Wieder mehr Hornissen in Bayern

Wieder mehr Hornissen in Bayern

Hilpoltstein / Bayern – Es gibt wieder mehr Hornissen in Bayern – das geht aus der Zwischenbilanz beim LBV Insektensommer hervor. Die Sanften Riesen schafften es in die Top 10. 

Während des ersten Zählzeitraums des diesjährigen Insektensommers sichteten die Teilnehmer, laut LBV,  deutlich mehr Exemplare der Europäischen Hornisse (Vespa cabro) als in den Vorjahren. Ihr gefährlicher Ruf eilt den Hautflüglern laut LBV-Insektenexpertin Tarja Richter zu Unrecht voraus: „Weder sind Hornissen sonderlich aggressiv noch sind ihre Stiche gefährlicher als die von anderen Wespen oder Bienen. Sie sind im Gegenteil sogar sehr friedfertig und stechen nur, wenn sie massiv gestört oder verfolgt werden.“ Die Hauptflugzeit der Hornissen beginnt erst im August. Es bleibt deshalb spannend, welche Ergebnisse die sanften Riesen während des zweiten Zählzeitraums des Insektensommers einfahren: Vom 4. bis 13. August laden der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und sein bundesweiter

Hornisse schafft es von Platz 21 auf Platz 9

Sie ernähren sich von Fallobst, den Raupen des Eichenwicklers, Bremsen und Motten. Und: Sie sind ganz schön nützlich. „Unsere heimischen Hornissen bestäuben zum Beispiel Johannisbeeren und fliegen – anders als Bienen – auch bei kühleren Temperaturen, Wind, Regen und sogar in der Nacht“, erklärt Tarja Richter. Ein Hornissenvolk, das aus 400 bis 700 Tieren bestehen kann, jagt täglich bis zu 500 Gramm andere Insekten, um sich und seine Larven zu ernähren. Sie sorgen so auch mit dafür, dass die Insektenpopulationen im Gleichgewicht bleiben. Im ersten Zählzeitraums des Insektensommers hat es die Europäische Hornisse, die zu den Faltenwespen gehört, in Bayern auf Platz 9 geschafft. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr reichte es nur für Platz 21.
Weil ihre eigenen Nistmöglichkeiten wie Höhlen in Laubbäumen seltener werden, weichen Hörnissen unter Umständen auf Gartenschuppen oder Vogelnistkäsen aus. „Hornissen sind besonders geschützt. Um sie umzusiedeln, ist eine Genehmigung erforderlich. Wer die Tiere in Ruhe lässt, dem steht einer friedlichen Nachbarschaft nichts im Wege“, sagt die LBV-Biologin. Das kann sogar Vorteile haben: Denn die Gemeine Wespe, die jetzt im Sommer oft für Unmut sorg, wenn sie am Erdbeerkuchen nascht, steht auf dem Speiseplan der Hornisse.

Seit einigen Jahren wird auch die die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) in Deutschland gesichtet – in Bayern hat sie sich bisher noch nicht ausgebreitet. Die kleinere Verwandte der Europäischen Hornisse kommt mit den klimawandelbedingten milder werdenden Temperaturen gut aus. Sichtungen der Asiatischen Hornisse müssen an zuständige Behörden gemeldet werden, etwa an die Untere Naturschutzbehörde. Für den Menschen sind sie nicht gefährlicher als die Europäische Hornisse. Sie können allerdings eine Bedrohung für andere Bienenvölker darstellen.

Hummeln brummen wieder in den Top 5

Ein Blick in die Top 5 der am häufigsten gezählten Arten zeigt, dass die freundlichen großen Brummer Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel durch die die diesjährige Entdeckungsfrage „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?“ wieder besonders viel Aufmerksamkeit erreicht haben. „Die Artenkenntnis wächst und viele Menschen konnten die gesichteten Hummelarten zuordnen“, freut sich Tarja Richter. Auf Rang 1 summt das Artenpaar aus Helle und Dunkle Erdhummel, gut erkennbar am weißen Po und den zwei gelben Streifen auf Rücken und Hinterteil. Hinter den Erdhummeln landet die Steinhummel mit ihrem leuchtend roten Hinterleib auf Rang 2. Wie jedes Jahr im Juni schafft es auch die Hainschwebfliege aufs Siegertreppchen. Hinter ihr landen der Asiatische Marienkäfer und die Ackerhummel, die sich mit ihrem gelb-bräunlichen Hintern gut von den beiden anderen Hummelarten unterscheiden lässt.

Mit seiner Mitmach-Aktion „Insektensommer“ will LBV gemeinsam mit dem NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen. Die Tiergruppe ist stark gefährdet und wenig erforscht. In Deutschland gibt es etwa 34.000 Insektenarten. Nach der ersten Zählung vom 2. bis zum 11. Juni, startet am 4. August die zweite Zählung. Gezählt wird bis zu einer Stunde. Teilnehmende können ihre Beobachtungen per Online-Formular unter www.lbv.de/insektensommer oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

LBV schützt die letzten Kiebitze in Bayern

LBV schützt die letzten Kiebitze in Bayern

Bayern – Der Kiebitz ist in Bayern vom Aussterben bedroht. Deshalb hat der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz), zusätzlich zu seinem bisherigen, jahrelangen ehrenamtlichen Engagement für die stark gefährdete Feldvogelart, seine Arbeit seit Jahresanfang auch um ein bayernweites Artenschutzprojekt erweitert.

Dazu sagt die LBV-Feldvogelexpertin Verena Auernhammer: „In einem bayernweiten Projekt, das vom Landwirtschaftsministerium gefördert wird, kümmern wir uns in den Projektgebieten mit den größten Beständen bereits um die letzten Kiebitze im Freistaat. Hier arbeiten wir gut mit Landwirtinnen und Landwirten zusammen und sind hervorragend mit Behörden, anderen Verbänden und unseren LBV-Aktiven vernetzt.
Dies geschieht sowohl auf digitalen Plattformen sowie bei unseren Netzwerkabenden. Wir haben es sogar geschafft, im Knoblauchsland bei Nürnberg ein von der Stadt und den Behörden finanziertes Kiebitzmanagement zu etablieren. Das Gebiet beheimatet eine der bedeutendsten Populationen in Bayern und nimmt als Lebensraum für den Kiebitz eine herausragende Sonderstellung ein.“
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Unwetter: Region Rosenheim bleibt verschont

Unwetter: Region Rosenheim bleibt verschont

Rosenheim / Landkreis  / Bayern – Die Unwetterwarnungen fielen am gestrigen Donnerstag für ganz Deutschland heftig aus  – und am Abend wurde dann auch in Rosenheim vor extremen Unwettern gewarnt (wir berichteten). Zum Glück blieb die Region aber verschont.

Andere Gemeinden und Städte in Bayern hatten da schon mehr Probleme. Am Münchner Flughafen wurden Flüge abgesagt. Vereinzelt wurden in Oberbayern Straßen überflutet und Bäume entwurzelt. Vor allem aber in Oberfranken bekam man die die Macht der Gewitterfront zu spüren, wie Bilder von dort auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen belegen.
Aber insgesamt kam Bayern – mit Blick auf die derzeitige Nachrichtenlage – ohne größere Probleme davon und auch im Rest von Deutschland sind die Schäden überschaubar.

Die Luft ist wieder angenehmer

Für den heutigen Freitag gibt es vom DWD für die Region Rosenheim noch bis 16 Uhr eine Wetterwarnung der Stufe 1 vor Windböen bis 60 km/h.
Derzeit regnet es und die Luft ist wieder deutlich angenehmer. Am Wochenende soll dann schon wieder die Sonne scheinen.
(Quelle Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)

Warnung vor Betrugs-E-Mails

Warnung vor Betrugs-E-Mails

München / Bayern – Die Bundespolizei warnt erneut vor betrügerischen E-Mails, die unter anderem mit dem Logo der Bundespolizei verschickt werden. Seit einigen Wochen werden diese wieder in sehr großem Umfang, vermutlich aus dem Ausland, deutschlandweit verschickt. Durch die Verwendung offizieller Logos und Bildwortmarken können diese Schreiben authentisch und vertrauenserweckend wirken.

Achtung vor vermeintlichen E-Mails der Bundespolizei. Foto: Bundespolizei

Durch Verwendung offizieller Logos und Bildwortmarken wirken die betrügerischen Schreiben authentisch. Foto: Bundespolizei

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Den Adressaten wird in den Standardschreiben vorgeworfen, eine bestimmte Straftat begangen zu haben. Zudem werden diese aufgefordert, innerhalb einer Frist Stellung zum Sachverhalt zu nehmen. Verstreicht diese, so werde angeblich Anklage erhoben.

Die Bundespolizei ist nicht der Urheber dieser E-Mails; Zahlungsaufforderungen werden seitens der Polizei nie per E-Mail zugestellt!
Wer eine solche E-Mail erhält, soll darauf nicht antworten und auf keinen Fall möglicherweise geforderte Zahlungen leisten. Strafanzeige kann auf jeder Polizeidienststelle in Ihrer Nähe erstattet werden.
Leider haben die Betrüger immer wieder Erfolg. So wandte sich ein über 90-jähriger Rentner an die Bundespolizeiinspektion München, nachdem er den Betrügern bereits 8.750 Euro überwiesen hatte.
(Quelle: Pressemitteilung Bundespolizei / Beitragsbild: Symbolfoto re / Foto: Bundespolizei)

Vorwarnung vor schwerem Gewitter

Vorwarnung vor schwerem Gewitter

Rosenheim / Landkreis / Bayern – In einigen Gebieten von Bayern sind am heutigen Mittwoch bereits schwere Gewitter hinweggezogen. Nun ist auch für die Region Rosenheim eine Vorwarnung aktiv. 

Die DWD-Vorabinformation vor Unwetter und schwerem Gewitter für die Region Rosenheim gilt aktuell von Donnerstag, 22. Juni, 13 Uhr bis Freitag, 23. Juni um 4 Uhr. 
Der Wortlaut dazu: „Ab Donnerstagnachmittag bilden sich von Südwesten her immer häufiger teils schwere Gewitter. Lokal können in Verbindung mit diesen Gewittern heftiger Starkregen mit 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Sturm- bis Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 80 und 120 km/h und Hagel um 5 cm auftreten. Ganz vereinzelt sind auch Großhagel mit Korngrößen um 7 cm und Orkanböen bis 140 km/h nicht ausgeschlossen. In der zweiten Nachthälfte der Nacht zum Freitag nimmt die Unwettergefahr von Western her langsam ab“.
(Quelle: Mitteilung DWD / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Passt ein 120-Meter-Windrad in den Keferwald?

Passt ein 120-Meter-Windrad in den Keferwald?

Rosenheim – Über die Windkraft wird derzeit viel diskutiert – nun auch wieder in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Klimaschutz in der Stadt Rosenheim. Da wurde dann sogar kurz von einem 120-Meter-Windrad im Keferwald gesprochen. Allerdings bereitet für derartige Visionen der Wind selbst ein Problem. 

Im Jahr 2012 wurde im Rosenheimer Stadtteil Aising ein Landwirt zum Pionier. Er nahm die erste Windkraftanlage Rosenheims in Betrieb. Errichtet wurde sie auf freier Fläche in der Nähe des Möbelhaus Weko. Mit einer Höhe von 22 Metern fällt sie im Vergleich zu ihren weit über 100 Meter hohen „Kollegen“ im Norden Deutschlands eher bescheiden aus und am Anfang gab es auch Probleme mit der Technik. Selbst als das Sturmtief „Xaver“ im Dezember 2013 über das Land zog, brachte es die Anlage nur auf 2 Kilowatt pro Stunde.

Rosenheim ist eine sehr windschwache Gegend

Generell ist das mit dem Wind aber sowieso in der Stadt Rosenheim so eine Sache. „Rosenheim gehört zu den windschwächsten Gegenden in Bayern“, so CSU-Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller in der Sitzung und der Energie-Altas Bayern gibt ihm da Recht. Demnach liegt die mittlere Windgeschwindigkeit in 180 Meter Höhe in einem Bereich von höchstens 3,7 bis 4,2 Meter pro Sekunde. Viel zu wenig, um zu einem wirtschaftlich interessanten Ergebnis zu führen, meint darum die Stadtverwaltung Rosenheim.
Die Freien Wähler / UP sehen das anders. Sie haben bereits im vergangenen März einen Antrag gestellt mit dem Ziel das gesamte Rosenheimer Stadtgebiet von einem sogenannten „Windkümmerer“ auf  mögliche Potentialflächen für Windenergie untersuchen zu lassen.

„Ich merke schon, woher der Wind weht“

Dieser Antrag wurde nun in der Stadtratssitzung mit nur einer Gegenstimme abgelehnt und diese kam von Markus Dick von den Freien Wählern / UP. „Ich merke schon, woher hier der Wind weht“, meinte er. Die Beurteilung Rosenheims im Energie-Atlas Bayern ist auch im bekannt, aber dennoch sprach er sich weiter für den Einsatz eines „Windkümmerers“ aus. Diese werden von der bayerischen Landesagentur für Energie und Klimaschutz koordiniert und beraten und unterstützten ausgewählte Kommunen bei ihren Vorhaben. Der Freistaat Bayern stellt die regionalen Windkümmerer den Kommunen kostenfrei zur Seite. „Also warum sollte man sie dann nicht in Anspruch nehmen?“, gab Markus Dick zu bedenken.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März war aber der Meinung, dass es keinen Sinn macht, etwas nur aus dem Grund in Auftrag zu geben, weil es nichts kostet, wenn man das Ergebnis eigentlich schon im Vorfeld kennt.
Grundsätzlich hielt er es auch für keine gute Idee, Visionen von beispielsweise einem 120-Meter- Windrad im Keferwald auf den Tisch zu bringen und damit hitzige Diskussionen auch in der Bevölkerung auszulösen, ohne dass derartige Pläne überhaupt jemals realisierbar seien.

Doch auch wenn die Stadt Rosenheim nicht als ideal für Windkraftanlagen erscheint, ist Andreas März zuversichtlich, dass Bayern die Vorgabe der Regierung erfüllen kann, bis Ende 2026 1,1 Prozent seiner Fläche für Windenergie bereit stellen kann. Denn es gäbe durchaus auch in unserer Region Gebiete, in denen der Wind kräftig wehe und damit lasse sich das Wind-Defizit der Stadt Rosenheim ausgleichen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)