Ostereier färben am Gründonnerstag

Ostereier färben am Gründonnerstag

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Bei vielen Familien steht am heutigen Gründonnerstag wieder das traditionelle Eierfärben auf dem Programm. Die Auswahl an Farben wird immer größer. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Aber warum färbt man eigentlich die Ostereier und welche Bedeutung haben die Farben? Hier die Erklärung.

Osterei mit Hasengesicht und Ohren aus einer Serviette

Das Ei gilt allgemein als Symbol der Fruchtbarkeit und steht für das Aufwachen der Natur im Frühling. Im christlichen Glauben gilt das Ei außerdem als Symbol für die Auferstehung.
Mit Beginn des 13. Jahrhunderts wurden bei uns in Deutschland Eier gefärbt. Der Ursprung dieses Brauchts ist nicht ganz gesichert, aber eine schlüssige Erklärung ergibt sich aus der Tatsache, dass früher während der Fastenzeit auch das Essen der Eier strikt verboten war.
Damit die kostbaren Lebensmittel nicht verdarben, wurden sie gekocht. Und damit man die gekochten von den rohen Eiern unterscheiden konnte, hat man sie eingefärbt. Erst einmal nur mit der Farbe Rot – als Sinnbild für das heilige Blut von Gottes Sohn.

Farben und ihre Bedeutung:

Mit der Zeit wurde man dann immer kreativer. Tatsächlich haben bestimmte Farben ihre Bedeutung:
– Grün: steht für Hoffnung, Jugend und Unschuld
– Gelb: steht für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit, aber auch für die Sonne und das Wiedererwachen des Lebens
– Weiß: steht für die Reinheit
– Orange für Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz.
Wer mit natürlichen Farben färben will:
– Gelb: Kamille, Goldrute, Blätter des Apfelbaums
– Gelbgrün: Brennesselblätter, Schachtelhalmkraut, Birkenblätter
– Orangbraun: Zwiebelschalen
– Braun: Walnussbaumblätter
– Rotviolett: rote Rüben oder Rotkohl
– Blau: getrocknete Heidelbeeren, Holunderbeeren.

Wer es sich aber einfacher machen will, das Angebot an Farben und Stiften speziell zum Verzieren der Ostereier ist groß. Wir haben heuer mal nicht auf die bekannten und ursprünglichen Farbbäder gesetzt, sondern andere Techniken verwendet.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

Hier unser Ergebnis unserer diesjährigen Ostermalerei – vielleicht auch als Inspiration für den einen oder anderen von Euch:

Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Ostereierfärben 2023
Warum der Gründonnerstag „grün“ ist

Warum der Gründonnerstag „grün“ ist

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Am heutigen Donnerstag, 6. April, ist Gründonnerstag. Aber warum heißt er eigentlich „grün“?

Das „Grün“ im Wort Gründonnerstag hat nichts mit der Farbe zu tun. Die Bezeichnung kommt vermutlich vom mittelhochdeutschen Wort „greien“ und das bedeutet „weinen“ oder „wehklagen“, weil laut christlichem Glauben Jesus nach dem letzten Abendmal von Judas verraten wurde und wenig später am Kreuz starb.

Gründonnerstag ist 
ein „stiller“ Tag

Gründonnerstag ist kein Feiertag, aber ein „stiller“ Tag. Das bedeutet, dass ab 2 Uhr am Morgen ein Tanzverbot in Bayern gilt und öffentliche Veranstaltungen mit lauter Musik nicht erlaubt sind.
Rund um diesen Tag gibt es auch heute noch einige Bräuche:
Nach dem Gloria bei der Messe schweigen die Glocken in Trauer. Ab diesem Zeitpunkt kommen auch in Stadt und Landkreis Rosenheim nach wie vor vielerorts die Karfreitagsratschen zum Einsatz. Ministranten ziehen mit ihnen Karfreitag und Karsamstag durch die Straßen und ersetzen so das Glockenläuten.
Ebenfalls schon ein sehr alter Brauch ist es, dass an Gründonnerstag grünes Gemüse gegessen wird und kein Fleisch auf den Tisch kommt. Außerdem wird dieser Tag auch gerne zum Färben der Ostereier genutzt. Bei uns übrigens auch.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Julia Dinner – Kranzhorn)

Ölberg-Darstellungen werden rar

Ölberg-Darstellungen werden rar

Rosenheim / Landkreis / Bayern – Die Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest ist in der katholischen Kirche eine Zeit voll dichter Symbolik, Dazu passen auch die Ölberg-Darstellungen. Sie werden allerdings immer seltener.

Ölberg-Darstellung in Westerndorf bei Pang, Stadt Rosenheim

Einfach und doch klar erkennbar ist die Ölberg-Darstellung in der Friedhofskapelle in Westerndorf bei Pang. Fotos: Josefa Staudhammer

Der Moment, als Jesus am sogenannten Gründonnerstag nach dem Letzten Abendmahl neben seinen schlafenden Jüngern am Ölberg gen Himmel betet, hat in der Vergangenheit zahlreiche Künstler inspiriert. Besonders beliebt waren insbesondere in der Barockzeit die sogenannten Ölberggruppen. Der Name „Ölberg“ leitet sich übrigens von dem ursprünglichen Besuchs mit Ölbäumen ab.
Früher waren Ölbergdarstellungen fast in jeder Kirche oder auch außerhalb im Freien zu finden. Heutzutage werden sie mehr und mehr zu Seltenheit. In Rosenheim gibt es aber noch eine derartige plastische Darstellung neben der Kirche St. Nikolaus (unser Beitragsbild), ebenso in einfacherer Form der Friedhofskapelle neben der barocken Wallfahrtskirche St. Johann Baptist und Heilig Kreuz in Westerndorf bei Pang.

Der Ölberg in Rosenheim stammt aus der Frühbarockzeit. Der Name des Künstlers, der die Figuren geschnitzt hat, ist leider nicht überliefert. Man vermutet, er kam aus München.
Eindrucksvoll schildert die Darstellung das nächtliche Geschehen im Garten Gethsemane: Christus sucht in Todesangst Stärkung im Gebet. Seine Jünger Petrus, Jakobus und Johannes bekommen davon nichts mit. Sie liegen schlafend auf der anderen Seite.
Mit der Zeit war das Werk deutlich in die Jahre gekommen, drohte sogar einzustürzen. 2014 folgte dann eine aufwendige Renovierung. Durch Betoninjektionen in den Untergrund wurde der Bau stabilisiert. Auch die wertvollen Schnitzfiguren wurden fachmännisch wieder aufgefrischt, vermodertes Holz ersetzt und auch das Waldgemälde neu bemalt.
Gerade in den Kartagen lohnt es sich, Ölberg-Darstellungen zu besuchen und sie auf sich wirken zu lassen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Josefa Staudhammer)

„Helfende Tote“ in Westerndorf bei Pang

„Helfende Tote“ in Westerndorf bei Pang

Westerndorf bei Pang / Rosenheim – Die barocke Wallfahrtskirche St. Johann Baptist und Heilig Kreuz in Westerndorf bei Pang  ist aufgrund ihrer gewaltigen Zwiebelkuppel bekannt. Weit weniger spektakulär, aber dennoch sehr interessant ist ein Besuch in der Friedhofskapelle daneben. Denn darin zu sehen ist ein ganz besonders Kunstwerk.

Das Bild in der Kapelle ist zwar kein großes Kunstwerk, aber ein seltener Schatz. Gemalt wurde es im Jahr 1691 von einem unbekannten Künstler.
Zu sehen ist ein Ritter in Rüstung, der vor einem mit Totenschädeln gefüllten Beinhaus kniet. Hinter ihm klettern bewaffnete Tote aus ihren Gräbern, um den Ritter vor einer Horde wilder Männer zu schützen, die schon durch das Tor drängen. 
Das eigenwillige Gemälde greift eine in der mittelalterlichen Sammlung „Legenda Aurea“ überlieferte Geschichte auf, die im Innkreis neu erzählt wurde. In dieser Ortssage betet Caspar von Törring gerne auf Friedhöfen für die Armen Seelen. Als ihn eine Räuberbande überfällt, flüchtet er sich auf einen Friedhof und findet Beistand und Hilfe durch die Verstorbenen. 
 Es gibt in ganz Bayern kaum ein vergleichbares Zeugnis der damals innigen Verbindung zwischen den Lebenden und Toten.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

„Wer war heute der Palmesel?“

„Wer war heute der Palmesel?“

Rosenheim / Bayern – Na, wer war bei Euch daheim heute der Palmesel? In Bayern bezeichnet man mit diesem Begriff die Person, die am Morgen des Palmsonntags als letzte den Weg aus dem Bett gefunden hat. Aber wie kam es überhaupt zu diesem Brauch?

Der heutige Palmsonntag erinnert im katholischen Glauben an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Überlieferung nach ritt er auf einem Esel in die Heilige Stadt und das Volk winkte ihm mit Palmzweigen zu.
Um diese Geschichte lebendig zu halten, ritten dann ab dem 10. Jahrhundert vielerorts die Dorfpfarrer auf Eseln den Palmprozessionen voran.
Nach und nach wurde der echte Esel übrigens aufgrund seines bekannt störrischen Wesens in immer mehr Kirchengemeinden durch ein hölzernes Exemplar ersetzt.
Der Esel spielte also immer schon eine wichtige Rolle am Palmsonntag. Wie es aber dann dazu kam, dass der Begriff „Palmesel“ bis heute auch spöttisch verwendet wird, lässt sich nicht mehr leicht nachvollziehen. Man geht aber davon aus, dass es erst einmal darum ging, an diesem Tag nicht zu spät in die Kirche zu kommen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Palmsonntag in Aschau im Chiemgau

Palmsonntag in Aschau im Chiemgau

Aschau / Landkreis Rosenheim – Am Sonntag vor Ostern feiert die katholische Kirche Palmsonntag. Dazu gehört auch die Palmweihe, die heute vielerorts begangenen wird – auch in Aschau im Chiemgau, wo unser Beitragsbild entstand.

Der Palmsonntag ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Die am Palmsonntag geweihten Palmzweige galten früher als wirksames Mittel, um Häuser vor Ungemach zu schützen. 
Unser Beitragsbild entstand vor der katholischen Pfarrkirche „Darstellung des Herrn“ in Aschau im Chiemgau. Neben den Palmbuschen ist auch noch ein Stopselhut zu sehen, der Trachtenhut vom drittältesten Trachtenverein Bayerns: „D`Griabinga Hohenaschau“, gegründet im Jahr 1884. 
Dieses Arrangement zeigt sehr gut, Tradition, Kirche und Glaube gehören in Bayern immer noch sehr eng zusammen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: H.Reiter)