Der Frühling legt eine Pause ein

Der Frühling legt eine Pause ein

Brannenburg / Rosenheim / Landkreis – War das schön in den vergangenen Tagen. Temperaturen bis 20 Grad und Sonne satt läuteten den Frühling gebührend ein. Doch damit ist jetzt leider erst mal Schluss. Aktuell warnt der DWD vor Sturmböen. Und mit dem Wind kommt dann auch Regen und später vielleicht sogar noch mal Schnee. 

Blick von Kogl oberhalb von Brannenburg auf die Petersbergkirche. Im Hintergrund Kaisergebirge noch mit Schnee

Blick von Kogl oberhalb der Gemeinde Brannenburg auf das Petersbergkircherl. Im Hintergrund das beschneite Kaisergebirge. Fotos: Hendrik Heuser

Viele begrüßten den Frühling in der vergangenen Woche mit ausgedehnten Spaziergängen, Wanderungen und Radltouren in der erwachenden Natur und versorgten Innpuls.me dann mit vielen wunderschönen Fotos. Danke! Aber damit dürfte jetzt leider wieder erst Mal Schluss sein.
Schon am heutigen Samstag ist es wieder merklich kühler. Am Montag sind dann, laut aktuellem Wetterbericht, nur noch höchstens 6 Grad drin, Frost ist auch wieder möglich. Dienstag könnte es in höheren Lagen sogar noch mal schneien und danach geht es bis zum Wochenende hinein regnerisch weiter. 
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Hendrik Heuser)

Fortschritt mit kleineren Biogasanlagen

Fortschritt mit kleineren Biogasanlagen

Landshut / München – Gülle und Mist in Biogas zu verwandeln, soll künftig mithilfe von kleinen, einfach aufzubauenden Fermentern für Landwirtschaftsbetriebe in Bayern lukrativer werden.

„Mit kleinen Hofbiogasanlagen können wir einen großes Potenzial an erneuerbarer Energie heben. Dies zeigt jetzt die vom Wirtschaftsministerium geförderte Demonstrationsanlage hier an der Landmaschinenschule Landshut. Innovation ist eben nicht immer nur blitzende Hightech. Forschung und Entwicklung im landwirtschaftlichen Bereich treibt die klimafreundliche Energieerzeugung voran und stärkt den ländlichen Raum“, erklärte Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger. Am Freitag stellte die Hochschule Landshut als Verbundkoordinatorin den neuen Fermenter vor.

Statt Stahl und Beton kommen
textile Materialen zum Einsatz

Hier würden anders als in konventionellen Biogasanalagen nicht Stahl und Beton zum Einsatz kommen, um die Anlage aufzubauen. Statt dessen werde die Grube für die Vergärung von Gülle und Mist mit textilen Materialien ausgekleidet. Die Entwicklung im Verbundprojekt (Hochschule Landshut, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Agrotel GmbH, Finsterwalder Umwelttechnik GmbH, Landmaschinenschule Landshut-Schönbrunn) fördert das Wirtschaftsministerium mit rund 2,1 Millionen
Euro. Als nächster Schritt soll die Serienproduktion vorangetrieben werden. Eine konventionelle Biogasanlage mit einer Leistung bis zu 75 Kilowatt kostet zwischen 750.000 und 1,2 Millionen Euro. Die neuartige Anlage soll deutlich günstiger werden.
Im Freistaat wird zurzeit rund 20 bis 30 Prozent des Gülleaufkommens in Biogasanlagen genutzt. Wirtschaftlich lukrativ sind zurzeit Anlagen für große Milchviehhöfe ab 250 Großvieheinheiten. Die neue Anlage soll bereits ab 50 Großvieheinheiten rentabel sein. „Damit erreichen wir zwei Ziele: Zusätzliche Einnahmenquellen für kleinere landwirtschaftliche Betriebe und ein Plus an erneuerbarer und steuerbarer Energie“, sagte der Staatsminister. Er erwartet, dass es künftig deutlich mehr als die derzeit rund 300 kleineren Biogasanlagen in Bayern geben wird.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Technik / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

Erster bayernweiter „Heimat.Erlebnistag“

Erster bayernweiter „Heimat.Erlebnistag“

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Am 21. Mai 2023 gibt es zum ersten Mal den bayernweiten „Heimat.Erlebnistag“ – eine gemeinsame Initiative des Bayerischen Heimatministeriums mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege und den Bezirken. Ehrenamtliche sind eingeladen, Veranstaltungen anzubieten.

Das Heimatministerium initiiert gemeinsam mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V. und den Bezirken erstmals am 21. Mai 2023 einen bayernweiten „Heimat.Erlebnistag“. An diesem Tag sollen in ganz Bayern Aktionen, Führungen und Vorträge zu Heimatthemen, wie Ortsgeschichte, Traditionen, Vereinsleben und Ehrenamt stattfinden. Ehrenamtliche, Heimatpflegerinnen und -pfleger, Geschichtsvereine und Feldgeschworene sind eingeladen, Veranstaltungen anzubieten.

„Heimat hat für die Menschen in Bayern einen hohen Stellenwert – das hat der ‚Zukunftsdialog Heimat.Bayern‘ erneut gezeigt. Den Menschen ist es ein wichtiges Anliegen, ihre unmittelbare Heimat noch besser kennenzulernen. Mit dem ersten bayernweiten ‚Heimat.Erlebnistag‘ am 21. Mai 2023 wollen wir mit verschiedenen lokalen Aktionen, Führungen und Heimatvorträgen ‚Groß und Klein‘ unsere lebens- und liebenswerte Heimat Bayern noch näherbringen“, kündigt Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Freischaltung der Veranstaltungsplattform an. „Unsere Ehrenamtlichen sind eingeladen, als Veranstalter mitzumachen und unsere Heimat und die regionalen Besonderheiten zu präsentieren. Gemeinsam wollen wir den Menschen ihre Heimat noch näherbringen“, betont Füracker.

„Heimat gibt es auch im Plural“

Bezirkstagspräsident von Oberbayern, Josef Mederer: „Heimat gibt es auch im Plural: Sie kann auch über Gemeinschaft und Werte definiert werden, über Menschen und ein Umfeld, in dem man sich wohlfühlt. Neben einer oder mehreren geographischen Heimaten kann man also auch eine soziale, eine geistige, eine sportliche oder eine berufliche Heimat haben. Im Idealfall befruchten sich diese Heimaten gegenseitig. Wir laden Sie ein, diese Heimaten für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar zu machen.“
Vorsitzender des Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V., Dr. Olaf Heinrich: „Wir wollen dazu beitragen, dass am 21. Mai ein buntes Mosaik an Veranstaltungen geboten wird, das zeigt, wie vielfältig und wertvoll unsere bayerische Heimat ist. Aus diesem Grund ermuntere ich Sie: Beteiligen Sie sich, machen Sie mit – bieten Sie selbst Aktionen an oder nehmen Sie als Besucher an solchen teil!“

Die Informationen zu den Veranstaltungen werden zentral auf einer neuen Plattform unter www.heimat.bayern/heimaterlebnistag gebündelt. Veranstalter können hier ihre Aktionen bis möglichst Ende April 2023  anmelden.
Auf der Plattform können sich im nächsten Schritt auch alle Bürger über die Angebote in ihrer Region informieren. Eine interaktive Bayern-Karte gibt einen Überblick, an welchen Orten Veranstaltungen stattfinden.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für die Heimat / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

 

Start in die Motorradsaison

Start in die Motorradsaison

Wasserburg / Bayern – Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich locken die Motorradfahrer wieder auf die Straßen. Gerade die noch tief stehende Sonne verlangt jetzt große Aufmerksamkeit. Hier Tipps von den Johannitern, wie man im Notfall richtig hilft. 

Wolfgang Baumüller von der Johanniter-Motorradstaffel erklärt: „Autofahrer müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die Motorräder gewöhnen. Durch die schlanke Silhouette eines Motorrads kann es sehr leicht übersehen werden, gerade wenn zum Saisonbeginn die Sonne niedrig steht und häufiger blendet. Man sollte jetzt vor dem Abbiegen oder Überholen besonders genau hinschauen. Und auch ein Schulterblick beim Spurwechsel kann beispielsweise viele Unfälle vermeiden. Ganz wichtig ist, dass Autofahrer vor dem Abbiegen oder beim Spurwechsel rechtzeitig blinken. Für Motorrad- wie Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben.“

Knochenbrüche und Nervenverletzungen
typisch bei Motorradunfällen

Typische Verletzungen bei Motorradunfällen sind Knochenbrüche, schwere Hautabschürfungen oder Nervenverletzungen, die zu Lähmungen führen können. Deswegen sollte jeder Motorradfahrer immer geeignete Schutzkleidung tragen. „Eine normale Jeans bietet bei einem Unfall kaum mehr Schutz als die nackte Haut. Wichtig ist, dass die Protektoren richtig und fest sitzen. Das Schuhwerk sollte auch die Knöchel schützen“, so der Experte der Johanniter.

Helm muss bei Bewusstlosigkeit von
Ersthelfern abgenommen werden

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Motorradunfall kommt, muss ein Ersthelfer zunächst die Unfallstelle absichern. Dann ist es zwingend nötig, dass er dem Motorradfahrer bei Bewusstlosigkeit den Helm abnimmt. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte diese assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält. Anschließend sollte der Verunglückte in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn er an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Dann wird die Notrufnummer 112 gewählt.

Die Tipps im Überblick

Für Motorradfahrer:

• Gewissenhafte Funktionsprüfung des Motorrads (z.B. Reifenluftdruck) zum Saisonstart
• Nie ohne komplette Schutzkleidung (auch für Mitfahrende/Sozius) auf die Straße
• Kühlen Asphalt und dadurch verminderte Griffigkeit bei Kurvenfahrten bedenken
• Besonders auf Fahrbahnverschmutzung und Straßenschäden achten
• Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
• Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben

Für Autofahrer:

• Lieber zweimal schauen: Motorräder sind schmal und werden oft übersehen
• Besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten
• Schulterblick vor dem Spurwechsel
• Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig blinken
• Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
• Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben
(Quelle: Pressemitteilung Johanniter / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Hier noch ein Video auf YouTube von den Johannitern, in dem gezeigt wird, wie man im Notfall den Motorradhelm richtig abnimmt:

 

 

 

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Weitere Informationen
Ein Vogel wollte Hochzeit machen…

Ein Vogel wollte Hochzeit machen…

Rosenheim / Landkreis / Bayern – „Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde“, so beginnt eines der bekanntesten deutschen Kinder- und Volkslieder, dass schon um 1470 entstand. Aktuell trifft es besonders für unsere Spechte zu, die im Wald mit lautem Trommeln und Balzrufen einen Partner suchen und ihr Revier abgrenzen. Jetzt ist die beste Zeit, um diese für den Waldnaturschutz so wichtige Artengruppe im Wald zu hören und zu beobachten. In alten Laubwäldern hört man sogar das “Quäken“ des recht seltenen Mittelspechtes und bekommt ihn mit etwas Glück zu Gesicht. Und:Waldbesitzer können viel für unsere heimischen Spechte tun!

Bayerns Wälder werden seit Jahrzehnten strukturreicher. Sie enthalten zunehmend Totholz und Biotopbäume, wie es die letzte Bundeswaldinventur belegte. Davon profitieren für den Waldnaturschutz wichtige Arten, wie die Spechte. Man nennt sie auch Weiserarten, das heißt, Spechte zeigen diese positive Strukturentwicklung an. Höherer Strukturreichtum bedeutet mehr Artenvielfalt.
„Waldbesitzer können viel für unsere Spechte tun!“ so Martin Lauterbach, Experte für den Vogelschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF), „vor allem, wenn stärkeres Totholz oder Hochstumpen bzw. Biotopbäume im Wald belassen werden.“ Durch das Vertragsnaturschutz-Programm-Wald können solche Maßnahmen auch finanziell honoriert werden. „Außerdem ist es für die Waldspechte sehr günstig, wenn im Frühjahr die forstlichen Betriebsarbeiten und auch die Brennholzaufarbeitung abgeschlossen sind, um die Brut- und Aufzuchtzeiten störungsfrei zu halten“, so Lauterbach.

Wissenswertes über
den Mittelspecht

Zurück zum Mittelspecht: Er ähnelt sehr dem Buntspecht und ist auch nur unwesentlich kleiner als dieser. Jetzt ist er jedoch durch sein auffälliges und typisches „Quäken“ gut unerscheid- und feststellbar. Der Balzruf ähnelt mit seinem „kwähh … kwähh … kwähh..“ an einen krähenden Eichelhäher. In Bayern wird sein Bestand auf inzwischen wieder ca. 3700 Brutpaare geschätzt. Dies ist umso erfreulicher, weil der Mittelspecht eine sogenannte Verantwortungsart für die Artengemeinschaft reifer Laubmischwälder ist und eine der wenigen Arten, für die Deutschland weltweit große Verantwortung trägt – denn ein großer Teil des weltweiten Bestandes ist in Deutschland beheimatet.
Spechte sind auch sogenannte Schlüsselarten im Wald, weil andere Arten von ihrer Höhlenbauaktivität abhängen. So sind ca. weitere 50 Arten (zum Beispiel Hohltaube, Eichhörnchen, Marder, Fledermäuse und Insekten) Folgenutzer der Schwarzspechthöhle.

In Bayern gibt es 
9 heimische Spechtarten 

In Bayern gibt es 9 heimische Spechtarten, die jeweils für sehr unterschiedliche Waldlebensräume stehen: Grünspecht, Grauspecht und Wendehals bevorzugen halboffene Landschaften; Mittelspecht und Kleinspecht brauchen biotopbaum- und totholzreiche Laubwälder – ebenso der bei uns auf den Bergwald spezialisierte Weißrückenspecht; der Dreizehenspecht ist stark an die Fichte gebunden und liebt ebenfalls das Totholz; Buntspecht und Schwarzspecht kommen in fast allen Waldtypen vor.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Bayerischer Charakterkopf braucht Hilfe

Hilpoltstein / Bayern – Der schwarz-weiße Kiebitz ist mittlerweile aus seinen Überwinterungsgebieten im Mittelmeerraum nach Bayern zurückgekehrt. Allerdings ist er in den meisten Regionen des Freistaats selten geworden und gilt laut der Roten Liste bedrohter Tierarten als „stark gefährdet“. Der Rückgang des am Boden brütenden Vogels mit den metallisch schimmernden Flügeln steht laut LBV beispielhaft für den Verlust der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft.

„Der Bestand in Bayern wird aktuell auf 6.000 bis 9.500 Brutpaare geschätzt. Bundesweit bedeutet das eine Abnahme von fast 90 Prozent in den letzten 25 Jahren“, sagt LBV-Projektleiter Jan Skorupa. Deshalb startet der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) jetzt das neue Projekt „Vanellus vanellus muss ein Bayer bleiben“, um sich für diese einst in Bayern weit verbreitete Art stark zu machen. In den Projektgebieten Donautal und Gäuboden sowie Isar- und Vilstal ist intensive, regionale Zusammenarbeit geplant. Zusätzlich soll es ein Forum für den überregionalen Austausch unter Kiebitz-Interessiertem aus ganz Bayern geben, damit bereits bestehende Schutzbemühungen und Erfahrungen besser miteinander verknüpft werden.

Spektakuläre Balzflüge des Kiebitz
können nur noch selten beobachtet werden

Noch vor 50 Jahren war das „Kiwit“ des Vogels mit der markanten, schwarzen Federhaube am Hinterkopf auf bayerischen Wiesen und Feldern häufig zu hören. Im Frühjahr konnten Naturbegeisterte die spektakulären Balzflüge des Kiebitzes vor allem im offenen Feuchtgrünland beobachten. Doch dieser Lebensraum ist in der modernen Landwirtschaft mittlerweile selten geworden. Obwohl sich der Kiebitz angepasst hat und mittlerweile vermehrt auf Ackerflächen anzutreffen ist, hat er einen zu geringen Bruterfolg. „Gründe für die sinkenden Bestandszahlen sind neben dem Rückgang des Lebensraums auch der Verlust von Gelegen bei der Bewirtschaftung. Außerdem gefährden Fressfeinde den Kiebitz. Auch Spaziergänger und Hunde können den Bodenbrüter stören. In der ausgeräumten Landschaft finden Kiebitze zudem immer weniger Nahrung, zu denen vor allem Insekten und deren Larven zählen“, so Jan Skorupa.

Damit der Kiebitz nicht vollständig aus der bayerischen Kulturlandschaft verschwindet, sind umfangreiche Schutzmaßnahmen und Projekte nötig. Aus Sicht des LBV ist die Zusammenarbeit mit bayerischen Landwirt*innen hier zentral. Sie können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass der Kiebitz auf ihrem Land erfolgreich brütet. Verschiedene Regionalförderungen und die neuen Agrarumweltmaßnahmen bilden bereits einen breiten Katalog an Möglichkeiten für den Schutz des Kiebitzes. „Fördermittel allein reichen für einen erfolgreichen Schutz dieser gefährdeten Art aber nicht aus. Ebenso wichtig sind die Vernetzung verschiedener Akteuren, wie Naturschutz-Aktiven, Landbewirtschaftenden, Behörden und Jägerschaft, eine gezielte Aufklärung der Bevölkerung zu den Maßnahmen und den bayernweiten Austausch über den Erfolg regionaler Schutzbemühungen“, sagt der LBV-Projektleiter. Hier setzt das überregionale Projekt „Vanellus vanellus muss ein Bayer bleiben“ an, dass vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert wird.

Zusammenarbeit zwischen
Landwirtschaft und Naturschutz stärken

In den zwei Projektregionen Donautal und Gäuboden sowie Isar- und Vilstal streben die Naturschützer*innen eine intensive Vernetzung der verschiedenen Akteure im Kiebitzschutz an. Gemeinsam werden Kiebitzpaare und Nester gesucht, in Absprache mit Landwirten abgesteckt und Agrarumweltmaßnahmen, wie zum Beispiel das Brachlegen von landwirtschaftlichen Flächen, umgesetzt. „Vor Ort wollen wir den Austausch zwischen Landwirtschaft und Naturschutz stärken, um eine Zusammenarbeit zu schaffen, die die Bedürfnisse beider Seiten anerkennt und berücksichtigt“, sagt Marie-Therese Krieger, Regionalkoordinatorin für das Gebiet Isar- und Vilstal. Die im Projekt gesammelten Erkenntnisse werden auch bei Informationsveranstaltungen und Workshops den Landwirt*innen und Aktiven im Naturschutz zugänglich gemacht. Zusätzlich entsteht ein überregionales Vernetzungsangebots für Kiebitz-Interessierte aus ganz Bayern. Auf dieser Plattform wird das gesammelte Wissen in Workshops und Seminaren weitergegeben, sodass Aktive ihre Erfahrungen austauschen können.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)