Engelamt in Rundkirche

Engelamt in Rundkirche

Rosenheim – In der Rundkirche Westerndorf im Landkreis Rosenheim fand das erste Engelamt mit Mathias Klein-Heßling, Pfarrikar der Stadtteilkriche Am Wasen, statt. Viele Kerzen brachten Licht in die von der Corona-Pandemie geprägten Adventszeit.
Aufgrund der Zugangsbeschränkungen finden in diesem Jahr drei Engelämter in Westerndorf statt. Für wunderschöne Musik mit Gesang sorgte die Dirndlmusik vom Wasen.
(Quelle: Martin Aerzbäck / Beitragsfoto / Foto: Martin Aerzbäck)

Corona: Maskenpflicht bei Gottesdiensten

Corona: Maskenpflicht bei Gottesdiensten

Rosenheim – Aufgrund der aktuell sehr angespannten Corona-Lage in der Stadt Rosenheim gibt es bei den Gottesdiensten ab sofort wieder eine durchgehende Pflicht zum Tragen der FFP2-Maske. Sie muss auch auf dem Sitzplatz aufbehalten werden. Darauf hat die Stadtteilkirche Am Wasen hingewiesen.
(Quelle: Information von Martin Aerzbäck)

Auszeichnung für Anton Heindl

Auszeichnung für Anton Heindl

Rosenheim / Freising- Für ihren ehrenamtlichen Einsatz in der Erzdiözese zeichnete der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, im Rahmen des Korbiniansfestes verdiente Gläubige mit der Korbinians-Medaille aus. Zu den Geehrten zählte auch Anton Heindl, langjähriger zweiter Bürgermeister der Stadt Rosenheim.

Anton Heindl ist seit vielen Jahrzehnten in verschiedenen Gremien in Rosenheim aktiv. Seit 1977 ist  der 73-jährige Mitglied der Kirchenverwaltung St. Nikolaus, seit 2013 Verbundspfleger der Stadtkirche Rosenheim-Inn, seit 2009 Mitglied im Kuratorium des Caritas-Zentrums Rosenheim und in der Vorstandschaft des Fördervereins der Caritas-Senioren-Begegnungsstätte.
Dem Dekanatsrat der Stadt gehört er seit 2014 an und seit 1971 ist er aktives Mitglied in der Kolpingfamilie. Er sammelte Spenden für die Renovierung der Kirche St. Nikolaus und für den Erhalt der Kirchenfenster der früheren Klinikkapelle. Zudem war er 30 Jahre lang Mitglied im Stadtrat Rosenheim, davon 18 Jahre stellvertretender Bürgermeister. Derzeit ist er 1. Vorsitzender des Fördervereines Volkshochschule Rosenheim und Mitglied im Gewerbeverein.
(Quelle: Text und Fotos: Anton Hötzelsperger. Ausführlicher Bericht und weitere Impressionen finden sich auf samerberger-nachrichten.de

Auszeit: Kraft tanken im hohen Norden

Auszeit: Kraft tanken im hohen Norden

Rosenheim / Norwegen – Die Rosenheimer Seelsorgerin und Autorin Hannelore Maurer betreut Menschen in den schwersten Stunden ihres Lebens – als Notfallseelsorgerin und Trauerbegleiterin. In diesem Sommer nahm sie sich in Norwegen eine Auszeit von ihrer zum Teil sehr belastenden Arbeit, um Kraft zu tanken. Nun teilt sie ihre Impressionen und Gedanken mit Euch.

Das Arctic Circle Centre (Polarkreiszentrum). Fotos: Hannelore Maurer

Wie es ist, tagtäglich mit Tod, Leid, Krankheit und Sorgen konfrontiert zu werden, kann man sich nur schwer vorstellen. Aber die Rosenheimer Seelsorgerin und Autorin Hannelore Maurer hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menchen in ihren schwersten Stunden beizustehen.
Wichtig ist es für Seelsorger, sich immer wieder einmal bewusst eine Auszeit zu nehmen, um wieder zu sich selbst zu finden. „Ich persönlich brauche dann immer viel Stille, in der die Seele wieder nachkommen kann und in der ich noch manche Erlebnisse aus Trauerbegleitung und Notfallseelsorge aufarbeiten kann“, erzählt Hannelore Maurer. Für sie sei „Stille“ auch der Ort, an dem ihr Gott ganz besonders nah sei: „Im Grunde unseres Herzens ist er ja schon da und wartet darauf von uns gefunden zu werden.“

Regenbogen im hohen Norden.

Seit langer Zeit ist die Rosenheimerin großer Norwegen-Fan: „Ich liebe die manchmal rauhe, menschenleere Landschaft mit den Fjorden, den Bergen und Seen.“
Die Reise zum Norkap mit insgesamt 8500 Kilometern hin und zurück, Fahrt durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen, war aber ihr ganz großer Traum, der in diesem Sommer nun endlich zum Ziel führte.

Pilgerweg von
Oslo nach Trondheim

Am kühlen Polarkreis war sie auf dem Königsweg unterwegs, dem alten Pilgerweg von Oslo nach Trondheim. Besonders beeindruckt habe sie die Klosterruine von Munkeby, in dem die Zisterzienster im 13. Jahrhundert versucht haben, den Wikingern den Glauben zu verkünden.

Steinfiguren am Polarkreis.

Zum Foto mit den Steinfiguren am Polarkreis schreibt Hannelore Maurer:

„An der Stelle, an der man in Norwegen den Polarkreis überschreitet, steht das arctic circle center. Es ist eine Tradition, dass Reisende, die diese Grenze erreichen, dort kleine Steinfiguren aufrichten. Davon hatte ich vorher bereit gehört. Als ich aber dort ankomme, übertrifft das, was sich vor mir auftut, alle Erwartungen: Kleine Steinfiguren soweit das Auge reicht! So etwas habe ich noch nie zuvor irgendwo gesehen. Still und auch innerlich berührt stehe ich davor und baue an einem der kleinen Türme weiter. So habe auch ich meine „Spuren“ an diesem Ort hinterlassen. Die Tradition der Steinfiguren stammt von den Samen, den Einwohnern der Region Lappland, die damit in den menschenleeren Gegend als Nomaden ihre Wege markiert und damit Wegweiser füreinander angelegt haben. Ich muss an meine Arbeit zuhause denken. In der Seelsorge kommen viele Menschen zum Gespräch, die ihren Weg nicht mehr finden und ich hoffe, dass ich dann im neuen Arbeitsjahr wieder ein guter Wegbegleiter sein kann. Der eigentliche Wegweiser ist Gott selber, der mir immer wieder seine Spuren zeigt…“

Für unsere kleinen Leser hier Wissenswertes über Norwegen kindgerecht erkärt:

Brauch: Seelenbrote für Patenkinder

Brauch: Seelenbrote für Patenkinder

Rosenheim / Bayern – Immer mehr Traditionen und Bräuche geraten in Vergessenheit. So ist es auch mit den Seelenzöpfen und Seelenbroten. Dieses frühere bayerische Kultgebäck zu Allerheiligen und Allerseelen ist heute kaum noch zu finden.

Das entscheidende Detail sind die beiden Löcher, durch die nach altem Glauben die Seelen der Toten schlüpfen konnten. Fotos: Wunsam

Der Seelenzopf wurde früher nur an Allerseelen, dem Tag nach Allerheiligen gebacken. Man verschenke ihn oft an „Seelenleute“ – das bedeutete Bedürftige.
Jedes „Vergelt`s Gott“ für diese Spende erlöste nach altem Glauben eine Seele aus dem Fegefeuer.
Die etwas 30 Zentimeter langen Teig-Zöpfe werden nur an den beiden Enden geflochten. In der Mitte laufen sie parralel. Früher hatte das einen beonderen Grund, wie eine 88-jährige Neubeurerin noch weiß. „Durch das Loch in der Mitte konnten die Seelen schlüpfen“, erzählt sie. Die Seniorin kann sich noch erinnern, dass in früheren Zeiten mancherorts diese besonderen Hefe-Zöpfe auf die Gräber gelegt wurden. Man sei davon ausgegangen, dass die Seelen der Verstorbenen in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen an den Ort des irdischen Wirkens zurückkehren und die bereitgestellten Speisen nehmen.
Die Form des Zopfes hatte auch ihren Sinn. Sie erinnert an einen geflochtenen Haarzopf. Diesen gaben Frauen früher oft ihren verstorbenen Männern mit ins Grab – als Zeichen ihrer Lebenskraft.

Lebenskraft
weit

Der Seelenzopf wurde aber auch gerne an lebende Menschen verschenkt – denen man damit symbolisch ein Stück seiner eigenen Lebenskraft weitergeben wollte, beispielsweise dem Patenkind, damit es durch den harten Winter kommt. Manchmal wurde in das Gebäck auch ein Geldschein oder eine Münze eingebacken. Das nannte man dann „Zopfgeld.“
ergeben

Seelenbrot in Form von
Hirschen und Hennen

Aus dem Seelenzopf hat sich dann etwas später das Seelenbrot entwickelt – für Mädchen in Form einer Henne und für Buben in Form eines Hirschen. Auch diese wurden zu Allerseelen den Patenkindern geschenkt. Zu Zeiten, in denen es noch keine Lebensmittelüberfluß gab, war dieses Gebäck für die Beschenkten etwas ganz Besonderes. „Mein Vater hat die Figur aus Teig sogar immer mit ins Bett genommen. So sehr hat er sich darüber gefreut“, erinnert sich die 88-jährige.

Wer jetzt Lust bekommen hat, selbst einen Seelenzopf zu backen. Hier ein einfaches Rezept:

Zutaten:
– 500 g Weizenmehl
– 1/2 Würfel Hefe frisch – oder Trockenhefe
– 50 g Zucker
– ca. 150 ml lauwarme Milch
– 75 g Butter, flüssig , abgekühlt
– 1 Tl Salz
– 2 Eier
– 1 Eigelb
– 1 EL Wasser

Zubereitung:
Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe hineinbröckeln, mit 1 TL vom Zucker bestreuen und mit etwas von der lauwarmen Milch zu einem kleinen Vorteig anrühren. Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort ca. eine halbe Stunde gehen lassen.

Nun den Vorteig mit dem Mehl mischen. Restlichen Zucker, Salz, flüssige Butter und die 2 Eier zugeben und verkneten. Langsam von der restlichen Milch dazugießen, bis sich ein elastischer Teig ergibt. Er darf nich zu weich sein. Den Teig in 18 gleichgroße Stücke teilen. Diese noch mal eine gute halbe Stunde an einem warmen Ort ruhen lassen.

Dann jeweils 3 Stücke zu Strängen von ca. 30 cm rollen und mit dem Zopfflechten beginnen. In der Mitte paralell laufen lassen nicht vergessen. Am Ende wieder zusammenflechten.

Die 3 Zöpfe auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit dem mit Wasser verquirltem Eigelb bestreichen. Bei 180 Grad ca. eine halbe Stunde backen. Bis sie eine schöne goldgelbe Färbung angenommen haben.

 

 

 

 

 

Rettungsplan für Kloster Reisach

Rettungsplan für Kloster Reisach

Oberaudorf – Das Kloster Reisach ist eines der Wahrzeichen des bayerischen Inntals. Vor zwei Jahren haben sich die letzten Karmeliten aus den altehrwürdigen Gemäuern verabschiedet und seitdem steht das Kloster leer. Seine Zukunft seitdem ungewiss. Für Stefan Schirmer steht fest: „Auf keinen Fall darf das Kloster in falsche Hände geraten“. Darum hat der Kiefersfeldener eine ehrgeizige Rettungsaktion gestartet, die nur gelingen kann, wenn er Gemeinde und möglichst viele Bürger zu sich ins Boot holen kann. Sein kühner Plan: gemeinsam das Kloster kaufen und sanieren.

Die Wurzeln des Kloster Reisach reichen bis 1732 zurück. Zuletzt haben Nachwuchsprobleme die fast 290 Jahre dauernde Geschichte des Karmeliten-Ordens an diesem Standort beendet. Danach wurde es still um das alte Gemäuer, nicht zuletzt weil es aufgrund eines Gutachtens des Staatlichen Bauamtes Rosenheim wegen Einsturzgefahr für eine weitere Nutzung gesperrt wurde. Für Aufregung sorgte deshalb, als das Kloster Anfang August diesen Jahres für Dreharbeiten für die beliebte Krimi-Reihe „Tatort“ genutzt wurde. „Vereine und Gruppen konnten nicht verstehen, warum sie das Kloster nicht mehr nutzen dürfen, ein Fernsehteam aber schon“, erzählt Stefan Schirmer.
Daran lässt sich schon erahnen, wie sehr viele Inntaler an diesem Wahrzeichen hängen und dazu gehört auch Stefan Schirmer: „Es wäre schlimm, wenn das Kloster an irgendeinen Außwärtigen geht, beispielsweise einem Großkonzern, und der macht dann daraus irgend etwas, was überhaupt nicht zur Geschichte des Klosters passt und wodurch es dann auch für die Öffentlichkeit nicht mehr nutzbar ist.“

Kauf auf viele
Schultern verteilen

Tatsächlich könnte das passieren. Zumindest liegt dem Ingenieur ein Schreiben vom Staatlichen Bauamt Rosenheim vor, indem die weitere behördliche Vorgehensweise betreffend Kloster Reisach erörtert wird. Stefan Schirmer dazu: „Wenn die Gemeinde Oberaudorf oder der Freistaat keinen Bedarf für das Kloster finden, dann wird , wie grundsätzlich üblich, die Verwertung des Klosters über die Immobilien Bayern ausgeschrieben“. Das bedeute im Klartext: „Das Kloster wird an den Meistbietenden verkauft“. Das will der Unternehmer aus Kiefersfelden unbedingt verhindern und deshalb hat er einen kühnen Rettungs-Plan erarbeitet. Er will die Kosten für Kauf und Sanierung – diese belaufen sich nach seiner Einschätzung auf mindestens 9 Millionen Euro – auf möglichst vielen Schultern verteilen. Interessierte Bürger sollen sich je einen Quadratmeter des Klosters kaufen können: „Dadurch legt man das Kloster Reisach langfristig in die Hände der Bevölkerung“. Auch über die weitere Nutzung hat sich Stefan Schirmer bereits Gedanken gemacht. „Meines Erachtens hat Reisach nur eine Zukunft, wenn man geistliche, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen unter einem Dach vereint“, erklärt er. Platz wäre dafür ja genug vorhanden. Sein Plan: auf der geistlichen Seite der Aufbau eines Hospiz. „Dafür könnten auch die Patres der Karmeliten zurückkommen. Gespräche mit ihnen laufen bereits“. Das im Jahr 2020 eröffnete Hospiz in Bernau, zuständig für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land, sei bereits jetzt viel zu klein. „Wirtschaftlich könnte ich mir in einem Teil von Kloster Reisach die Errichtung eines altersgerechten Wohnsitz auf Mietkaufbasis mit Rundumverpflegung vorstellen“, erklärt der 64-jähriger. Auch ein Klosterladen sei denkbar: „Das wäre sicher eine Bereicherung für die gesamte Region“.

Forschungslabor für grünen Wasserstoff Besonders am Herzen liegt dem Diplom-Ingenieur die wissenschaftliche Nutzung: „Ich selbst will ein Internationales Forschungslabor für grünen Wasserstoff auf dem Gelände errichten“. Zusammen mit einer Kufsteiner und einer Züricher Firma laufe bereits eine dementsprechende Bewerbung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bei Erfolg werde dieses Projekt dann mit mehreren Millionen vom Staat unterstützt. Und nicht zuletzt soll das Kloster nach abgeschlossener Sanierung auch wieder der Bevölkerung, insbesondere der Dorfgemeinschaft Niederaudorf mit seinen Vereinen und Gruppen jederzeit offen stehen für verschiedenste Veranstaltungen. Um weiter planen zu können, will Stefan Schirmer wissen, wie viele Inntaler hinter seinem „Klosterretter-Projekt“ stehen. Dazu hat er bereits eine Homepage angelegt. Außerdem können interessierte Bürger per E-Mail an ich-bin-fuers@Kloster-Reisach.Bayern mit ihm in Kontakt treten. Möglich ist eine Kontaktaufnahme auch per Postkarte oder Brief an: Klosterretter, Kufsteiner Str. 20, 83088 Kiefersfelden.