Roßackerkapelle: Ort der Stille

Roßackerkapelle: Ort der Stille

Rosenheim – Viele Kunsthistoriker sehen die Roßackerkapelle (Am Roßacker 5, 83022 Rosenheim) als das wertvollste kirchliche Bauwerk der Stadt an. Das kleine Gotteshaus hat bewegte Zeiten erlebt und die Säkularisation überlebt. Im Inneren gibt es viel zu entdecken. Bein Besuch lohnt, gerade in der Karzeit. 

Im Jahr 1737 stiftete der Rosenheimer Bierbrauer Martin Schmetterer mit seiner Frau Magdalena eine Kapelle über seinem Bierkeller und widmete sie den „Heiligen Sieben Zufluchten“. Abraham Millauer, ein Baumeister aus Hausstatt bei Feilnbach, errichtete das Gebäude mit einem anschließenden Einsiedlerhaus.
Im Inneren gibt es viele interessante Details zu bewundern. Besonders faszinierend die beiden Muschelgrotten. Links ist die Heilige Maria Magdalena als Büßerin dargestellt und rechts der heilige Petrus, der zwischen zwei Hahnenschreien Jesus dreimal verleugnet hat.
Die Muschelgrotten sind heute eine wahre Rarität. Gestaltet wurden sie eins mit unzähligen Muscheln. Bis heute sind sie bis auf wenige Einzelstücke unbeschadet erhalten geblieben.
Ausgestaltet wurde das Kleinod von so berühmten Künstlern wie den Hofmaler Johann Zick und Hofstuckateur Johann Baptist Zimmermann.
Seit ihrer Erbauung hat sich kaum etwas im Inneren verändert. Nach wie vor gibt es kein fließendes Wasser. Im Jahr 2015 wurde die Kapelle aber aufwendig renoviert, weil Holzwürmer damals ihr Unwesen trieben.
(Quelle: Beitragsbild / Fotos: Josefa Staudhammer)

Garten Gethsemane in Rosenheim

Garten Gethsemane in Rosenheim

Rosenheim – Der Moment, als Jesus neben seinen schlafenden Jüngern gen Himmel betet, hat in der Vergangenheit zahlreiche Künstler inspiriert. Besonders beliebt waren insbesondere in der Barockzeit die sogenannten Ölberggruppen. Früher waren sie fast in jeder Kirche oder auch außerhalb im Freien zu finden. Heutzutage werden sie mehr und mehr zu Seltenheit. In Rosenheim gibt es aber noch eine derartige plastische Darstellung neben der Kirche St. Nikolaus. 

Auch der Ölberg in Rosenheim stammt aus der Frühbarockzeit. Der Name des Künstlers, der die Figuren geschnitzt hat, ist leider nicht überliefert. Man vermutet, er kam aus München. 
Eindrucksvoll schildert die Darstellung das nächtliche Geschehen im Garten Gethsemane: Christus sucht in Todesangst Stärkung im Gebet. Seine Jünger Petrus, Jakobus und Johannes bekommen davon nichts mit. Sie liegen schlafend auf der anderen Seite. 
Mit der Zeit war das Werk deutlich in die Jahre gekommen, drohte sogar einzustürzen. 2014 folgte dann eine aufwendige Renovierung. Durch Betoninjektionen in den Untergrund wurde der Bau stabilisiert. Auch die wertvollen Schnitzfiguren wurden fachmännisch wieder aufgefrischt, vermodertes Holz ersetzt und auch das Waldgemälde neu bemalt. 
Gerade in den Kartagen lohnt es sich, dieses Kunstwerk wieder einmal genauer in Augenschein zu nehmen.
(Quelle: Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

Heute ist Gründonnerstag

Heute ist Gründonnerstag

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Heute ist Gründonnerstag – manchmal auch Palmdonnerstag genannt. Kein Feiertag – aber ein „stiller“ Tag. Das bedeutet, dass ab 2 Uhr morgen ein Tanzverbot in Bayern gilt. Öffentliche Veranstaltungen mit lauter Musik sind dann nicht mehr erlaubt. 
Übrigens: Das „Grün“ im Wort Gründonnerstag hat nicht mehr der Farbe zu tun. Es kommt vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort „greinen“ – also weinen oder wehklagen, weil laut christlichem Glauben Jesus nach dem letzten Abendmal von Judas verraten wurde und später am Kreuz starb.

Am Gründonnerstag gibt es einige Bräuche
– nach dem Gloria bei der Messe schweigen die Glocken. Ab diesem Zeitpunkt kommen die Karfreitagsratschen zum Einsatz. Ministranten ziehen mit ihnen Karfreitag und Karsamstag durch die Straßen und ersetzen so das Glockenläuten.
– schon ein sehr alter Brauch ist es (erwähnt schon in alten Schriften aus dem 14. Jahrhundert), dass an Gründonnerstag grünes Gemüse gegessen wird – und kein Fleisch auf den Tisch kommt.
– bei vielen Familien wird der Gründonnerstag nach wie vor dazu genutzt, die Ostereier bunt zu färben. 
(Quelle: Beitragsbild: Julia Dinner)

Wer ist heute der Palmesel?

Wer ist heute der Palmesel?

Rosenheim / Bayern – Heute ist Palmsonntag. Für Christen beginnt damit die Karwoche und somit die Vorbereitung auf Ostern. Zum Palmsonntag gehören auch die Palmesel – tierischer und menschlicher Art.

Manchmal kann Brauchtum auch nerven: Wer am Palmsonntag als letzter in in der Familie aufsteht, wird als „Palmesel“ betitelt und damit den ganzen Tag lang geärgert. Früher war dieser Brauch weit verbreitet und ging mancherorts sogar so seit, dass der Langschläfer in einem Schubkarren durch das Dorf gefahren und vorgeführt wurde. Mittlerweile gerät dieser Brauch aber mehr und mehr in Vergessenheit.
Dagegen zumindest noch auf dem Land verbreitet sind die Prozessionen mit denen eine Christusfigur auf einen lebendigen und hölzernen Esel mitgeführt wird – als Symbol für den Einzug Christi in Jerusalem.
Geweiht werden an diesem Tag auch die Palmbuschen. Die ein Jahr lang vor allerlei Unheil schützen sollen und im nächsten Jahr dann im Osterfeuer verbrannt werden (wir berichteten).
(Quelle: Beitragsbild: Julia Dinner)

Ukraine: Hand in Hand  mit Geflüchteten

Ukraine: Hand in Hand mit Geflüchteten

Dekanat Rosenheim – Die Menschen in den Kirchengemeinden im Evanelisch – Lutherischen Dekanat Rosenheim, das von Haag im Landkreis Mühldorf über Grafing, Ebersberg, den Landkreis Rosenheim bis zur österreichischen Grenze reicht, sind über den Krieg und das Leid in der Ukraine entsetzt, traurig und betroffen. Friedensgebete, Spendenaufrufe und dringende Bitten um Wohnraum für die Menschen aus der Ukraine finden statt und viele Menschen engagieren sich in den Kirchengemeinden in der Hilfe für Geflüchtete.

So kann in Wasserburg ein Helferkreis über das Pfarramt kontaktiert werden. Angebote für Kinder im Gemeindehaus sind in Planung. Die Kirchengemeinden Rosenheim und Brannenburg nahmen eine ukrainische Familie in kirchengemeindeeigenen Wohnungen auf.

Projekt „Familienzeit“
in Rosenheim

Unterstützung für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt möchte das Projekt „Familienzeit“ in Rosenheim bieten, ukrainische Mütter sollen durch eine Pädagogin für die Kinderbetreuung ausgebildet werden, Material und Räume werden gestellt. Bei Interesse kann man sich im Pfarramt der Versöhnungskirche in Rosenheim melden.
Auch in den Kirchengemeinden Großkarolinenfeld und Kolbermoor wurden Geflüchtete aufgenommen. Die Kirchengemeinde Kolbermoor sammelte Sachspenden. „Wichtig ist“, so Dekanin Dagmar Häfner-Becker, „dass die Bedarfe der Geflüchteten erfragt und festgestellt werden, damit der ehrenamtliche Einsatz möglichst gut darauf abgestimmt wird, um eine Überforderung bei den Helfenden und Geflüchteten zu vermeiden.“

Die Diakonie Rosenheim reagierte sehr schnell auf die Not vieler Ukrainerinnen und Ukrainer und schaltete einen Spendenaufruf  für die „Diakonie Katastrophenhilfe“ auf ihrer Homepage. Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine beschäftigen auch das Bildungshaus in Bad Aibling. „Die Geschehnisse dort betreffen uns alle“, sagt Claudia Kohnle, Schul- und Bereichsleitung des Bildungshauses. „Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, ein Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität zu setzen.“ Eltern, Kinder und Lernbegleiter/-innen des Bildungshauses sammelten Hilfsgüter für eine schwer bombardierte Gemeinde in der Ukraine.
Susanne Podchul koordiniert für die Diakonie Rosenheim die Soforthilfen und verweist auf die langjährige Erfahrung vieler Kollegen mit Geflüchteten und ihren Bedarfen, Sorgen und Ängsten. Dabei ist die „Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit“ (KASA) häufig erste Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der Ukraine. Neben den Hauptamtlichen bieten hier auch viele Ehrenamtliche Rat und praktische erste Hilfen an.
Zudem unterstützt auch die „Flüchtlings- und Integrationsberatung“ (FIB) seit mehr als acht Jahren das Ankommen von Geflüchteten. Aktuell ist die FIB in zwei Erstunterbringungen in Turnhallen im Landkreis aktiv und berät ukrainische Familien in dezentralen Unterkünften und privaten Wohnungen.

Migrationsberatung für
erwachsene Zuwanderer

Auch die „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“ (MBE) berät neu ankommende Ukrainer/-innen. Neben Einzelberatungen wurde in Kolbermoor eine Info-Veranstaltung für ukrainische Familien durchgeführt. Frau Podchul weist auf die App „Integreat“ hin, eine Informations-App der Stadt Rosenheim für Neuzugewanderte, die von der MBE inhaltlich gestaltet wird. Sie ist in Deutsch, Englisch, Russisch, Polnisch, Rumänisch und Ukrainisch abrufbar und gibt wichtige Informationen zum Leben in Deutschland und in Rosenheim.
Für das „Rosenheimer Dolmetschernetz“ und das Projekt GECKO (Gemeinsam Kommunizieren – Interkulturelle Sprachmittlung in der Diakonie) konnten mehrere neue Ehrenamtliche – vorrangig mit Russisch-Kenntnissen – gefunden werden.

Therapeutische Angebote 
für Flüchtlinge

Das Angebot TAFF (Therapeutische Angebote für Flüchtlinge) kümmert sich um die Versorgung psychisch erkrankter oder seelisch massiv belasteter Flüchtlinge. Ein therapeutisches Netzwerk aus pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Fachleuten sowie Dolmetscherinnen und Dolmetschern in Kooperation mit Institutionen des Gesundheitswesens hilft den Betroffenen schnell und unbürokratisch.
Mit im Bunde ist das „Caritas-Zentrum Rosenheim“. Neben der Flüchtlings-, Integrations- und Migrationsberatung für Geflüchtete und andere Zugewanderte werden auch Beratung und Fortbildung für Ehrenamtliche und die aufnehmende Bevölkerung von der Ehrenamtskoordination sowie von Integrationslotsinnen und -lotsen angeboten.
Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer des „Caritas-Zentrums Rosenheim“: „Die aktuelle Situation in der Ukraine stellt uns vor neue Herausforderungen und fordert unser beratendes Handeln, unsere Spontanität und Kreativität. Uns ist wichtig, die Geflüchteten aus unterschiedlichen Herkunftsländern nicht gegeneinander auszuspielen. Hinter jedem geflüchteten Menschen steht ein eigenes Fluchtschicksal, das es zu würdigen gilt.“ Die Besonderheit liege nun darin, die bereits in Deutschland lebenden Geflüchteten nicht aus dem Blick zu verlieren und gleichzeitig schnelle Unterstützung für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine anbieten zu können. „Ohne die Bereitstellung der kirchlichen Eigenmittel seitens des Erzbischöflichen Ordinariats, die für die Finanzierung der Restkosten in erheblichem Umfang notwendig sind, wäre keine Arbeit in diesem Fachdienst möglich“, erklärt Lehmann.
(Quelle: Pressemitteilung von Diakonie, Caritas und dem Dekanat Rosenheim / Beitragsbild: Monika Rieger, Wasserburg – zeigt: Ein Ehrenamtlicher der Kirchengemeinde Wasserburg und des „Helferkreises Wasserburg“ und Geflüchtete aus der Ukraine verknüpfen die „Aktion Saubere Stadt“ mit Sightseeing und Eiscafè.)

Dank für treue Mitgliedschaft

Dank für treue Mitgliedschaft

Aising / Rosenheim – Dank für treue Mitgliedschaft: Rund 14 Jahre lang engagierte sich Josef Wick aus Aising (Bild Mitte) in der Führungsspitze der Katholischen Landjugendbewegung Aising-Pang (KLJB) in vielfältiger Weise. 

Darunter mehrere Jahre als Erster sowie Zweiter Vorstand, als Festleiter des Panger Bettelhochzeit im Jahr 2017 und zuletzt als Beisitzer – ein neuer Rekord seit der Gründung des Vereins vor 25 Jahren.
Mathias Klein-Heßling, Pfarrrvikar der Stadtteilkirche am Wasen, der Vorstand Adrian Stadler bedankten sich deshalb bei dem treuen Mitglied im Rahmen der Jahreshauptversammlung, die jüngst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt stattfand.
(Quelle: Text: Martin Aerzbäck / Foto: Martin Aerzbäck)