Frühzeitig Konzepte entwickeln

Frühzeitig Konzepte entwickeln

Rosenheim / Landkreis – Ab 2026 soll der Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter nach und nach bzw. sukzessive eingeführt werden. Was das für die Kommunen, die Schulen, die Träger der freien Jugendhilfe und der Betreuungseinrichtungen in unserer Region bedeutet und welche Fragen im Raum stehen, wurde bei einem Fachtag von Stadt und Landkreis Rosenheim, des Staatlichen Schulamts Rosenheim sowie der „(Digitalen) Bildungsregion“ im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim erörtert.

Die Planungsgruppe des Fachtags (von links): Frank Leistner, Leiter Schul- und Sportamt Stadt Rosenheim, Sabine Hilger, Leiterin Amt für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung Stadt Rosenheim, Katrin Röber, Bildungskoordinatorin Landkreis Rosenheim, Wolfgang Baumann, Schulrat Staatliches Schulamt Rosenheim, Romy Huber, Gruppenleiterin Kindertagesbetreuung Kreisjugendamt Rosenheim, und Sabine Stelzmann, Leiterin Kreisjugendamt Rosenheim. Foto: Landratsamt Rosenheim

Die Planungsgruppe des Fachtags (von links): Frank Leistner, Leiter Schul- und Sportamt Stadt Rosenheim, Sabine Hilger, Leiterin Amt für frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung Stadt Rosenheim, Katrin Röber, Bildungskoordinatorin Landkreis Rosenheim, Wolfgang Baumann, Schulrat Staatliches Schulamt Rosenheim, Romy Huber, Gruppenleiterin Kindertagesbetreuung Kreisjugendamt Rosenheim, und Sabine Stelzmann, Leiterin Kreisjugendamt Rosenheim. Foto: Landratsamt Rosenheim

Über 250 Vertreter, die aktive Gestalter der Umsetzung des Rechtsanspruchs sind, informierten sich über dessen Hintergründe und Bedeutung und tauschten sich über die Möglichkeiten aus, diesen Anspruch bestmöglich in ihrer Kommune oder ihrer Schule umzusetzen.

Die Umsetzung des Rechtsanspruchs in den Kommunen muss jeweils von der Stadtverwaltung und der Verwaltung des Landkreises Rosenheim sichergestellt werden. Aus diesem Grund möchten die Verantwortlichen alle Beteiligten möglichst führzeitig informieren und beteiligen, um eine bedarfsgerechte Betreuung vor Ort zu schaffen, so Impulse für die weitere Arbeit der Kommunen und Akteure vor Ort zu geben und Planungsstrukturen zu entwickeln.

Ministerialrätin Alexandra Brumann vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus (links) sowie Regierungsdirektorin Nora van de Sand vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales erläuterten die Hintergründe zu dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2026. Foto: Landratsamt Rosenheim

Ministerialrätin Alexandra Brumann vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus (links) sowie Regierungsdirektorin Nora van de Sand vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales erläuterten die Hintergründe zu dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab 2026. Foto: Landratsamt Rosenheim

Ministerialrätin Alexandra Brumann vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Regierungsdirektorin Nora van de Sand vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gaben in ihren Vorträgen einen Einblick, welche Angebote für Kinder möglich sind und vor allem welche finanzielle Unterstützung die Kommunen vom Freistaat Bayern erwarten dürfen.

„Wie kann Schule ein Lebensort werden?“

In sechs Dialogforen und bei einem „Markt der Möglichkeiten“ mit regionalen und überregionalen Anbietern tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachtags Ideen, Impulse und Konzepte aus, wie die ganztägige Bildung und Betreuung für Grundschulkinder gelingen kann. Im Zentrum stehen die Kinder und damit die Frage, wie „Schule ein Lebensort werden kann“ – so wie Alexandra Brumann betont – sicherlich nicht bei acht Stunden im Klassenzimmer.
Rosenheims Landrat Otto Lederer betonte die Relevanz der Bundesentscheidung für die Region: „Wir leben in einer Zuzugsregion, nicht jeder hat das soziale Umfeld, die eine Betreuung sichert. Die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung steigert die Attraktivität unserer Kommunen, da sie so noch familienfreundlicher wahrgenommen werden.“
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild, Foto: Landratsamt Rosenheim)

Das Kind kommt nicht vom Handy los

Das Kind kommt nicht vom Handy los

Rosenheim – Jeden Donnerstag schreibt der Rosenheimer Dr. Alexander Wurthmann M.A. auf Innpuls.me über ein psychologisches Thema und gibt Tipps, wie man damit umgehen kann. Diesmal lautet das Thema: „Das Kind kommt nicht vom Handy los“.

Portrait Alexander Wurthmann

Dr. Alexander Wurthmann M. A. Fotos: re

Zu Dr. Alexander Wurthmann: Der Rosenheimer mit rheinischen Wurzeln ist Sohn eines Schriftstellers. Er hat schon im Alter von 9 Jahren seine erste handgeschriebene Zeitung verfasst. Mitte der 70er Jahre studienhalber nach München. Abschlüsse in Politologie und Geschichte (Thomas Nipperdey). Oft als Reiseleiter in Japan und China. Dann viele Bildungsprojekte auf Bundes- und Länderebene gemanaged und schließlich fast 30 Jahre eine berufsbildende Schule betrieben. Nunmehr im fünften Jahr bei einer lebensberatenden Hotline im kirchlichen Bereich tätig und betreibt in Rosenheim eine Praxis für psychologische Beratung und Coaching.
Hier gibt es dazu weitere Infos: 

Mit Handy wird Bühnenshow fotografiert.

Was tun, wenn dein Kind das Leben gefühlt nur noch über das Smartphone wahrnimmt?

Das Kind kommt nicht vom Handy los

Wenn es auf eine Frage mal nicht antwortet, kannst du eigentlich sicher sein, dass es gerade etwas Wichtiges auf dem Handy … ja, was soll man eigentlich sagen: sieht, liest, studiert. Das trifft es eigentlich nicht so ganz: aufsaugen wäre wohl korrekter. „Mamaaaa!!!“ du kennst den Tonfall schon fast auswendig und kannst es eigentlich schon selbst sagen. Mach’s doch mal, sag statt „hast du schon die Hausaufgaben gemacht?“ einfach nur „Mamaaaa!!!!“ Laut, unerbittlich, keinen Widerspruch duldend. Wie reagiert dein Kind darauf? Kann es sich noch vom Handy losreissen? Oder winkt es nur ärgerlich ab und will nicht belästigt werden.

Oder schaut es doch auf. Etwas verdutzt und verunsichert. Wäre auch besser. Immerhin bist du seine Mutter oder sein Vater. Da kann man nicht nur Mammmaaaaa!!!!-Granaten werfen!!!!! Wenn dein Kind noch ansprechbar ist, ist der Generationenkrieg noch nicht entschieden. Auch bei Mammaaaa-Granaten ist noch nicht alles zu spät. Wäre auch noch schöner. Immerhin hat es mit dir – wenn du seine Mutter bist – schon während der Schwangerschaft eine ganz einzigartige Bindung hergestellt. Entschuldigung, liebe Väter, so kurz nach Vatertag. Ich hänge eher dem traditionellen Modell von Vermehrung und Aufziehen an. Und da habt ihr nun mal leider nur die zweite Geige erwischt. Aber auch ihr könnt Unmengen von Oxitocin allein durch den Blickkontakt ausschütten und Bindung herstellen.

Menschen, mit denen das nicht mehr funktioniert, sind wirklich zu bedauern. Das ist ein grosses Defizit und wird eigentlich nur durch enorme Katastrophen ausgelöst. Und Mammaaaaa-Granaten wären ein Hinweis auf solche.

Es gibt nicht wenige, die eine solche Kind-Handy-Verschmelzung wie eine Sucht ansehen. Das wesentliche im suchthaften Verhalten beschreibt man auch als Toleranz-Entwicklung. Doch Achtung, das ist nichts Positives. Hier ist die Nachgiebigkeit gegenüber dem Sucht auslösenden Element gemeint und die zunehmende Neigung dieser nachzugeben. Zu grosse Toleranz an der falschen Stelle also. Das Suchtmittel wird in immer kürzeren Abständen und in immer grösseren Mengen konsumiert und es wird immer schwieriger, das Verlangen danach zu kontrollieren.

Mädchen von hinten in grüner Wiese

Oftmals ist es gar nicht so schwer, ein Kind auch wieder für die reale Welt zu begeistern. 

Wenn du dein Kind aber noch erreichst, versuch, die Beziehungsebene zu (re)aktivieren. Unternimm etwas mit ihm, das IHM Spass macht. Geh auf dein Kind ein und zeig ihm, was es dir bedeutet. Nimm dafür auch Nachteile oder Mühen in Kauf. Es erlebt auf diese Weise nicht nur eure Bindung erneut, sondern auch, dass es ausserhalb der Handy-Welt noch eine andere Welt gibt, die auch interessant sein kann. Verteufele das Handy nicht. Das ist nur kontraproduktiv. Und zeig lieber zur Abwechslung das interessante, reale Leben, das es zum Teil möglicherweise verpasst. Das ist natürlich nur dann wirksam, wenn du selbst diesem Nicht-Handy-Leben etwas abgewinnen kannst. Wenn du bei einem gemeinsamen Ausflug selbst laufend heimlich aufs Handy schaust, kannst du eigentlich auch zu Hause bleiben. Wenn du aber mit den Worten „so, jetzt möchte ich mal eine Zeitlang nicht gestört werden“ demonstrativ dein Handy komplett ausschaltest und in die Tasche steckst („die Welt wird in der Zwischenzeit schon nicht untergehen“) macht dein Kind das vielleicht nach.

Und wenn dein Kind nicht deinem Beispiel folgt, schimpf es nicht. Auch nicht, wenn es unterwegs stehen bleibt – wegen irgendeiner Message, die gerade hereinkommt. Radle einfach weiter und halt nach 100 Metern an um etwas ganz Tolles am Wegesrand zu beobachten. Konzentriere dich voll auf die Sehenswürdigkeit, verwende keinen Blick auf dein Kind. Es wird schon hinterherkommen. Du musst natürlich auch wirklich etwas Schönes finden, sonst verpufft das. Streng dich halt etwas an. Dann findest du eben erst nach 200 Metern etwas Interessantes.

Wenn dein Kind nach dem Spaziergang eine verpasste Message auf dem Handy entdeckt, frag es doch mal, ob es anders reagiert hätte, wenn es die Nachricht früher entdeckt hätte. Was also wirklich das Problem ist.

Wenn das funktioniert hat, ist der Weg frei, das Handy mal abends oder während der Hausaufgaben oder während dem Essen auszustellen. Freiwillig. Und natürlich alle. Das würde dann auch für anwesende Freunde oder Freundinnen gelten. Lass dein Kind das durchsetzen, hilf ihm aber bei Bedarf. „Ja, wir machen alle Handys hier beim Essen aus. Darf ich deins auch haben oder möchtest du es selber aus machen?“

Wenn das mit dem Weiterradeln nach dem dritten Mal nicht funktioniert, musst du diesen Weg aufgeben. Da musst du dann auch ehrlich mit dir sein. Kein „ach beim nächsten mal wird’s schon funktionieren“. Nein, wird es nicht. Dann ist die K….. am dampfen. Viele Süchtige rutschen schneller und tiefer in die Sucht, weil das Umfeld zu nachsichtig ist. Das ist bequemer und konfliktfreier. Für das Umfeld. Und die Suchtgefährdeten nutzen das aus, weil sie so leichter an das kommen wonach sie eine Sucht entwickelt haben.

Was aber, wenn das alles nicht funktioniert. Schauen wir uns mal an, wie man mit ernsthaft Süchtigen umgeht. Dabei reden wir von Menschen, deren Sucht eine ernsthafte Gefahr für sie selbst und für ihre Umgebung darstellt. Wer Drogen oder Alkohol konsumiert und dabei auch einen sogenannten Filmriss erlebt, gehört dazu. Dein Kind ist davon sicherlich weit entfernt. Aber man kann von der Therapie Süchtiger vielleicht das eine oder andere lernen.

Eine Entziehungskur für Drogen und Alkohol wird nicht alleine und zu Hause durchgeführt, sondern unter Aufsicht und in einer Klinik. Ich glaube, das können wir deinem Kind und dir ersparen. Am Anfang steht eine sogenannte Psychoedukation. Das ist eine Aufklärung über die Schädlichkeit der Sucht. Das solltest du auch mit deinem Kind machen. Bereite dich darauf vor. Besorg dir Broschüren oder Artikel. Unterschätz das nicht. Versuch das dialogisch zu machen und vermeide ewige Vorträge.

Blick auf Handy-Bildschirm

Manchmal kann nur noch der kalte Entzug helfen.

Nach der Aufklärung über die Gefahren unkontrollierter Handy-Nutzung, erfolgt eine sehr strikte Kontrolle der Handy-Nutzung. In der Suchttherapie nennt man das einen kalten Entzug. Schrittweiser Entzug (jeden Tag ein bisschen weniger) hilft nicht. Es muss sofort und komplett sein. Da das Handy auch notwendiger Kommunikationskanal ist, können wir hier keinen sofortigen und kalten Entzug durchsetzen. Ersatzweise kannst Du aber die Kontrolle über das Handy ausüben. Nur zu bestimmten, knappen Zeiten gibst du es deinem Kind. Es sind auch nur bestimmte Kommunikationen erlaubt. Persönliche Nachrichten checken und beantworten. Mit klarer Zeitbeschränkung. Darin müssen auch andere kommunikationsfähige Geräte einbezogen werden. Lass dich auf keine Tricks ein. Etwa „wir müssen das im Internet für den nächsten Test recherchieren … „. Frag genau, was recherchiert werden muss und mach es mit.

Unverfänglich über die Freunde reden

Der wichtigste Teil einer Entziehungskur besteht in der Begleitung der ehemals Süchtigen in eine neue, weniger suchtgefährliche Lebensumgebung. Also weg von den falschen Freunden, hin zu einer gesünderen Umwelt. Wenn deine bisherige Hilfestellung für dein Kind fruchtbar war, sollte auch das gelingen. Einfach unverfänglich über die Freunde reden. Dein Kind kann zu diesem Zeitpunkt schon selbst entdecken, wer einen schädlichen Umgang mit dem Handy hat.
Es kommen einige herausfordernde Zeiten auf dich zu. Auf dich! Bevor du anfängst, dich mit deinem Kind zu beschäftigen, musst du dich ganz aufrichtig fragen, wie dein eigenes Handy-Verhalten aussieht. Aber sieh es doch einmal so: Vielleicht kannst du ja auch dein eigenes Leben durch etwas bewussteren Umgang mit dem Handy bereichern.

Klare Linien durchhalten

Vor allem frag dich aber, hast du genügend Achtsamkeit deinem Kind gegenüber, um ihm mit Zuneigung aus der Situation herauszuhelfen? Hast du genügend Konsequenz, um klare Linien durchzuhalten? Und eigene Glaubwürdigkeit. Und genügend Zuneigung zu deinem Kind, um es nicht grenzenlos zu kontrollieren, sondern ihm die Möglichkeit zu geben, so zu wachsen, dass es das eigenverantwortlich regelt. Und bau Vertrauen auf. Recht bald kannst du deinem Kind vertrauen, wenn es eigenständig für den nächsten Test in Internet recherchiert. Frag es im Gespräch oft genug nach seiner eigenen Einschätzung und eigenen Überlegungen, wie man etwas verbessern kann. Oft sind das die besten Ideen. Schon im Mutterleib beginnt die ewige Auseinandersetzung zwischen Bindung zur Mutter und Streben nach Unabhängigkeit. Lösen kann diese Situation nur dein Kind. Helfen solltest du ihm dabei. Meine Vorschläge sind wirklich nur Anregungen. Sei kreativ und entwickle eigene Ideen. Du schaffst das.

Und wenn das alles nicht funktioniert? Vielleicht bist du ja selbst zu oft am Handy. Oder bist einfach befangen. Dann braucht ihr vielleicht beide externe Beratung.
Hast Du noch Fragen, frag mich. info@psychologische-beratung-rosenheim.de oder Telefon 0170/5395483.

Du kannst mir auch Themen vorschlagen, über die ich einmal schreiben sollte.

In der nächsten Woche „hört der Nachbar nachts Geräusche
Alexander Wurthmann M.A.
(Quelle: Kolumne Dr. Alexander Wurthmann M.A. / Beitragsbild, Fotos: re)

„Schlechte Noten nicht Ende der Welt“

„Schlechte Noten nicht Ende der Welt“

Rosenheim / Bayern – Am Freitag erhalten die bayerischen Schüler ihre Zwischenzeugnisse. Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf verweist in diesem Zusammenhang auf Beratungsangebote für Familien, wie den Zeugnis-Chat: „Wir lassen Bayerns Familien nicht alleine. Schlechte Noten bedeuten nicht das Ende der Welt!“

Für Schüler und ihre Eltern gäbe es zahlreiche Unterstützungsangebote. Das Zwischenzeugnis diene als Wegweiser“. Es ist noch ausreichend Zeit die Noten-Ziele bis zum Ende des Schuljahres zu erreichen. Mit der ‚Virtuellen Beratungsstelle der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung‘ gibt es unbürokratisch und vertraulich Hilfe durch erfahrene Fachkräfte für Schülerinnen, Schüler und deren Eltern“, so Familienministerin Ulrike Scharf.

Zeugnis-Chat für 
Jugendliche

Am 17. Februar läuft bei der virtuellen Beratungsstelle der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung unter bke-beratung in der Zeit von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr auf der Jugendseite ein Zeugnis-Chat. Die Registrierung erfolgt spätestens eine Stunde vorher.
Unterstützung und Hilfe vor Ort leisten auch die 96 Jugendämter und die rund 180 Erziehungsberatungsstellen der bayerischen Kommunen. Zusätzlich stehen Sorgenhotlines wie die „Nummer gegen Kummer“ des Deutschen Kinderschutzbundes unter freecall 116111 (für Jugendliche) oder 0800-1110550 (für Eltern) zur Verfügung. Darüber hinaus berät die staatliche Schulberatung Schülerinnen, Schüler und Eltern (Schulberatung Bayern).
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Kitasituation in Rosenheim

Kitasituation in Rosenheim

Rosenheim Bayern / Deutschland – Zu wenige Plätze, zu wenig Personal – Die Kita-Lage in ganz Deutschland ist weiter problematisch. Auch in Rosenheim bleibt die Situation schwierig. Darum lud Bündnis 90 / Die Grünen, Ortsverband Rosenheim am gestrigen Montagabend zu einem Themenabend im Stellwerk 18 ein.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die im Oktober vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, fehlen 2023 deutschlandweit rund 384.000 Kita-Plätze. Auch in Rosenheim wird immer wieder einmal Kritik von Seiten der Eltern laut, weil sie entweder keinen Platz für ihren Nachwuchs in einer Kinderkrippe oder Kindergarten bekommen, oder weil sie aufgrund angespannter Personallage ihre Kinder nicht gut betreut sehen.  Bei einer Bürgerversammlung im vergangenen September haben dann sogar ein paar Rosenheimerinnen einen Antrag zur Verbesserung der Kita-Situation in der Stadt gestellt. Dieser Antrag wurde aber im Dezember abgelehnt mit Verweis der Verwaltung, dass sich schon einiges in den Rosenheimer Kitas verbessert habe.

Verdopplung von Angebot
und Nachfrage in den vergangenen 20 Jahren

Wie enorm sich Angebot und Nachfrage nach Plätzen in Kinderkrippen und Kindergärten in den vergangenen 20 Jahren verändert hat, schilderten bei dem Themenabend im Stellwert 18 Sabine Schmitt, Verwaltungsleiterin des Katholischen Kita-Verbundes in der Stadt Rosenheim und Vorstandsmitglied des Landesverbandes Katholischer Kindertageseinrichtungen in Bayern und Veronika Masel, Kita-Geschäftsführerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rosenheim.
Vor 20 Jahren gab es im Stadtgebiet 22 Kitas. Rund 1250 Kinder wurden dort betreut. Heute existieren rund 40 Kitas, in denen rund 2560 Kinder betreut werden – also in etwa eine Verdopplung.
Für die Träger bleibe die Situation weiter schwierig, weil sie ihre Kosten nicht voll ersetzt bekommen: „Zehn Prozent bleiben bei den Trägern hängen“.
Ein weiteres Problem bleibe die personelle Situation, dass sich in den kommenden 10 Jahre verschärfen konnte, weil dann viele der jetzigen Erzieher den Ruhestand antreten würden und es nicht genug adäquaten Ersatz gäbe. Denn für diesen wichtigen Beruf brauche es vor allem Qualität und die müsse dann auch dementsprechend entlohnt werden, was derzeit immer noch nicht der Fall sei.
Johannes Becher, Mitglied des Bayerischen Landtages Bündnis 90 / Die Grünen und Sprecher für kommunale Fragen und frühkindliche Bildung betonte ebenfalls, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Bildung schon für die Kleinsten ist. Kostenfreie Kitas sind deshalb seiner Meinung nach keine Lösung: „Ich bin der Auffassung hochwertige Arbeit darf auch was kosten“. Allerdings sei es wichtig, Menschen, die sich die Betreuung ihrer Kinder nicht leisten könnten, zu unterstützten, um so für Chancengleichheit von Anfang an zu sorgen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)

Auszeichnung für 624 Schulen in Bayern

Auszeichnung für 624 Schulen in Bayern

Hilpoltstein / Bayern –  624 Schulen in Bayern erhalten für ihren Einsatz im vergangenen Schuljahr die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“. Darunter auch vier Schulen in der Stadt Rosenheim.

Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz), Umweltminister Thorsten Glauber und Kultusminister Professor Dr. Michael Piazolo beglückwünschen die prämierten Schulen, die diesen Titel nun ein Jahr lang tragen werden. Alle Umweltschulen waren eingeladen, im Rahmen eines interaktiven Livestreams an der von Schülern selbst gestalteten Veranstaltung in München teilzunehmen. Dort präsentierten sechs Schulen ihre Aktivitäten und sechs weiteren Schulen wurden live dazugeschaltet. „Die ausgezeichneten Schulen tragen durch ihr Engagement dazu bei, dass das Schulleben Schritt für Schritt nachhaltiger wird. Sie setzen sich für Klima- und Biodiversitätsschutz ein und fördern globale sowie generationenübergreifende Gerechtigkeit“ sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer.

Die diesjährige Auszeichnung wird an Schulen vergeben, die sich im Schuljahr 2021/22 in zwei Handlungsfeldern für Umwelt und Nachhaltigkeit eingesetzt und durch konkrete Maßnahmen innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit entwickelt haben. Sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene haben konkrete Ideen entwickelt, sich für Umwelt und Nachhaltigkeit zu engagieren. „Jede ausgezeichnete Schule konnte nachweisen, dass Schüler an den Aktivitäten engagiert und eigenverantwortlich beteiligt waren. Sie alle haben innerhalb des Schuljahres gemeinsam Fortschritte unter dem Leitbild einer Bildung für nachhaltige Entwicklung erreicht“, so die Bayerische Landeskoordinatorin Birgit Feldmann vom LBV. Über die Auszeichnung entscheidet jährlich eine Jury aus Mitgliedern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen sowie des LBV als Koordinator dieser Auszeichnung.

Engagement  für Umwelt
und Nachhaltigkeit

„Nach der langen Phase des Distanz- und Wechselunterrichts musste im Schulalltag einiges aufgeholt und nachgearbeitet werden. Trotzdem widmeten sich die Umweltschulen mit hoher Motivation und großem Engagement den Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen, die nun wieder gemeinsam und klassenübergreifend umgesetzt werden konnten“, sagt Birgit Feldmann. Klimaschutz und der Schutz der biologischen Vielfalt sowie das damit eng verknüpfte Thema Konsum standen im Fokus der vielfältigen Aktivitäten. Vermeidung von Plastik im Schulalltag, die Anlage eines Schulgartens, die Umstellung auf ein nachhaltiges Sortiment im Pausenverkauf oder in der Mensa sowie die Veränderung des Mobilitätsverhaltens der Schüler und Lehrkräfte sind nur einige Beispiele der beteiligten Schulen.
Soziale Themen, wie fairer Handel oder die Folgen des Ukraine-Krieges, wurden ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ebenfalls mit in die Handlungsfelder aufgenommen. Noch häufiger als in den Vorjahren wurden die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen aufgegriffen und vielfältige Maßnahmen in der Schulgemeinschaft entwickelt, um diese zu erreichen. „An der Bandbreite der Aktivitäten wird sichtbar, dass jede Schule – egal ob Grundschule, weiterführende Schule oder berufliche Schule – im Rahmen ihrer Möglichkeiten individuelle Ideen entwickelt hat, einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft zu leisten“, betont Birgit Feldmann.
Unter den 624 Schulen finden sich auch vier aus der Stadt Rosenheim: Berufschule 2, Sebastian-Finsterwalder-Gymnaisium Rosenheim, Ignaz-Günther-Gymnasium Rosenheim, Berufsschule 1 Rosenheim.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Rekordbeteiligung beim „Rama Dama“

Rekordbeteiligung beim „Rama Dama“

Rosenhei – Aufräumen, was achtlos weggeworfen wurde. Ausgerüstet mit Müllsäcken und Handschuhen sind auch in diesem Oktober fast 2.700 Rosenheimer Schul – und Kindergartenkinder losgezogen, um Rosenheim sauberer zu machen.

An dem vom Umwelt- und Grünflächenamt organisierten „Rama Dama“ beteiligten sich 24 Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Kindertagestätten, Horte, die Freiwillige Feuerwehr Aising und das Bürgerhaus Happing.
Mit den Krippengruppen „Seepferdchen“ und „Goldfische“ vom Caritas-Kinderhaus am Keferwald halfen auch die Kleinsten.
Gefunden wurden unter anderem Pfandflaschen, Einweg-Trinkbecher, Fast-Food-Verpackungen, Plastikverpackungen, Schrott, ein Kinderfahrradsitz, Papiertaschentücher, haufenweise Zigarettenstummel und sogar zwei Straßenpfosten.
Für dieses  Engagement gibt es auch dieses Jahr wieder ein kleines finanzielles „Dankeschön“ vom Umwelt- und Grünflächenamt Rosenheim.
(Quelle: Pressemitteilung Rosenheim / Beitragsbild, Foto: Stadt Rosenheim. Beitragsbild zeigt Schüler der Schule Aising).

Hier Fotos vom „Rama Dama 2022“:

Schüler von hinten mit erhobenen Händen. Hinter sich Mülltüten

Die fleißigen Helfer der Astrid-Lindgren-Grundschule. Foto: Elisabeth Roider

Müllhaufen, darunter auch ein kaputter Kinder-Fahrradsitz

So viel Müll haben die Kinder der Klasse 4c der Astrid-Lindgren-Grundschule gesammelt. Foto: Elisabeth Roider

Kinder von hinten mit erhobenen Händen auf dem Weg zum Sammeln

Auch die Kinder des Kindergartens Heilige Familie waren beim „Rama Dama“ mit dabei. Foto: Alja Kern

Kinder mit weißen Handschuhen - Hände in der Höhe, von hinten auf dem Weg zum Sammeln

Die Kinder vom Kindergarten Heilig Blut auf dem Weg zum Müllsammeln. Mit den Handschuhen schon mal gut gerüstet.

Schüler der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule Rosenheim mit Mülltüten beim Müllsammeln

Auch die FOS/BOS Rosenheim beteiligte sich am großen „Rama Dama“. Foto: Susanne Braune.