Vogelzählung auf Rekordkurs

Vogelzählung auf Rekordkurs

Hilpoldstein / Bayern – Dieses Jahr sind in Bayerns Gärten wieder mehr Waldvögel zu Gast. Dabei überrascht vor allem der Buntspecht, der bisher in fast jedem zweiten Garten gemeldet wurde und es damit sogar klar in die Top Ten der am häufigsten beobachteten Wintervögel schafft. Das zeigt eine erste LBV-Zwischenbilanz der 17. „Stunde der Wintervögel“ in Bayern. „In der Geschichte unserer Mitmachaktion wurden nur 2011 häufiger Buntspechte gemeldet“, so die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson. „Gründe, dass es unsere am meisten verbreitete Spechtart vermehrt zu den Futterstellen zieht, können ein guter Bruterfolg im letzten Jahr und ein derzeit nicht ausreichendes Nahrungsangebot in den Wäldern sein“, erklärt die LBV-Biologin. Nach dem aktuellen Zwischenstand ist der Haussperling (1.) der am häufigsten beobachtete Wintervogel im Freistaat, rangiert jedoch nur knapp vor der Kohlmeise (2.). Der Feldsperling (3.) folgt mit deutlichem Abstand. Nach dem Eingang von ungefähr der Hälfte der Meldungen zeichnet sich am Montag eine ähnlich hohe Beteiligung ab wie im Vorjahr, als bayernweit 40.000 Naturfreund*innen teilnahmen. Noch bis zum 17. Januar können Teilnehmer*innen dem LBV ihre Beobachtungen der Zähltage schriftlich oder online melden unter www.stunde-der-wintervoegel.de. 

Neben dem Buntspecht, der mit Rang 9 sein zweitbestes Ergebnis überhaupt erzielt, werden derzeit viele weitere typische Waldvogelarten häufiger beobachtet: Kleiber (12.), Gimpel (18.) und Kernbeißer (27.) sind im Vergleich zum Vorjahr in deutlich mehr Gärten gezählt worden. Auch der Eichelhäher (15.) taucht an einem Viertel der Zählorte auf. Das Niveau von 2020 erreicht er allerdings nicht. Nach einem starken Einflug nordischer Artgenossen war er damals sogar in mehr als einem Drittel der teilnehmenden Gärten zu sehen. Der Umzug der Waldvögel in die Siedlungsgebiete kann mehrere Gründe haben: Finden die Vögel in den Wäldern nicht genug Nahrung, treibt sie die Futtersuche in besiedelte Gebiete. Ein vorübergehender Zuzug aus kälteren Regionen kann den Zuwachs ebenfalls erklären. „Diese Beobachtungen stimmen auch mit der neuesten wissenschaftlichen Übersicht der Bestandssituation der Vögel in Deutschland überein, in der sich eine deutliche Erholung der Vogelbestände im Wald abzeichnet“, so Angelika Nelson.

Amsel erholt sich 

Bei der größten bürgerwissenschaftlichen Mitmachaktion von LBV und NABU gibt es eine weitere gute Nachricht. Erstmals seit dem vermehrten Auftreten des Usutu-Virus im Freistaat 2018 ist die Amsel wieder in knapp 90 Prozent der teilnehmenden Gärten beobachtet worden und nimmt einen äußerst erfreulichen fünften Platz ein. Damit setzt sie ihren positiven Trend aus der Zählung der Gartenvögel im Mai 2021 weiter fort. „Die positive Entwicklung ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Folgen des Usutu-Virus überwunden sind“, so die LBV-Biologin.

In der vorläufigen Top Ten liefern sich der Haussperling (1.) und die Kohlmeise (2.) ein Rennen um den Spitzenplatz. Rang 3 belegt mit einigem Abstand auf die beiden führenden Vogelarten der Feldsperling (3.) gefolgt von der wieder zunehmenden Blaumeise (4.). Dahinter rangieren Amsel (5.), Buchfink (6.) und Grünfink (7.). Auf Platz 8 fliegt die Elster (8.), Position 9 nimmt der Buntspecht (9.) ein. Die Rabenkrähe (10.) rundet die Reihenfolge der zehn bisher am häufigsten beobachteten Wintervögel 2022 in Bayern ab.

Vogelzählung
auf Rekordkurs 

Auch in diesem Jahr zeichnet sich eine neue Rekordteilnahme ab. Bisher haben uns knapp 25.000 Vogelfreund*innen aus über 17.600 Gärten über 607.000 Vögel gemeldet. Durchschnittlich wurden dabei etwa 34 Vögel pro Garten gezählt. Der bayerische Naturschutzverband LBV ist gespannt, wie viele Meldungen am Ende eingehen werden. Noch bis zum 17. Januar können die an den Zähltagen gemachten Beobachtungen nachgemeldet werden.

Viele bunte Vögel zählen

Viele bunte Vögel zählen

Hilpoltstein / Bayern – Ab dem morgigen Donnerstag, 6. Januar, rufen der bayerische Naturschutzverband LBV und sein bundesweiter Partner NABU wieder alle Vogelfreunde dazu auf, bei der „Stunde der Wintervögel“ die gefiederten Gäste im Garten, am Balkon oder im Park zu zählen und dem LBV zu melden. „In der kalten Jahreszeit, in der viele sich die Natur lieber von einem gemütlichen Platz im Warmen aus anschauen, ist das Zählen von Rotkehlchen, Blaumeise und Grünfink im Garten oder am Balkon eine bunte Abwechslung und sinnvolle Beschäftigung“, so die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Mittlerweile sei es nämlich auch wissenschafltich erwiesen: Vogelbeobachtung fördert die Legbensqualität macht glücklich. Zur Zählaktion stellen sich den Naturschützern auch in diesem Jahr spannende Fragen: Kommen wieder mehr Waldvögel, wie Eichelhäher, Buchfink oder Gimpel, an die Futterstellen in unseren Gärten als im vergangenen Jahr? Wird sich der derzeitige Einflug von Bergfinken in Norddeutschland bis nach Bayern auswirken? Und wlete Folgen hat die angekündigte Temperaturabkühlung zum Aktionszeitraum auf die heimiche Vogelwelt?
Deshalb heißt es vom 6. bis 9. Januar wieder rausschauen und Mitzählen Alle Teilnehmer können ihre Beobachtungen von den Zähltagen dem LBV bis zum 17. Janaur melden, am einfachsten online unter www.stunde-der-wintervoegel.de.

Live-Online-Zählung mit
Fragemöglichkeit an Expertin

Alle, die gerne noch mal üben wollen oder Fragen zur Stunde der Wintervögel haben,
lädt der LBV am 6. Januar um 9 Uhr und am 9. Januar um 10 Uhr zu einer
Live-Online-Vogelzählung mit der LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson auf seinem
YouTube-Kanal ein. „Wir werden eine Stunde lang die Vögel zählen, die wir über die
Webcam an der LBV-Futterstelle in Hilpoltstein sehen, und dabei alle Fragen rund um
die Aktion und unsere häufigen Wintervögel beantworten“, so LBV-Sprecher Markus
Erlwein.

Kostenloser Online-Kurs
zur Artenbestimmung

Wer vor der Zählung sein Vogelartenwissen noch verbessern oder auffrischen möchte,
dem bietet der LBV auf seiner Webseite einen kostenlosen Onlinekurs. Jederzeit
buchbar kann jeder so in nur 45 Minuten das Wichtigste über Vogelbeobachtung und
Vogelbestimmung lernen. „Mit unserem kostenlosen Onlinekurs kann jede und jeder
vorab spielend die zwölf häufigsten heimischen Wintervögel kennenlernen und dann
sein frisch erworbenes Wissen direkt ab Donnerstag anwenden und bei der
Mitmachaktion mit uns teilen“, freut sich Erlwein. „Im Vorjahr absolvierten rund 1.000
Vogelfans erfolgreich unseren neuen Kurs und waren danach voll des Lobes“, weiß
Erlwein.
(Quelle: Pressemitteilung lbv  / Beitragsbild: re)

Hier noch Praxistipps zur Fütterung im Garten: