Bei Waldbränden ist Vorbeugung besser als heilen. Darüber sind sich
Kreisbrandrat Richard Schrank und die Forstleute einig. Deshalb macht es
nach Ansicht aller absolut Sinn, die Wälder zur Waldbrandprävention in
laubbaumreichere Mischwälder umzubauen. Darüber hinaus appellieren sie
an Waldbesucher und Waldbesitzer, alles zu vermeiden, was einen
Waldbrand auslösen könnte. „Durch Aufklärung und Sensibilisierung der
Bevölkerung kann arglosem Verhalten vorgebeugt werden“ erklärt
Kreisbrandrat Schrank und verweist dabei auf die Hinweise in der Richtlinie
zur Waldbrandabwehr des Landwirtschafts- und Innenministeriums. So ist
es verboten im Wald selbst und in einer Nähe von 100 m davon offenes
Feuer wie bei Lagerfeuern oder beim Grillen üblich zu entzünden. Häufig
sind leichtfertig weggeworfene Zigarettenkippen Auslöser von verheerenden Waldbränden. Es besteht sogar ein Rauchverbot im Wald, vom 1. März bis 31. Oktober, was viele gar nicht wissen. Eine Brandursache, die gerne unterschätzt wird, sind PKWs. Laut dem Kreisbrandrat kann sich trockenes Gras schnell durch den heiß gelaufenen Auspuff eines geparkten Autos entzünden. Kritsch sehen die Fachleute auch das leichtfertige Anzünden von Daxenfeuern. Diese dienen dem Abbrennen von Ast- und Gipfelmaterial gefällter Bäume. „Wegen der Waldbrandgefahr und den vielfach negativen ökologischen Auswirkungen ist es empfehlenswert, möglichst darauf zu verzichten und Beseitigungsalternativen zu wählen“, erläutert Abteilungsleiter Luckas. Meistens macht es mehr Sinn, das Material zur Humusbildung im Wald zu belassen.
Aber es sind nicht immer die menschenverursachten Gefahrenquellen die Waldbrände auslösen. Manchmal reicht auch ein einfacher Blitzschlag wie
vermutlich im Fall des Schwarzenberg Brandes. Kreisbrandrat Richard Schrank erklärte, dass es allen Einsatzkräften viel helfen würde, wüssten sie von vornherein, wo genehmigte Brauchtums- oder Daxenfeuer geplant sind. Durch eine rechtzeitige Anmeldung bei der Integrierten Leitstelle (ILS), https://daxenfeuer.de/, kann schnell und übersichtlich eine Zusammenstellung von Ort und Umfang der beabsichtigten Feuer erstellt werden. Eingehende Notrufe zu Rauchentwicklungen oder Feuer können so entsprechend zugeordnet und Fehlalarme reduziert werden. Die Zahl der Einsätze ist nämlich laut Schrank stark gestiegen. Weniger Fehlalarmierungen bedeuten weniger unnötige Belastung der Einsatzkräfte.
Für die Experten ist abschließend klar, dass in Zeiten steigender Waldbrandgefahr alle Möglichkeiten zur Waldbrandprävention und optimierten Waldbrandbekämpfung genutzt werden sollten. Am Ende des
konstruktiven Austauschs vereinbarten deshalb die Beteiligten eine
Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Kreisbrandinspektion und der Forstbehörde. Schließlich gilt es, Bilder wie zuletzt von den Waldbränden im Mittelmeerraum oder Kanada zu vermeiden, um unsere herrlichen Gebirgswälder mit ihren lebenswichtigen Aufgaben zu erhalten.
(Quelle: Pressemitteilung Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim / Beitragsbild, Fotos: AELF)