Schmähpreis „Abriss des Jahres 2025“: „Alter Wirt“ in Rosenheim auf Platz zwei
Ein Stück Heimatgeschichte verschwindet: Der ehemalige Gasthof „Alter Wirt“ in Aising
Mit seinen Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert war der ehemalige Gasthof „Alter Wirt“ Treffpunkt für Vereine, Feste und das gesellschaftliche Leben in Aising. Bis zuletzt gab es Versuche, das historische Gebäude zu erhalten: Die Interessengemeinschaft Rosenheim Süd unternahm Ende 2024 gemeinsam mit Bauherren, Planern, Denkmalpflege-Experten und Politikvertretern einen letzten Vorstoß. Auch eine Petition, die Anfang April 2025 im Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst behandelt wurde, fand einstimmige Zustimmung.
Trotz aller Bemühungen begannen Ende April 2025 die Abbrucharbeiten zunächst am Nebengebäude aus den 1960er Jahren, in dem das Aisinger Schützenheim untergebracht war. Für die Aisinger Schützen bedeutete dies den Verlust ihrer bisherigen Heimat. Ein Anwohner kommentierte resigniert, dass es vorbei sei und „nicht mehr zu ändern“ (wir berichteten).
Die Pläne der Bauherren – „Meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ und „Auerbräu GmbH“ – sehen auf dem Gelände einen Neubau mit Biergarten und Veranstaltungssaal, einen Nahversorger, eine Bankfiliale sowie Wohnungen vor. Die Fertigstellung wird in etwa zwei Jahren erwartet.
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Zur Wahl des ehemaligen Gasthofs zum zweiten Platz erklärte der Bayerische Landesverein für Heimatpflege wörtlich: dass es sich um „ein traditionsreicher Gasthof mit Wurzeln im frühen 19. Jahrhundert, ein Treffpunkt für Vereine, Feste und das gesellschaftliche Leben“ handelte und „nach rund zehn Jahren Leerstand 2025 abgerissen“ wurde. Auf dem Gelände entstehen künftig ein Neubau mit Biergarten und Veranstaltungssaal, ein Nahversorger, eine Bankfiliale sowie Wohnungen. Die Fertigstellung wird in etwa zwei Jahren erwartet.
Oberbayerische Abrisse im Blick
Das Lechnerhaus in Prien, das den ersten Platz beim „Abriss des Jahres 2025“ belegte, entstand Ende des 19. Jahrhunderts für die einflussreiche Unternehmerfamilie Lechner und symbolisierte die örtliche Industriekultur. Nach wechselnder Nutzung stand es ab 2006 leer und verfiel. Auf dem Grundstück sollen künftig Wohnungen entstehen, konkrete Zeitpläne gibt es noch nicht.
Fachwerkhaus in Winkelhaid auf Platz drei
Auf dem dritten Platz landete ein fränkisches Fachwerkhaus in Winkelhaid, ein Wohnstallhaus aus der Zeit um 1600. Nach Veräußerung des Grundstücks an einen Bauträger wurde das Gebäude im Inneren offenbar mutwillig zerstört, wodurch es seine Denkmaleigenschaft verlor und zum Abriss freigegeben wurde.
Die Beispiele aus Prien, Aising und Winkelhaid verdeutlichen nach Einschätzung des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege eine fatale Entwicklung: Historische Gebäude würden zunehmend der maximalen Grundstücksverwertung weichen. Selbst die Denkmaleigenschaft biete nicht immer Schutz, wie der Fall Winkelhaid besonders schmerzlich zeige.
Gasthaus Bichler in Ramerberg Anwärter für „Abriss des Jahres“ 2026?
Auch in Ramerberg (ebenfalls Landkreis Rosenheim) beobachtet der Landesverein derzeit einen bevorstehenden Abriss: Das Gasthaus Bichler soll offenbar durch sieben Doppelhäuser ersetzt werden, was bei den Bewohnern großes Bedauern auslöst. Ob der Gasthof auf der „Abriss des Jahres“-Liste 2026 stehen wird, bleibt abzuwarten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Infos: Pressemitteilung Landesverein für Heimatfplege / Beitragsbild: Fotomontage Archiv Innpuls.me)




