Wieder Baumfällungen im Kastenauer Wald

Wieder Baumfällungen im Kastenauer Wald

Kastenau / Rosenheim – Massive Baumfällungen im Kastenauer Wald sorgten in den vergangenen Jahren für große Aufregung bei den Anwohnern des Rosenheimer Stadtteils. Sogar eine Unterschriftenaktion wurde gestartet. In der kommenden Woche sollen nun wieder viele Bäume gefällt werden. Um neuen Ärger zu vermeiden, hat die Erzdiözese München und Freising als Besitzer des Waldes jetzt Flyer in der Kastenau verteilt.

Der Flyer

Dieser Flyer flatterte derer Tage in die Briefkästen der Kastenauer. Foto: Wunsam

Der Kastenauer Wald liegt vielen Kastenauer sehr am Herzen. Nicht nur, weil viele dort in ihrer Kindheit gerne gespielt haben, sondern auch, weil dieses Stück Natur für sie einen wichtigen Sicht- und Lärmschutz gegenüber der stark befahrener Miesbacher Straße darstellt.
Als es 2017 dann in dem Waldstück zu massiven Baumfällungen kam, war die Aufregung groß. Damals wurde sogar eine Unterschriftenaktion gestartet, um den Wald zu erhalten (wir berichteten). Im April vergangenen Jahres wurden dann erneut viele Bäume gefällt und wieder regte sich großer Unmut.

Viele Baumstümpfe im Kastenauer Wald

So sah das Bild nach den Baumfällarbeiten im vergangenen April aus. Foto: Max Breu

Viele gefällte Baumstämme

Zur Miesbacher Straße hin türmten sich im April 2022 die abgeschlagenen Baumstämme. Das sorgte für viel Unmut bei den Kastenauern. Foto: Max Breu

Was viele Kastenauer auch da wieder besonders ärgerte, war die Tatsache, dass sie erneut vom Lärm der Motorsägen überrascht wurden, obwohl sie bereits bei der Baumfällaktion 2017 die Erzdiözese München und Freising um rechtzeitige Information und Begründung gebeten hatten.
Diesmal hat die Erzdiözese München und Freising schon im Vorfeld reagiert und einen Flyer erstellt, mit dem erklärt wird, warum aus ihrer Sicht erneute Arbeiten im Wald nötig werden und was überhaupt mit diesem Stück Natur in Zukunft geschehen soll.

Wald soll aus regulärer
Bewirtschaftung entlassen werden

„Der Wald, der wegen seiner Weichböden extrem schwierige Wegeverhältnisse aufweist, enthält eine Vielzahl von Kleinbiotopen für Flora und Fauna, die wir für schützenswert halten. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Wald aus der regulären Bewirtschaftung zu nehmen“, ist darin zu lesen.
Doch auch um einen „stillgelegten“ Wald müsse man sich kümmern. Konkret bedeutet dies nun für die Zeit vom 13. bis 28. Februar: Zunächst werden am Rand des Kastenauer Waldes Eschen gefällt, die laut Erzdiözese München und Freising, vom Eschentriebsterben befallen sind. „Dadurch wird verhindert, dass womöglich bei Sturm oder durch Wurzelfäule Bäume auf die Wege und Straßen oder gar in die Gärten der Siedlung fallen“, heißt es dazu in dem Flyer, der in den vergangenen Tagen in den Briefkästen des Rosenheimer Stadtteils eingeworfen worden war.

Neben den Eschen sollen außerdem noch einige Fichten am Rand zur Wohnbebauung gefällt werden. Sie würden an Rotfäule leiden und ebenfalls ein hohes Sturmrisiko darstellen.

Der Kastenauer Wald aktuell

Ein aktueller Blick in ein Teilstück des Kastenauer Waldes. Foto: Eduard Staudhammer

Da sollen Bäume gefällt werden. Blick auf die Karte

Dort sollen Bäume gefällt werden. Screenshot Flyer Erzdiözese München und Freising

Das Holz der gefällten Bäume soll laut Erzdiözese München und Freising nach Möglichkeit im Wald gelassen werden: „Als sogenanntes Totholz kann es zum Lebensraum von Insekten, Spinnen, Pilzen sowie weiteren Lebewesen werden.“

Bei der Abteilung Forst der Erzbischöflichen Finanzkammer ist man überzeugt, dass sich die entstehenden Lücken im Wald innerhalb kürzester Zeit wieder von alleine schließen: „Im Kastenauer Wald wächst bereits eine Vielzahl von klimatoleranten Baumarten wie Stieleiche, verschiedene Ahornarten, Pappeln und Weiden. Sie bieten ein hohes Verjüngungspotenzial“.

Außerdem soll eine 
„Rückegasse“ angelegt werden

Angekündigt wird in dem Schreiben außerdem, dass man eine sogenannte „Rückegasse“ anlegen will, also einen unbefestigten forstwirtschaftlichen Weg, um künftig schneller und einfacher in dem Waldgebiet arbeiten zu können.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Eduard Staudhammer / Fotos: Karin Wunsam / Archiv: Max Breu)

Strahlende Lichter und besonderer Segen

Strahlende Lichter und besonderer Segen

Aschau / Landkreis Rosenheim – Als einzige der über 600 Pfarreien im Erzbistum München und Freising feiert Aschau im Chiemgau sein Kirchenpatrozinium vierzig Tage nach Weihnachten, dem Festtag „Darstellung des Herrn“. Dieser ganz besondere Tag im Kirchenjahr, also der Namenstag der Kirche, wurde mit einem Festgottesdienst und Kerzenweihe gefeiert.

An diesem Tag wird im Besonderen die Gottesmutter Maria gefeiert, die als Lichtgeberin gilt, was in dem alten Namen „Mariä Lichtmess“ zum Ausdruck kommt. Auch die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine waren mit dabei. Zelebrant Pfarrer Paul Janßen und Ministranten zogen in einer Lichterprozession unter Gesängen durch die Kirche zum Altar. Neben den weihnachtlichen Lichterbäumen wurde der Blicke auf das frühbarocke Altarbild „Darstellung des Herrn“ aus dem 17. Jahrhundert gerichtet. Kirchenchorleiterin Christine Klinger hat zum großen Fest extra die „Missa brevis in F“ von Valentin Rathgeber für Chor und Orchester einstudiert. Zum Abschluss des Gottesdienstes gab es für die Gläubigen noch den ganz besonderen Blasius-Segen. Aschaus Ortspfarrer Paul Janßen hat zwei gekreuzte brennende Kerzen vor die Gläubigen gehalten und dabei den Segen gespendet, der vor Halskrankheit und allem Bösen bewahren soll.
(Quelle: Pressemitteilung Tourist Info Aschau / Beitragsbild, Fotos: H. Reiter)

Hier weitere Impressionen des Festgottedienst:

Blick in die Kirche Aschau in Chiemgau beim Festgottesdienst
Kerzen für den Blasiussegen
Fahnenabordnung in der Kirche
Blick hin zum Altar
Erster Aschauer Bürgermeister Simon Frank links und Zweiter Aschauer Bürgermeister Reiter
Blasiussegen gegen allerlei Übel

Blasiussegen gegen allerlei Übel

Rosenheim / Bayern – Der 3. Februar ist in der katholischen Kirche dem Heiligen Blasius gewidmet. Der Blasiussegen soll vor Halskrankheiten, Erkältungen und anderem Übel bewahren. 

Einer Legende zufolge soll Blasius einen Jungen gerettet haben, der drohte an einer Fischgräte zu ersticken – und das aus dem Gefängnis heraus. Blasius saß also dabei buchstäblich hinter „Gittern“ und das wird bei dem Segen der Priester dadurch symbolisiert, dass sie die Kerzen, die sie vor den Gläubigen halten, überkreuzen. Zu diesem Ritual gehört folgender Segensspruch: „Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius befreie und bewahre Dich der Herr vor allem Übel des Halses und jedem anderen Übel“.

Blasius zählt zu den
14 Nothelfern

Der historische Blasius – Blasius von Sebaste- lebte der Überlieferung nach als Bischof in Kleinasien und wurde im Jahr 316 enthauptet. Beim katholischen Glauben zählt er zu den 14 Nothelfern und gehört damit zu den Heiligen, denen man in früheren Zeiten besonders vertraute. Im bäuerlichen Leben gilt der Heilige auch als Wetterpatron.

In Stadt und Landkreis Rosenheim konnte man sich bereits am gestrigen Lichtmesstag in vielen Kirchen den Blasiussegen holen. Auch heute noch besteht dazu die Möglichkeit,  beispielsweise um 19 Uhr in der katholischen Kirche am Kirchplatz 5 in Flintsbach am Inn.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Heute ist Mariä Lichtmess

Heute ist Mariä Lichtmess

Rosenheim / Bayern – Am heutigem Donnerstag ist endgültig Schluss mit der Weihnachtszeit: Der 2. Februar – „Mariä Lichtmess“ – ist laut christlichem Glauben der letzte Tag der Weihnachtszeit und symbolisiert gleichzeitig den Neubeginn, an dem die Kerzen für das neue Jahr geweiht werden.

Mariä Lichtmess ist eines der ältesten Fest der katholischen Kirche. Seit Anfang des 5. Jahrhunderts  wurde dieser Tag gefeiert. An diesem Tag wurden früher in Kirchen und Privathäusern die Krippen abgebaut und die Weihnachtsbäume aus den Stuben verbannt.

Kerzensegnung und
Lichterprozession

Im 11. Jahrhundert entstand der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen. Nach wie vor werden in vielen katholischen Kirchen an diesem Tag die Kerzen für das neue Jahr geweiht – auch die in Bayern doch noch in vielen Haushalten sehr bekannten schwarzen Wetterkerzen, die Unwetter abwehren sollen.
Bei Dienstboten war Lichtmess früher ein besonders wichtiger Tag, denn da bekamen sie ihren Jahreslohn in Geld und Naturalien und konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln. Eine gute Möglichkeit, um eine neue Anstellung zu finden, waren die sogenannten „Schlenklmärkte“. In Rosenheim fand der Schlenklmarkt beim Bräu am Anger statt. Diese Braustätte samt Wirtshaus lag außerhalb der Altstadt am Angerweg (jetzt Kufsteiner Straße).

Es gibt auch einige Bauernregeln zu diesem Tag. Eine besagt. „Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“. Das macht doch Hoffnung auf ein baldiges Ende der kalten Jahreszeit.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Was wird mit Kardinal-Faulhaber-Platz?

Was wird mit Kardinal-Faulhaber-Platz?

Rosenheim / München – Ein Name, der im Münchner Missbrauchsgutachten auftaucht ist Kardinal Michael von Faulhaber. Der „Bund für Geistesfreiheit München“ fordert darum, dass die ihm gewidmete Straße in München umbenannt wird. Was bedeutet das für den Kardinal-Faulhaber-Platz in Rosenheim?

Kardinal Michael von Faulhaber gehörte einst zu den markantesten Kirchenmännern Deutschlands. 1869 wurde er im unterfränkischen Klosterheidenfeld als Sohn eines Bäckers und Landwirts geboren. Im Jahr 1910 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Speyer. 1917 wurde er dann Oberhirte der Erzdiözese München und Freising. Im Jahr 1921 erfolgte seine Ernennung zum Kardinal. In seine Amtszeit fallen zwei Weltkriege und der Wiederaufbau Deutschland.
Aber spätestens seit der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens weiß man auch von den dunklen Facetten dieser bekannten Kirchenpersönlichkeit: Vier Verfehlungen werden ihm darin vorgeworfen, beispielswiese weil er die Suspendierung von Priestern aufgehoben hat, obwohl sie sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten.

In Würzburg gibt es keinen
Kardinal-Faulhaber-Platz mehr

Viele Plätze und Straßen in Deutschland wurden dem einst so bekannten und beliebten Kirchenmann Faulhaber gewidmet. In Würzburg hat man aber bereits reagiert. Dort wurde die Neubenennung eines zentralen Platzes im Jahr 2022 beschlossen, auch aufgrund der sehr umstrittenen Haltung des Kardinals während der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Bund für Geistesfreiheit München fordert nun eine zügige Umbenennung der Münchner Kardinal-Faulhaber-Straße.

In Rosenheim ist Umbenennung
aktuell noch kein Thema

Auch in Rosenheim wird an Kardinal Faulhaber erinnert. Er weihte am 28. Oktober 1929 die Christkönig-Kirche ein. Der Platz vor der Kirche trägt seinen Namen. Derzeit ist in der Stadt eine Umbenennung noch kein Thema, wie Innpuls.me von der Pressestelle der Stadt Rosenheim auf Anfrage mitgeteilt wurde.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Ferdinand Staudhammer)

Sebastianiwallfahrt in Traumkulisse

Sebastianiwallfahrt in Traumkulisse

Happing / Heilig Blut / Rosenheim / Pang – Nach zweijähriger Coronapause konnte am gestrigen Freitagabend die traditionelle 31. Sebastianiwallfahrt der Gebirgsschützenkompanie Rosenheim endlich wieder ihren gewohnten Ablauf nehmen. Der Schnee bot auf dem Weg von Happing zur Kirche eine traumhafte Kulisse. 

 

Blick in die Kirche Heilig Blut auf die Wallfahrer und die drei Geistlichen am Altar

Zelebriert wurde der Gottesdienst in der Kirche Heilig Blut von Weihbischof Wolfgang Bischof, Kompaniepfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrvikar Mathias Klein-Heßling. Fotos: Karin Wunsam

Der Heilige Sebastian wird seit dem 4. Jahrhundert als Märtyrer und Heiliger in der katholischen und den orthodoxen Kirchen verehrt. Er ist der Patrone der Soldaten, Schützen, Polizisten, Gärtner,  Gerber, Töpfer, Büchsenmacher, Bürstenbinder und Bogenschützen und wird gegen Pest und andere Seuchen angerufen.
Als die Pest im Jahr 1634 auch in Rosenheim wütete, entstand in Pang eine Sebastiani-Bruderschaft. Bis hinein ins Tiroler Nachbarland gab es Wallfahrten nach Heilig Blut bei Rosenheim zum dortigen Sebastiani-Alter. In den Kriegszeiten kam diese Tradition dann lange Zeit zum Erliegen, bis es sich die Gebirgsschützen Rosenheim im Jahr 1992 zur Aufgabe gemacht haben, sie wiederzubeleben.
Seitdem ziehen jedes Jahr verschiedene Kompanien und Wallfahrer vom Dorfplatz in Happing zum Gottesdienst in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilig Blut.

 

Die Fahnenabordnungen am Altar
Figur des Heiligen Sebastian am Altar

In diesem Jahr zelebrierte Weihbischof Wolfgang Bischof, Kompaniepfarrer Andreas Maria Zach und Pfarrvikar Mathias Klein-Heßling den feierlichen Gottesdienst in der Kirche Heilig Blut. Weihbischof Wolfgang Bischof bezeichnete die Sebastiani-Wallfahrt in Rosenheim als „wunderschönes Miteinander“.
Zum Abschluss des Abends ging es dann noch gemeinsam zum Kirchenwirt in Pang.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

Die Wallfahrt auf schneebedecktem Weg im Dunklen

Auf schneebedecktem Weg bei dunkler Nacht, betend, zogen die Wallfahrer vom Dorfplatz in Happing zur Kirche Heilig Blut.

Die Feuerwehrler aus Happing mit Feuerwehrauto

Die Feuerwehr Happing sorgte für Sicherheit der Teilnehmer auf den Straßen.

Wallfahrer auf ihrem Weg zur Kirche
Wallfahrt der Gebirgsschützenkompanie Rosenheim
Ankunft der Wallfahrer bei der Kirche

Ankunft der Wallfahrer bei der Kirche Heilig Blut.

Ankunft der Wallfahrer bei der Kirche
Blick auf die Wallfahrer in den Kirchenbänken
Blick auf den Gottesdienst von oben
Weihbischof Bischof bei seiner Predigt.

Weihbischof Wolfgang Bischof bei seiner Predigt. Foto: Franz Zäch

Blick auf alle 3 Pfarrer
Sebastiani-Fahne
Die Sebastiani-Figur
Blick auf die Wallfahrer in der Kirche