Motor, Generator und Pufferbatterie und sollen so im Notfall die Stromversorgung in wichtigen Bereichen sicherstellen. Die Gesamtkosten, für die zwei Netzersatzanlagen, die nun die Stadt Rosenheim anschaffen will, belaufen sich auf rund 345.000 Euro.
Einstimmig sprachen sich die Stadträte in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses dafür aus, die Beschaffung in die Wege zu leiten und das EU-weite Ausschreibungsverfahren durchzuführen. Dem wirtschaftlichsten Angebot soll dann der Zuschlag erteilt werden.

Für den Ernstfall rüsten

Das Thema „Blackout“ im Blick hat die Stadt Rosenheim bereits seit 2018. Deshalb wurde die „Lenkungsgruppe „Blackout“ ins Leben gerufen, bestehend aus Stadtverwaltung, Brand– und Katastrophenschutz, Stadtwerken und Polizeiinspektion. Die Mitglieder treffen sich seit der Gründung regelmäßig, um für den Ernstfall bestmöglich aufgestellt zu sein (wir berichteten). „Uns ist wichtig, vor dir Lage zu kommen“, meinte Hans Meyr, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz dazu in einer Presseveranstaltung, die im vergangenen Dezember zum Thema im Rosenheimer Rathaus stattfand.
Meyr war auch jetzt wieder bei der jüngsten Ausschusssitzung mit dabei, um die Stadträte über Technik und Wirkungsweise der geplanten Neuanschaffungen zu informieren – eine mobile Netzersatzanlage mit einer Wirkungsleistung von 125 Kilovoltampere und eine Anlage mit 230 Kilovoltampere. Der Transport soll im Bedarfsfall mit vorhandenen Versorgungsfahrzeugen erfolgen.
Ziel der Stadt Rosenheim bei allen diesen vorbereitenden Maßnahmen ist es, die Bürger bei einem „Blackout“ zumindest für einige Stunden am Tag weiter mit Strom versorgen zu können und die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur zu gewährleisten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Vorsorge für „Blackout“ läuft weiter

Schreckgespenst „Blackout“: Rosenheim sorgt vor

Rosenheim – Schreckgespenst „Blackout“: Niemand kann zuverlässig sagen, ob und wenn wann es zu einem flächendeckenden Stromausfall in Deutschland kommt. Aber die Sorge ist groß und immer mehr Städte und Gemeinden treffen Vorsorge – auch Rosenheim. Dort wappnet man sich für dieses Szenario aber nicht erst seit diesem Jahr, wie bei einer Pressekonferenz mit der „Lenkungsgruppe Blackout“ aufgezeigt wurde.

von links Ordnungsdezernent Herbert Hoch, Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl, Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, Hans Meyrl, Leiter des Amtes für  Brand und Katastrophenschutz und der Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, Volker Klarner

Standen beim Pressegespräch zum Thema „Blackout“ Rede und Antwort (von links): Ordnungsdezernent Herbert Hoch, Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl, Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, Hans Meyrl, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz und Volker Klarner, Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim. Foto: Karin Wunsam

  sei  bei Ende September bekamen die Rosenheimer Post von Oberbürgermeister Andreas März – einen Informationsflyer mit dem Thema „Blackout und dann?“ Das sorgte für großen Wirbel, kontroverse Diskussionen und deutschlandweite Berichterstattung: Wichtige Information oder Panikmache? (Wir berichteten).
Andreas März ist nach wie vor von der Richtigkeit dieser Aktion überzeugt. „Jemand muss der Erste sein und der bekommt dann halt auch mal ein blaues Auge ab“, meinte Rosenheims Oberbürgermeister bei der Pressekonferenz im Rosenheimer Rathaus. Nach der ersten Aufregung habe sich das Blatt aber dann um 180 Grad gewendet. Das bestätigt auch Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl. Mittlerweile seien bereits über 30 Anfragen von anderen Kommunen in der Stadtverwaltung eingegangen, die die Broschüre übernehmen wollen oder schon übernommen haben, wie beispielsweise die Gemeinde Aschau im Chiemgau (wir berichteten).

„Man darf solche Szenarien
nicht unter den Tisch kehren“

Dabei hat die Stadt Rosenheim das Problem „Blackout“ schon länger im Blick. „Bei uns ist das tatsächlich schon seit 2018 Thema“, so Andreas März. Nicht darüber sprechen, in der Hoffnung, dass nichts passiert, sei bei so wichtigen Dingen nicht die richtige Herangehensweise. Das sieht auch Hans Meyrl, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz so: „Man muss auch über unbeliebte Themen reden und darf solche Szenarien nicht unter den Tisch kehren.“

Deshalb wurde in der Stadt die „Lenkungsgruppe „Blackout“ ins Leben gerufen, bestehend aus Stadtverwaltung, Brand- und Katastrophenschutz, Stadtwerken und Polizeiinspektion. Die Mitglieder treffen sich seit der Gründung regelmäßig, um für den Ernstfall bestmöglich aufgestellt zu sein.
Und dabei sei man zumindest im Kern auch schon weit gekommen, erläutert Hans Meyr. Beispielsweise wurde ein Modell mit zeitlicher Staffelung erarbeitet. Denn es macht natürlich einen Unterschied, ob der Strom nur wenige Stunden oder gar für Tage und Wochen ausfällt. „Uns ist es wichtig, vor die Lage zu kommen“, so Hans Meyr. Konkret bedeutete dies, schon präventiv festzulegen, wer ab wann für was und wo zuständig ist.
Dazu zählt auch, Anlaufstellen für die Bevölkerung zu definieren, an die sie sich im Notfall wenden können, beispielsweise bei schwerer Krankheit, die ja dann nicht mehr über das Telefon Arzt, Krankenhaus oder Notruf gemeldet werden kann. Wichtige Adressen in derartigen Fällen sollen dann Rathaus und Sozialrathaus in der Reichenbachstraße sein.

Im Fall der Fälle sind auch
Eigeninitiative und Solidarität gefragt

Außerdem wurde auch an die Einrichtung von Wärmehallen gedacht: Luitpoldhalle, Gabor-Halle und Turnhalle der Fürstätter Schule sind jetzt erstmal eingeplant. Dass diese drei Unterkünfte im Fall der Fälle keinesfalls ausreichen, um allen Rosenheimern Schutz und Wärme zu bieten, ist den Verantwortlichen der „Lenkungsgruppe Blackout“ klar. Sie setzen auch auf die Eigeninitiative der Bürger und deren Vorsorge und Solidarität mit anderen, bedeutet im Notfall sei beispielsweise Nachbarschaftshilfe gefragt.

Bei einem „Blackout“ ab vier Stunden wird in Rosenheim der Katastrophenfall ausgerufen und ein Krisenstab einberufen. Solange noch Erdgas verfügbar ist, seien die Wärme- und Stromversorgung im Stadtgebiet dann noch gesichert – nicht zuletzt durch das Müllheizkraftwerk. Ziel ist es, dass auch bei größeren Stromproblemen jeder Rosenheimer zumindest für einige Stunden am Tag noch Strom beziehen kann. Allerdings kann man sich dann nicht die Uhrzeit dafür aussuchen. „Das kann auch in der Nacht der Fall sein“, so Andreas März.

Sicherheitsgefühl der
Bevölkerung stärken

Sicherheitsbehörde bei einem „Blackout“ ist übrigens die Kommune und nicht die Polizei. Diese kümmert sich im Ernstfall vor allem um den Schutz der kritischen Infrastruktur. „Außerdem zeigen wir dann verstärkte Präsenz auf den Straßen, um so das subjektive und objektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken“, so Volker Klarner, Chef der Polizeiinspektion Rosenheim.

„Immer mit dem Gedanken, dass
wir das hoffentlich nie brauchen“

Auch wenn sich die Stadt Rosenheim für den Ernstfall schon gut gerüstet fühlt, gibt immer noch viel zu bedenken und zu planen. Als nächster Schritt soll beispielsweise die Ernährungsnotfallvorsorge intensiviert werden. Hans Meyrl dazu: „Immer mit dem Gedanken, dass wir das alles hoffentlich nie brauchen.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re, Foto: Karin Wunsam)

„Alles finster“ und dann?

„Alles finster“ und dann?

Traunreut – „Alles finster“ – die mehrteilige Fernsehserie der ARD über ein fiktives Dorf, das mit einem langanhaltenden Stromausfall zu kämpfen hat, sorgte diesen Sommer für Aufregung und rückte das Thema Stromausfall in den Fokus der Aufmerksamkeit. Im Feuerwehrhaus Traunreut fand jetzt ein Infoabend zum Thema statt.

Rund 110 Führungskräfte der 80 heimischen Feuerwehren des Kreisfeuerwehrverband Traunstein nahmen daran teil. „Es muss nicht unbedingt ein europaweiter Stromausfall sein, gerade Unwetterereignisse zeigen immer wieder, dass es schnell zu längeren Versorgungsausfällen kommen kann“, so Kreisbrandrat Christof Grundner. Er erinnerte dabei an die Sturmnacht im Mai 2017.  während des Chiemsee Raggae Summer. Im Ortgebiet von Übersee war es damals komplett dunkel und das Feuerwehrhaus wurde als „Leuchtturm“ von den Besuchern förmlich gestürmt.

Als weitere Beispiele nannte der Kreisbrandrat die Schneelage 2019. Teilbereiche von Siegsdorf, Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl waren zeitweise ohne Strom, weil beispielsweise abgebrochene Äste die Freileitungen beschädigt hatten. Ein weiteres Beispiel bildeten die starken Regenfälle im Sommer des vergangenen Jahres, die immer wieder mit Stromausfällen in den betroffenen Gebieten einhergegangen sind. Im Stadtgebiet von Traunreut war es im vergangenen Jahr ebenfalls zu einem größeren Stromausfall gekommen. „Im Landkreis Freising ist letztes Jahr über Moosburg ein Tornado hinweggezogen. 13.000 Haushalte waren stundenlanglang ohne elektrischen Strom und die Feuerwehren sowie andere Hilfsorganisationen massiv gefordert, den unzähligen Hilfegesuchen hinterherzukommen“, so Christof Grundner
„Natürlich kann niemand vorhersagen, ob es zu einem Ausfall kommt und wann, ich möchte aber, dass wir Feuerwehren uns bestmöglich auf diese Szenarien vorbereiten, wenngleich wir niemals allen Betroffenen helfen können“, so der Kreisbrandrat.

Deshalb wurde bereits vor mehreren Monaten mit einer Bestandaufnahme begonnen. Diese soll einen Überblick geben, wie jede einzelne Feuerwehr ausgestattet ist und welche Feuerwehrhäuser auf eine Notstromeinspeisung samt Stromerzeuger zurückgreifen können. Die Ergebnisse fließen dann allesamt in ein Einsatzkonzept, das am „Tag X“ einen wertvollen Zeitgewinn bringen soll und man im Ernstfall nicht bei „null“ anfangen muss.

Auch Feuerwehren wären von einer
Energiemangellage betroffen

Sollte es zu einer Energiemangellage kommen, so seien die Feuerwehren ganz sicher davon betroffen. Im Rahmen des Katastrophenschutzes werden sie dann zur Hilfe herangezogen und müssen auch damit rechnen, dass sie über die Gemeinde- und Landkreisgrenzen über einen langen Zeitraum hinweg eingesetzt werden können. „Dies sind keine planbaren Einsatzlagen und treten plötzlich auf. Es ist davon auszugehen, dass sie die Strukturen des Hilfeleistungssystems an die Grenzen bringen werden“, so Christof Grundner. Man müsse davon ausgehen, dass dann auch deutlich weniger Helfer zur Verfügung stehen, weil diese in ihrem privaten Umfeld gefordert seien und nicht zur Feuerwehr kommen könnten.

Kommunikation als
Schlüsselstelle

Eine Schlüsselstelle bildet die Kommunikation. Derzeit werden alternative Möglichkeiten erarbeitet, wie Einsatzaufträge der Leitstelle an die Feuerwehren gelangen, wenn weder Telefon noch Funk zur Verfügung stehen. Gleichzeitig erarbeiten die Mitglieder im Fachbereich einen Vorschlag, wie man für die Bürger vor Ort eine Anlaufstelle bieten kann, in der rund um die Uhr zumindest die Möglichkeit der Ersten Hilfe oder idealerweise eine Verbindung zur medizinischen Versorgung aufrechterhalten werden kann.

Es werde unmöglich sein, dass in allen Orten ein Rettungswagen positioniert ist, der bei medizinischen Notfällen eingreifen kann. Aus diesem Grund müssten Anlaufstellen geschaffen werden, an die sich die Menschen wenden könnten.
Ein großes Augenmerk legen die Verantwortlichen auch auf die sogenannten Objekte der kritischen Infrastruktur, die sind in der Regel die Einrichtungen der öffentlichen Daseinsfürsorge wie beispielsweise Kranken- und Altenheime, Apotheken, Arztpraxen oder Geschäfte des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig müssten Versorgungsstrukturen geschaffen werden, die die Stromerzeuger und Aggregate mit Treibstoff versorgen. Eine Idee ist es deshalb, eine Art mobile Treibstoffverteilung anzubieten und Tankstellen ausfindig zu machen, die auch ohne Stromversorgung betrieben werden können.

Eine Zeitschiene wird
derzeit erarbeitet

Anhand einer Zeitschiene wird derzeit erarbeitet, wann welche Probleme auftauchen können. So gehen die Verantwortlichen beispielsweise davon aus, dass ab der „Stunde null“ der Mobilfunk ausfällt und erste Brandmeldeanlagen mangels Stromversorgung Alarm schlagen. Aus der Erfahrung heraus weiß man, dass beispielsweise Heimbeatmungsplätze rund zwei Stunden ohne Strom auskommen und dann dringend eine externe Einspeisung brauchen. Derzeit geht man davon aus, dass eine Funkverbindung der Einsatzkräfte rund zwei Stunden möglich ist. „Ziel ist es, dass man das Netz flächendeckend mit einer Notstromversorgung für 72 Stunden aufrechterhalten kann. Davon ist man allerdings noch ein Stück weit entfernt“, so Christof Grundner.

Viele seien derzeit damit beschäftigt, derartige Einsatzlagen zu planen. Neben den Feuerwehren sind auch alle anderen Hilfsorganisationen darin eingebunden. Aber auch in den Verbänden der Feuerwehren arbeiten die Akteure an Konzepten. Auf der Ebene des Bezirksfeuerwehrverbandes findet derzeit ein reger Austausch unter den Kreisbrandräten statt, dort werden neben bisher gemachten Erfahrungen auch Ideen besprochen und ausgetauscht. Der Landesfeuerwehrverband Bayern hält die Verbindung in die Ministerien und zu den Regierungsvertretern. „Viele Kommunen haben ihre Feuerwehrhäuser bereits ausfallsicher und stromunabhängig ausgestaltet. Manche haben unsere Empfehlungen aus den letzten Jahren nicht so ernst genommen und sind jetzt dabei, den Rückstand aufzuholen“, so ein weiteres Fazit der aktuellen Entwicklung.
Die überaus starke Beteiligung von Vertretern der Mitgliedsfeuerwehren im Kreisfeuerwehrverband Traunstein spricht dafür, dass dies eigentlich überall in der Region derzeit ein Thema in den Feuerwehren ist. Damit dann alle Interessierten am Infoabend teilnehmen konnten, sind die Organisatoren kurzfristig vom Schulungsraum des Traunreuter Feuerwehrhauses in die Fahrzeughalle umgezogen.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Unfall aufgrund Ampelausfall

Unfall aufgrund Ampelausfall

Pfraundorf / Landkreis Rosenheim – Aufgrund Ampelausfall kam es in Pfraundorf im Landkreis Rosenheim zu einem Verkehrsunfall. Die Beteiligten blieben glücklicherweise unverletzt.

Der Unfall ereignete sich am vergangenen Mittwoch an der Kreuzung in Pfraundorf. Zu diesem Zeitpunkt waren sämtliche Lichtzeichenanlagen in diesem Bereich aufgrund eines Stromausfalls außer Betrieb.
Ein 80-jähriger VW-Fahrer aus Österreich fuhr zunächst von der Autobahn A8 in Pfraundorf ab, um an der dortigen Kreuzung nach links in Richtung Raubling abzubiegen. Im gleichen Moment befuhr ein 26-jähriger mit einem Kleintransporter die Rosenheimer Straße von Raubling kommend in Fahrtrichtung Rosenheim. 
Es kam zum Zusammenstoß. Der Pkw-Fahrer erfasste mit seiner Fahrzeugfront die rechte Fahrzeugseite des Rosenheimer MAN-Fahrers. Er hätte dem Transportfahrer die Vorfahrt gewähren müssen.
Der Stromausfall an den Lichtzeichenanlagen hielt für etwa zwei Stunden an.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Vorsorge für „Blackout“ läuft weiter

Blackout-Flyer jetzt auch in Aschau

Aschau / Landkreis Rosenheim – Der Blackout-Flyer sorgte Ende September in der Stadt Rosenheim für Wirbel. Braucht es einen derartigen Ratgeber oder nicht? –  lautete die Frage (wir berichteten). Jetzt hat die Gemeinde Aschau im Chiemgau ebenfalls eine Information zum Thema „flächendeckender Stromausfall“ herausgegeben.

Flyer Hilfe zur Selbsthilfe aus Aschau im Chiemgau

So sieht die erste Seite des Flyers in Aschau aus. 

Das Faltblatt in Aschau ähnelt dem in Rosenheim, wurde aber mit speziellen Ortsangaben und Telefonnummern für die Gemeinde Aschau ergänzt und orientiert sich dabei auch an den Vorgaben des Landratsamtes Rosenheim zu diesem Thema, zu finden auf der Homepage – Titel: „Eigenvorsorge – Hilfe zur Selbsthilfe“.
Zum frisch erschienen Info-Faltblatt in Aschau schreibt Erster Bürgermeister Simon Frank: „Mit dieser Hilfestellung möchte weder der Landkreis Rosenheim, noch die Gemeinde Aschau im Chiemgau Panik schüren, sondern bestmöglich informieren“.
Abgerufen werden kann die Info unter www.gemeinde-aschau.de
(Quelle: Pressemitteilung Tourist Information Aschau im Chiemgau / Beitragsbild: Symbolfoto: re / Foto: Repro Faltblatt)

Vorbereitung auf Mangellagen

Vorbereitung auf Mangellagen

Landkreis Traunstein –  Was passiert bei einem Ausfall der öffentlichen Infrastruktur? Die Vorbereitungen auf sogenannte „Mangellagen“  laufen im Landkreis Traunstein auf Hochtouren. In einer breitangelegten Übung wurde im Bereich der Großen Kreisstadt Traunstein, der Gemeinde Altenmarkt, sowie im Bereich der Stadt Trostberg verschiedene Szenarien eingespielt, die insbesondere die Katastrophenschutzeinheiten forderten.

„Eines ist klar, im Falle einer Versorgungsmangellage werden sich die Feuerwehren und Hilfsorganisationen nicht um jeden Haushalt kümmern können, der ohne Strom, Heizung oder Wasser ist“, so die deutlichen Worte des Kreisbrandrates Christof Grundner. „In der Regel werden die Feuerwehrhäuser zwar zu Anlaufstellen werden, wenn weder Telefon noch Heizungen funktionieren, dennoch wird die öffentliche Gefahrenabwehr nicht Allen in gleichem Maße helfen können. Die Brandbekämpfung und Menschenrettung bei akuter Gefahr stehen bei derartigen Schadensereignissen im Vordergrund. Es hat die höchste Priorität, dass die Kernaufgaben der Feuerwehr gewährleistet bleiben“.

Besser vorbereitet sein auf 
Dauerregen oder Schneekatastrophen

Das Thema „Ausfall der Infrastruktur“ steht bei den Feuerwehren seit einigen Jahren auf der Agenda ziemlich weit oben. Diese Erkenntnis ist insbesondere durch diverse Unwetterereignisse wie Stark- oder Dauerregen, Sturmlagen oder auch durch die Schneekatastrophe 2019 gereift. Die aus den Einsätzen gewonnenen Erkenntnisse flossen jeweils in Einsatzpläne ein, die im Falle neuerlicher Großschadenslagen greifen und den Einsatzkräften in der Region helfen, besser vorbereitet tätig zu werden. Ein Ergebnis aus den Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit sind auch die Feuerwehr Führungsstellen, bei denen jeweils für einen definierten Bereich die Fäden zusammenlaufen und im Hintergrund für die Feuerwehren viele Dinge organisieren können.

Pläne für den
Ernstfall ausgetüftelt

Bei diversen Besprechungen wurden die Feuerwehren und Gemeinden darauf aufmerksam gemacht, sich auf Stromausfälle und Co. vorzubereiten. Viele Kommunen haben daraufhin in Stromeinspeisungen von Feuerwehrhäusern, Rathäusern aber auch beispielsweise von Turnhallen, die als mögliche Sammelunterkünfte dienen können, investiert und auch entsprechende Notstromerzeuger beschafft. Vielerorts wurden Pläne ausgetüftelt, wie die Menschen im Ort beispielsweise an medizinische Hilfe gelangen können oder die Feuerwehr über Gefahrenlagen informieren können.

Software an
Belastungsgrenze geführt

Mehr als 80 Vertreter der heimischen Feuerwehren haben dazu an einem sogenannten „Massentest“ teilgenommen. Diese „Online-Übung“ verfolgte insbesondere zwei Ziele. Einerseits sollte die neue Einsatzleitsoftware EDP4 an ihre Belastungsgrenze geführt werden, in dem möglichst viele Nutzer – ähnlich wie bei einer Unwetterlage – mit dem System arbeiten, andererseits wollten sich die Verantwortlichen der Kreisbrandinspektion wissen, wie es um die Versorgungssicherheit der Feuerwehren sowie die Vorbereitung auf mögliche Ernstfälle in den Orten bestellt ist.
„An der Übung mit 86 Teilnehmern aus dem gesamten Landkreis wurde das neue System bei weitem nicht an die Leistungsfähigkeit gebracht“, so der sichtlich zufriedene Fach-Kreisbrandmeister Florian Scholz, der maßgeblich an der Inbetriebnahme von EDP4 beteiligt war und zusammen mit Florian Ettmayr die Übung vorbereitet hatte. „Selbst als nahezu alle Onlinenutzer gleichzeitig Daten eingegeben haben, lief das System ohne Störungen oder Verzögerungen. Bei der Übung waren unter anderem alle Feuerwehr-Führungsstellen besetzt und haben die Abläufe koordiniert. Sowohl aus Erlstätt als auch aus Rottau und Trostberg sowie aus Fridolfing wurden keine größeren Probleme gemeldet.
„Viele haben vor Ort ihre Hausaufgaben bereits erledigt, manche sind noch eifrig am Arbeiten“, so fasst Christof Grundner den Überblick bei den beteiligten Feuerwehren zusammen. Besonders freut es ihn, dass mittlerweile alle Akteure in dieser Aufgabenstellung aktiv sind, um für ihre örtlichen Gegebenheiten praktikable Lösungen zu finden. „Es muss das Ziel bleiben, sich möglichst gut auf eventuelle Herausforderungen vorzubereiten, es ist aber auch klar, dass es seitens der öffentlichen Gefahrenabwehr keinen hundertprozentigen Schutz geben kann und sich die Bürger auch selbst auf Notsituationen vorbereiten müssen“, so der Kreisbrandrat.
Der Kreisfeuerwehrverband Traunstein empfiehlt den Bürgern außerdem, selbst Vorsorgemaßnahmen für mögliche Ausfälle der öffentlichen Infrastruktur zu treffen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK-Bund) bietet auf ihren Seiten eine breite Informationspalette sowie diverse Checklisten, wie man mit wenig Aufwand für derartige Schadenslagen gewappnet ist. Die Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein steht für Fragen zum Thema ebenfalls gerne zur Verfügung.
(Quelle: Pressemitteilung Kreisfeuerwehrverband Traunstein – hob / Beitragsbild, Fotos: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

Feuerwehrler in Einsatzzentrale an Bildschirmen