Sozialpädagogische Unterstützung für Schulen

Sozialpädagogische Unterstützung für Schulen

Landkreis Rosenheim – Mehreren Anträgen auf sozialpädagogische Unterstützung in Schulen im Landkreis Rosenheim hat der Jugendhilfeausschuss einstimmig stattgegeben. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes Rosenheim hervor.

Die Grundschulen in Edling, Prien, Stephanskirchen und Wasserburg haben einen Antrag auf eine sozialpädagogische Fachkraft an ihrer Schule gestellt. Der Jugendhilfeausschuss empfiehlt, diese Anträge in das staatliche Förderprogramm aufzunehmen. Sofern diesem Antrag stattgegeben wird, übernimmt der Landkreis Rosenheim anteilig die Personal- und Sachkosten.
Den Anträgen der Grundschule Bad Aibling und der Mittelschule Feldkirchen-Westerham auf Erhöhung der Wochenstunden der bestehenden sozialpädagogischen Förderung wurde ebenfalls zugestimmt.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Erzieher dringend gesucht

Erzieher dringend gesucht

Irschenberg / Landkreis Miesbach – Der Fachkräftemangel macht sich auch im Caritas Kinderdorf Irschenberg bemerkbar. Darum wurde dort jetzt eine Initiative gestartet. Unter dem Motto „Wir gestalten Lebensperspektiven mit jungen Menschen“ lud das Caritas Kinderdorf Irschenberg Studierende der Fachakademien für Sozialpädagogik aus München, Mühldorf, Traunstein, Rosenheim und Miesbach zu einer Fachtagung über die Vielfalt der stationären Kinder- und Jugendhilfe ein.

Zielsetzung der Veranstaltung war es, proaktiv zu handeln, um dem Fachkräftemangel entschieden entgegenzuwirken. Den Auftakt machte Professor Dr. Herman Sollfank, Caritasdirektor der Erzdiözese München und Freising. Der langjährige Präsident der Stiftungshochschule für Soziale Arbeit in München und Professor für Sozialpädagogik referierte in seinem Fachvortrag über die Entwicklungsgeschichte und die Bedeutung der Kinder- und Jugendhilfe für die Gesellschaft sowie die Rolle, die der Caritasverband dabei einnimmt.

Rundgang durch das
Kinderdorf am Irschenberg

Im Anschluss wurden den Teilnehmern und deren Lehrkräften bei einem Rundgang die Gruppenhäuser und die pädagogische Arbeit im Kinderdorf vorgestellt. Die Führung übernahmen pädagogische Fachkräfte, die in den Kinderdorffamilien arbeiten und so einen persönlichen Einblick in ihren Arbeitsalltag geben konnten. In fachlich geleiteten Gruppenarbeiten wurde auf spezielle Arbeitsfelder der stationären Kinder- und Jugendhilfe eingegangen. Dabei durften sich die Gäste für jeweils zwei Workshops entscheiden. Zur Auswahl standen verschiedene Themenkomplexen, wie die Situation der anvertrauten Mädchen und Buben, Bindungsverhalten von Kindern, die neue Autorität live, Erlebnispädagogik, Elternarbeit, Prävention von sexueller Gewalt sowie Jugendamt und Hilfeplanung.
Auf besonders großes Interesse stieß dabei der Workshop „Was haben die Kinder, die bei uns leben erlebt und wie gehen wir damit um“, für den sich 50 Schüler der Fachakademien angemeldet hatten.

Die Erzieherausbildung in Bayern wird in einer Fachakademie für Sozialpädagogik absolviert und dauert in der Regel drei Jahre. Ein 12-monatiges Anerkennungsjahr schließt sich einer zweijährigen schulischen Ausbildung an. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Berufspraktikums dürfen sich die Absolventen staatlich anerkannte Erzieherin bzw. staatlich anerkannter Erzieher nennen und als Fachkraft in sozialpädagogischen Einrichtungen arbeiten.

Klischees einer
unpersönlichen Heimerziehung

Ein Großteil der jungen Erziehungskräfte entschließt sich im Anschluss für die Arbeit in einem Kindergarten, einer Krippe oder in der Schulbetreuung in der Nähe des Wohnorts. „Diese Einrichtungen sind ihnen oftmals persönlich bekannt und daher die naheliegende Wahl“, weiß Bereichsleiter Geralf Fuhr aus dem Caritas Kinderdorf: „Dass es für Absolventen auch die Möglichkeit gibt, in einer Jugendhilfeeinrichtung zu arbeiten, haben manche nicht unbedingt auf dem Schirm.“
Auch die manchmal noch vorherrschenden Klischees einer unpersönlichen
Heimerziehung wollten die Verantwortlichen an diesem Tag korrigieren. Ob es ihnen mit der Veranstaltung gelungen ist, die pädagogische Nachwuchskräfte von der Attraktivität eines Arbeitsplatzes im Caritas Kinderdorf zu überzeugen, wird die nahe Zukunft zeigen.
(Quelle: Pressemitteilung Caritas Kinderdorf Irschenberg / Beitragsbild: Florian Lintz, www.bfl-relations.de)

„Elterntaxi stehen lassen“

„Elterntaxi stehen lassen“

Rosenheim / Bayern – Elterntaxi stehen lassen!  Die Schule fängt wieder an und damit auch das allmorgendliche Verkehrschaos, verursacht durch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto vorm Schultor absetzen. Der ökologische Verkehrsclub VCD, das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen dazu auf, die Schüler möglichst selbstständig zur Schule und in den Kindergarten kommen zu lassen: zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller.

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der ökologische Verkehrsclub VCD ermuntern zusammen mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) zum Schulbeginn in Bayern alle Kinder, ihren Schulweg zu Fuß, mit dem Roller oder mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ein aktiver Start in den Tag fördert ihre körperliche und geistige Entwicklung und sorgt dafür, dass sie im Unterricht entspannter sind und sich besser konzentrieren können. Die Kinder lernen dabei, sich selbstständig und sicher im Verkehr zu bewegen. Andere Verkehrsteilnehmende fordern die Verbände zum Schulstart auf, besonders
aufmerksam zu sein.

Schulweg gemeinsam
mit Freunden zurücklegen

Am schönsten ist der Weg zur Schule oder in den Kindergarten, wenn man ihn gemeinsam mit Freunden zurücklegt. Größere Gruppen können sich zu einem sogenannten Laufbus zusammenschließen und Treffpunkte vereinbaren, um von dort gemeinsam und sicher zur Schule oder in den Kindergarten zu kommen.

Empfehlung an die Eltern
und Lehrkräfte

Gerade die Jüngsten sollten bei der Gestaltung ihres Schulwegs begleitet und aktiv unterstützt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, Kindern eigenständige Mobilität und die Verkehrsregeln spielerisch näher zu bringen. Idealerweise passiert das in enger Kooperation zwischen Lehrern, Erziehern und Eltern.

Empfehlung an Auto- und
LKW-Fahrerer:

Viele Kinder sind noch unerfahren im Straßenverkehr und oftmals müssen die Regeln nach den langen Ferien erstmals oder wieder eingeübt werden. Daher ist es umso wichtiger, dass die anderen Verkehrsteilnehmenden ganz besonders aufmerksam und vorsichtig fahren. Gerade im Umfeld von Schulen oder Kindergärten müssen sich alle an Tempo 30 halten und den Kindern zuliebe so vorausschauend wie möglich fahren.

Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, erklärt: „Eltern wollen das Beste für ihre Kinder und meinen es in der Regel nur gut, wenn sie sie mit dem Auto direkt bis ans Schultor fahren. Allerdings sorgen diese Elterntaxis für ein unübersichtliches Verkehrschaos, das für alle Beteiligten schnell gefährlich werden kann. Weniger Autos auf den Straßen bedeuten mehr Sicherheit und bessere Luft vor den Schulen.“
Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, betont: „Wir appellieren dringend an alle Eltern, gleich zu Beginn des neuen Schuljahres das Auto stehen zu lassen und die Kinder entweder zu Fuß oder mit dem Rad zu begleiten oder sie in Lauf- oder Radelgemeinschaften selbstständig losziehen zu lassen. Kinder, die zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Roller zur Schule kommen, nehmen ihre Umgebung aktiv wahr. Sie lernen so, sich gut zu orientieren und auf sich selbst aufzupassen. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein – auch für andere Lebenssituationen.“

„Der beste Schulweg ist
der selbst zurückgelegte“

Der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, verdeutlicht: „Viele Eltern haben den Wunsch, ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen, sie sind aber stark verunsichert ob der Gefahren, die dadurch entstehen, dass viele Erziehungsberichtige ihre Kinder mit dem Auto bis vor das Schultor bringen. Wir appellieren daher an alle Eltern, zumindest kurze Fußwege in Kauf zu nehmen und das Auto an Elternhaltestellen zu parken. Denn der beste Schulweg ist der selbst zurückgelegte!“

Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der ökologische Verkehrsclub VCD und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rufen vom 19. bis zum 30. September 2022 Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland zur Teilnahme an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ auf. Anmeldungen sind unter www.zu-fuss-zur-schule.de möglich. Auf der Webseite können auch Aktions- und Spielideen eingesehen, konkrete Tipps heruntergeladen sowie Materialien bestellt werden. Die Aktionstage stehen unter der Schirmherrschaft der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Bildungsministerin Karin Prien.
(Quelle: Pressemitteilung Deutsches Kinderhilfswerk / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Sozialpädagoge Martin Seidl zieht Bilanz

Sozialpädagoge Martin Seidl zieht Bilanz

Rosenheim / Landkreis – Martin Seidl informiert als Sozialpädagoge und Fachkraft im Bereich Medienprävention beim Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim Schulklassen von der dritten bis zur achten Klasse zu Themen wie Cybermobbing, Gefahren im Netz oder auch zum Umgang mit Mobiltelefonen oder Onlinespielen. Nach zehn Jahren zieht er in einem persönlichen Kommentar Bilanz. 

„Immer früher kommen Schulkinder mit Handys, Spielekonsolen, Tablets und Co in Kontakt. Vor einigen Jahren kannten Viertklässler noch keine Apps wie TikTok oder Instagram. Heute nutzen sie schon am Morgen Youtube. Habe ich früher noch an die Eltern appelliert, dass Grundschulkinder keine Handys haben sollten, kommen sie jetzt mit Smartwatches in die Schule. Onlinespiele mit virtuellen Freunden sind heute normal. Auch die Gefahren im Netz werden immer realer: Vier Mädchen in einer fünften Klasse erzählten mir erst vor Kurzem, dass sie Penisbilder von Männern erhalten haben oder Aufforderungen, sich selbst nackt zu zeigen. Übrigens: ein Fall für die Polizei – das ist Kindesmissbrauch.

Die Softwareindustrie als
Gegenspieler der Medienpädagogen

In meiner Zeit als Medienpädagoge konnte ich vielen Eltern Tipps und Orientierung geben. Dennoch habe ich einen Gegenspieler: die Software-Industrie. Um uns länger am Spiel zu halten und möglichst viel über uns herauszufinden, wird unser Verhalten beobachtet und analysiert. Das ist auch gar nicht schwer. Schließlich tippen wir unsere Gedanken lieber bei Google ein als darüber zu reden. Über timeline.google.com sehen alle Nutzer eines Google-Accounts, wo sie in den zurückliegenden zehn Jahren waren.
Ein Beispiel: Vor kurzem war ich in einem Uhrengeschäft – nur ein paar Minuten. Ich erkundigte mich nach einer bestimmten Marke. Am nächsten Tag bekam ich von Google Lesevorschläge – eben zu dieser Uhr. Erschreckend, oder?
Deshalb rate ich in meinen Vorträgen eher dazu, offline zu spielen als online. Denn Onlinespiele bedeuten Tracking. Onlinespiele bedeuten auch, Beziehungen zu virtuellen Fremden einzugehen, statt zu Freunden. Onlinespiele haben einen höheren Suchtfaktor. Denn: Online-Angebote hören im Gegensatz zu analogen Spielen nie auf.
Humanisierung statt Digitalisierung!
Politik und Gesellschaft fordern mehr Digitalisierung, auch im Bildungswesen. Es gibt immer mehr „Tablet Klassen“, Smartboards oder WLAN -Hotspots in Pausenhöfen. Bei meinen Elternvorträgen erlebe ich verzweifelte Eltern, die die Bildschirmzeit ihrer Kinder reduzieren wollen. Doch fordern auch die Schulen, nicht zuletzt wegen Corona, immer mehr den Einsatz von Bildschirmmedien. Hier ist Differenziertheit gefragt. Ich denke, das kann gut klappen und sinnvoll sein. Wir sollten dabei aber nicht aus den Augen verlieren, wie viel Zeit ein Kind insgesamt täglich sitzend vor Bildschirmen verbringt.

Kinder müssen die Gesichtsausdrücke
eines Menschen kennenlernen

Wir sind Menschen und haben menschliche Bedürfnisse, die sich zum Großteil in menschlichen Beziehungen ausdrücken. Das ist unsere Basis. Kinder brauchen diese Basiserziehung. Ich muss die Gesichtsausdrücke eines Menschen kennenlernen. Ich muss lernen, wie ich mich entschuldige oder mich so ausdrücke, dass es mein Gegenüber versteht. Das braucht Zeit und die fehlt uns, wenn wir sehr viel Zeit vor Bildschirmen verbringen.
Natürlich gibt es auch noch die Kinder, die draußen spielen, neugierig sind, einen Purzelbaum machen oder ein Lager am Waldrand bauen. Ich denke, das hat sehr viel mit der Nutzungsdauer der Geräte zu tun – und mit der Vorbildfunktion der Eltern und der Lehrer. Fakt ist: Wenn wir beides wollen, also gute Persönlichkeitsentwicklung und digitale Bildung, dann brauchen wir gute Ressourcen und gute pädagogische Konzepte.
Wichtige Bezugspersonen für die Kinder sind die Lehrkräfte, aber auch die Kräfte der Schulsozialarbeit oder der Nachmittagsbetreuung. Immer weniger Kinder haben ein starkes familiäres Netzwerk. Oft weichen echte Vorbilder virtuellen Influencern. Umso mehr brauchen diese Kinder eine starke Schule, ein verlässliches Bildungswesen.
Digitale Bildung? Ja, natürlich. Aber: Die humane Bildung als Basis darf nicht verloren gehen. Die Bildung durch Menschen ist meiner Meinung nach der Grundstein für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim – Kommentar Martin Seidl / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim)

Besuch im Bauernhofkindergarten

Besuch im Bauernhofkindergarten

Bruckmühl / Landkreis Rosenheim – Idyllisch gelegen, im kleinen Ort Noderwiechs in Bruckmühl, befindet sich der Bauernhof der Familie Ettenhuber. Der Bioland-zertifizierte Hof betreibt jedoch nicht nur ökologische Landwirtschaft, sondern auch einen Kindergarten. Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig war zu Besuch.

31 Buben und Mädchen werden derzeit von 10 Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Praktikantinnen auf dem Bauernhofkindergarten Lindenbaum betreut. Unter den Kindern befinden sich auch fünf Integrationskinder, denen besonderer Förder- und Betreuungsbedarf zusteht.
Die Leiterin, Annerose Ettenhuber, zeigte der CSU Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig die teilweise neu errichteten und renovierten Räumlichkeiten des Kindergartens. Um die Privaträume der Familie Ettenhuber von den Kindergartenräumen besser zu trennen, wurden im vergangenen Jahr größere Umbaumaßnahmen getätigt. Eine Investition, die auch weitere – dringend benötigte – Kindergartenplätze geschaffen hat. Hierfür wurde der Heuboden ausgebaut und viel Platz auch im Innenraum geschaffen. Doch die Kinder zieht es gerade jetzt im Sommer selbstverständlich raus in den weitläufigen Garten. Neben einem Wasserspielplatz, einem großen Sandkasten, Schaukeln und vielen weiteren Spielgeräten bildet die große Linde das Herzstück des Gartens.

Kinder dürfen Esel füttern
und den Stall der Meerschweinchen ausmisten

Zu den täglichen Routinen der Kinder gehört es die Esel zu füttern, den Stall der Meerschweinchen auszumisten und beim silieren dabei zu sein. Auch bepflanzen und pflegen die Kinder mit Hilfe ihrer Betreuerinnen ein Hochbeet und sammeln die Eier aus dem Hühnerstall. Die Vorschulkinder dürfen sogar zum Kühe melken mitkommen. Hin und wieder sind die Kinder auch dabei, wenn ein Kalb geboren wird und dürfen diesem einen Namen geben.
Einmal in der Woche ist Waldtag. An diesem Tag marschieren die Kinder gemeinsam in den Wald der Familie Ettenhuber und können die Natur hier hautnah erleben und erforschen. „Mir ist es wichtig, dass die Kinder viel Kontakt mit der Natur haben und durch das Vertrauen der Betreuerinnen auch Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten entwickeln.“ so Ettenhuber. Das Motto „Kind sein“ steht für das Kindergarten-Team immer an aller erster Stelle. Da gehört dreckig werden genauso dazu wie die gemeinsame Brotzeit und die das Freispiel.
Im Jahr 2016 erhielt die engagierte Kindergartenleiterin, die als Unternehmerin auch die wirtschaftliche und personelle Verantwortung trägt, sogar die Auszeichnung „Unternehmerin des Jahres“ der Bayerischen Landfrauen, sowie den Ehrenpreis des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in der Kategorie „Bäuerin als Unternehmerin“.
Die Wahlkreisabgeordnete Daniela Ludwig sieht in dem Konzept nicht nur eine exzellente Ergänzung der Kinderbetreuung im Landkreis Rosenheim, sie sieht darin auch ein Projekt, das auch als Vorbild für andere Bauernhöfe dienen könnte: „Ein Bauernhofkindergarten muss ja nicht zwingend von den Landwirten selbst betrieben werden, völlig ausreichend wäre es wenn die Räumlichkeiten innen wie auch außen zur Verfügung gestellt werden und ein Träger den Kindergarten betreibt. Durch die Mieteinnahmen könnte so ein weiteres Standbein für den ein oder anderen Landwirt entstehen.“
(Quelle: Pressemitteilung Wahlkreisbüro Daniela Ludwig / Beitragsbild: Wahlkreisbüro Daniela Ludwig, zeigt links MdB Daniela Ludwig mit der Kindergartenleiterin Annerose Ettenhuber vom Bauernhofkindergarten Lindenbaum)

Exponate im Rampenlicht: Teil 4

Exponate im Rampenlicht: Teil 4

Rosenheim – Im Städtischen Museum Rosenheim hat jedes der gut 4000 Museumsstücke seine Geschichte. Längst ist noch nicht alles erzählt. Die Serie „Exponate im Rampenlicht“ beleuchtet einzelne Ausstellungsstücke aus einem neuen Blickwinkel.

Bühne frei für den Babyflaschenwärmer!

Der Schauraum „Küche um 1800“ ist in doppelter Hinsicht museal. Dort zu sehen sind nicht nur Küchenutensilien längst vergangener Zeiten. „Wir sehen hier auch die romantische Sichtweise auf die Zeit um 1800. Diese Darstellung hat aber nichts mit der historischen Wirklichkeit zu tun“, erklärt Museumsleiter Walter Leicht.
Der Münchner Architekt Franz Zell hat diesen Schauraum gestaltet. Er richtete um 1900 eine Reihe von Museen ein. 1902 überließen dann viele Rosenheimer Bürgerfamilien nach einem Sammel-Aufruf ihren ausgedienten Hausrat dem damals noch jungen Museum.
Eine Vielzahl an alten Töpfen, Schüsseln, Kellen und anderen nützlichen Küchenutensilien kann in diesem Schauraum seitdem bewundert werden. Genau darin liegt aus historischer Sicht das Problem: „In der Realität gab es in einer Küche um 1800 nicht viel mehr als einen Topf und einen Schöpflöffel“. Walter Leicht findet es dennoch wichtig, dass dieser Raum genau so erhalten bleibt, wie er ist: „Er dokumentiert, wie Museen um 1900 gestaltet wurden. Auch das ist ein Stück Zeitgeschichte.“

Elterliche Fürsorge im
18.Jahrhundert

Im unteren Regal einer Seitenkommode steht ein Exponat, dass bei Besuchern eher selten Beachtung findet: ein antiker Babyflaschenwärmer samt Babyfläschchen. Zum Einsatz gekommen zwischen dem 17. Und 18. Jahrhundert, also zu einer Zeit, als der Umgang mit Kindern noch völlig anders war als zu heutiger Zeit. Die Kindersterblichkeit war zu dieser Zeit hierzulande enorm hoch, insbesondere im ersten Lebensjahr. Für die Eltern der damaligen Zeit war es traurige „Normalität, dass viele ihrer Babys nicht einmal das Kleinkindalter erreichten. Sie investierten deshalb in die Pflege und Zuneigung ihres Nachwuchses nicht die Energie, die bei Eltern in der heutigen Zeit Selbstverständlichkeit ist. „Man darf die Menschen damals aber nicht dafür verurteilen. Es war eine andere Zeit“, betont Walter Leicht.
Der historische Fläschchenwärmer aus Zinn, der mit heißem Wasser befüllt werden konnte, ist deshalb etwas Besonderes: „Dass es schon damals Eltern gab, die so fürsorglich waren, dass sie sogar die Nahrung ihres Babys für längere Zeit warm halten wollten, ist ungewöhnlich“, weiß der Rosenheimer Historiker.

Fläschchen aus Zinn
führte zu Vergiftung

Was die betreffenden Eltern aber zu dieser Zeit nicht wissen konnten: „das robuste Fläschchen samt Nuckel aus Zinn führte bei Säuglingen häufig zu schweren Vergiftungserscheinungen, weil die Milch das Metall angriff, welches sich dann in der Milch auflöste.
Von wem das außergewöhnliche Exponat stammt, kann Walter Leicht nicht sagen. Es stamm vom Altbestand aus dem Jahr 1895. Damals gab es im Museum noch keine Dokumentation über die Quellen.