Bayern geht weiter: wichtige Schritte bei der Barrierefreiheit

Bayern geht weiter: wichtige Schritte bei der Barrierefreiheit

Rosenheim / Bayern – Vor rund 10 Jahren hat die Bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Horst Seehofer das Ziel ausgegeben, Bayern zum Vorreiter bei der Barrierefreiheit zu machen. Seitdem hat der Freistaat rund eine Milliarde Euro in dieses Vorhaben investiert.

Nun ist das Portal „Einfach finden“ online, auf dem umfangreiche Informationen zur Bayerischen Staatsregierung, aber auch zu vielen weiteren Themen in Leichter Sprache und Gebärdensprache abgerufen werden können. Der heimische CSU-Landtagsabgeordnete Sebastian Friesinger begrüßt das Projekt: „Damit konnte ein weiterer kleiner Schritt in Richtung Barrierefreiheit gemacht werden. Auch bei Onlinediensten, insbesondere von Behörden, muss es barrierefreie Zugänge geben.“ Obwohl Bayern bei der Barrierefreiheit gut vorangekommen sei, gebe es noch sehr viel zu tun. Dem stimmt auch CSU-Bezirksrat Matthias Eggerl zu. Insbesondere in den Bereichen Mobilität, berufliche Inklusion und Tourismus sehe er Handlungsbedarf.
So gebe es beispielsweise nach wie vor nur ein überschaubares Angebot an barrierefreien Übernachtungsmöglichkeiten. Viel zu oft seien außerdem Busse und Bahnen nicht barrierefrei zu erreichen. Insbesondere für den privaten Bereich wünschen sich Friesinger und Eggerl einen Bewusstseinswandel: „Barrierefreiheit darf nicht als Randthema betrachtet werden, sondern betrifft die gesamte Gesellschaft. Jeder von uns kann von heute auf morgen auf barrierefreie Zugänge angewiesen sein. Deshalb wollen wir aktiv für barrierefreies Bauen werben und außerdem rasche Verbesserungen im öffentlichen Raum unterstützen.“
(Quelle: Pressemitteilung von MdL Sebastian Friesinger und Bezirksrat Matthias Eggerl / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Wasserburg auf Barrierefreiheit getestet

Wasserburg auf Barrierefreiheit getestet

Wasserburg / Landkreis Rosenheim – Wasserburg am Inn ist eine malerische Stadt mit reicher Geschichte und lebendiger Gemeinschaft. Doch nicht alle Menschen können diese Schönheit und Lebendigkeit gleichermaßen genießen. Denn Barrierefreiheit ist ein Thema, das oft noch nicht ausreichend Beachtung findet. Dies zum Anlass setzte sich die Abschlussklasse der Berufsfachschule für Pflege der RoMed Klinik in Wasserburg im Rahmen eines Projekttages intensiv damit auseinander. Indem sie mit Rollstühlen die Stadt erkundeten, sammelten die Auszubildenden hautnah praktische Erfahrungen. Sie besuchten verschiedene Geschäfte und Restaurants, nutzen den Stadtbus und prüften so den Fortschritt Wasserburgs auf seinem Weg zur inklusiven Stadt.

Bereits seit einigen Jahren hat die Wasserburger Stadtverwaltung mit Unterstützung des Behindertenbeirats Anstrengungen unternommen, die Barrierefreiheit zu verbessern. So wurden öffentliche Gebäude und Einrichtungen wie Stadtbücherei, Volkshochschule und das Rathaus mit Rampen und Aufzügen ausgestattet. Auch der öffentliche Nahverkehr ist mittlerweile deutlich besser zugänglich. Die Stadtbusse sind mit Rollstuhlplätzen und Haltestangen für blinde und sehbehinderte Menschen ausgestattet.

Praxistest offenbart Verbesserungsmöglichkeiten

Doch trotz aller bisherigen Maßnahmen gibt es weiteres Verbesserungspotenzial. Die Gehwege in der Altstadt sind meist schmal und uneben – eine große Herausforderung für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen. Die Auszubildenden stellten außerdem fest, dass teilweise sehr lange Wege bis zur nächsten Bordsteinabsenkung zurückgelegt werden müssen, um die Straßenseite wechseln zu können. Zudem waren viele Geschäfte oder Restaurants nur schwer oder gar nicht zugänglich. Besonders schade empfanden die Projektteilnehmenden, dass gerade Freizeitangebote wie beispielsweise das Kino nicht barrierefrei sind.

Mitmenschen zeigen sich äußerst hilfsbereit

Trotz dieser Erkenntnisse erlebten sie auch viele positive Erfahrungen. Besonders freuten sich die angehenden Pflegekräfte über die außergewöhnlich vielen Mitmenschen, die ihnen unkompliziert beisprangen und sie unterstützten. Auch das Busfahren war mit Hilfe der sehr entgegenkommenden und engagierten Busfahrer ohne Probleme möglich. Das Team der Wasserburger Touristeninformation gab zudem zahlreiche Tipps und Hilfestellungen, wie beispielsweise den Stadtplan mit Hinweisen bei Mobilitätseinschränkungen.
„Die Praxiserfahrung hat meinen Schülern nicht nur gezeigt, welchen Barrieren Menschen mit Behinderungen im Alltag begegnen können, sondern auch, wie wichtig eine barrierefreie Umgebung für die gesamte Gesellschaft ist“, so die verantwortliche Lehrerin Lisa Stürmlinger. „Mit diesem Projekt haben sie sich nicht nur für ihre Mitmenschen eingesetzt, sondern auch für sich selbst, um ihre eigene Sensibilität für das Thema zu schärfen.“
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild: RoMed Kliniken, zeigt: Die Auszubildenden der Klasse 20/23 S der RoMed Berufsfachschule für Pflege Wasserburg bei ihrer Tour durch Wasserburg)

 

Für eine Welt ohne Barriere

Für eine Welt ohne Barriere

Rosenheim – Am gestrigen Freitag fand der Europäische Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Vielerorts gab es Aktionen, auch in Rosenheim. Dort wurde nach englischem Vorbild zum „Speakers Corner“ in den Salingarten eingeladen.

Christine Mayer, Behindertenbeauftragte der Stadt Rosenheim und Hans Loy, Vorstand des Arbeitskreis Inklusion Rosenheim beim Speakers Corner im Salingarten

Christine Mayer, Behindertenbeauftragte der Stadt Rosenheim und Hans Loy, Vorstand des Arbeitskreis Inklusion beim „Speakers Corner“ im Rosenheimer Salingarten. Fotos: Karin Wunsam

Das diesjährige Motto lautete „Zukunft barrierefrei gestalten“. Organisiert wurde die Veranstaltung von Christine Mayer, der Behindertenbeauftragten der Stadt Rosenheim, sowie Christiane Grotz und Irene Oberst, den beiden Behindertenbeauftragten des Landkreises in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Inklusion mit Vorstand Hans Loy.
Jedes Jahr lassen sie sich anlässlich des Protesttags eine neue Aktion einfallen. Im vergangenen Jahr wurde auf dem Ludwigsplatz der rote Teppich für Menschen mit Behinderung ausgerollt. Diesmal wurde im Salingarten ein sogenannter „Speakers Corner“ eingerichtet. Das Original findet man im Hyde Park in London. Dort darf jeder ohne Anmeldung einen Vortrag zu einem beliebigen Thema halten und auf diesem Weg die Vorbeigehenden um sich sammeln.
Zu dem „Speakers Corner“ in Rosenheim kamen rund 100 Teilnehmer, darunter viele Menschen mit Handicap. Spontan blieben auch einige Passanten stehen. Speziell eingeladen wurden zu der Veranstaltung die Landtags- und Bezirkstagskandidaten aus Stadt und Landkreis jeder politischen Gruppierung. Sie alle durften innerhalb von 3 Minuten Stellung beziehen zu Fragen und Forderungen, die der Arbeitskreis Inklusion vorab formuliert hat.

„Keine Alternativen zu Förderschulen“

Wichtige Punkte waren dabei die Inklusion an bayerischen Schulen und der inklusive Arbeitsmarkt. Denn damit schaut es laut Christine Mayer nach wie vor alles andere als gut aus. „Menschen mit Behinderung haben nach wie vor keine echte Wahlmöglichkeit für ein selbstbestimmtes Leben“, sagte sie. Für Kinder mit Handicap gäbe es weiter keine Alternativen zu Förderschulen. „Es fehlt in den Regelschulen an inklusiven Konzepten“, bedauert die Behindertenbeauftragte der Stadt Rosenheim. Nach der Schule sei es dann  ebenso schwierig eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt zu finden.
Es gibt also noch viel zu tun, das sieht auch Hans Loy, Vorstand des Arbeitskreis Inklusion, so. Die Liste mit Forderungen an die Politik, die er zum Aktionstag mitgebracht hat, ist lang. Neben Schule und Berufsleben geht es darin beispielsweise auch noch darum den ÖPNV barrierefrei zu machen und die Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit zu verpflichten. Eines steht für Hans Loy und Christine Mayer nämlich fest: „Barrierefreiheit ist nicht nur die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes leben von Menschen mit Behinderung, sondern auch ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Gesamtgesellschaft. Denn eine Welt ohne Barriere ist für alle zugänglicher und lebenswerter.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Karin Wunsam)

Daheim wohnen bleiben

Daheim wohnen bleiben

Soyen / Landkreis Rosenheim – Daheim wohnen bleiben, so lange wie möglich – das wünschen sich wohl die meisten Menschen. Für Ältere oder Menschen mit Handicap können aber schon Kleinigkeiten zum Problem werden. Die ehrenamtlichen Wohnberater des Landkreis Rosenheim helfen, die eigenen vier Wände an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Am 13. März findet dazu ein Vortrag von, 14 bis 16 Uhr, im Rathaus Soyen statt.

Einzelne Stufen, hohe Teppichkanten, tiefe Duschwannen oder rutschige Badewannen – für ältere Menschen oder auch für Menschen mit Handicap können derartige Kleinigkeiten schnell zum großen Problem werden. Die ehrenamtlichen Wohnberater des Landratsamtes Rosenheim helfen, die eigenen vier Wände an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Neben individuellen Beratungen informieren sie Interessierte auch bei Infoveranstaltungen und Vorträgen über Möglichkeiten und Finanzierung, so demnächst im März in Breitbrunn und Soyen.

Vortrag am 13. März
im Rathaus Soyen

Brigitte Neumaier von der Fachstelle Wohnberatung im Landkreis Rosenheim informiert am 13. März, von 14 bis 16 Uhr im Rathaus Soyen in der Riedenerstraße 11 zum Thema „Barrierereduzierung Zuhause. Wie Sie mehr Komfort und Sicherheit im eigenen Zuhause erreichen können.“ Der Vortrag ist kostenfrei, es ist keine Anmeldung notwendig.

Etwa 20 ehrenamtliche Wohnberater sind
im Landkreis Rosenheim im Einsatz

Vorträge wie diese finden regelmäßig statt. Zudem sind etwa 20 ehrenamtliche Wohnberater im Landkreis Rosenheim im Einsatz. Sie bieten Senioren oder Menschen mit  Handicap Unterstützung bei Fragen rund um Komfort und Sicherheit in den eigenen vier Wänden
„Oft helfen schon kleine Veränderungen, wie eine WC-Sitz-Erhöhung, ein zweiter Handlauf oder ein Haltegriff an der richtigen Stelle“, betont Brigitte Neumaier. „Es muss nicht immer sofort das ganze Badezimmer renoviert werden, um Erleichterungen im Alltag zu spüren.“ Welche Möglichkeiten es gibt, das eigene Zuhause an die Bedürfnisse anzupassen und wie diese auch finanziert werden können, ist ebenfalls Thema der Beratung.
Beratungsschwerpunkt der ehrenamtlichen Wohnberater ist die eigene Heimatgemeinde. Sie kommen in die Wohnung und bieten eine kostenlose, vertrauliche und unverbindliche Beratung an und suchen zusammen mit den Interessierten nach passenden Lösungen.
Die Fachstelle für Wohnberatung im Landratsamt Rosenheim ist als Ansprechpartner bei Fragen unter der Telefonnummer 08031 / 392 2281 zu erreichen.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Barrierefreie Bahnhöfe in Bayern

Barrierefreie Bahnhöfe in Bayern

Bayern – Bilanz der Bayerischen Staatsregierung zum barrierefreien Bahnhofausbau in Bayern 2022: 14 weitere Stationen wurden barrierefrei.

Durch den Aus- und Neubau von Bahnstationen sind im vergangenen Jahr, laut Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung, insgesamt 14 weitere barrierefreie Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten im bayerischen Bahnnetz entstanden.

506 von 1066 Bahnhöfen
sind barrierefrei ausgebaut

Damit sind aktuell in Bayern 506 von 1.066 Bahnhöfen und Haltepunkten barrierefrei ausgebaut. Rund 80 Prozent der Ein- und Aussteiger in Bayern würden davon profitieren. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Es freut mich, dass das Bahnnetz in Bayern wieder ein Stück barrierefreier geworden ist und wir dabei auch die Wegmarke von 500 ausgebauten Stationen passiert haben. Jeder neue barrierefreie Bahnhof ist eine gute Nachricht für Bahnreisende und macht das klimaschonende Bahnfahren noch attraktiver. Deswegen investieren wir freiwillig auch bayerisches Geld. Gemäß Grundgesetz ist aber der Bund in der Verantwortung. Er muss hier dringend schneller vorankommen!“

Die 2022 in Betrieb genommenen barrierefreien Stationen liegen in Oberbayern mit Bischofswiesen, Feldkirchen bei München, Poing, Garching an der Alz und Rott am Inn, in Mittelfranken mit Ansbach und Fürth-Klinikum, in Unterfranken mit Langenprozelten und Miltenberg, in Schwaben mit Harburg, Hoppingen und St. Mang sowie in der Oberpfalz mit Schwarzenfeld und in Niederbayern mit Spiegelau. Von ihrem Ausbau sollen nun rund 29.000 Ein- und Aussteiger am Tag profitieren. Fast alle diese Stationen werden von der DB Station&Service AG betrieben, mit Ausnahme der Bahnhöfe in Garching und Rott, die sich im Netz der DB-Tochter Südostbayernbahn befinden, sowie des Bahnhofs Miltenberg, der von der DB-Tochter Westfrankenbahn betrieben wird.

Der Freistaat hat nach den Worten von Bayerns Verkehrsminister im Jahr 2022 rund 16 Millionen Euro an Landesmitteln freiwillig in die Hand genommen, um den barrierefreien Stationsausbau in Bayern zu beschleunigen. Weil sich einige Projekte verzögert und die DB bei mischfinanzierten Maßnahmen bevorzugt Bundesmittel abgerufen hat, sei der Betrag dieses Jahr geringer als im Vergleich zu den Vorjahren ausgefallen. Es sei zu erwarten, dass heuer wieder deutlich mehr bayerische Mittel abgerufen werden, da besonders viele Inbetriebnahmen mit vorheriger Bauphase anstehen.

Wichtigste Station 2023 ist
der Augsburger Hauptbahnhof

Nach Angaben der Bahnhofsbetreiber können im Jahr 2023 um die 30 weiteren Stationen in Bayern barrierefrei fertiggestellt werden. Die wichtigste Station dabei wird der Augsburger Hauptbahnhof sein. Die Barrierefreiheit soll sich sowohl in den Ballungsräumen verbessern, wo beispielsweise der S-Bahnhof München Isartor hinzukommt, genauso aber auch im ländlichen Raum, wo unter anderem der modernisierte Bahnhof Tegernsee fertiggestellt werde. Minister Bernreiter: „Ich will für alle noch nicht barrierefreien Bahnstationen in Bayern eine Perspektive. Barrierefreiheit betrifft nicht nur Reisende mit Handicap. Sie bietet für alle mehr Reisekomfort, egal, ob man mit schwerem Gepäck, Kinderwagen oder Fahrrädern unterwegs ist. Und Barrierefreiheit trägt zu einer modernen und nachhaltigen Mobilität bei, indem sie zur Nutzung der klimafreundlichen Schiene einlädt.“

Bernreiter verlangt von der Bundesregierung, dass sie zusätzliche Investitionen in den barrierefreien Stationsausbau ermöglicht. „Da ist angesichts der enormen Preissteigerungen und der zu erwartenden Fahrgastzuwächse aufgrund des Deutschlandtickets dringender Handlungsbedarf. Wenn die Länder verstärkt beim barrierefreien Ausbau mitfinanzieren sollen, muss der Bund das bei der Höhe der Regionalisierungsmittel berücksichtigen. Außerdem brauchen wir ein neues Sonderprogramm des Bundes für Stationen mit weniger als 1.000 Ein- und Aussteigern. Hier gibt es nach dem Auslaufen des Programms der Vorgängerregierung ein Vakuum, das gerade dem Bahnverkehr im ländlichen Raum schadet.“
(Quelle: Pressemitteilung Bayerische Staatsregierung / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Lokschuppen jetzt offiziell barrierefrei

Lokschuppen jetzt offiziell barrierefrei

Rosenheim – Geprüft, bewertet und zertifiziert! Der Lokschuppen Rosenheim ist jetzt offiziell ein barrierefreies Ausstellungszentrum. Er bekam das Gütesiegel des bundesweiten Bewertungssystems „Reisen für alle“.

Das Siegel garantiert den Besuchern, dass die Zugänglichkeit für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder einer Seh- oder Hörbehinderung umfangreich auf den Prüfstand gestellt wurde. „Barrierefreiheit ist für uns ein Muss“, sagt die Leiterin des Ausstellungszentrums Lokschuppen Jennifer Morscheiser (unser Beitragsbild). „Wir legen schon bei der Gestaltung unserer Erlebnisausstellungen großen Wert auf ein interaktives Design und Spaß und Spannung mit zahlreichen Medienstationen, mit Ertasten, Fühlen, Spielen und auf sehenswerte Präsentationen unserer Exponate. Diese Erlebnisse wollen wir all unseren Gästen bieten – eine Behinderung oder eine eingeschränkte Mobilität darf da kein Hindernis sein.“

Barrierefreiheit mit Blick
auf den demografischen Wandel

Barrierefreiheit werde in Zukunft an Bedeutung gewinnen, so Morscheiser weiter. „Der Blick auf den demografischen Wandel zeigt klar: Der Anteil der älteren Menschen wird weiter steigen, und damit auch die Anforderung an barrierefreie Angebote.“ Das System „Reisen für Alle“ prüft und bewirbt barrierefreie touristische Angebote deutschlandweit. Im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung bietet die Bayern Tourismus Marketing GmbH als Master-Lizenznehmer die Erhebung und Zertifizierung von Angeboten für Menschen mit Mobilitäts- und / oder Aktivitätseinschränkungen an. Bundesweiter Projektträger ist das Deutsche Seminar für Tourismus e.V. in Berlin, gefördert wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Lokschuppen vollständig
barrierefrei konzipiert

Im Abschlussbericht der Zertifizierung kommt „Reisen für alle“ zum Ergebnis, dass der Lokschuppen in allen Bereichen weitestgehend barrierefrei ist. Speziell geschulte Erheber nahmen alle Details des Ausstellungszentrums unter die Lupe, die für Menschen mit Gehbehinderung, Rollstuhlfahrer, mit Hörbehinderung und gehörlose Menschen, Blinde und
Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen von Bedeutung sind. Als Ergebnis wird im Bericht hervorgehoben, dass der Lokschuppen aufgrund eines Aufzuges und eines Treppenliftes vollständig barrierefrei konzipiert wurde. Für gehörlose Gäste der Ausstellungen werden spezielle Raum – und Objekttexte mit Untertitelung von audiovisuellen Medien zur Verfügung gestellt. Blinde oder Sehbehinderte haben die Möglichkeit, Audioguides in deutscher und englischer Sprache auszuleihen. Eine weitere Voraussetzung für die Zertifizierung: Mindestens ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin hat eine Schulung zum Thema „Barrierefreiheit als Qualitäts- und Komfortmerkmal“ besucht. „Unser Team steht den Gästen bei Fragen jederzeit zur Verfügung“, so Jennifer Morscheiser. „Das Thema Barrierefreiheit steht bei uns weiter auf der Tagesordnung und wird auch bei der Gestaltung künftiger Ausstellungen eine zentrale Rolle spielen. Bei den aktuellen Planungen für die nächsten Ausstellungen versuchen wir unsere Standards auch noch weiterhin zu heben, wo auch immer wir es leisten können: Wir sind schließlich ein Ausstellungszentrum für alle.“
(Quelle: Pressemitteilung Lokschuppen Rosenheim / Beitragsbild: Lokschuppen Rosenheim)