Neues Naturschutzprojekt in Bayern: Forschung rückt Pilzvielfalt im Offenland in den Fokus

Neues Naturschutzprojekt in Bayern: Forschung rückt Pilzvielfalt im Offenland in den Fokus

Bad Staffelstein / Bayern – Ein bayernweites Projekt von Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern, Bayerische Mykologische Gesellschaft und Universität Bayreuth will die bislang wenig beachtete Vielfalt von Pilzen auf Wiesen und in Feuchtgebieten erforschen und schützen. Zum Start übergab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber eine Förderung von rund 764.000 Euro für das vierjährige Vorhaben.

Steinpilz, Fliegenpilz und Champignon: An diese Arten denken die meisten, wenn es um Pilze geht. Doch das Reich der verborgenen Spezialisten ist viel größer und noch weitgehend unerforscht. Das soll sich jetzt ändern: Der bayerische Naturschutzverband LBV und die Bayerische Mykologische Gesellschaft (BMG) starten gemeinsam mit der Universität Bayreuth das neue Projekt „Pilzartenschutz in Bayern – mit Schwerpunkt Offenlandlebensräume und Feuchtgebiete“.

Ziel des vierjährigen Projekts ist es, das Bewusstsein für den Schutz der Pilze zu stärken und ihre Vielfalt insbesondere auf Wiesen, Weiden und Feuchtgebieten im Freistaat gezielt zu fördern. Auf einer LBV-Fläche in Bad Staffelstein hat Bayerns Umweltminister und Stiftungsratsvorsitzender des Bayerischen Naturschutzfonds Thorsten Glauber den Förderscheck des Bayerischen Naturschutzfonds überreicht und damit den offiziellen Startschuss für das bayernweit einzigartige Vorhaben gegeben.

Fokus auf bislang unterschätzte Pilzvielfalt im Offenland

Pilze gehören zu den am stärksten unterschätzten Organismengruppen der Natur und bilden neben Tieren und Pflanzen ein eigenes Reich. Obwohl sie Böden aufbauen, Nährstoffkreisläufe antreiben und ganze Lebensgemeinschaften stabilisieren, finden sie im Naturschutz bislang wenig Beachtung, besonders im Offenland, wo sie wertvolle Hinweise auf den Zustand artenreicher Wiesen und Feuchtgebiete liefern. Das Projekt rückt die Pilzvielfalt dieser Lebensräume erstmals gezielt ins Zentrum: „Beim Thema Pilze schaut alles in den Wald. Wir schauen dorthin, wo kaum jemand hinsieht: auf die Wiesenpilze. Diese ökologisch hochsensible Artengruppe wurde bislang kaum erfasst“, sagt LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer.

Glauber betonte: „Pilze sind die heimlichen Stars der Biodiversität. Sie wirken eher im Hintergrund, sind aber unentbehrlich für vitale Ökosysteme. Mit unserem bayernweiten Vorzeigeprojekt holen wir die Pilze ins Scheinwerferlicht. Naturschutz, Ehrenamt und Forschung ziehen dabei an einem Strang. Der Bayerische Naturschutzfonds fördert das Projekt vier Jahre lang mit insgesamt rund 764.000 Euro und setzt damit neue Maßstäbe im Arten- und Lebensraumschutz. Ziel ist, Pilze im Offenland noch besser zu schützen. So stärken wir Bayerns einzigartige Natur.“

CHEGD-Arten als Indikatoren für den Zustand von Wiesen und Feuchtgebieten

In den Fokus nehmen LBV und BMG die sogenannten CHEGD-Arten. Das Akronym steht für fünf Pilzartengruppen des Offenlands: Clavariaceae (Keulen- und Korallenpilze), Hygrocybe (Saftlinge), Entoloma (Rötlinge), Geoglossaceae (Erdzungen) und Dermoloma (Samtritterlinge). „Diese farbenprächtigen Gruppen sind zwar nicht eng miteinander verwandt, doch sie reagieren äußerst sensibel auf Veränderungen ihrer Umwelt. Gerade deshalb werden sie als gemeinsame Indikatorgruppe genutzt – sie zeigen uns sehr zuverlässig, wie es um Offenlandlebensräume wie Wiesen oder Feuchtgebiete steht“, erklärt LBV-Projektmanagerin Lotte Krüger. Viele dieser Pilzarten gelten inzwischen als bedroht und spiegeln die Folgen intensiver Landwirtschaft und abnehmender extensiver Bewirtschaftung wider. Erstmals werden CHEGD-Arten nun systematisch auf LBV-Flächen in ganz Bayern erfasst.

Schutz seltener Holzpilze und gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen

Neben den Wiesenpilzen untersuchen die Artenschützer auch zwei äußerst seltene, holzbesiedelnde Arten: der Struppige Stachelrindenpilz und der Zweisporige Prachtnabeling. Beide gelten in Bayern als extreme Raritäten. So ist von jeder Art lediglich ein einziger Fundort bekannt. Um sie vor dem Aussterben in Bayern zu bewahren, werden gezielte Wiederansiedlungsmaßnahmen entwickelt. Entscheidende Grundlage dafür ist das starke Bündnis zwischen LBV und BMG. „Dieses Projekt zeigt, wie wirkungsvoll Naturschutz sein kann, wenn starke Partner zusammenarbeiten. Gemeinsam mit dem LBV können wir selbst extrem seltenen Pilzarten wieder eine Zukunft geben“, betont BMG-Präsident Dr. Christoph Hahn.

Mit Methoden wie DNA-Metabarcoding, Myzelanimpfung von Totholz, Mahdgutübertragung und klassischen Kartierungen verbindet das Projekt moderne Forschung mit bewährtem Artenschutz. Die Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth, dem deutschlandweit einzigem Lehrstuhl für Pilzökologie unter Professor Dr. Claus Bässler schafft eine einzigartige wissenschaftliche Grundlage. Ergänzend entsteht ein Citizen-Science-Projekt, das Bürger aktiv einbindet und das Zusammenspiel von holzzersetzenden Pilzen und Spechten erforscht, die in geschwächten Bäumen ihre Höhlen anlegen.

Mehr dazu unter: LBV Pilze
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Pilze auf Holz, zwischen Zerstörung und Heilkunst: Vortrag im Freilichtmuseum Amerang

Pilze auf Holz, zwischen Zerstörung und Heilkunst: Vortrag im Freilichtmuseum Amerang

Amerang / Landkreis Rosenheim – Ob als farbenfroher Blickfang im Wald, natürlicher Holzverwerter oder überraschender Speisepilz, Holzpilze faszinieren in vielen Hinsicht. Am Sonntag, 5. Oktober, laden die Pilzsachverständigen Dr. Ute Künkele und Till R. Lohmeyer zu einem informativen Vortrag ins Freilichtmuseum Amerang ein.

Man begegnet ihnen überall in Wäldern, Parks, Gärten, Alleen – und, zum Leidwesen der Besitzer, manchmal auch auf Bauholz und in Häusern. Vor allem aber sind sie Aufzehrer, die Totholz zerlegen und langfristig wieder in Humus verwandeln. Ohne Holzpilze gäbe es keinen Wald.
Im Freilichtmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern findet am Sonntag um 14 Uhr der Vortrag „Von Feuerschwamm und Schwefelporling: Pilze an Holz“ mit den Pilzsachverständigen Dr. Ute Künkele und Till R. Lohmeyer aus Petting statt.
Die Arten- und Formenvielfalt der Holzpilze und ihre ökologische und heilkundliche Bedeutung werden erklärt und sie beantworten auch die nicht unwichtige Frage: Essbar oder giftig …? Nach dem Vortrag findet wieder eine öffentliche Beratung statt, bei der die Referenten Pilze bestimmen, die von den Teilnehmern gesammelt und mitgebracht wurden. Weitere Informationen unter www.flm-amerang.de.
(Quelle: Pressemitteilung Freilichtmuseum Amerang / Beitragsbild: Die Besucher können die selbst gesammelten Pilze am 5. Oktober ins Museum mitnehmen und von den Experten begutachten lassen. Copyright Bezirk Oberbayern, Archiv Freilichtmuseum Amerang)

Es ist wieder Schwammerlzeit: Pilzausstellung an der LWF in Freising

Es ist wieder Schwammerlzeit: Pilzausstellung an der LWF in Freising

Weihenstephan / Landkreis Freising – Der Herbst hält Einzug und mit ihm beginnt die Schwammerlzeit. Aus diesem Anlass lädt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) auch 2025 wieder zur Pilzausstellung nach Freising-Weihenstephan ein.

Am 27. und 28. September, jeweils von 11 bis 17 Uhr, dreht sich am Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1 alles um die faszinierende Welt der Pilze.
Gezeigt wird eine große Auswahl an Frischpilzen aus den Wäldern rund um Freising, die vom Organisationsteam in den Tagen vor der Ausstellung gesammelt werden. Die Besucher erwartet eine bunte Mischung aus Speisepilzen, Giftpilzen und ökologisch bedeutsamen Arten, die im Alltag oft übersehen werden.
Das Besondere: Die Pilze können mit allen Sinnen erlebt werden, nicht nur anschauen, sondern auch riechen, fühlen und zum Teil sogar kosten. So lassen sich Unterschiede besser erkennen und ein Gefühl für typische Merkmale entwickeln.

Pilzbestimmung von eigenen Funden möglich

Ein Highlight der Ausstellung ist der Bestimmungsservice durch Pilzexperte Markus Blaschke. Wer eigene Funde mitbringt, erhält fachkundige Unterstützung bei der Identifikation und Tipps zur sicheren Unterscheidung essbarer und giftiger Arten. Auch Fragen zu geeigneten Sammelplätzen, zum richtigen Transport, zum Beispiel warum ein Stoffbeutel besser ist als eine Plastiktüte, oder zum Trocknen und Lagern von Pilzen werden gerne beantworte.
Neben informativen Gesprächen und Experten bietet die Ausstellung auch Gelegenheit zum Austausch unter Pilzfreunden.
Eintritt und Teilnahme sind kostenlos. Die Veranstaltung findet im Freien vor dem LWF-Gebäude auf dem Campus Weihenstephan statt und ist gut über die Gregor-Mendel- beziehungsweise Georg-Dätzel-Straße erreichbar.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft / Beitragsbild: Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) Copyright Markus Blaschke)

Vortrag und Beratung zu Pilzen im Bauernhausmuseum Amerang

Vortrag und Beratung zu Pilzen im Bauernhausmuseum Amerang

Amerang / Landkreis Rosenheim – Herbstzeit ist Schwammerlzeit! Einen Vortrag und Beratung gibt es im Bauernhausmuseum Amerang am Sonntag, 22. September. 

Welche Pilze sind essbar und welche sollten besser im Wald und auf der Wiese bleiben? Im Bauernhausmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern findet am Sonntag, 22. September 2024, um 14 Uhr der Vortrag „Pilze unserer Heimat“ mit den bekannten Pilzsachverständigen Dr. Ute Künkele und Till R. Lohmeyer aus Petting statt. Die beiden renommierten Mykologen erläutern eingängig, worauf es bei der Suche ankommt und was zu beachten ist.
Bei der anschließenden Schwammerl-Sprechstunde ab 15.30 Uhr können die Besucher ihre selbstgesammelten Pilze mitbringen, sie begutachten und sich persönlich beraten lassen. Die Pilze bitte in Körben und nicht in Plastik- oder Stofftüten transportieren.
(Quelle: Pressemitteilung Bezirk Oberbayern / Beitragsbild: Bezirk Oberbayern, Archiv Bauernhausmuseum Amerang)

Der viele Regen lässt Pilze in Bayern sprießen

Der viele Regen lässt Pilze in Bayern sprießen

Rosenheim / Landkreis – Herbst ist Pilzsaison!? Schon richtig, aber in diesem Jahr können Pilzsammler in der Region Rosenheim auch schon jetzt fündig werden, wie unser aktuelles Beitragsbild beweist.

 

verschiedene Pilze ausgebreitet auf dem Tisch

Für Juni kann sich diese Schwammerl-Ausbeute sehen lassen. Fotos: Karin Wunsam

Wo genau er im Landkreis Rosenheim auf Schwammerlsuche war, wollten uns der passionierten Pilzsucher nicht verraten.  Auf alle Fälle war es mit ihrer gestrigen Ausbeute (8.6.2024) sehr zufrieden. Sogar ein paar staatliche Fichtensteinpilze haben sie gefunden.
Grund für das frühe Schwammerlglück: Pilze mögen es, wenn es viel regnet und die Temperaturen dabei warm sind.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Karin Wunsam)

Schwammerlsaison startet früh

Schwammerlsaison startet früh

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Grund zur Freude bei den Schwammerlsuchern: Derzeit kehren sie nach ihren Touren in Bayerns Wälder schon oft mit vollen Körben zurück. Die Schwammerlsaison startet heuer nämlich schon sehr früh.

Auch in den Wäldern in der Region Rosenheim sprießen die Pilze schon sehr gut, wie auch unser Beitragsbild mit den Maronen-Röhrlingen beweist. Das Bild hat uns ein erfahrener Schwammerlsucher aus Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) geschickt. „Die Schwammerl sind heuer sehr früh dran“, hat er uns dazu erzählt. Normalerweise beginne die Hauptsaison der Schwammerlsucher immer erst im September. Aber aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Wochen seien sie heuer eben etwas früher dran.

Für alle, die sich jetzt auch auf Schwammerlsuche machen wollen, gilt aber: lieber immer auf Nummer Sicher gehen. Es gibt eben auch einige giftige und sogar extrem giftige Pilze. Die Verwechslungsgefahr ist bei einigen Arten sehr groß. Deshalb im Zweifelsfall immer auf die Erfahrung von Pilzberatern setzen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Eine Liste der Pilzsachverständigen findet man hier: